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Erinnerungskultur in Deutschland und Frankreich. Das Thema "Zweiter Weltkrieg" im Geschichtsunterricht des französischen Lycée und der gymnasialer Oberstufe in Deutschland

Titel: Erinnerungskultur in Deutschland und Frankreich. Das Thema "Zweiter Weltkrieg" im Geschichtsunterricht des französischen Lycée und der gymnasialer Oberstufe in Deutschland

Seminararbeit , 2017 , 29 Seiten

Autor:in: Gunnar Hollweg (Autor:in)

Didaktik - Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Nach dem Zweiten Weltkrieg unterschied sich auch die Erinnerungskultur von Deutschland und Frankreich. Ein Grund, die heutige Form des Erinnerns dieser beiden Länder genauer zu untersuchen. Das Ziel dieser Arbeit ist es, zu vergleichen und folgende Frage zu beantworten: Gibt es im Hinblick auf den Zweiten Weltkrieg einen Unterschied der Erinnerungskultur in Deutschland und Frankreich auf Ebene der Schulbildung?

Um zu verstehen, was die Erinnerungskultur einer Nation ausmacht, soll eingangs allgemein auf das kulturelle Gedächtnis und Geschichtsbewusstsein eingegangen werden. Dazu wurde von Jan Assmann bereits umfassend geforscht. Anschließend soll der heutige Umgang mit der Thematik des Zweiten Weltkriegs im deutschen und französischen Geschichtsunterricht dargestellt werden.

Um am Ende der Arbeit den Umgang beider Nationen mit diesem Thema vergleichen zu können, beschränkt sich die Untersuchung auf den Geschichtsunterricht der gymnasialen Oberstufe in Deutschland und dem Lycée in Frankreich. Als Grundlage für diesen Vergleich sollen die Lehrpläne der jeweiligen Bildungsministerien dienen. Als Beispiele für die konkrete Umsetzung sollen zwei Interviews mit einer deutschen und einer französischen Geschichtslehrkraft ausgewertet werden.

Seit einigen Jahren gibt es das Projekt eines deutsch-französischen Geschichtsbuches, das in einer bilateralen Kooperation entstanden ist. Die Umsetzung dieser Zusammenarbeit soll ebenfalls in dieser Arbeit dargestellt werden. Dabei wird nur die erste Ausgabe des Lehrwerks untersucht, welche für Lycée und Oberstufe bestimmt ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Formen der Erinnerung

2.1.1 Kollektives und kulturelles Gedächtnis nach Jan Assmann

2.2 Erinnerungskultur im Geschichtsunterricht in Deutschland und Frankreich

2.2.1 Deutschland – gymnasiale Oberstufe

2.2.2 Frankreich – Lycée

2.3 Das deutsch-französische Geschichtsbuch

2.3.1 Idee und Konzept

2.3.2 Umsetzung und Kritik

3. Vergleich der Erinnerungskultur in der Schulbildung

4. Schlussteil

4.1.1 Fazit

4.1.2 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Unterschiede in der Erinnerungskultur an den Zweiten Weltkrieg im Geschichtsunterricht von Deutschland (gymnasiale Oberstufe) und Frankreich (Lycée). Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse der Lehrpläne sowie Experteninterviews zu beleuchten, wie nationale Selbstverständnisse und unterschiedliche historische Rollen im Krieg die schulische Vermittlung dieses zentralen Themas beeinflussen.

  • Kulturelles Gedächtnis und Erinnerungskultur
  • Vergleichende Analyse der Geschichtslehrpläne
  • Rolle des deutsch-französischen Geschichtsbuchs
  • Vermittlung von Schuld und Verantwortung im Unterricht
  • Einfluss von Zeitzeugen und nationalen Perspektiven

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Kollektives und kulturelles Gedächtnis nach Jan Assmann

Jeder Mensch erinnert. Dazu zählen Ereignisse, die er selbst erlebt hat, und solche, die ihm nicht direkt widerfahren sind, durch Erzählungen aber trotzdem zu seiner Erinnerung zählen. Dieses „Gedächtnis wächst dem Menschen erst im Prozess seiner Sozialisation zu. Es ist zwar immer nur der Einzelne, der Gedächtnis ‚hat‘, aber dieses Gedächtnis ist kollektiv geprägt“ Wir erinnern nicht nur, was wir von anderen erfahren, sondern besonders das, was uns andere als besonders wichtig bestätigen und was allgemein als besonders wichtig wiedergegeben wird. Der französische Soziologe Maurice Halbwachs Prägte den Begriff des kollektiven Gedächtnisses noch stärker, indem er von Gruppengedächtnis und dem Gedächtnis einer Nation sprach. Er drückte damit aus, dass unterschiedliche Nationen unterschiedlich erinnern, und stellte damit auch die Bedeutung des gemeinschaftlichen Erinnerns in den Mittelpunkt. Dennoch bleibt das Subjekt des Erinnerns der einzelne Mensch, welcher lediglich vom kollektiven Gedächtnis getragen wird. „Mit anderen Worten: Das individuelle Gedächtnis baut sich in einer bestimmten Person kraft ihrer Teilnahme an kommunikativen Prozessen auf.“

