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Merkel und Steinbrück unter sich? Personalisierung der Berichterstattung zum Bundestagswahlkampf 2013

Titre: Merkel und Steinbrück unter sich? Personalisierung der Berichterstattung zum Bundestagswahlkampf 2013

Thèse de Bachelor , 2014 , 83 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Lisa Schrader (Auteur)

Médias / Communication - Journalisme
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Résumé Extrait Résumé des informations

Es waren die Themen, die Menschen und Medien im Wahlkampf bewegten: Die Kette in Deutschland-Farben, die die Kanzlerin Angela Merkel während des TV-Duells trug. Ihr selbst gebackener Streuselkuchen, mit dem sie auf ihrer Homepage für ihre Kandidatur warb. Die Vorliebe des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück für guten Wein. Seine Tränen, als seine Frau ihm während einer Wahlkampfveranstaltung ihr Vertrauen aussprach. Sein Mittelfinger, den er den Lesern des Magazins der Süddeutschen Zeitung in einem Interview ohne Worte zeigte.

Es ist der Charakter der Kanzlerkandidaten, es sind ihre Hobbys, ihre Familien, ihre Verfehlungen, die die Berichterstattung zum Bundestagswahlkampf 2013 dominierten. So ist zumindest der Eindruck. Doch bestätigt sich dieser Eindruck, wenn man die Wahlkampfberichterstattung genauer untersucht?

Dieser Frage soll die folgende Untersuchung nachgehen. Dazu sollen zunächst theoretische Erkenntnisse zusammengetragen werden. Unter welchen Umständen wird in der heutigen Zeit in Deutschland Wahlkampf gemacht? Welche Strategien verfolgen die Parteien, welcher Mittel bedienen sie sich, welche Regeln haben sie zu befolgen? Und besonders wichtig: Welche Bedeutung haben die Medien für die Politiker und Parteien im Wahlkampf? Anschließend soll der politische Journalismus näher betrachtet werden. Welche Aufgaben hat er, nach welchen Regeln funktioniert er, welche Rahmenbedingungen müssen berücksichtigt werden?
Untersuchungsgegenstand werden die vier Zeitungen Bild-Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung und die tageszeitung sein. Durch diese Auswahl soll es in der Analyse auch möglich sein, nicht nur generelle Tendenzen der Berichterstattung, sondern eventuell auch Unterschiede zwischen Qualitäts- und Boulevardzeitungen herauszustellen und Auswirkungen der politischen Leitlinien der einzelnen Blätter herauszuarbeiten.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wahlkampf im Wandel

