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Generationen der Wissenschaften in Daniel Kehlmanns "Die Vermessung der Welt"

Die revolutionäre Forschungsreise des Alexander von Humboldt zur Widerlegung des Neptunismus als Beispiel individueller Bildungswege

Título: Generationen der Wissenschaften in Daniel Kehlmanns "Die Vermessung der Welt"

Trabajo Escrito , 2016 , 31 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Thomas Roesnick (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Daniel Kehlmanns fiktive Doppelbiographie "Die Vermessung der Welt" (2006) gestaltet einen illustren Blick seitens des wohl letzten Universalgelehrten seiner Zeit. Die Hausarbeit gibt dem Leser Perspektiven auf die revolutionäre Forschungsreise des Alexander von Humboldt - fiktional wie realhistorisch. Welche Bildungswege prägen das Leben? Wie sieht das Verhältnis von Alexander und Wilhelm zeitlebens aus? Überdauert das Wissen die Lebenszeit eines Wissenschaftlers?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Faszination um die Person des Alexander von Humboldt

3. Kehlmanns Humboldt: Eine Figur im scheinbar historischen Roman

4. Spannungsverhältnis in Kindstagen: Ein Bruderpaar im Konflikt

5. Der gebildete Mensch: Der Weg zur Selbstständigkeit

6. Wissenschaftsgenerationen: Bildungswege innerhalb einer Generation

7. Neptunismus versus Plutonismus: Die Motivation der Forschungsreise

8. Beobachtungen in Südamerika: Produktion und Klassifizierung von Wissen

9. Das Vermessen der Welt: Die Uniform am Leib, den Sextanten im Gepäck

10. Respektverhältnis in Erwachsenentagen: Ein Leben in Verdoppelung

11. Das Ende eines Wissenschaftlers: Das Altern von Wissen

12. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht individuelle Bildungswege anhand der Romanfiguren in Daniel Kehlmanns "Die Vermessung der Welt" mit dem Ziel, Konzepte von Wissen, Bildung und wissenschaftlichem Lebensverlauf zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.

  • Analyse von Bildungsmodellen bei Humboldt und Gauß
  • Die Bedeutung empirischer Beobachtung für die Wissensproduktion
  • Der Einfluss von Generationskonflikten auf wissenschaftliches Arbeiten
  • Das Altern als Motiv und Grenze wissenschaftlicher Erkenntnis
  • Spannungsfeld zwischen privatem Bildungsweg und Fremdbestimmung

Auszug aus dem Buch

8. Beobachtungen in Südamerika: Produktion und Klassifizierung von Wissen

Eine dichte Fülle von Ereignissen in einer kompakten Zusammenfassung, die Kehlmann im zweiten Kapitel seines Romans dem Leser eröffnet. Stellt es die Fähigkeiten des Empirikers Humboldt als stets rastlosen, unermüdlichen, aktiven Menschen heraus. Die Südamerikareise (1799-1804), der Höhepunkt seines Forscherlebens, gilt als der Beweis für die Produktion von Wissen aufgrund empirischer Beobachtungen. Kehlmanns Humboldt braucht die Welt, um sein Genie herauszustellen. Nicht zuletzt aber braucht er die Öffentlichkeit, um ein tieferes Verständnis für die Natur bei den Menschen auszulösen.

Nach der erschwerenden Meeresüberfahrt über den Atlantischen Ozean und der Ankunft in Cumana (Venezuela), bittet Humboldt seinen Bruder Schriftstücke in der Zeitung zu veröffentlichen. „Die Welt soll von mir erfahren. Ich müßte mich sehr irren, wenn ich ihr gleichgültig bin.“, so die Überzeugung von Humboldt. Er geht den Schritt in die Kommunikation und somit in einen Publikationskreislauf. Bei ihrem einjährigen Aufenthalt in Neuandalusien erfährt Humboldt die ersten Wissenserkenntnisse zur Widerlegung des Neptunismus. Allen todbringenden Aberglauben der einheimischen Stammesbevölkerung zum Trotz, begeht er mit Bonpland die „Höhle der Nachtvögel“. Tief hinab gestiegen in dunkle Gänge misst Humboldt die Temperatur. „Es werde immer wärmer, er bezweifle, daß Professor Werner daran Freude hätte!“, betont der preußische Baron.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die neptunistische Debatte des 18. Jahrhunderts ein und erläutert das Ziel der Arbeit, Bildungsprozesse anhand von Kehlmanns Roman zu untersuchen.

2. Die Faszination um die Person des Alexander von Humboldt: Dieses Kapitel thematisiert die anhaltende Rezeption Humboldts in Wissenschaft und Populärkultur durch Biographien und künstlerische Adaptionen.

3. Kehlmanns Humboldt: Eine Figur im scheinbar historischen Roman: Hier wird der historische Roman als Gattung reflektiert, in der Kehlmann Fakten und Fiktion verwebt, um neue Realitäten zu erzeugen.

4. Spannungsverhältnis in Kindstagen: Ein Bruderpaar im Konflikt: Der Fokus liegt auf der Kindheit der Humboldt-Brüder und der emotional distanzierten Erziehung, die Alexanders Forscherdrang und Wettbewerbsgeist formte.

