Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Didactique - Théologie, Pédagogie de Religion

Wundergeschichten im Religionsunterricht der Grundschule. Eine theologische und didaktische Annäherung

Titre: Wundergeschichten im Religionsunterricht der Grundschule. Eine theologische und didaktische Annäherung

Thèse de Bachelor , 2009 , 42 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Lucas Brannach (Auteur)

Didactique - Théologie, Pédagogie de Religion
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Die Schwierigkeit, an der sich entfaltenden Wirkung von Wundergeschichten tatsächlich Anteil zu nehmen, liegt nicht nur in ihrer historischen und theologischen Einbettung, sondern auch im metaphorischen Deuten ihrer tatsächlichen Aussageabsicht. Gerade hier baut sich in jungen Jahren ein Verstehenskonflikt auf. Werner H. Ritter fragt in seinem gleichnamigen Aufsatz „Kommen Wunder für Kinder zu früh?“ und trifft damit den Nerv einer Jahrzehnte andauernden Diskussion. Eine Vielzahl von Religionspädagogen sah sich mit eben dieser Frage konfrontiert. Sind Schüler im Grundschulalter bereits fähig, an Wundergeschichten zu partizipieren, ohne in ihnen Fehldeutungen zu sehen, die im weiteren Verlauf ihrer religiösen Entwicklung dazu führen könnten, den eigenen Glauben vollständig zu erschüttern? Ich möchte dieser Frage in meiner Arbeit nachgehen und auch für mich selbst nach Antworten suchen.

Zu Beginn werde ich darauf eingehen, welche Rolle unterschiedliche Weltbilder im Hinblick auf das Verstehen von Wundergeschichten einnehmen und inwieweit der oben bereits angesprochene zeitliche Abstand zwischen Autor und gegenwärtigem Leser beeinflussend auf deren Rezeption wirkt. Daran anschließend wähle ich einen engeren Rahmen und widme mich so den neutestamentlichen Wunderüberlieferungen. Dabei beziehe ich mich auf deren terminologische und formale Aspekte sowie dem an ihnen vollzogenen hermeneutischen Wandel.

In einem dritten Teil zeichne ich einen Grundriss soziokultureller und anthropogener Voraussetzungen von Schülern der Grundschule auf. Neben religiöser Sozialisation und Einblicken in Entwicklungstheorien wird auf das Theologisieren mit Kindern einzugehen sein. Die oben erwähnte Diskussion über das Für und Wider im Gebrauch von Wundergeschichten im Primarbereich bildet den vierten Teil. Folgend äußere ich mich zur Bedeutung dieser im Grundschulalter, um darauf aufbauend noch einige didaktische Überlegungen zum Einsatz innerhalb der Grundschule zu skizzieren. Im Abschluss meiner theologischen und didaktischen Annäherung werfe ich einen Blick auf den aktuellen sächsischen Lehrplan für Evangelische Religion und überprüfe die Einbettung des vorher Erfassten.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der garstige Graben der Geschichte