2.1 Aktuelle Herausforderungen politischer Kommunikation

2.2 Wann ist eigentlich Wahlkampf?

2.3 Amerikanisierung/Modernisierung von Wahlkämpfen

2.3.1 Medialisierung

2.3.2 Professionalisierung

2.3.3 Themen- und Ereignismanagement

2.3.4 Personalisierung und Privatisierung

2.3.5 Negative Campaigning

3. Medien im Wahlkampf

3.1 Politische Funktionen der Massenmedien

3.1.1 Öffentlichkeit herstellen

3.1.2 Artikulationsfunktion

3.1.3 Politische Sozialisation und Bildung

3.1.4 Kritik und Kontrolle

3.2 Wandel in der Medienlandschaft: Ökonomisierung, Konzentration, Diversifizierung

3.3 Nachrichtenselektion

3.4 Forschungsstand: allgemeine Merkmale der Wahlkampfberichterstattung

3.5 Forschungsstand: Berichterstattung über Kanzlerkandidaten

3.5.1 Umfang der Berichterstattung

3.5.2 Privates in der Berichterstattung

3.5.3 Bewertung der Kandidaten

3.5.4 Visualisierung

4. Zeitgeschichtlicher Abriss: Der Bundestagswahlkampf 2013

5. Zwischenfazit

6. Forschungsfragen und Hypothesen

7. Untersuchungsdesign

7.1 Untersuchungsmethode

7.2 Untersuchungsgegenstand

7.3 Untersuchungszeitraum

7.4 Untersuchungseinheiten

7.5 Reliabilität und Validität

8. Auswertung

8.1 Auswahl der Untersuchungseinheiten

8.2 Allgemeine Ergebnisse

8.3 Hypothese H1

8.4 Hypothese H2

8.5 Hypothese H3

8.6 Hypothese H4

8.7 Hypothese H5

8.8 Hypothese H6

8.9 Hypothese H7

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Personalisierung der Berichterstattung deutscher Printmedien über den Bundestagswahlkampf 2013. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welche Bedeutung den Kanzlerkandidaten Angela Merkel und Peer Steinbrück in der Wahlkampfberichterstattung beigemessen wurde und inwieweit Aspekte wie Privatisierung und Bewertung durch die Medien eine Rolle spielten.

  • Personalisierung und Privatisierung politischer Kommunikation
  • Medienlogik und Nachrichtenselektion im Wahlkampf
  • Vergleichende Inhaltsanalyse von vier deutschen Tageszeitungen
  • Rolle der Kanzlerkandidaten gegenüber anderen politischen Akteuren
  • Bewertungstendenzen und politische Leitlinien der untersuchten Medien

Auszug aus dem Buch

3.5.2 Privates in der Berichterstattung

Die Konzentration der Medien auf private Themen, also Charaktereigenschaften, Hobbys oder die Familie der Kanzlerkandidaten, wird als eine spezielle Form der Personalisierung beschrieben:

„Die These einer allgemeinen Personalisierung nimmt an, dass die Präsenz von Politikern – insbesondere der Kanzlerkandidaten – im Medienbild der Kampagne zunimmt. Die These einer speziellen Personalisierung erwartet eine zunehmende Konzentration der Wahlberichterstattung auf rollenferne Kandidateneigenschaften.“ (Schulz 2011: 262)

Wilke und Reinemann entwarfen für ihre Studie fünf Kategorien, um zu erheben, welche Eigenschaften der Kandidaten in den Medien besonders im Fokus stehen: Sachkompetenz/Managerfähigkeit, Persönlichkeit, Auftreten/Äußeres, Verhältnis zu anderen Politikern sowie Grundhaltungen. Sie stellten fest, dass im Vorfeld der Wahlen 1949 bis 1998 die Dimensionen Sachkompetenz/Managerfähigkeit (im Durchschnitt 39 Prozent) und Persönlichkeit (im Durchschnitt 37 Prozent) besondere Aufmerksamkeit bekamen. Auftreten/Äußeres lag mit durchschnittlich elf Prozent weit hinter diesen Kategorien (vgl. Wilke/Reinemann 2000: 93 ff.).

Doch mit der Bundestagswahl 2002 gab es in diesem Bereich eine Trendwende. Der Anteil der Beiträge, die sich mit dem Äußeren und dem Auftreten der Kanzlerkandidaten beschäftigten, lag 2002 plötzlich bei 23 Prozent. Die Entwicklung bestätigte sich mit dem Wahlkampf 2005, dort ging es in 22 Prozent der Beiträge um Auftreten und Äußeres der Kandidaten (vgl. Wilke/Reinemann 2006: 322 ff.). In verschiedenen Publikationen (vgl. Ballensiefen 2009: 190) werden die TV-Duelle, die es auf Bundesebene im Jahr 2002 das erste Mal gab, als Auslöser für die zunehmende Beachtung der äußeren Merkmale der Kandidaten betrachtet:

„Die 2002 wesentlich durch die TV-Duelle induzierte Personalisierung setzt sich in der Presseberichterstattung auch ohne auslösendes Ereignis fort.“ (vgl. Wilke/Reinemann 2006: 322)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle von Persönlichkeitsmerkmalen der Kandidaten im Bundestagswahlkampf 2013 und stellt die zentrale Untersuchungsperspektive dar.

2. Wahlkampf im Wandel: Dieses Kapitel analysiert theoretische Hintergründe des modernen Wahlkampfs, einschließlich Strategien wie Medialisierung und Personalisierung.

3. Medien im Wahlkampf: Hier werden die Funktionen der Massenmedien, die Nachrichtenselektion sowie der aktuelle Forschungsstand zur Wahlkampfberichterstattung dargelegt.

