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Ist die Bundesrepublik Deutschland eine Kanzlerdemokratie?

Title: Ist die Bundesrepublik Deutschland eine Kanzlerdemokratie?

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nermin Gündüz (Author)

Politics - Basics and General
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Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland schreibt eine demokratische Staatsverfassung vor. Das bedeutet: eine Demokratie mit parlamentarischem Regierungssystem. Die Regierung soll vom Parlament gesteuert werden und nicht vom Oberhaupt des Staates. Dies war die Leitidee bei der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Somit sollte sich die Demokratie der Bundesrepublik Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg klar von der Demokratie der Weimarer Republik unterscheiden.

Des Weiteren sieht das Grundgesetz einen starken Bundeskanzler und einen schwächeren Bundespräsidenten als Staatsoberhaupte vor. Somit wurde mit der Regierung des ersten Bundeskanzlers, Konrad Adenauer in den 1950er, der Begriff der „Kanzlerdemokratie“ geboren. Im Rahmen dieser Hausarbeit beschäftige ich mich mit der Fragestellung, ob die Bundesrepublik Deutschland als eine Kanzlerdemokratie zu definieren ist. Hat der Bundeskanzler wirklich eine herausgehobene Position oder ist er nur ein Teil der politischen Prozesse, wie andere Akteure auch? Die Diskussion über die Machtverhältnisse im Bundestag ist gegenwärtig. Vor allem ist hierbei die Stellung des Regierungschefs, also die des Bundeskanzlers, gemeint.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserläuterung „Kanzlerdemokratie“

3. Strukturprinzipien der Exekutive auf Bundesebene

3.1 Der Bundeskanzler

3.2 Die Bundesminister

3.3 Das Bundeskabinett

4. Grundlagen der Organisationsprinzipien der Regierung

4.1 Das Kanzlerprinzip

4.2 Das Ressortprinzip

4.3 Das Kabinettsprinzip

5. Gegenüberstellung der Organisationsprinzipien

6. Merkmale der Kanzlerdemokratie nach Karlheinz Niclauß

6.1 Politische Führungskraft des Bundeskanzlers

6.2 Das persönliche Prestige des Bundeskanzlers

6.3 Führung der Regierungspartei

6.4 Gegensatz zwischen Regierungslager und Opposition

6.5 Der Bundeskanzler als Außenminister

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Fragestellung, ob die Bundesrepublik Deutschland als eine Kanzlerdemokratie zu definieren ist. Dabei wird analysiert, ob der Bundeskanzler tatsächlich eine herausgehobene Machtposition einnimmt oder lediglich ein Akteur innerhalb komplexer politischer Prozesse ist.

  • Strukturprinzipien der deutschen Exekutive auf Bundesebene
  • Die verfassungsrechtlichen Organisationsprinzipien: Kanzler-, Ressort- und Kabinettsprinzip
  • Analyse der Richtlinienkompetenz und deren Bindungswirkung
  • Charakterisierung der Kanzlerdemokratie nach Karlheinz Niclauß
  • Einfluss von Persönlichkeit und politischen Konstellationen auf die Regierungsführung

Auszug aus dem Buch

4.1 Das Kanzlerprinzip

Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland wird dem Bundeskanzler eine herausgehobene Stellung innerhalb der Bundesregierung und somit dem gesamten parlamentarischen Regierungssystem zugewiesen. Der Artikel 65 GG, der die Kompetenzverteilung innerhalb der Bundesregierung regelt, legt fest: „Der Bundeskanzler bestimmt die Richtlinien der Politik und trägt dafür die Verantwortung. (...) Der Bundeskanzler leitet ihre Geschäfte (der Bundesregierung, Verf.) nach einer (...) Geschäftsordnung.“ Dem Bundeskanzler wird also im Grundgesetz eine „Führungsrolle“ bei der Regierungstätigkeit erteilt, die im wesentlichen durch die Richtlinienkompetenz, die Organisationsgewalt der Regierung und die Gesamtleitung der Geschäfte definiert wird.