3. Wunder aus theologischer Perspektive

3.1 Zur Terminologie der 'Zeichentaten' Jesu im Neuen Testament

3.2 Überlieferungsgeschichtliche Gesetzmäßigkeiten

3.3 Formale Aspekte neutestamentlicher Wundergeschichten

3.4 Der hermeneutische Wandel und das Wirklichkeitsverständnis von Wundergeschichten

4. Ein Grundriss soziokultureller und anthropogener Voraussetzungen von Schülern der Grundschule

4.1 Die religiöse Sozialisation des Kindes

4.2 Einblicke in kognitive und religiöse Entwicklungstheorien

4.2.1 Die kognitionspsychologische Entwicklung nach Jean Piaget

4.2.2 Die Entwicklung der religiösen Urteilsbildung nach Fritz Oser und Paul Gmünder

4.2.3 Die Stufentheorie der Glaubensentwicklung von James W. Fowler

4.2.4 Kritische Anmerkungen

4.3 Die Kindertheologie - Theologisieren mit Kindern

5. Ein Für und Wider im Gebrauch von Wundergeschichten im Primarbereich

6. Die Bedeutung von Wundergeschichten im Grundschulalter

6.1 Im Sinne von Hoffnungsgeschichten

6.2 Begrenzungsüberwindungen - Wundergeschichten vs. säkulare Heilsmythen

6.3 Wunder als Überlieferung des Glaubens

7. Didaktische Überlegungen zur Vermittlung der Zeichentaten Jesu innerhalb der Grundschulzeit

8. Wundergeschichten im sächsischen Lehrplan der Grundschule

9. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogische und theologische Relevanz von Wundergeschichten im Religionsunterricht der Grundschule. Angesichts einer modernen, rational geprägten Welt, in der Kinder dennoch mit persönlichen Krisen und Ängsten konfrontiert sind, wird erforscht, inwieweit diese Erzählungen als hoffnungsstiftende Lebenshilfen dienen können, ohne dabei ein vorwissenschaftliches, naives Wunderverständnis zu zementieren.

  • Theologische und historische Einordnung neutestamentlicher Wundertaten.
  • Entwicklungspsychologische Voraussetzungen und religiöse Sozialisation von Grundschulkindern.
  • Die kontroverse Fachdiskussion zum Einsatz von Wundergeschichten im Primarbereich.
  • Möglichkeiten eines didaktisch verantworteten "Theologisierens mit Kindern".
  • Analyse der Einbettung von Wundererzählungen im sächsischen Lehrplan für Evangelische Religion.

Auszug aus dem Buch

3.3 Formale Aspekte neutestamentlicher Wundergeschichten

Innerhalb der Forschung existiert ein breites Spektrum an gattungsspezifischen Einordnungen neutestamentlicher Wundergeschichten. Pionierarbeit auf diesem Gebiet leisteten RUDOLF BULTMANN und MARTIN DIBELIUS. Wobei BULTMANN grob zwischen Heilungs- und Naturwundern unterschied und DIBELIUS die Einordnung zwischen Paradigmen und Novellen vornahm.32

Ich möchte mich im weiteren Verlauf auf die allgemein anerkannte Formbestimmung durch GERD THEIßEN stützen. Er konnte durch präzise Analyse der Themen und Motive eine kristallisierte Strukturmatrix entwickeln, die alle Gesichtspunkte beinhaltet. Hierbei geht er auf das Inventar der Themen, ihre Komposition und ihr gehaltreiches Feld ein. In diesem Rahmen untergliedert er das Feld der Themen wiederum in die auftretenden Personenkonstellationen (Dämon, Kranker, Wundertäter, Jünger, Menge und Gegner), die Objektbereiche (personenorientiert bzw. sachorientiert), die Perspektiven (dämonische, menschliche und göttliche) und die Grenzüberschreitungen als zentrales Thema der Wundergeschichten, in Bedrohung/Unterwerfung, Mangel/Schenken von Kraft bzw. Gaben und Verschlossenheit/Offenbarung.33 „Das formgeschichtliche Feld der Wunderthemen und -motive zeigt uns Ausschnitte aus der Struktur einer vergangenen, mythischen Sinnwelt, die eine erstaunliche Logik aufweist. Ihre literarischen Formen sind geronnene Akte, in denen die Wirklichkeit geordnet und gedeutet wird.“34

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Verstehenskonflikt von Kindern zwischen rationaler Alltagswelt und biblischen Wundererzählungen.

2. Der garstige Graben der Geschichte: Es wird die Differenz zwischen dem antiken, in ein göttliches Weltbild eingebetteten Wunderverständnis und der modernen, naturwissenschaftlich geprägten Sichtweise dargelegt.

3. Wunder aus theologischer Perspektive: Das Kapitel analysiert die neutestamentliche Terminologie sowie die formgeschichtlichen und hermeneutischen Aspekte der Wunderüberlieferungen.

4. Ein Grundriss soziokultureller und anthropogener Voraussetzungen von Schülern der Grundschule: Hier werden entwicklungspsychologische Stufenmodelle (Piaget, Fowler, Oser/Gmünder) auf ihre Bedeutung für das kindliche Glaubensverständnis hin untersucht.

5. Ein Für und Wider im Gebrauch von Wundergeschichten im Primarbereich: Diese Sektion zeichnet die religionspädagogische Kontroverse nach, ob und ab welchem Alter biblische Wundergeschichten sinnvoll thematisiert werden sollten.

6. Die Bedeutung von Wundergeschichten im Grundschulalter: Es wird erörtert, wie Wunder als Hoffnungsgeschichten und Mittel zur Begrenzungsüberwindung zur Bewältigung kindlicher Lebenserfahrungen beitragen können.

