Bildung und Erziehung als gesellschaftliche Aufgabe. Erzieherverhalten und Erziehungsstile (Unterrichtsentwurf PPS, Jgst. 12)


Unterrichtsentwurf, 2017
13 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Analyse des Bedingungsfeldes
1.1 Struktur der Klasse
1.2 Voraussetzungen der Lerngruppe
1.3 Situative Rahmenbedingungen
1.4 Situation der Studienreferentin

2. Didaktisch – methodische Konzeption
2.1 Beschreibung und Legitimation der Makrosequenz
2.2 Intention der Unterrichtsstunde
2.2 Entscheidung zu Auswahl und Reduktion der Lerninhalte
2.3 Entscheidung zur Methodik und Medieneinsatz
2.4 Kompetenzzuwachs und Ziele der Stunde

3. Unterrichtsverlauf

Anhang
1. Literaturverzeichnis
2. Internetquellen
3. Arbeitsauftrag

1. Analyse des Bedingungsfeldes

Folgendes ist der Unterrichtsentwurf einer Schulstunde für das Unterrichtsfach Pädagogik/Psychologie (PPS) im Beruflichen Gymnasium „Gesundheit und Soziales“. Gemäß den curricularen Vorgaben wird einer Schulklasse der Kursstufe 12 mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik das Lerngebiet 7 „Bildung und Erziehung als gesellschaftliche Aufgabe bewerten“ nähergebracht. Die geplante Unterrichtsstunde zum Thema „Erziehungsstile nach Kurt Lewin“ ist in eine Verlaufsplanung von mehreren Unterrichtseinheiten über „Erzieherverhalten und Erziehungsstile“ einzuordnen. Nach Erarbeitung eines theoretischen Wissenstand zur Thematik bei den Schüler*innen sollen diese „Bildung und Erziehung als gesellschaftliche Aufgabe [erkennen] und […] die Funktion verschiedener pädagogischer Institutionen [unterscheiden]“[1].

1.1 Struktur der Klasse

Die durchzuführende Unterrichtseinheit findet in einem Pädagogik/Psychologie-Kurs (PPS) der Jahrgangsstufe 12 statt. Regulär besteht der Kurs aus 21 weiblichen und sechs männlichen Teilnehmer*innen, es vertreten also deutlich mehr Schülerinnen als Schüler die Lerngruppe. Die Schüler*innen besuchen das Berufliche Gymnasium seit Beginn der Jahrgangstufe 11, in welcher im Klassensystem unterrichtet wurde, zusammen, und wurden zu Beginn der Jahrgangsstufe 12 in neuer Konstellation in Kurse aufgeteilt. Somit ist die Bekanntschaft unter allen Klassenkamerad*innen gegeben. Die Schüler*innen sind zwischen 16 und 18 Jahren alt.

1.2 Voraussetzungen der Lerngruppe

Die Schüler*innen kennen und verstehen sich weniger bis gut untereinander. Vier Schüler*innen haben einen russischen Migrationshintergrund, der jedoch bisher keinen Störfaktor für den Unterricht darstellte. An der Sitzordnung sind deutlich Freundeskreise unter den Schüler*innen zu erkennen, in welchen jeweils unterschiedliche Arbeitshaltungen vorherrschen. Das Leistungsniveau der gesamten Lerngruppe ist im Vergleich zu Schulklassen derselben Jahrgangs- bzw. Altersstufe als durchschnittlich bis gut einzustufen. Die Leistungsbereitschaft im Bezug auf mündliche Beiträge zeigt gerade bei den männlichen Teilnehmern wenig Bemühungen, obgleich hier gute schriftliche Beiträge geleistet werden. Bei den weiblichen Schüler*innen ist eine deutliche Kleingruppen-Konstellation zu erkennen, wobei sich die auffällig leistungsstarken, bemühten Schülerinnen von den weniger bemühten Schülerinnen abgrenzen. Generell kann die Atmosphäre in der Klasse als positiv ausgelegt werden. Schüler*innen, die sich wenig beteiligen weisen dabei kaum ein Störverhalten auf, die Aussagen von Mitschüler*innen werden respektiert und kaum negativ kommentiert. Die PPS-Lehrkraft wird von der Schulklasse ebenfalls respektiert und sorgt durch ihre Unterrichtsgestaltung und einen offenen Umgang mit den Schüler*innen für ein Miteinander auf Augenhöhe ohne gegenseitigen Respekt zu verlieren. Die anzuwendenden Sozialformen von Frontalunterricht und Gruppenarbeiten sowie Diskussionsrunden wurden in vorausgegangenen Unterrichtsstunden mit den Schüler*innen erarbeitet und erprobt und sollten demnach bekannt und ohne Probleme umsetzbar sein.

