Nach dem Zweiten Weltkrieg unterschied sich auch die Erinnerungskultur von Deutschland und Frankreich. Ein Grund, die heutige Form des Erinnerns dieser beiden Länder genauer zu untersuchen. Das Ziel dieser Arbeit ist es, zu vergleichen und folgende Frage zu beantworten: Gibt es im Hinblick auf den Zweiten Weltkrieg einen Unterschied der Erinnerungskultur in Deutschland und Frankreich auf Ebene der Schulbildung?
Um zu verstehen, was die Erinnerungskultur einer Nation ausmacht, soll eingangs allgemein auf das kulturelle Gedächtnis und Geschichtsbewusstsein eingegangen werden. Dazu wurde von Jan Assmann bereits umfassend geforscht. Anschließend soll der heutige Umgang mit der Thematik des Zweiten Weltkriegs im deutschen und französischen Geschichtsunterricht dargestellt werden.
Um am Ende der Arbeit den Umgang beider Nationen mit diesem Thema vergleichen zu können, beschränkt sich die Untersuchung auf den Geschichtsunterricht der gymnasialen Oberstufe in Deutschland und dem Lycée in Frankreich. Als Grundlage für diesen Vergleich sollen die Lehrpläne der jeweiligen Bildungsministerien dienen. Als Beispiele für die konkrete Umsetzung sollen zwei Interviews mit einer deutschen und einer französischen Geschichtslehrkraft ausgewertet werden.
Seit einigen Jahren gibt es das Projekt eines deutsch-französischen Geschichtsbuches, das in einer bilateralen Kooperation entstanden ist. Die Umsetzung dieser Zusammenarbeit soll ebenfalls in dieser Arbeit dargestellt werden. Dabei wird nur die erste Ausgabe des Lehrwerks untersucht, welche für Lycée und Oberstufe bestimmt ist.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Formen der Erinnerung
- 2.1.1 Kollektives und kulturelles Gedächtnis nach Jan Assmann
- 2.2 Erinnerungskultur im Geschichtsunterricht in Deutschland und Frankreich
- 2.2.1 Deutschland – gymnasiale Oberstufe
- 2.2.2 Frankreich - Lycée
- 2.3 Das deutsch-französische Geschichtsbuch
- 2.3.1 Idee und Konzept
- 2.3.2 Umsetzung und Kritik
- 3. Vergleich der Erinnerungskultur in der Schulbildung
- 4. Schlussteil
- 4.1.1 Fazit
- 4.1.2 Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Erinnerungskultur in Deutschland und Frankreich im Hinblick auf den Zweiten Weltkrieg. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Schulbildung, insbesondere auf dem Geschichtsunterricht der gymnasialen Oberstufe in Deutschland und dem Lycée in Frankreich. Ziel ist es, den Umgang beider Nationen mit der Thematik des Zweiten Weltkriegs zu vergleichen und zu analysieren, ob es Unterschiede in der Erinnerungskultur gibt.
- Kollektives und kulturelles Gedächtnis nach Jan Assmann
- Erinnerungskultur im Geschichtsunterricht in Deutschland und Frankreich
- Das deutsch-französische Geschichtsbuch
- Vergleich der Erinnerungskultur in der Schulbildung
- Fazit und Ausblick
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Erinnerungskultur ein und stellt die Leitfrage der Arbeit dar. Anschließend werden die zentralen Konzepte des kollektiven und kulturellen Gedächtnisses nach Jan Assmann beleuchtet. Das Kapitel behandelt außerdem die Rolle des Geschichtsunterrichts in Deutschland und Frankreich im Kontext der Erinnerungskultur.
Die Arbeit widmet sich dann der Analyse des deutsch-französischen Geschichtsbuches, das in einer bilateralen Kooperation entstanden ist. Dieses Kapitel untersucht die Idee und das Konzept des Buches sowie die Umsetzung und Kritik an der Zusammenarbeit.
Im dritten Kapitel erfolgt ein Vergleich der Erinnerungskultur in der Schulbildung in Deutschland und Frankreich. Dabei werden die Lehrpläne der jeweiligen Bildungsministerien analysiert und Beispiele aus Interviews mit deutschen und französischen Geschichtslehrkräften beleuchtet.
Schlüsselwörter
Erinnerungskultur, Geschichtsunterricht, Zweiter Weltkrieg, Deutschland, Frankreich, Kollektives Gedächtnis, Kulturelles Gedächtnis, Jan Assmann, deutsch-französisches Geschichtsbuch, Schulbildung, Vergleich, Lehrplan, Interview
Häufig gestellte Fragen
Wie unterscheidet sich die Erinnerungskultur in Deutschland und Frankreich?
Die Arbeit vergleicht den Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg im Geschichtsunterricht der gymnasialen Oberstufe (Deutschland) und dem Lycée (Frankreich).
Was ist das "kulturelle Gedächtnis" nach Jan Assmann?
Es ist eine Form des kollektiven Gedächtnisses, das durch Texte, Riten und Denkmäler über Generationen hinweg die Identität einer Nation prägt.
Was ist das Besondere am deutsch-französischen Geschichtsbuch?
Es ist ein in bilateraler Kooperation entstandenes Lehrwerk, das eine gemeinsame europäische Perspektive auf die Geschichte beider Länder vermitteln soll.
Welche Rolle spielen Lehrerinterviews in dieser Arbeit?
Interviews mit einer deutschen und einer französischen Lehrkraft dienen dazu, die konkrete Umsetzung der Lehrpläne in der Schulpraxis zu veranschaulichen.
Dienen Lehrpläne als Grundlage für den Vergleich?
Ja, die Arbeit nutzt die offiziellen Lehrpläne der jeweiligen Bildungsministerien, um die inhaltlichen Schwerpunkte der Erinnerungskultur zu analysieren.
- Citation du texte
- Gunnar Hollweg (Auteur), 2017, Erinnerungskultur in Deutschland und Frankreich. Das Thema "Zweiter Weltkrieg" im Geschichtsunterricht des französischen Lycée und der gymnasialer Oberstufe in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368944