7. Didaktische Überlegungen zur Vermittlung der Zeichentaten Jesu innerhalb der Grundschulzeit: Der Autor skizziert methodische Ansätze, um Kinder als religiöse Subjekte ernst zu nehmen und ein metaphorisches Bibelverständnis anzubahnen.

8. Wundergeschichten im sächsischen Lehrplan der Grundschule: Abschließend erfolgt eine Überprüfung der unterrichtspraktischen Einbettung der Thematik in den sächsischen Lehrplan für Evangelische Religion.

9. Ausblick: Der Autor bekräftigt die Notwendigkeit, Wundergeschichten als existenzielle Chance zu begreifen, insbesondere im Umgang mit Leid und der Theodizee-Frage.

Schlüsselwörter

Wundergeschichten, Religionsunterricht, Grundschule, Jesus von Nazareth, Kindertheologie, Zeichentaten, Glaubensentwicklung, Hoffnung, Lebenswelt, Hermeneutik, Religionspädagogik, biblische Didaktik, symbolisches Verständnis, Elementarisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen und theologischen Herausforderung, wie biblische Wundergeschichten im Religionsunterricht der Grundschule vermittelt werden können, um Kindern in ihrer Lebenswelt und religiösen Entwicklung gerecht zu werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die historische Exegese, die Entwicklungspsychologie religiöser Urteilsbildung bei Kindern, die religionspädagogische Debatte über den Einsatz dieser Texte sowie die Analyse aktueller Lehrpläne.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Schüler der Grundschule an Wundergeschichten partizipieren können, ohne in eine Überforderung oder eine naive, vorwissenschaftliche Sichtweise zu verfallen, und dabei deren hoffnungsstiftendes Potenzial zu erschließen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse religionspädagogischer und theologischer Literatur sowie auf die Auswertung aktueller Lehrpläne für das Fach Evangelische Religion.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fachwissenschaftliche Begründung, eine psychologische Fundierung durch Stufenmodelle, die kontroverse Fachdiskussion und eine didaktische Konkretisierung durch verschiedene methodische Ansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird besonders durch Begriffe wie "Kindertheologie", "Hoffnungsgeschichten", "elementare Zugänge" und "religiöse Sozialisation" charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Sicht auf Wunder heute von der antiken Perspektive?

Während in der Antike Wunder als natürlicher Einbruch des Göttlichen in das Weltbild integriert waren, werden sie heute durch die moderne Naturwissenschaft als Störung der bekannten Naturordnung wahrgenommen, was zu einem Entstehen von Verständnisproblemen führt.

Was bedeutet der "Graben der Geschichte" in diesem Kontext?

Dieser Begriff verweist auf die zeitliche und weltbildliche Distanz zwischen dem Wirken Jesu und der heutigen rationalen Perspektive, die das Verständnis für die ursprüngliche Aussageabsicht der biblischen Texte erschwert.

Warum ist das "Theologisieren mit Kindern" für den Autor so wichtig?

Der Autor sieht darin den Maßstab eines modernen Unterrichts, da Kinder nicht als "unfertige" Empfänger, sondern als religiöse Subjekte mit eigenen Vorstellungen ernst genommen werden sollen.

Welche Rolle spielen "Hoffnungsgeschichten" bei der Trauerbewältigung?

Wundergeschichten können, wenn sie richtig vermittelt werden, Kindern als Modell dienen, ihr eigenes Leid (z.B. Verlust) vor Gott zu bringen und durch die biblischen Zeugnisse Trost und Perspektiven zur Bewältigung der Trauer zu finden.

Fin de l'extrait de 42 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Wundergeschichten im Religionsunterricht der Grundschule. Eine theologische und didaktische Annäherung
Université
University of Leipzig  (Theologische Fakultät)
Note
2,3
Auteur
Lucas Brannach (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
42
N° de catalogue
V368498
ISBN (ebook)
9783668477810
ISBN (Livre)
9783668477827
Langue
allemand
mots-clé
Wunder Theologie Religion Unterricht Didaktik Grundschule theologisch didaktisch Bachelorarbeit Pädagogik
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Lucas Brannach (Auteur), 2009, Wundergeschichten im Religionsunterricht der Grundschule. Eine theologische und didaktische Annäherung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368498
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  42  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint