Die vorliegende Arbeit widmet sich aus einer theoretischen Perspektive der Fragestellung, welche Rolle der Nationalstaat als Akteur in der Global Governance spielt. Von besonderer Bedeutung sind dabei staatliche (Macht-)Interessen und deren Durchsetzung im Rahmen internationaler Beziehungen und Politik. Ferner ist auch die Frage zentral, welche Rolle der Nationalstaat als Akteur in der Global Governance übernimmt und wie gewichtig diese Rolle im Vergleich zu anderen Akteuren ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Der Staat als Epizentrum globaler Herausforderungen
2 Vorüberlegungen und Erläuterungen zu zentralen Begriffen der untersuchten Fragestellung
2.1 Global Governance
2.2 Nationalstaat
2.3 Macht
2.4 Staatliche Interessen
3 Die Rolle des Nationalstaats als Akteur in der Global Governance
3.1 Staat(lichkeit) und Nicht-Staat(lichkeit)
3.2 Nationalstaatliche Interessen in der Global Governance
3.2.1 Der Aspekt staatlicher Macht in der Interessendurchsetzung
3.2.2 Verhältnis von Nationalstaaten zu anderen Akteuren
3.2.3 Bedeutung und Bedeutungsverlust des Nationalstaats
3.3 Kritik an der Perzeption des Nationalstaats als Akteur in der Global Governance
4 Diskussion der Untersuchungsergebnisse
5 Global Governance als Unterstützung nationaler wie internationaler Politik
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Nationalstaats im theoretischen Kontext der Global Governance. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, ob der Nationalstaat in diesem Gefüge als obsolet zu betrachten ist oder weiterhin eine notwendige, zentrale Funktion bei der Wahrnehmung und Durchsetzung machtpolitischer Interessen ausübt.
- Theoretische Grundlagen von Global Governance und Nationalstaatlichkeit
- Analyse machtpolitischer Interessen in globalen Entscheidungsprozessen
- Verhältnis zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren
- Kritische Auseinandersetzung mit dem "governance turn"
- Diskussion über Bedeutungsverlust vs. Transformation staatlicher Autorität
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Verhältnis von Nationalstaaten zu anderen Akteuren
Zürn (1998, S. 169 f.; 2008, S. 558 f.) unterscheidet zwischen drei Governancestrukturen: Governance by Government, Governance with Government und Governance without Government(s). Ferner unterscheidet Zürn, ob diese drei Strukturen innerhalb oder jenseits des Nationalstaats auftreten. Je nach Unterscheidung differenziert Zürn auch das Verhältnis des Staates zu anderen Akteuren.
Governance by Government sieht er nur auf der Ebene konsolidierter Nationalstaaten als gegeben. Hier steht der Staat hierarchisch über den übrigen Akteuren und diktiert seine Bedingungen aufgrund seiner staatlichen Setzungs- und Sanktionsmacht. Auf internationaler Ebene ist dieses Konzept in Ermangelung eines Weltstaats oder ähnlichem – kurz: wegen fehlender Sanktionsmacht – nicht anwendbar, so Zürn.
Governance with Government beschreibt Zürn (2008, S. 558) wie folgt: „In diesem Fall koordinieren und harmonisieren nationale Regierungen ihre Politik, um grenzüberschreitende Problemlagen zu bewältigen. Dabei kann nicht-staatlichen Akteuren eine begrenzte Rolle im Prozess – wie etwa Konsultationsrechte – zuerkannt werden“. Hier billigt er anderen Akteuren eine Rolle im nationalen wie internationalen Gestaltungsprozess zu, die allerdings der Erklärung nach nicht unbedingt auf Augenhöhe erfolgen muss, aber durchaus kann. Staaten müssen hier untereinander wegen der „Abwesenheit einer Zentralgewalt“ (Zürn 2008, S. 558) kooperieren und sich selbst regulieren, um Zielsetzungen zu erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Der Staat als Epizentrum globaler Herausforderungen: Dieses Kapitel führt in die aktuelle Krisenlage der internationalen Beziehungen ein und begründet die Relevanz der Frage nach der Rolle des Nationalstaats in der Global Governance.
2 Vorüberlegungen und Erläuterungen zu zentralen Begriffen der untersuchten Fragestellung: Hier werden die theoretischen Grundbegriffe wie Global Governance, Nationalstaat, Macht und staatliche Interessen definiert, um das methodische Fundament der Arbeit zu legen.
3 Die Rolle des Nationalstaats als Akteur in der Global Governance: Das Hauptkapitel untersucht die Interaktionsmöglichkeiten und Machtkonstellationen des Staates im theoretischen Gefüge, inklusive einer kritischen Reflexion der Literatur.
4 Diskussion der Untersuchungsergebnisse: Dieses Kapitel wertet die unterschiedlichen theoretischen Perspektiven aus und stellt fest, dass die Rolle des Nationalstaats stark vom gewählten Blickwinkel abhängt.
5 Global Governance als Unterstützung nationaler wie internationaler Politik: Das abschließende Kapitel reflektiert, wie Global Governance-Forschung beratend wirken kann, um die Effizienz staatlichen Handelns in einer globalisierten Welt zu verbessern.
Schlüsselwörter
Global Governance, Nationalstaat, Macht, Internationale Beziehungen, Staatlichkeit, Governance-Theorem, Interessendurchsetzung, Souveränität, Machtinteressen, Politische Steuerung, Internationale Organisationen, Globalisierung, Staatszerfall, Akteurskonstellationen, Autoritätsmanager.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die veränderte Rolle des Nationalstaats in der modernen internationalen Politik, insbesondere unter dem Aspekt, ob er in der Theorie der Global Governance noch als einflussreicher Akteur wahrgenommen wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Global Governance, der Analyse staatlicher Machtausübung, der Interessenwahrnehmung durch Staaten sowie dem Vergleich zu nichtstaatlichen Akteuren.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob der Nationalstaat als Akteur in der Global Governance obsolet geworden ist oder ob er trotz veränderter Bedingungen weiterhin eine notwendige Rolle spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoriegeleitete Literaturanalyse, bei der politikwissenschaftliche Standardwerke und Fachaufsätze zur Global Governance ausgewertet und kritisch gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Beschaffenheit von Staatlichkeit, den verschiedenen Formen der Machtausübung, der Kritik am Governance-Paradigma und der Dynamik zwischen Staaten und internationalen Organisationen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Global Governance, Macht, Souveränität, nationale Interessen und die Transformation staatlicher Steuerungsfähigkeit definiert.
Welche Bedeutung kommt laut der Arbeit der "staatlichen Macht" zu?
Staatliche Macht wird als Grundlage für internationales Handeln verstanden, deren Ausübung jedoch durch transnationale Netzwerke und internationale Normen eingehegt wird, ohne ihre Bedeutung vollständig zu verlieren.
Warum wird im Fazit von einer "Antwort schuldig" gesprochen?
Der Autor argumentiert, dass keine einseitige Antwort möglich ist, da die Bewertung der Rolle des Staates zu stark von der theoretischen Perspektive des jeweiligen Betrachters abhängt.
- Citation du texte
- Florian Schlereth (Auteur), 2017, Der Nationalstaat als Akteur in der Global Governance. Obsolet oder notwendig?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369139