Die wohl wichtigste Kompetenz des Bundeskanzlers, die auch das Prinzip seiner verfassungsrechtlichen Stellung darstellt, ist die Richtlinienkompetenz. Die Formulierung im Grundgesetz sagt dazu, wie oben bereits aufgeführt, lediglich, dass der Kanzler die Richtlinien der Politik bestimme. Obwohl der vom Grundgesetz verwendete Begriff bereits in der Weimarer Reichsverfassung verwendet wurde, lässt das Wort „Richtlinie“ geradezu Definitionsspielraum, ist doch die Formulierung eher unklar. Sinnvoll ist es, den Begriff als Richtungsvorgabe an die zu gestaltende Gesamtpolitik zu fassen, damit seiner inhaltlichen Offenheit Rechnung getragen werden kann. Richtlinien der Politik sind also das Grundsätzliche, das Prinzipielle oder Allgemeine, das der Kanzler mit seiner Führungsbefugnis festlegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob das Regierungssystem der Bundesrepublik Deutschland als Kanzlerdemokratie bezeichnet werden kann.

2. Begriffserläuterung „Kanzlerdemokratie“: Dieses Kapitel erläutert den politisch-journalistischen Ursprung sowie die wissenschaftliche Bedeutung des Begriffs „Kanzlerdemokratie“.

3. Strukturprinzipien der Exekutive auf Bundesebene: Hier werden die Rollen des Bundeskanzlers, der Minister und des Kabinetts sowie deren Wahl und grundlegende Aufgaben skizziert.

4. Grundlagen der Organisationsprinzipien der Regierung: Dieses Kapitel analysiert das Kanzler-, Ressort- und Kabinettsprinzip als die verfassungsrechtlichen Säulen der Regierungsarbeit.

5. Gegenüberstellung der Organisationsprinzipien: Es erfolgt eine Kontrastierung der Prinzipien, insbesondere im Hinblick auf die interne und externe Bindungswirkung der Richtlinienkompetenz.

6. Merkmale der Kanzlerdemokratie nach Karlheinz Niclauß: Das Kapitel definiert fünf zentrale Merkmale, die laut Niclauß eine Kanzlerdemokratie kennzeichnen.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Kanzlerdemokratie stark von der Persönlichkeit des Amtsinhabers abhängig ist.

Schlüsselwörter

Kanzlerdemokratie, Bundeskanzler, Grundgesetz, Richtlinienkompetenz, Kanzlerprinzip, Ressortprinzip, Kabinettsprinzip, Regierungssystem, Exekutive, Karlheinz Niclauß, Regierungsführung, Politische Macht, Bundesminister, Kabinett, Gewaltenteilung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Regierungssystem der Bundesrepublik Deutschland unter der spezifischen Fragestellung, inwieweit das Modell der „Kanzlerdemokratie“ zutreffend ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die verfassungsrechtlichen Strukturprinzipien der Exekutive, die Machtbefugnisse des Bundeskanzlers und deren theoretische Einordnung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu klären, ob der Bundeskanzler eine herausgehobene Stellung besitzt, die den Begriff „Kanzlerdemokratie“ rechtfertigt, oder ob er primär durch politische Prozesse gebunden ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Literaturanalyse, um die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen und die Merkmale nach Karlheinz Niclauß zu systematisieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Begriffs, die Vorstellung der drei Organisationsprinzipien (Kanzler-, Ressort-, Kabinettsprinzip) und eine detaillierte Analyse der fünf Merkmale der Kanzlerdemokratie.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben dem zentralen Begriff der Kanzlerdemokratie sind die Richtlinienkompetenz, das Kanzlerprinzip sowie die Rolle der Persönlichkeit des Regierungschefs prägend.

Wie schränkt das Ressortprinzip die Macht des Kanzlers ein?

Das Ressortprinzip gewährt den Ministern eine eigenständige Leitung ihrer Geschäftsbereiche, wodurch der Kanzler daran gehindert wird, direkt in ministerielle Personal- oder Organisationsentscheidungen einzugreifen.

Warum ist das Fazit der Arbeit eher differenziert statt absolut?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass eine Kanzlerdemokratie nicht starr existiert, sondern maßgeblich von der Persönlichkeit des jeweiligen Kanzlers und den aktuellen politischen Mehrheitsverhältnissen abhängt.

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Details

Title
Ist die Bundesrepublik Deutschland eine Kanzlerdemokratie?
College
University of Duisburg-Essen  (Politik)
Grade
1,7
Author
Nermin Gündüz (Author)
Publication Year
2011
Pages
17
Catalog Number
V367035
ISBN (eBook)
9783668456976
ISBN (Book)
9783668456983
Language
German
Tags
Bundeskanzler Bundespräsident Kanzlerdemokratie Politisches System Bundesrepublik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nermin Gündüz (Author), 2011, Ist die Bundesrepublik Deutschland eine Kanzlerdemokratie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367035
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