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Die Stimme der Eurydike in neuzeitlicher Orpheus-Rezeption. Zu Margaret Atwood, Ulla Hahn und der Rockband "Saltatio Mortis"

Título: Die Stimme der Eurydike in neuzeitlicher Orpheus-Rezeption. Zu Margaret Atwood, Ulla Hahn und der Rockband "Saltatio Mortis"

Trabajo , 2017 , 29 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Jenny Spanier (Autor)

Filología alemana - Literatura comparada
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Griechische und römische Mythen sind seit mehr als 2000 Jahren ein wichtiges Kulturgut der europäischen Gesellschaften. Ihre Wiedergabe sowie ihre Verarbeitung und Neuinterpretation hat auch in der Neuzeit ihre Relevanz beibehalten. Die vorliegende Arbeit fokussiert sich auf die Rezeption des Orpheus-Mythos in neuzeitlicher Lyrik. Als Vergleichsgrundlage wurden Werke ausgewählt, die sich mit der ursprünglich nicht im Mythos wiedergegebene Perspektive der Eurydike beschäftigen. Bei diesen handelt es sich um Gedichte von Ulla Hahn und Margaret Atwood sowie ein Lied der deutschsprachigen Band Saltatio Mortis.

Die Untersuchung soll aufzeigen, ob ein spezifischer Ausschnitt des Ursprungsmythos in dem jeweiligen Analyseobjekt wiedergegeben oder neuerzählt wird und welche typischen Elemente des Orpheus-Mythos darin enthalten sind. Sie soll außerdem auf inhaltlicher Ebene ergründen, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Interpretation die Autorinnen und die Musiker für die Sichtweise der Eurydike auf ihr eigenes Schicksal wählen. In Bezug auf die Ergebnisse des Werkvergleichs soll dann eine Antwort auf die Frage gegeben werden, ob mit dem verwendeten Interpretationskonzept bestimmte Ziele, beispielsweise mit emanzipatorischen Hintergrund oder der Konzentration auf bestimmte Themenkomplexe, verfolgt worden sein können.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung

2.1 Definition von Mythos

2.2 Strategien der Mythen-Rezeption

2.3 Der Orpheus-Mythos nach Ovid

3. Analyse

3.1 Margaret Atwood: Orpheus (1) (1984)

3.2 Saltatio Mortis: Orpheus (2011)

3.3 Ulla Hahn: Verbesserte Auflage (1981)

4. Zusammenfassung der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die moderne Rezeption des Orpheus-Mythos in der Lyrik und Musik, wobei der Fokus gezielt auf der Perspektive der Eurydike liegt, die in den ursprünglichen antiken Fassungen weitgehend stumm bleibt. Ziel ist es, durch den Vergleich ausgewählter Werke von Margaret Atwood, Ulla Hahn und der Band Saltatio Mortis zu ergründen, ob und wie diesen Autorinnen und Musikern eine emanzipatorische Neudeutung der weiblichen Figur gelingt.

  • Analyse der Rezeption des Orpheus-Mythos in zeitgenössischen Texten und Liedern
  • Untersuchung der Perspektivverlagerung auf die Figur der Eurydike
  • Interpretation von Emanzipationsansätzen innerhalb literarischer und musikalischer Mythenverarbeitung
  • Vergleich der unterschiedlichen medialen Umsetzungen (Gedicht vs. Pop-Song)
  • Hinterfragung klassischer Geschlechterrollen in der Mythen-Rezeption

Auszug aus dem Buch

3.1 MARGARET ATWOOD: ORPHEUS (1) (1984)

Das lyrische Ich des Gedichts ist Eurydike, die aus ihrer Sichtweise davon berichtet, wie sie Orpheus aus der Unterwelt folgt, während sie über ihre Beziehung reflektiert und zurückbleiben muss, als er sich zu ihr umdreht. Ihre Worte sind an Orpheus gerichtet, wie sich unter anderem an Versen wie „You walked in front of me“ (MA: 1) und „you had / already lost me“ (MA: 32-33) zeigt. In Bezugnahme zur Chronologie der Orpheus-Sage und der gewählten Zeitform ist die dargestellte Szene also vermutlich dem zweiten Tod der Eurydike nachfolgend. Es beginnt mit der Beschreibung, wie Orpheus ihr vorausgeht, auf dem Weg zurück zum Diesseits. Die Erde ist „the green light“ (MA: 3), welches für sie womöglich bereits am Ende des Pfades sichtbar wird. Doch obwohl die Farbe Grün gewöhnlich mit ‚lebendig‘ in Verbindung gebracht und mit ‚Licht‘ eindeutig positive Eindrücke vermittelt werden, wird die Oberwelt hier als bedrohlich konnotiert, da die lebende Welt in Gestalt der Schlange Eurydike bereits einmal zerstörte (Vgl. MA: 3-4).

