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Interkulturelles Lernen und Förderung der Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht

Title: Interkulturelles Lernen und Förderung der Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht

Research Paper (undergraduate) , 2017 , 52 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lazavaya Alesia (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Obwohl eine Vielfalt von Sprachen und Kulturen das europäische Erscheinungsbild prägt und sprachheterogene Klassenzimmer heutzutage zur Normalität geworden sind, herrscht in Europa ein „monolingualer Habitus“ vor, der die mehrsprachigen kommunikativen Ressourcen der Kinder und Jugendlichen kaum berücksichtigt.

In einer multikulturellen Gesellschaft behindert das monolinguale Konzept die Handlungsfähigkeit unter komplexen und heterogenen sprachlichen Umständen. Daher stellt die Förderung mutter-sprachlicher Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen in der heutigen Bildungs-diskussion ein aktuelles und vieldiskutiertes Thema dar, das in Zukunft im Rahmen der verstärkten Immigrationsflüsse und Globalisierung weiter an Bedeutung gewinnen wird.

Dadurch bedingt, dass immer mehr Schulen zu großen Teilen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund besucht werden, verändert sich die Gesellschaft und die Verschiedenheit und Vielfalt der sprachlichen Voraussetzungen, der Identitäten, Erfahrungen und Lebenshintergründe ist an diesen Schulen längst die Regel.

Sprachen waren schon immer und sind auch heute noch Instrumente der Verständigung und Integration, können aber auch als Instrumente der Ab- und Ausgrenzung verstanden werden. Damit ein Miteinanderleben in der mehrsprachigen und multikulturellen Gesellschaft möglich ist, müssen die Schülerinnen und Schüler hierauf vorbereitet werden und Konzepte zum interkulturellen Lernen und zur Mehrsprachigkeits-erziehung entwickelt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriff der Mehrsprachigkeit und der sprachlichen Minderheiten

3. Mehrsprachigkeit als Bildungsziel

4. Migrationsbedingt mehrsprachige Schülerschaft in den deutschen Schulen

5. Interkulturelles Lernen und Förderung der Mehrsprachigkeit als Aufgaben des Deutschunterrichts

6. Deutschunterricht in mehrsprachigen Kontexten – ein Vergleich der curricularen Vorgaben für das Fach Deutsch für die Gymnasien in Thüringen, Schleswig-Holstein, Bayern und Nordrhein-Westfalen

6.1 Lehrpläne Nordrhein-Westfalen

6.2 Lehrpläne Bayern

6.3 Lehrpläne Schleswig-Holstein

6.4 Lehrpläne Thüringen

6.5 Vergleich der Lehrpläne

7. Anregungen und Handlungsmöglichkeiten zur Förderung der Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht

7.1 Literaturunterricht für mehrsprachige Lernkontexte

7.1.1 Mehrsprachigkeitserziehung mit Märchen

7.1.2 Beispiel Projektarbeit: „Schulkinder spielen Märchen aus ihren Heimatländern“

7.2 Sprachreflexion im Kontext von Mehrsprachigkeit

8. Abschlussdiskussion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Deutschunterrichts in einer durch Migration geprägten, sprachlich heterogenen Gesellschaft. Ziel ist es, den Status quo der Förderung interkultureller Kompetenzen sowie der Mehrsprachigkeit in den aktuellen Lehrplänen ausgewählter Bundesländer (Nordrhein-Westfalen, Bayern, Schleswig-Holstein, Thüringen) zu analysieren und didaktische Möglichkeiten für eine stärkere Berücksichtigung sprachlicher Vielfalt im Unterricht aufzuzeigen.

  • Analyse und Vergleich der curricularen Vorgaben bezüglich Mehrsprachigkeit und interkulturellem Lernen.
  • Erarbeitung didaktischer Handlungsmöglichkeiten im Deutschunterricht.
  • Einsatz von Literatur (speziell Märchen) zur Förderung interkultureller Kompetenz.
  • Bedeutung der Sprachreflexion im Kontext eines mehrsprachigen Klassenzimmers.
  • Herausforderungen und Chancen für Lehrkräfte bei der Gestaltung eines erfahrungsoffenen, schülerzentrierten Unterrichts.