Kollektive Erinnerung entsteht demnach nur durch Kommunikation und Interaktion sozialer Gruppen, was als kommunikatives Gedächtnis verstanden wird. Es sind Erinnerungen, die ein Individuum mit seinen Zeitgenossen teilt. Stirbt eine solche Generation dann aus, so vergeht auch die Struktur der Erinnerungskultur dieser Zeit und weicht einer neuen. Was also in einer gegenwärtigen Generation lebendige Erinnerung ist, wird in Zukunft auf Medien übertragen werden. Eine solche Beobachtung ist auch zur Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg festzustellen: Die Generation, die den Nationalsozialismus erlebt hat, stirbt aus. Der zentrale Punkt des kommunikativen Gedächtnisses bildet der Begriff der „Oral History“. Das ist die Geschichtskommunikation im Alltag, bei der geschichtliche Inhalte ausschließlich über Erzählungen weitergegeben werden. Diese ist in den unterschiedlichen Generationen aktuell und begrenzt auf einen „[…] Zeithorizont von 80 bis 100 Jahren.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der kollektiven Erinnerung und Formulierung der Forschungsfrage zum Vergleich der Erinnerungskultur im Geschichtsunterricht.

2. Formen der Erinnerung: Theoretische Herleitung der Begriffe kollektives und kulturelles Gedächtnis nach Jan Assmann und deren Bedeutung für die Schulbildung.

2.2 Erinnerungskultur im Geschichtsunterricht in Deutschland und Frankreich: Analyse der nationalen Lehrpläne und der methodischen Herangehensweise an das Thema Nationalsozialismus in beiden Ländern.

2.3 Das deutsch-französische Geschichtsbuch: Untersuchung der Entstehung, Intention und didaktischen Kritik an diesem bilateralen Unterrichtsprojekt.

3. Vergleich der Erinnerungskultur in der Schulbildung: Synoptische Gegenüberstellung der Vermittlungsmethoden und der unterschiedlichen Akzentuierung von Schuld und nationaler Identität.

4. Schlussteil: Synthese der Ergebnisse sowie ein Ausblick auf weitere Forschungspotenziale fernab des schulischen Kontexts.

Schlüsselwörter

Erinnerungskultur, Zweiter Weltkrieg, Nationalsozialismus, Geschichtsunterricht, kollektives Gedächtnis, Jan Assmann, deutsch-französische Beziehungen, Geschichtsbuch, Schuldfrage, Identitätsbildung, Lehrplan, Zeitzeugen, Oral History, Lycée, gymnasiale Oberstufe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das Thema „Zweiter Weltkrieg“ in den Schulsystemen Deutschlands und Frankreichs vermittelt wird und inwiefern sich die dortige Erinnerungskultur unterscheidet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das kollektive Gedächtnis, die Bedeutung des Geschichtsunterrichts für die Identitätsbildung sowie die Analyse der bilateralen Geschichtsbuch-Kooperation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob es im Hinblick auf den Zweiten Weltkrieg spezifische Unterschiede in der Erinnerungskultur der beiden Länder innerhalb der Schulbildung gibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Lehrplänen und fachdidaktischen Grundlagen sowie der qualitativen Auswertung von Experteninterviews mit Lehrkräften.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (Assmann), dann die länderspezifische Unterrichtspraxis und schließlich die Konzeption des gemeinsamen deutsch-französischen Geschichtsbuchs kritisch beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Erinnerungskultur, Nationalsozialismus, Geschichtsunterricht, kollektives Gedächtnis und deutsch-französische Beziehungen.

Welchen Einfluss hat das französische Lycée auf das Erinnern?

In Frankreich liegt ein starker Fokus auf der nationalen Identität, der Resistance und zunehmend der Aufarbeitung der eigenen Kollaboration im Zweiten Weltkrieg.

Wie steht die interviewte deutsche Lehrkraft zum gemeinsamen Geschichtsbuch?

Die Lehrkraft lobt die Idee eines multiperspektivischen Blickwinkels, kritisiert jedoch die Umsetzung als zu umfangreich und für den Schulalltag in der Praxis oft unhandlich.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Erinnerungskultur in Deutschland und Frankreich. Das Thema "Zweiter Weltkrieg" im Geschichtsunterricht des französischen Lycée und der gymnasialer Oberstufe in Deutschland
Autor
Gunnar Hollweg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
29
Katalognummer
V368944
ISBN (eBook)
9783668502727
ISBN (Buch)
9783668502734
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erinnerungskultur deutschland frankreich thema zweiter weltkrieg geschichtsunterricht lycée oberstufe
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Gunnar Hollweg (Autor:in), 2017, Erinnerungskultur in Deutschland und Frankreich. Das Thema "Zweiter Weltkrieg" im Geschichtsunterricht des französischen Lycée und der gymnasialer Oberstufe in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368944
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Leseprobe aus  29  Seiten
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