5. Der gebildete Mensch: Der Weg zur Selbstständigkeit: Dieses Kapitel erörtert verschiedene Bildungsbegriffe von der Antike bis zur Aufklärung und definiert Bildung als fortlaufenden Prozess.

6. Wissenschaftsgenerationen: Bildungswege innerhalb einer Generation: Hier werden die gegensätzlichen wissenschaftlichen Ansätze von Gauß als Theoretiker und Humboldt als Empiriker gegenübergestellt.

7. Neptunismus versus Plutonismus: Die Motivation der Forschungsreise: Dieses Kapitel erläutert die geologische Kontroverse zwischen Neptunismus und Vulkanismus, die als zentraler Antrieb für Humboldts Forschungsreise dient.

8. Beobachtungen in Südamerika: Produktion und Klassifizierung von Wissen: Hier steht die empirische Praxis Humboldts im Zentrum, die auf planmäßiger Datensammlung und Klassifizierung basiert.

9. Das Vermessen der Welt: Die Uniform am Leib, den Sextanten im Gepäck: Dieses Kapitel analysiert das Verhältnis zwischen Wissenschaftler und Instrument als gefühlsbetonte, existenzielle Bindung zur Welt.

10. Respektverhältnis in Erwachsenentagen: Ein Leben in Verdoppelung: Die Beziehung der Brüder wird als reifer Vertrauenszustand und wechselseitige Bedingtheit ihrer Lebenswege interpretiert.

11. Das Ende eines Wissenschaftlers: Das Altern von Wissen: Dieses Kapitel untersucht das Motiv des Alterns bei Gauß und Humboldt und die Frage der zeitlichen Begrenztheit von Forschungsleistungen.

12. Schlussbetrachtungen: Die Arbeit resümiert, dass Bildung ein lebenslanger, individueller Prozess des Austauschs mit der Umwelt bleibt, der nicht in Isolation gelingen kann.

Schlüsselwörter

Alexander von Humboldt, Carl Friedrich Gauß, Daniel Kehlmann, Die Vermessung der Welt, Bildung, Bildungsweg, Neptunismus, Plutonismus, Wissensproduktion, Empirismus, Historischer Roman, Generationskonflikt, Wissensgeschichte, Naturforschung, Selbstständigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Bildungswegen und wissenschaftlicher Entwicklung im Roman "Die Vermessung der Welt" von Daniel Kehlmann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Wissenschaften (Neptunismus/Plutonismus), Konzepte des gebildeten Menschen sowie die Biographien von Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß im fiktionalen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die unterschiedlichen Bildungsmodelle der Romanfiguren aufzuzeigen und zu untersuchen, ob wissenschaftliche Bildungswege einen fixierten Endpunkt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung historischer und bildungstheoretischer Sekundärliteratur angewandt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Lebenswege von Humboldt und Gauß, deren wissenschaftliche Ansätze, die Rolle von Generationen sowie das Thema des Alterns.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Bildung, Humboldt, Gauß, Empirismus, Neptunismus, Wissensproduktion und historische Romankonzeption.

Warum spielt die Neptunismus-Kontroverse eine so wichtige Rolle für Humboldt?

Die Auseinandersetzung mit dieser geologischen Lehre dient als motorischer Antrieb für Humboldts Forschungsdrang und seine Notwendigkeit, durch empirische Messungen neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Wie verändert sich das Verhältnis zwischen den Brüdern Wilhelm und Alexander im Roman?

Das Verhältnis wandelt sich von einer durch Konkurrenz und emotionale Distanz geprägten Kindheit zu einem vertrauensvollen, wechselseitigen Bündnis in der Erwachsenenzeit.

Welche Bedeutung hat das Altern für das Verständnis von Wissenschaft in der Arbeit?

Das Altern wird als Grenze der Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit thematisiert, wobei betont wird, dass während die Bildung zeitlos ist, das Wissen durch den Fortschritt veralten kann.

Final del extracto de 31 páginas  - subir

Detalles

Título
Generationen der Wissenschaften in Daniel Kehlmanns "Die Vermessung der Welt"
Subtítulo
Die revolutionäre Forschungsreise des Alexander von Humboldt zur Widerlegung des Neptunismus als Beispiel individueller Bildungswege
Universidad
Humboldt-University of Berlin  (Insititut für deutsche Literatur - Philosophische Fakultät I)
Curso
Generationsverhältnisse und -konflikte in Literatur und Film
Calificación
1,3
Autor
Thomas Roesnick (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
31
No. de catálogo
V369316
ISBN (Ebook)
9783668472464
ISBN (Libro)
9783668472471
Idioma
Alemán
Etiqueta
Humboldt-Universität zu Berlin Alexander von Humboldt Generationen Neptunismus Johann Wolfgang Goethe Preußen Wilhelm von Humboldt Daniel Kehlmann Die Vermessung der Welt
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Thomas Roesnick (Autor), 2016, Generationen der Wissenschaften in Daniel Kehlmanns "Die Vermessung der Welt", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369316
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