Auszug aus dem Buch

Begriff der Mehrsprachigkeit und der sprachlichen Minderheiten

Der Begriff „Mehrsprachigkeit“ bezeichnet unterschiedliche „Formen von gesellschaftlich oder institutionell bedingtem und individuellem Gebrauch von mehr als einer Sprache. Er beschreibt Sprachkompetenzen von Einzelnen wie Gruppen und verschiedene Situationen, in denen mehrere Sprachen in Kontakt miteinander kommen oder in einer Konversation beteiligt sind“ (Riehl 2014, S. 8). Der Romanist und Sprachwissenschaftler Mario Wandruszka (1979) hat einen weiten Begriff von Mehrsprachigkeit geprägt, nach dem jedes Kind mehr oder weniger mehrsprachig aufwächst, wobei es durch den Umgang mit unterschiedlichen Personen lernt, „sich sprachlich an wechselnde Situationen und Gegenüber einzustellen“ (Fürstenau/ Gomolla 2011, S. 28). Er unterscheidet bei seiner Typologie zwischen einer inneren Mehrsprachigkeit und einer äußeren (vgl. ebd.). Die innere Mehrsprachigkeit bezieht sich auf die sprachliche Differenz innerhalb der Muttersprache bzw. verschiedene Dialekte und soziale Varietäten (vgl. ebd., S. 29). Unter der äußeren Mehrsprachigkeit wird die Fähigkeit eines Individuums verstanden, im Laufe seines Lebens mehrere Fremdsprachen erwerben zu können (vgl. Roche 2012, S. 186). Im Rahmen der Zuwanderung findet der Erwerb von Fremd- oder Mischsprachen (Hybridsprachen) in der äußeren Mehrsprachigkeit seinen Ausdruck (vgl. ebd.).

Der Begriff der „sprachlichen Minderheit“ bezieht sich auf den sozialen Status von Gruppen und nicht auf die zahlenmäßige Größe (vgl. Fürstenau/ Gomolla 2011, S. 26). Dieser soziologische Minderheitenbegriff bezeichnet eine Gruppe, die soziale Benachteiligung oder politische Unterdrückung erfährt, wobei eine Einstufung nicht unveränderlich ist, sondern im sozio-politischen Kontext konstruiert wird, wie z.B. sprachlich-kulturelle oder ethnische Zugehörigkeit (vgl. Weber 1964 in: Fürstenau/ Gomolla 2011, S. 26).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die sprachliche Heterogenität in europäischen Klassenzimmern und definiert das Ziel der Arbeit, die Förderung der Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht zu untersuchen.

2. Begriff der Mehrsprachigkeit und der sprachlichen Minderheiten: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Definitionen von innerer und äußerer Mehrsprachigkeit sowie eine soziologische Einordnung des Begriffs der sprachlichen Minderheit.

3. Mehrsprachigkeit als Bildungsziel: Hier wird der Ansatz der Europäischen Union zur Förderung der Sprachenvielfalt und der Wert von Mehrsprachigkeit als pädagogisches Ziel dargelegt.

4. Migrationsbedingt mehrsprachige Schülerschaft in den deutschen Schulen: Dieses Kapitel präsentiert statistische Daten und kontextuelle Hintergründe zur sprachlichen Situation an deutschen Schulen durch Migration.

5. Interkulturelles Lernen und Förderung der Mehrsprachigkeit als Aufgaben des Deutschunterrichts: Die Anforderungen an den Fachunterricht Deutsch, interkulturelle Ansätze und die Sprachsensibilisierung als didaktische Notwendigkeit werden erörtert.

6. Deutschunterricht in mehrsprachigen Kontexten – ein Vergleich der curricularen Vorgaben für das Fach Deutsch für die Gymnasien in Thüringen, Schleswig-Holstein, Bayern und Nordrhein-Westfalen: Es erfolgt eine detaillierte Analyse und ein Vergleich der Lehrpläne der genannten Bundesländer im Hinblick auf Mehrsprachigkeit und interkulturelle Aspekte.