1.3 Situative Rahmenbedingungen

Der PPS-Unterricht findet zweimal wöchentlich in Doppelstunden á 90 Minuten statt. Geplante Unterrichtseinheit ist für einen Dienstag in der dritten und vierten Schulstunde (09:45 – 11:15 Uhr) angesetzt. Der Unterricht findet dabei in dem Für den Kurs üblichen Unterrichtsraum statt, der mit genügend Stühlen und Tischen für alle Schüler*innen ausgestattet ist. Eine Tafel, ein Tageslichtprojektor (OHP) sowie ein Beamer halten die Möglichkeit verschiedener Präsentationsformen offen. Der Raum ist mit großen Fenstern und einer Heizung ausgestattet, sodass durch Licht und Wärme eine angenehme Arbeitsatmosphäre geschaffen werden kann. Im Laufe der Unterrichts ist kein Raumwechsel vorgesehen, Pausen finden jeweils vor und nach der Doppelstunde statt.

1.4 Situation der Studienreferentin

Die Unterrichtseinheit wird von der zuständigen PPS-Lehrkraft durchgeführt. Der Kurs ist mit der Lehrkraft seit Beginn der Jahrgangsstufe 12 vertraut, einige wurden von ihr schon in der vorigen elften Stufe unterrichtet. Somit ist die Klassenatmosphäre bestimmt durch eine über die Monate gewonnene Vertrautheit untereinander.

2. Didaktisch – methodische Konzeption

Damit das Lehren und Lernen in Bildungseinrichtungen nicht einer Willkür unterliegt, gibt es Didaktiken, die dem Unterricht eine Theorie zugrunde legen. Der Lehrplan wird dabei nach einem vorgegebenen Muster analysiert und geplant. Die kritisch-kommunikative Didaktik stellt dabei die Begriffe der Kritik und der Kommunikation in den Vordergrund. Kommunikativ deshalb, als dass ein Unterricht immer einen kommunikativen Prozess zwischen Schüler*innen und Lehrkräften darstellt. Kritisch soll die Didaktik sein, da sie „vorhandene Wirklichkeiten, die Ist-Werte unserer Gesellschaft, eben nicht unkritisch akzeptiert, sondern – soweit die Schule das überhaupt kann – permanent zu verbessern trachtet“[2]. Die Schüler*innen sollen im Laufe ihrer Bildung dazu motiviert werden, die Lerninhalte und auch alle außerschulischen Begegnungen kritisch zu hinterfragen, zu überdenken und nach alternativen Denkansätzen zu suchen. Um die Schülerschaft schon in der Schule auf das weiterführende Leben nach dem Abschluss angemessen vorzubereiten erscheint es sinnvoll, eine solche Didaktik anzuwenden, da schon in der universitären Weiterbildung das Hinterfragen von Sachverhalten wichtiger Handlungsansatz sein wird. Dem geplanten Unterrichtsverlauf liegt somit als Didaktik eine „Theorie des schulischen Lehrens und Lernens als kommunikativer Prozess mit dem Ziel, vorhandene Wirklichkeiten kritisch zu reflektieren und sie in anspruchsvollere Möglichkeiten zu transformieren“[3], zugrunde.

2.1 Beschreibung und Legitimation der Makrosequenz

Für das Lerngebiet 7 „Bildung und Erziehung als gesellschaftliche Aufgaben bewerten“ sind insgesamt etwa 35 Unterrichtsstunden vorgesehen.[4] Vorausgegangen sind geplanter Unterrichtsstunde schon die Themen „Erziehung aus lerntheoretischer Sicht“ sowie „Ziele in der Erziehung“. Die Schüler*innen können somit bereits Lerntheorien beschreiben und auf Fallbeispiele anwenden wie auch Erziehungsziele formulieren und Risiken dieser einschätzen. Folgende Makrosequenz beginnt mit dem Übergang in das Thema „Erzieherverhalten und Erziehungsstile“. Orientiert wird sich bei der Aufgabenstellung an dem Lehrbuch „Pädagogik“[5], welches den Schüler*innen vorliegt.

Ziel des Unterrichtsverlaufs ist, dass die Schüler*innen „Erziehung als gesellschaftliche Aufgabe [erkennen] und […] die Funktion verschiedener pädagogischer Institutionen [unterscheiden]“[6]. Die in der Makrosequenz geplanten acht Unterrichtsstunden ermöglichen eine intensive Bearbeitung der Thematik und die Verknüpfung von miteinander in Verbindung stehenden Aspekten. Durch den interaktiven Austausch in Gruppenarbeiten und Plenumsdiskussionen wird der Blickwinkel der Schüler*innen erweitert und die Sozialkompetenz wie Empathie sowie die Eigeninitiative gestärkt. Der kritisch-kommunikative Ansatz für die Unterrichtsgestaltung soll die Schüler*innen dazu verhelfen gewohntes sowie neu erworbenes Wissen zu hinterfragen, eigene Denkweisen zu ändern und sich verschiedene Einstellungen zu Themen offen zu halten.

