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Ist ein flächendeckender, gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland sinnvoll?

Titre: Ist ein flächendeckender, gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland sinnvoll?

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2013 , 10 Pages , Note: 2,7

Autor:in: N. Hirth (Auteur)

Sciences Sociales générales
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Résumé Extrait Résumé des informations

Helfen Mindestlöhne wirklich vor Armutslöhnen? Fördern sie wirklich die Gleichberechtigung? Schränken sie nicht die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften ein? Über diese aufkommenden Fragen wird in Deutschland schon seit einigen Jahren kontrovers diskutiert und aktuell ist eine Durchsetzung der Mindestlöhne durch die Politik durchaus realistisch.

In Deutschland nimmt die Zahl der Menschen die trotz Arbeit in Armut leben immer mehr zu. Der Lohn für Arbeit reicht für etwa 12 % der deutschen Beschäftigten nicht mehr zum Leben, erst recht nicht für die Finanzierung einer Familie. Immer mehr Berufstätige sind wegen ihres niedrigen Einkommens auf zusätzliche Hilfe vom Staat angewiesen. „Im vergangenen Jahr erhielten im Schnitt 1,4 Millionen Menschen diese ergänzende staatliche Unterstützung“.

Wer denkt jeder bedürftige Mensch hätte Anspruch auf die staatliche Hilfe des Arbeitslosengeld 2, der hat sich getäuscht. „Das Bundessozialhilfegesetz enthält den Grundsatz, dass laufende Leistungen zum Lebensunterhalt nach Regelsätzen gewährt werden. Dabei handelt es sich um pauschalisierte Leistungen, die davon ausgehen, dass bei allen Hilfebeziehern der gleiche Bedarf und die gleichen Kosten für Ernährung, hauswirtschaftlichen Verbrauch, Beschaffung von Kleidung und Hausrat von geringem Anschaffungswert, persönliche Bedürfnisse des täglichen Lebens und Ähnliches bestehen“.
Die abstrakte Ausgestaltung der Regelsätze zur Beziehung von ALG 2 (Arbeitslosengeld 2) belegt, dass nicht jeder sozial bedürftige Mensch in Deutschland einen Anspruch darauf hat.

Die Schere zwischen Höchst und Geringverdienern in Deutschland geht immer weiter auseinander. Es gibt Geringverdienende mit weniger als 6,00 € die Stunde. Das schlimme ist das die Unternehmen dabei keinen Gesetztes- Verstoß begehen, sondern nur geltende Tarifverträge erfüllen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 3

1.1. Problemdarstellung der „Arbeitsarmut“ 4

1.2. Bedeutung des Mindestlohnes und der Tarifautonomie 5

2.1.Position der Unternehmen zum einheitlichen, gesetzlichen Mindestlohn 5

2.2.Position der Gewerkschaften zum einheitlichen, gesetzlichen Mindestlohn 6

2.3.Position der politischen Parteien zum einheitlichen, gesetzlichen Mindestlohn 7

3.1. Pro- und Kontra des einheitlichen, gesetzlichen Mindestlohnes 7

3.2. Fazit und Lösungsvorschlag 9

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Sinnhaftigkeit eines flächendeckenden, gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland unter Berücksichtigung von ökonomischen und sozialen Aspekten sowie der Wahrung der Tarifautonomie.

  • Gesellschaftliche Problematik der Arbeitsarmut
  • Gegenüberstellung der Positionen von Unternehmen, Gewerkschaften und Politik
  • Analyse der Argumente für und gegen eine gesetzliche Lohnuntergrenze
  • Diskussion über die Rolle der Tarifautonomie
  • Entwicklung eines Lösungsvorschlags mittels einer Mindestlohnkommission

Auszug aus dem Buch

1.2. Bedeutung des Mindestlohnes und der Tarifautonomie

Ein gesetzlicher Mindestlohn definiert die Untergrenze der Bezahlung für abhängige Beschäftigte. Diese Untergrenze darf kein Arbeitgeber unterschreiten. Eine Mindestlohnregelung kann sich sowohl auf einen Stundensatz als auch auf einen Monatslohn bei Vollzeitbeschäftigung beziehen. Deutschland gehört innerhalb der Europäischen Union(EU) zu einer Minderheit von Ländern, die keinen gesetzlichen Mindestlohn eingeführt haben. In Deutschland gibt es die Besonderheit des verfassungsrechtlichen Systems der Tarifautonomie (Artikel 9 Absatz 3, GG), die besagt das die Regelungskompetenz über Löhne bei den Tarifparteien liegt. Deswegen gibt es bisher keinen festgelegten, gesetzlichen, einheitlichen Mindestlohn für alle Arbeitsverhältnisse.

Allerdings gibt es das Arbeitnehmer-Entsendegesetz, durch das Tarifverträge auf ausländische Beschäftigte ausgedehnt werden können, die in Deutschland arbeiten. Das 1996 eingeführte Gesetz regelt für wenige Branchen einen geregelten Mindestlohn. Er gilt für folgende Branchen: das Bauhauptgewerbe, Dachdecker- und das Maler- und- Lackiererhandwerk, für das Abbruch- und Abwrackgewerbe, das Elektrohandwerk, die Gebäudereiniger sowie für die Briefdienstleistungen.