4. Zeitgeschichtlicher Abriss: Der Bundestagswahlkampf 2013: Es werden die zentralen Eckpunkte des Wahlkampfes 2013, insbesondere die Kanzlerkandidaten betreffend, zusammengefasst.

5. Zwischenfazit: Das Zwischenfazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zur wechselseitigen Abhängigkeit von Politik und Medien zusammen.

6. Forschungsfragen und Hypothesen: Dieses Kapitel leitet aus der Theorie die konkreten Forschungsfragen sowie sieben prüfbare Hypothesen ab.

7. Untersuchungsdesign: Es wird der methodische Aufbau der quantitativen Inhaltsanalyse sowie die Auswahl der Zeitungen und Artikel beschrieben.

8. Auswertung: Hier werden die Ergebnisse der Analyse dargestellt und die aufgestellten Hypothesen auf Basis der Daten überprüft.

9. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Bestätigung bzw. Widerlegung der Hypothesen im Kontext der gesamten Arbeit.

Schlüsselwörter

Personalisierung, Bundestagswahlkampf 2013, Kanzlerkandidaten, Medienlogik, Inhaltsanalyse, Printmedien, Wahlkampfberichterstattung, Angela Merkel, Peer Steinbrück, Nachrichtenfaktoren, Boulevardisierung, Politikvermittlung, journalistische Distanz, Privatisierung, Themenmanagement

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Berichterstattung deutscher Printmedien über den Bundestagswahlkampf 2013 mit einem besonderen Fokus auf die Personalisierung der Kanzlerkandidaten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind der Wandel des Wahlkampfes, die Medialisierung politischer Kommunikation, die Bedeutung der Nachrichtenselektion sowie der Einfluss privater Aspekte auf die Berichterstattung über Politiker.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, welche Bedeutung Kanzlerkandidaten in der Berichterstattung der Printmedien einnehmen und ob sich Tendenzen zur Personalisierung und Privatisierung empirisch bestätigen lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quantitative Medieninhaltsanalyse durchgeführt, bei der 165 Artikel aus vier verschiedenen Tageszeitungen codiert und ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, einen historischen Abriss zum Wahlkampf 2013 sowie eine detaillierte Auswertung der erhobenen Daten in Bezug auf sieben formulierte Hypothesen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Personalisierung, Kanzlerkandidaten, Nachrichtenfaktoren, Medienlogik und eine vergleichende Analyse von Qualitäts- und Boulevardmedien.

Gibt es einen nachweisbaren „Kanzlerbonus“ in der Berichterstattung?

Die Untersuchung zeigt, dass der Amtsinhaberin Angela Merkel kein signifikanter Bonus in der Berichterstattung gegenüber ihrem Herausforderer zugesprochen werden kann; vielmehr zeigt sich eine relative Ausgewogenheit der Nennungen.

Wie bewerten die Zeitungen die Kandidaten?

Die Auswertung ergab, dass die Kanzlerkandidaten in den untersuchten Beiträgen häufiger negativ als positiv bewertet wurden, wobei positive Bewertungen selten waren und meist mit kritischen Aspekten kombiniert auftraten.

Wie wirkt sich die Bild-Zeitung als Boulevardblatt auf das Ergebnis aus?

Die Studie konnte die Hypothese, dass die Bild-Zeitung sich stärker auf private Themen konzentriert, aufgrund der geringen Anzahl an codierten Beiträgen in diesem Medium nicht abschließend bestätigen, ordnet sie jedoch in den breiteren Kontext ein.

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Résumé des informations

Titre
Merkel und Steinbrück unter sich? Personalisierung der Berichterstattung zum Bundestagswahlkampf 2013
Université
University of Dortmund
Note
2,3
Auteur
Lisa Schrader (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
83
N° de catalogue
V365720
ISBN (ebook)
9783668446977
ISBN (Livre)
9783668446984
Langue
allemand
mots-clé
Angela Merkel Peer Steinbrück Kommunikation Politik Bundestagswahl Wahlkampf Personalisierung Amerikanisierung Negative Campaigning Medialisierung Massenmedien Berichterstattung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Lisa Schrader (Auteur), 2014, Merkel und Steinbrück unter sich? Personalisierung der Berichterstattung zum Bundestagswahlkampf 2013, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/365720
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