7. Anregungen und Handlungsmöglichkeiten zur Förderung der Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht: Das Kapitel bietet konkrete methodische Vorschläge für den Literaturunterricht, insbesondere durch den Einsatz von Märchen und Sprachreflexion.

8. Abschlussdiskussion: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die Ergebnisse des Lehrplanvergleichs und den daraus resultierenden Konsequenzen für die Lehrerausbildung sowie die Schulentwicklung.

Schlüsselwörter

Mehrsprachigkeit, Interkulturelles Lernen, Deutschunterricht, Lehrplananalyse, Sprachreflexion, Sprachbewusstheit, Migration, Schülerschaft, Minderheitensprachen, Sprachdidaktik, Schulentwicklung, Märchen, Fremdsprachenerwerb, Sprachheterogenität, Inklusion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle des Deutschunterrichts in einer durch Migration geprägten, sprachlich vielfältigen Gesellschaft und untersucht, wie interkulturelle Bildung und Mehrsprachigkeit in den Schulen gefördert werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind Mehrsprachigkeitstheorie, die Analyse aktueller Lehrpläne für das Fach Deutsch, die Didaktik der Literaturvermittlung sowie die Professionalisierung von Lehrkräften im Umgang mit sprachlicher Heterogenität.

Was ist die primäre Forschungsfrage oder das Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Stellenwert von Mehrsprachigkeit und interkulturellem Lernen in den Lehrplänen von vier ausgewählten Bundesländern (NRW, Bayern, Schleswig-Holstein, Thüringen) zu ermitteln und Möglichkeiten für eine stärkere didaktische Berücksichtigung dieser Themen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einem vergleichenden, deskriptiven Ansatz, bei dem die curricularen Vorgaben (Lehrpläne) systematisch analysiert und gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, einen detaillierten Vergleich der Lehrpläne verschiedener Bundesländer sowie einen praktischen Teil, der konkrete Handlungsmöglichkeiten für den Unterricht, wie z.B. Projektarbeit mit Märchen, vorstellt.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Mehrsprachigkeit, Interkulturelles Lernen, Sprachdidaktik, Lehrplananalyse, Migration und Sprachreflexion sind die zentralen Begriffe, die den Inhalt der Arbeit definieren.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen innerer und äußerer Mehrsprachigkeit?

Innere Mehrsprachigkeit bezieht sich laut Arbeit auf sprachliche Differenzen innerhalb der Muttersprache (z.B. Dialekte), während äußere Mehrsprachigkeit die Fähigkeit beschreibt, neben der Muttersprache weitere Fremdsprachen zu erwerben.

Welchen Stellenwert räumt die Autorin dem Projektbeispiel "Tencerecik" ein?

Das Projektbeispiel dient als konkrete Demonstration dafür, wie "Language Awareness" durch theaterpädagogische Arbeit und mehrsprachige Märchen erfolgreich in den Unterricht integriert werden kann, um sowohl Sprachkompetenz als auch interkulturelle Toleranz zu fördern.

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Details

Title
Interkulturelles Lernen und Förderung der Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht
College
Ruhr-University of Bochum  (Fakultät für Philologie, Fachdidaktik Deutsch)
Grade
1,0
Author
Lazavaya Alesia (Author)
Publication Year
2017
Pages
52
Catalog Number
V370280
ISBN (eBook)
9783668525658
ISBN (Book)
9783668525665
Language
German
Tags
Interkulturelles Lernen Mehrsprachigkeit Förderung der Mehrsprachigkeit Deutschunterricht Mehrsprachigkeitsförderung Deutschunterricht in mehrsprachigen Kontexten Literaturunterricht für mehrsprachige Lernkontexte Language Awareness „Literature Awareness“-Ansatz Mehrsprachigkeitserziehung mit Märchen Sprachreflexion im Kontext von Mehrsprachigkeit Sprachreflexion Kernlehrplan für das Fach Deutsch Migrationsbedingt mehrsprachige Schülerschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lazavaya Alesia (Author), 2017, Interkulturelles Lernen und Förderung der Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370280
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