Man meint einem Land mit starken Gewerkschaften sollte es eigentlich möglich sein, ohne einen Mindestlohn auszukommen, da durch die untersten Entgeltgruppen in Tarifverträgen faktisch Mindestlöhne geschaffen werden. Doch der Organisationsgrad der Gewerkschaften in Deutschland beträgt weniger als 20 % und geht immer weiter zurück. Das Problem liegt auch darin, dass nicht überall wo Tarifvertrag drauf steht, auch ein Tarifvertrag mit passablen Löhnen drin steht. Und selbst dort, wo Tarifverträge gelten, liegen die untersten Einkommensgruppen manchmal unter dem Existenzminimum. Gerade im Dienstleistungsbereich ist dies keine Seltenheit. Manchmal haben die Gewerkschaften auch keine Wahl: „Entweder müssen sie extrem niedrig bezahlte Lohngruppen akzeptieren oder den völligen Verlust einer tariflichen Regelung in Kauf nehmen“. (O.Schreiner, S. 102)

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Der Autor erläutert die Motivation für die Wahl des Themas Mindestlohn und skizziert den Aufbau der Untersuchung von der Problemstellung bis zur eigenen Meinungsbildung.

1.1. Problemdarstellung der „Arbeitsarmut“: Dieses Kapitel analysiert das Phänomen der trotz Erwerbstätigkeit bestehenden Armut in Deutschland und verdeutlicht die Schere zwischen extrem niedrigen und hohen Stundenlöhnen.

1.2. Bedeutung des Mindestlohnes und der Tarifautonomie: Hier werden Definitionen und die rechtliche Einordnung der Tarifautonomie in Deutschland sowie existierende sektorale Regelungen behandelt.

2.1.Position der Unternehmen zum einheitlichen, gesetzlichen Mindestlohn: Es wird dargelegt, warum Arbeitgeberverbände Mindestlöhne primär aus wirtschaftlichen Sorgen, wie Arbeitsplatzabbau und Planungsunsicherheit, ablehnen.

2.2.Position der Gewerkschaften zum einheitlichen, gesetzlichen Mindestlohn: Das Kapitel beleuchtet die kontroversen Debatten innerhalb der Gewerkschaften über die Notwendigkeit eines gesetzlichen Mindestlohns versus branchenspezifischer Lösungen.

2.3.Position der politischen Parteien zum einheitlichen, gesetzlichen Mindestlohn: Es erfolgt ein Überblick über die Haltungen der im Bundestag vertretenen Parteien und deren unterschiedliche Lösungsansätze.

3.1. Pro- und Kontra des einheitlichen, gesetzlichen Mindestlohnes: Der Autor führt eine kritische Abwägung der Argumente aus Unternehmens- und Arbeitnehmersicht durch und hinterfragt das System der Lohnsubventionen durch Hartz IV.

3.2. Fazit und Lösungsvorschlag: Die Arbeit schließt mit dem Plädoyer für ein differenziertes Modell, das auf einer Mindestlohnkommission basiert, um die Tarifautonomie zu wahren.

Schlüsselwörter

Mindestlohn, Arbeitsarmut, Tarifautonomie, Deutschland, Gewerkschaften, Arbeitgeber, Lohnsubvention, Hartz IV, Tarifvertrag, Niedriglohnsektor, Mindestlohnkommission, Existenzminimum, Arbeitsmarkt, Sozialpolitik, Tarifbindung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Relevanz und Sinnhaftigkeit eines flächendeckenden, gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland vor dem Hintergrund zunehmender Arbeitsarmut.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die aktuelle Lohnsituation in Deutschland, die Rolle der Tarifautonomie, die politischen Debatten und die verschiedenen Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob ein gesetzlicher Mindestlohn ein geeignetes und optimales Instrument darstellt, um Armut trotz Arbeit zu bekämpfen, ohne dabei die Tarifautonomie zu gefährden.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie eine vergleichende Untersuchung aktueller Positionen von politischen Parteien, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Phänomen der Arbeitsarmut, stellt die unterschiedlichen Positionen der Akteure gegenüber und debattiert intensiv die Pro- und Kontra-Argumente für Mindestlohnregelungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Mindestlohn, Tarifautonomie, Arbeitsarmut, Gewerkschaften und Tarifbindung charakterisiert.

Warum lehnen die meisten Unternehmen einen gesetzlichen Mindestlohn ab?

Unternehmen fürchten den Verlust von Arbeitsplätzen, eine Einschränkung ihrer Flexibilität bei der Gestaltung von Arbeitsbeziehungen und die Gefahr der Verlagerung von Betrieben aufgrund steigender Lohnkosten.

Was schlägt der Autor als Lösung für die Mindestlohnfrage vor?

Der Autor schlägt die Einrichtung einer Mindestlohnkommission vor, in der Gewerkschaften, Arbeitgeber und Wissenschaft vertreten sind, um branchenspezifische, gesetzlich geregelte Mindestlöhne festzulegen, statt einer pauschalen Regelung.

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Résumé des informations

Titre
Ist ein flächendeckender, gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland sinnvoll?
Cours
Akademiekurs - Heimvolkshochschule Hustedt
Note
2,7
Auteur
N. Hirth (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
10
N° de catalogue
V369071
ISBN (ebook)
9783668475793
Langue
allemand
mots-clé
gesetzlicher Mindestlohn Arbeitsarmut niedrige Löhne Deutschland
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
N. Hirth (Auteur), 2013, Ist ein flächendeckender, gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland sinnvoll?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369071
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