Gleichzeitig entwickeln die Schüler*innen ihre Medienkompetenz durch die Anwendung unterschiedlicher Methoden weiter. Der Lernweg der Schüler*innen ist aufgebaut nach der Think-Pair-Share Methode. Hierbei werden zunächst in Einzelarbeit neue Inhalte aufgenommen und verstanden (Think), schließlich in Partner- oder Gruppenarbeit besprochen und das Verständnis dabei überprüft (Pair) und anschließend werden die gesammelten Ergebnisse in Gruppen oder dem Plenum vorgestellt (Share).[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Intention der Unterrichtsstunde

Das Thema „Erzieherverhalten und Erziehungsstile“ ist ein Unterthema des Lerngebiets 7 „Bildung und Erziehung als gesellschaftliche Aufgabe bewerten“ und somit durch die Rahmenrichtlinien für das Fach PPS im Fachgymnasium - Gesundheit und Soziales - Schwerpunkt Sozialpädagogik vorgegeben. Es stellt gleichzeitig einen unabdingbaren Bestandteil der abschließenden Prüfung zum Erreichen der allgemeinen Hochschulreife für die Schüler*innen dar.

Die Schülerschaft soll beim Thema Erziehung bzw, Erziehungsstile wie bei vielen Schulthemen die Lerninhalte auf das eigene außerschulische Leben übertragen und Erkenntnisse für die eigene Person mitnehmen. Die Schüler*innen werden durch die kritische Betrachtung von Erziehungsstilen für diese sensibilisiert und gewinnen neben dem theoretischen Wissen eine Vorstellung über das eigene erfahrene Erzieherverhalten seitens der Eltern sowie über die spätere eigene Anwendung von Erziehungsstilen im Alltag oder Berufsleben. Die Thematik „Erziehung“ soll im Besonderen die Sozialkompetenz der Schüler*innen stärken und das jeweilige Einfühlungsvermögen und die Toleranz für unterschiedliche Meinungen und Herangehensweisen an bestimmte Themen unterstützen.

2.2 Entscheidung zu Auswahl und Reduktion der Lerninhalte

Die geplante Unterrichtsstunde stützt sich inhaltlich auf das typologische Konzept der Erziehungsstilforschung nach Kurt Lewin. Er unterscheidet bei Führungsstilen unter autoritären, demokratischen und laissez-fairen Verhaltensweisen und führte zu dieser Theorie Experimente durch. Die Schüler*innen setzen sich im Unterricht mit den Experimenten nach Lewin auseinander und erarbeiten daraufhin eine Zuordnung von Merkmalen und Führungsstil. Durch intensiven Austausch untereinander können die gewonnenen Erkenntnisse schließlich kritisch reflektiert werden. Dabei sollen die Schüler*innen auch auf eigene Erfahrungen zurückgreifen um den Praxisbezug der Thematik zu erkennen.

2.3 Entscheidung zur Methodik und Medieneinsatz

In geplanter Unterrichtseinheit befinden wir uns in der zweiten Hälfte einer Doppelstunde. Aus erster Hälfte nehmen die Schüler*innen Arbeitsblätter mit, welche als Grundlage für folgende Arbeitsaufträge genutzt werden können. Zunächst wird eine Gruppenarbeitsphase eingeleitet, in welcher die Schüler*innen Gruppentische bilden. Die Möglichkeiten der Visualisierung der Ergebnisse der Gruppen wird durch die Lehrkraft kurz aufgezeigt, sollten den Schüler*innen aus vorherigen Schulstunden jedoch bereits vertraut sein. Schließlich werden Flipchart-Plakate und Stifte von der Lehrkraft zur Verfügung gestellt und die Schüler*innen werden in einen intensiven Austausch über die kritische Betrachtung des Themas entlassen. Der Austausch in Gruppen soll bei den Schüler*innen ein Bewusstsein über unterschiedliche Denkweisen und Herangehensweisen schaffen und sie dafür sensibilisieren, andere Meinungen anzuerkennen und offen für Anregungen zu sein. Für die anschließende Präsentation der Ergebnisse stehen die Tafel und Magnete bereit.

[...]


[1] MK Nds. (2006): 17

[2] Winkel (2011): 94

[3] Ebd.: 95

[4] MK Nds. (2006): 17

[5] Hobmair (2008): Pädagogik

[6] MK Nds. (2006): 17

[7] Vgl. bpb (2012)

[8] SuS = Schüler*innen

[9] MK = Methodenkompetenz

[10] LSG= Lehrer*innen – Schüler*innen - Gespräch

[11] SK = Sozialkompetenz

[12] SG = Schüler*innengespräch

[13] PK= Personale Kompetenz/ Selbstlernkompetenz

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Bildung und Erziehung als gesellschaftliche Aufgabe. Erzieherverhalten und Erziehungsstile (Unterrichtsentwurf PPS, Jgst. 12)
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Veranstaltung
Lern-Lehrprozesse und sozialdidaktische Theorien
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
13
Katalognummer
V368338
ISBN (eBook)
9783668469112
ISBN (Buch)
9783668469129
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bildung, erziehung, aufgabe, erzieherverhalten, erziehungsstile, unterrichtsentwurf, jgst
Arbeit zitieren
Luisa Wittenbrink (Autor), 2017, Bildung und Erziehung als gesellschaftliche Aufgabe. Erzieherverhalten und Erziehungsstile (Unterrichtsentwurf PPS, Jgst. 12), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368338

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