Strophe zwei unterstreicht die passive Rolle Eurydikes. Sie folgt Orpheus, sie gehorcht ihm (Vgl. MA: 5) und zeigt keinen Widerstand. Sie beschreibt ihren Zustand als ‚numb‘ (MA: 6), aber zugleich betont sie, dass ihre Auferstehung nicht ihre eigene Wahl war (Vgl. MA: 7-8). Zu Beginn von Strophe drei sagt das lyrische Ich „By then I was used to silence“ (MA: 9). Diese Wortwahl könnte sich auf die situative Stille zwischen Orpheus und Eurydike beim Aufstieg in die irdische Welt beziehen. Sie könnte auch auf die generell fehlende Kommunikation zwischen ihnen hinweisen, was wieder Bezug nimmt auf den vorigen Satz, am Ende der zweiten Strophe, „the return to time was not my choice“ (MA: 7-8), da Orpheus die Entscheidung alleine getroffen hat, in die Unterwelt zu gehen, um sie ins Leben zurück zu holen und dann auch ohne Absprache mit ihr die Abmachung mit den Unterweltgöttern eingeht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Orpheus-Mythos als zeitloses Kulturgut ein und definiert die Forschungsfrage, die sich auf die Emanzipation der Eurydike in neuzeitlichen Werken konzentriert.

2. Einführung: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen durch die Definition des Begriffs Mythos, die Erläuterung der Mythen-Rezeption und eine knappe inhaltliche Zusammenfassung der ovidischen Version des Orpheus-Mythos.

3. Analyse: Im Hauptteil werden die Gedichte von Margaret Atwood und Ulla Hahn sowie das Lied von Saltatio Mortis detailliert auf ihre inhaltliche Gestaltung, ihre Sprachform und ihre spezifische Interpretation der Eurydike-Rolle hin untersucht.

4. Zusammenfassung der Ergebnisse: Das abschließende Kapitel fasst die Analyseergebnisse zusammen und stellt fest, dass alle untersuchten Werke den Mythos antikisierend verarbeiten, jedoch unterschiedliche Ziele hinsichtlich der Stimmgebung und Emanzipation der Eurydike verfolgen.

Schlüsselwörter

Orpheus-Mythos, Eurydike, Mythen-Rezeption, Margaret Atwood, Ulla Hahn, Saltatio Mortis, Emanzipation, Antike, Literaturwissenschaft, Geschlechterverhältnisse, Lyrik, Pop-Musik, Intertextualität, Rezeptionsästhetik, Stimme.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die neuzeitliche literarische und musikalische Rezeption des Orpheus-Mythos mit einem besonderen Fokus auf die Emanzipation der Figur Eurydike.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören Mythen-Rezeption, die Darstellung weiblicher Perspektiven in männlich dominierten Erzählungen, die Rolle von Musik und Kunst sowie gesellschaftliche Emanzipationsprozesse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, ob und wie verschiedene Autorinnen und Musiker Eurydike eine aktive Stimme geben und damit ihre Rolle innerhalb des Mythos verändern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse und den Vergleich von Primärtexten unter Rückgriff auf rezeptionsästhetische Ansätze.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse der Werke von Margaret Atwood, Saltatio Mortis und Ulla Hahn, wobei jeweils die Entstehungsgeschichte, die inhaltliche Interpretation und die spezifische Eurydike-Sicht beleuchtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Orpheus-Mythos, Eurydike, Mythen-Rezeption, Emanzipation, Geschlechterverhältnisse und literarische Stimme.

Wie unterscheidet sich die Darstellung der Eurydike bei Atwood von der bei Ulla Hahn?

Während Atwood Eurydike durch einen inneren Monolog eine kritische Stimme verleiht, führt Ulla Hahn eine aktive Handlung ein, indem Eurydike die Leier aufhebt und das Musizieren von Orpheus übernimmt.

Welchen Stellenwert nimmt das Lied von Saltatio Mortis im Vergleich zu den Gedichten ein?

Das Lied zeichnet sich dadurch aus, dass Eurydike nicht gegen Orpheus, sondern gemeinsam mit ihm singt, was eine ganz andere, harmonischere Form der tragischen Abschiedssituation betont.

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Detalles

Título
Die Stimme der Eurydike in neuzeitlicher Orpheus-Rezeption. Zu Margaret Atwood, Ulla Hahn und der Rockband "Saltatio Mortis"
Universidad
Saarland University  (Germanistik)
Curso
Singen und Dichten: Der Orpheus-Stoff
Calificación
1,3
Autor
Jenny Spanier (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
29
No. de catálogo
V370061
ISBN (Ebook)
9783668474468
ISBN (Libro)
9783668474475
Idioma
Alemán
Etiqueta
orpheus eurydike eurydice mythos mythenrezeption mythologie ovid metamorphosen margaret atwood verbesserte auflage ulla hahn saltatio mortis medienvergleich
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jenny Spanier (Autor), 2017, Die Stimme der Eurydike in neuzeitlicher Orpheus-Rezeption. Zu Margaret Atwood, Ulla Hahn und der Rockband "Saltatio Mortis", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370061
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