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Antisemitismus - Neue Form oder historisch gewachsenes Vorurteil?

Título: Antisemitismus - Neue Form oder historisch gewachsenes Vorurteil?

Trabajo Universitario , 2004 , 61 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: Tatjana Belkina (Autor)

Politíca - Métodos, investigación
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2003 hat die Europäische Kommission eine Umfrage unter 7500 Europäern durchgeführt, dessen Ergebnis wie folgt lautete: „Israel ist die größte Gefahr für den Weltfrieden - Israel, das ist ein explosives Gemisch aus jüdischer Aggressivität, jüdischer Arroganz, jüdischer moralischer Erpressung und jüdischem Finassieren“ (Vgl.: „Altes Gift im neuen Europa“ in: „Die Zeit“ 11.12.2003, Nr. 51). Die nach dem Zweiten Weltkrieg durch strenge gesellschaftliche Tabus unterdrückten Stereotype sind nach 60 Jahren wieder aufgetaucht. Im folgenden Forschungsbericht soll untersucht werden, in wieweit Israelkritik legitim ist, ohne dass diese als eine antisemitische Äußerung aufgefasst wird. Wo verläuft die Grenze zwischen der Kritik an der israelischen Politik und Judenhass, gefärbt von einem antizionistischen Schatten? Ist diese Art von Antisemitismus, d.h. Israelkritik, als eine „neue“ Form des Antisemitismus anzusehen oder ist es der „alte“ Antisemitismus, welcher sich nur hinter der aktuellen politischen Debatte versteckt? Diese Fragen sollen untersucht und mit statistischen Daten untermauert werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

A Definition und Theorie

2 Operationalisierung – Was ist Antisemitismus?

2.1 Klassischer Antisemitismus

2.2 Sekundärer Antisemitismus

2.3 Antizionismus

3 Entstehung des Antisemitismus

3.1 Antisemitismus im Mittelalter

3.2 Antisemitismus in der frühen Neuzeit

3.3 Antisemitismus in der Gegenwart

4 Werner Bergmanns Theorie des „neuen“ Antisemitismus

5 Zwischenfazit

B Die quantitative Analyse

1 Die statistische Grundlage

1.1 Die Faktorenanalyse

1.2 Zusammengefasste Faktorenanalyse

1.3 Zwischenfazit

2 Die statistische Hypothesenprüfung

2.1 Die Aufstellung der Hypothesen

2.2 Zwischenfazit

3 Theorie und Praxis – Zusammenfassung und Auswertung

4 Kritik am Fragebogen

5 Schlusswort

6 Bibliografie

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des sogenannten „neuen Antisemitismus“ und dessen Zusammenhang mit traditionellen antisemitischen Vorurteilen. Ziel ist es zu klären, ob heutige Israelkritik lediglich eine legitime politische Haltung darstellt oder eine moderne Form des Antisemitismus bildet, die sich auf alte, tradierte Stereotype stützt.

  • Historische Entwicklung und theoretische Grundlagen des Antisemitismus.
  • Analyse der Theorie des „neuen“ Antisemitismus nach Werner Bergmann.
  • Quantitative Auswertung und statistische Überprüfung der GMF-Survey-Daten von 2004.
  • Kritische Reflexion der verwendeten Forschungsmethodik und Fragebogenkonzeption.

Auszug aus dem Buch

Werner Bergmanns Theorie des „neuen“ Antisemitismus

Werner Bergmann führt vier verschiedene Ansätze auf, mit welchen Antisemitismus erklärt werden kann22. 1. Psychologische Theorie: Diese Theorie geht auf die Eigenschaft der Persönlichkeit zurück. 2. Theorie der relativen Deprivation: Die Entstehung der Vorurteile gegenüber Juden wird auf mangelnde Erfahrung zurückgeführt. 3. Gruppensoziologische und gruppenpsychologische Theorie: Hierbei wird die Konfliktsituation zwischen einer Minderheit und der Mehrheitsgesellschaft beschrieben. 4. Gesellschaftstheorie: Antisemitismus steht im Zusammenhang mit sozialem Wandel, wie etwa Modernisierungsschübe oder soziale und politische Krisen. Die nun folgende Theorie soll sich auf die Gesellschaftstheorie stützen und somit eine Erklärung für den „neuen“ Antisemitismus liefern.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die historische Relevanz und aktuelle Problematik des Antisemitismus dar und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach dem „neuen“ Antisemitismus.

A Definition und Theorie: In diesem Teil werden grundlegende Definitionen verschiedener Antisemitismusformen erarbeitet und die theoretischen Konzepte für die weitere Untersuchung aufgebaut.

