Ziel dieser Arbeit ist, die vielseitige Erscheinung des Bösen anhand der Figur Jean-Baptiste Grenouille aus in Patrick Süskinds Erfolgsroman „Das Parfum“ zu erläutern. Ein Mörder, geboren am wohl abscheulichsten Ort der Welt, dem Hafen von Paris, totgeglaubt zuerst und von allen stets verstoßen, entwickelt er sich zu einem Monster, getrieben von seiner überaus feinen Nase, um zu erreichen, was sein Herz begehrt; Das beste Parfum der ganzen Welt erschaffen. Dass die Hauptfigur dafür wortwörtlich über Leichen geht und seinen Mitmenschen nur Unglück hinterlässt, zeichnet ihn als Teufel aus.
Das Böse tritt in diesem Roman in Form einer, von seinem Geruchsorgan getriebenen, Gestalt in Erscheinung, dessen Übel so facettenreich ist, wie die Welt der Gerüche selbst. Der Protagonist Jean-Baptiste Grenouille, dessen Gratwanderung zwischen Mensch, Animal und Teufel beschrieben wird, steht im Mittelpunkt der Analyse, wie sich das Böse anhand einer Figur manifestieren kann. Von der Geruchswelt zu Unmoralität, gar Satanischem getrieben, scheint er das Böse, wie es allgemein bekannt ist, zu personifizieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung und Fragestellung
2. Definition „Das Böse“
3. Das Parfum und das Böse
4. Manifestation des Bösen anhand von Jean-Baptiste Grenouille
4.1. Philosophische Aspekte
4.2. Theologische Aspekte
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielschichtige Erscheinung des Bösen in Patrick Süskinds Roman „Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders“ unter Anwendung theologischer und philosophischer Definitionen auf die Hauptfigur Jean-Baptiste Grenouille.
- Analyse des Begriffs „Das Böse“ aus philosophischer und theologischer Sicht
- Untersuchung der Grenouille-Figur als Personifizierung des Bösen
- Vergleich von Grenouilles Handeln mit Kants Lehre der angeborenen Bösartigkeit
- Anwendung von Hannah Arendts Konzept der „Banalität des Bösen“ auf den Romanprotagonisten
- Interpretation von Grenouilles animalischen Wesenszügen als diabolische Attribute
Auszug aus dem Buch
4. Manifestation des Bösen anhand von Jean-Baptiste Grenouille
Dass Grenouille böse ist, zeigt sich vor allem im Umgang mit seinen Mitmenschen. Nicht nur, dass er junge Mädchen ermordet, er ist anderen auch stets unheimlich und wird immer verstossen. Seinen Mitmenschen gegenüber ist er stets feindlich gesinnt, er kann sich nicht mit ihnen identifizieren und hegt keine Sympathie für sie. Abgesehen von seiner menschlichen Antipathie überlebt er auch jegliche Krankheiten, ist resistent gegen jegliche Art von körperlicher Pein, was ihn übermenschlich wirken lässt. Am Ende erscheint er anderen sogar gottgleich: „Der Herrgott höchstpersönlich war dem Henker in den Arm gefallen“, denkt der Bischof, als er Grenouille bei der Hinrichtung sieht und von seinem Duft um seine Sinne gebracht wird. Grenouille ist anders, er wirkt nicht sterblich und dadurch erscheint er dem Leser noch abartiger. Ohne Moral, ohne jegliches Gefühl, ist er nur getrieben von seinem Egoismus, verneint sich des gesunden Menschenverstands und gibt sich so dem Bösen hin.
Nun ist aber Grenouille keineswegs auf eine simple Art und Weise böse. Seine Bösartigkeit ist im Gegenteil vielschichtig, religiös und philosophisch.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung und Fragestellung: Das Kapitel führt in die literarische Darstellung des Bösen ein und etabliert Jean-Baptiste Grenouille aus „Das Parfum“ als zentrales Analyseobjekt.
2. Definition „Das Böse“: Hier werden philosophische und theologische Konzepte, insbesondere Kants Lehre des radikalen Bösen und Arendts Banalität des Bösen, als theoretische Grundlage dargelegt.
3. Das Parfum und das Böse: Dieser Abschnitt beschreibt die Ambivalenz des Protagonisten und seine olfaktorisch getriebene Lebensreise als Mörder, der Unglück über seine Mitmenschen bringt.
4. Manifestation des Bösen anhand von Jean-Baptiste Grenouille: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Aspekte mit der Romanfigur und analysiert Grenouilles Handlungen sowie seine animalischen Züge unter diabolischen Gesichtspunkten.
5. Schluss: Der Schlussteil fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Grenouille aufgrund seiner Lieblosigkeit und moralischen Ungebildetheit als Produkt des Bösen verstanden werden kann.
Schlüsselwörter
Das Böse, Jean-Baptiste Grenouille, Patrick Süskind, Das Parfum, Radikales Böses, Banalität des Bösen, Theologie, Philosophie, Animalität, Moral, Mörder, Grenouille, Diabolisch, Literaturanalyse, Geruchswelt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die literarische Darstellung des Bösen am Beispiel der Romanfigur Jean-Baptiste Grenouille aus dem Roman „Das Parfum“ von Patrick Süskind.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themenfelder umfassen die Definition des Begriffs „Das Böse“ in Philosophie und Theologie sowie dessen Übertragung auf Grenouilles Handeln und Charakter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu erläutern, wie sich das Böse anhand der Figur des Jean-Baptiste Grenouille manifestiert und welche Facetten dabei eine Rolle spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, indem sie existierende philosophische und theologische Theorien, wie die von Kant und Arendt, auf den Roman anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition des Bösen, die Einführung in den Roman sowie die konkrete Untersuchung der philosophischen und theologischen Aspekte des Protagonisten.
Welche Schlüsselwörter beschreiben diese Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind „Das Böse“, „Grenouille“, „Süskind“, „Philosophie“, „Theologie“ und „Moral“.
Warum wird Grenouille im Text häufig mit einem „Zeck“ verglichen?
Der Vergleich verdeutlicht Grenouilles Resistenz gegen Krankheiten und äußere Einflüsse sowie sein parasitäres, unmenschliches Überlebensverhalten im Roman.
Welche Rolle spielt die „Geruchslosigkeit“ für Grenouilles Identität?
Da er selbst keinen Eigengeruch besitzt, fehlt ihm laut der Analyse eine eigene Identität, was ihn als seelenlos und damit als anfällig für das Böse erscheinen lässt.
Inwieweit lässt sich Grenouilles Handeln mit Kants Lehre in Verbindung bringen?
Die Arbeit bringt seine Morde ohne Reue mit Kants Lehre der angeborenen Bösartigkeit in Verbindung, da Grenouille sich von unmoralischen Trieben leiten lässt.
Wie deutet die Autorin Grenouilles Rolle als „Todbringer“?
Sie interpretiert ihn als Richter und Todbringer, da fast alle Personen, die Grenouille ausbeuten wollten, nach dem Kontakt mit ihm auf grausame Weise sterben.
- Citation du texte
- Sarah Kunz (Auteur), 2015, Wie manifestiert sich das Böse in Patrick Süskinds Roman "Das Parfum" anhand der Figure Jean-Baptiste Grenouille?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368598