2 Operationalisierung – Was ist Antisemitismus?: Dieses Kapitel differenziert zwischen klassischem, sekundärem Antisemitismus und Antizionismus, um das komplexe Konstrukt messbar zu machen.

3 Entstehung des Antisemitismus: Hier wird der historische Abriss der Judenfeindschaft von der mittelalterlichen Ausgrenzung bis zur Gegenwart skizziert.

4 Werner Bergmanns Theorie des „neuen“ Antisemitismus: Dieses Kapitel erläutert die vier zentralen Theorieansätze von Bergmann, wobei der Fokus auf der Gesellschaftstheorie liegt.

5 Zwischenfazit: Das Zwischenfazit fasst den theoretischen Fundus zusammen und leitet zur praktischen quantitativen Auswertung über.

B Die quantitative Analyse: Dieser Teil widmet sich der statistischen Untersuchung der Daten, inklusive Faktorenanalysen zur Operationalisierung der Konstrukte.

1 Die statistische Grundlage: Hier werden der GMF-Survey-Datensatz vorgestellt und die statistischen Verfahren zur Datenreduktion, insbesondere die Faktorenanalyse, beschrieben.

2 Die statistische Hypothesenprüfung: In diesem Kapitel werden fünf Forschungshypothesen mittels Korrelationsanalysen und Zusammenhangsmaßen empirisch geprüft.

3 Theorie und Praxis – Zusammenfassung und Auswertung: Dieses Kapitel verknüpft die empirischen Ergebnisse kritisch mit der theoretischen Grundlage von Werner Bergmann.

4 Kritik am Fragebogen: Hier werden methodische Aspekte und Limitationen des verwendeten telefonischen Interviews und des Fragebogens reflektiert.

5 Schlusswort: Das Schlusswort führt die Ergebnisse zusammen und bestätigt die These, dass der „neue“ Antisemitismus eng mit alten Vorurteilen verknüpft ist.

6 Bibliografie: Auflistung der im Forschungsbericht verwendeten Literatur und Quellen.

Schlüsselwörter

Antisemitismus, neuer Antisemitismus, Antizionismus, Israelkritik, Vorurteile, GMF-Survey, Faktorenanalyse, klassischer Antisemitismus, sekundärer Antisemitismus, statistische Auswertung, Sozialforschung, Nahostkonflikt, Stereotype, Judenfeindschaft, Korrelationsanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die aktuelle Israelkritik in Europa eine neue Form des Antisemitismus darstellt oder ob sie lediglich als Deckmantel für traditionelle antisemitische Vorurteile dient.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung des Antisemitismus, die theoretische Operationalisierung verschiedener Antisemitismus-Konstrukte und die quantitative Analyse von Einstellungsdaten.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist die empirische Überprüfung der Theorie des „neuen Antisemitismus“ von Werner Bergmann und der Nachweis eines Zusammenhangs zwischen moderner Israelkritik und alten antisemitischen Stereotypen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es werden quantitative sozialwissenschaftliche Methoden angewandt, insbesondere die explorative und konfirmatorische Faktorenanalyse sowie Korrelations- und Reliabilitätsanalysen auf Basis von Umfragedaten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen definiert, gefolgt von einer detaillierten statistischen Auswertung von Umfragedaten zur Validierung der theoretischen Konstrukte und zur anschließenden Hypothesenprüfung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Antisemitismus, Antizionismus, Faktorenanalyse, gesellschaftlicher Wandel, Vorurteilsstrukturen und die statistische Hypothesenprüfung.

Bestätigt die Studie die Theorie des „neuen“ Antisemitismus vollständig?

Die Studie bestätigt die Theorie teilweise: Es zeigt sich, dass der sogenannte „neue“ Antisemitismus nicht unabhängig existiert, sondern stark mit klassischen Vorurteilen verknüpft ist und diese lediglich mit neuen Inhalten (Israel-Thematik) überlagert.

Welche methodischen Einschränkungen werden kritisch reflektiert?

Kritisiert werden unter anderem die Beschränkungen standardisierter telefonischer Interviews, die keine qualitativen Vertiefungen zulassen, sowie mögliche Selektionsfehler und methodische Herausforderungen bei der Validität der Fragebogenskalen.

Final del extracto de 61 páginas  - subir

Detalles

Título
Antisemitismus - Neue Form oder historisch gewachsenes Vorurteil?
Universidad
Justus-Liebig-University Giessen  (Politik)
Calificación
1
Autor
Tatjana Belkina (Autor)
Año de publicación
2004
Páginas
61
No. de catálogo
V36514
ISBN (Ebook)
9783638361163
Idioma
Alemán
Etiqueta
Antisemitismus Neue Form Vorurteil
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Tatjana Belkina (Autor), 2004, Antisemitismus - Neue Form oder historisch gewachsenes Vorurteil?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36514
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