Beinahe täglich werden wir mit Botschaften und Meldungen über die katastrophalen Zustände in weiten Teilen der Welt, allen voran Afrika, über Kriege, Hunger und Armut konfrontiert. Tageszeitungen und Nachrichten berichten über die sich verschlechternden Lebensbedingungen und über wachsende Armut in vielen Teilen der Welt, was davon zeugt, dass diese Probleme nach wie vor nicht intensiv genug bekämpft werden.
So sollen die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit in Afrika deutlich gesteigert werden. Der derzeitige Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) erhofft sich durch vermehrte Investierung in Entwicklungshilfe beispielsweise Fluchtursachen zu bekämpfen. Entwicklungshilfe hat sich inzwischen zu einem Geschäft entwickelt, in welchem Milliarden von amerikanischen Dollars aufgewendet werden. Alleine im Jahr 2007 hat die Europäische Union (EU) 73 Milliarden US Dollar in die Entwicklungshilfe investiert. Der Gesamtetat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), welcher 2014 in die Entwicklungszusammenarbeit fließen soll, beträgt 6,4 Milliarden Euro. Bis zum Jahr 2015 soll die Entwicklungshilfefinanzierung auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens ansteigen, so versprechen es die einzelnen Länder der EU, was bislang jedoch nur fünf Mitgliedsstaaten gelungen ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit
2.1. Motive und Ziele von Entwicklungszusammenarbeit
2.2. Formen der Entwicklungshilfe
2.3. Private Entwicklungshilfe
3. Entwicklungshilfe zur Sicherung der Menschenrechte und dem Recht auf Teilhabe
3.1. Armut und Teilhabe
3.2. Teilhabe durch Bildung
3.3. Gleichberechtigung als Beitrag zur Armutsminderung
4. Kritik an der Wirksamkeit von Entwicklungshilfe
4.1. Das Scheitern der Entwicklungshilfe in Afrika
4.2. Eine Zensur privater Entwicklungshilfe
5. Entwicklungshilfe im Kontext der Sozialen Arbeit
5.1. Soziale Arbeit als Entwicklungszusammenarbeit
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht kritisch die Wirksamkeit von Entwicklungshilfe im Hinblick auf die Möglichkeiten zur Teilhabe, Bildung und Gleichberechtigung für Hilfeempfänger, wobei sie insbesondere die theoretischen Grundlagen sowie die ökonomischen und sozialen Aspekte beleuchtet.
- Differenzierung zwischen Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit
- Zusammenhänge zwischen Armut, Bildung und Menschenrechten
- Kritische Analyse der Effektivität öffentlicher und privater Hilfsprojekte
- Rolle der Sozialen Arbeit im internationalen Kontext
Auszug aus dem Buch
4.1. Das Scheitern der Entwicklungshilfe in Afrika
Wann hilft Hilfe und inwieweit schafft sie Kontrolle und Abhängigkeit der Bevölkerung in den jeweiligen Entwicklungsländern? Diese Fragen müssen sich heute mehr denn je gestellt werden, da Entwicklungszusammenarbeit inzwischen zu einem Geschäft der Geberländer geworden ist. Kritik an unter anderem der afrikanischen Entwicklungszusammenarbeit kommt nicht nur von Wissenschaftlern und Hilfsorganisationen der Industriestaaten, sondern auch von den Afrikanern selbst und ist meist ökonomischer Natur. In dem beispielsweise von Europäern gespendete Kleidung in Afrika günstig verkauft wird (und nicht wie häufig angenommen gespendet), können sich einheimische Schneider nicht mehr behaupten, da sie mit diesen niedrigen Preisen nicht mithalten können, Teile der Bevölkerung wiederum kann sich diese Kleidung nicht leisten.
Gleiches gilt auch für Lebensmittelspenden, welche für die Bauern vor Ort häufig das Aus bedeuten. Damit wird der Marktwert einzelner Produkte so niedrig gehandelt, dass einheimische Händler nicht mehr mithalten können und aufgeben müssen. In einem Interview mit dem SPIEGEL erläutert der kenianische Wirtschaftsexperte James Shikwati welche schädlichen Folgen die westliche Entwicklungspolitik für Afrika hat und das Demokratie der Empfängerländer eine Grundvoraussetzung ist, denn häufig scheitert die Entwicklungshilfe durch einzelne korrupte Regierungschefs der Empfängerländer. Der von europäischen Landwirten hoch subventionierte Mais, er von Politikern der Entwicklungsländer beschlagnahmt und zu Wahlkampfzwecken wieder an die Bevölkerung verteilt, oder auf dem Schwarzmarkt verkauft wird, ist ein Beispiel, wie korrupt auch Politiker der Entwicklungsländern mit den Spenden umgehen. Des Weiteren wird den Regierungen als auch den NGOs mangelnde Effektivität vorgeworfen und das lediglich eigene ökonomische Interessen und Selbsterhaltung im Vordergrund stehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Armutssituation und hinterfragt die Wirksamkeit der aktuellen Entwicklungshilfe sowie deren Zielsetzung, Teilhabe für bedürftige Bevölkerungsgruppen zu ermöglichen.
2. Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe, erörtert Motive der Industriestaaten und unterscheidet zwischen staatlichen, multilateralen und privaten Hilfeformen.
3. Entwicklungshilfe zur Sicherung der Menschenrechte und dem Recht auf Teilhabe: Hier werden Armut als Ausschlussmechanismus analysiert und die entscheidenden Rollen von Bildung sowie Gleichberechtigung für eine nachhaltige Armutsminderung herausgestellt.
4. Kritik an der Wirksamkeit von Entwicklungshilfe: Das Kapitel setzt sich kritisch mit dem Scheitern bisheriger Hilfskonzepte in Afrika auseinander und problematisiert sowohl Korruption als auch ineffektive ökonomische Einflüsse auf lokale Märkte.
5. Entwicklungshilfe im Kontext der Sozialen Arbeit: Es wird untersucht, wie Soziale Arbeit als internationale Disziplin agiert und durch Reflexion sowie Netzwerkarbeit einen Beitrag zur Hilfe zur Selbsthilfe leisten kann.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass bisherige Entwicklungshilfe oft ineffizient war, und plädiert für einen Paradigmenwechsel hin zu Ansätzen, die wirklich Selbstständigkeit fördern.
Schlüsselwörter
Entwicklungshilfe, Entwicklungszusammenarbeit, Armut, Teilhabe, Bildung, Gleichberechtigung, Menschenrechte, Soziale Arbeit, Hilfe zur Selbsthilfe, Afrika, NGOs, Armutsbekämpfung, Empowerment, Exklusion, Inklusion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht kritisch die Wirksamkeit von Entwicklungshilfe und deren Auswirkungen auf die Lebensbedingungen, insbesondere die Teilhabemöglichkeiten der betroffenen Bevölkerung in Entwicklungsländern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Entwicklungshilfe, die Rolle von Bildung und Geschlechtergerechtigkeit, die Kritik an bestehenden Hilfsmechanismen sowie die Funktion der Sozialen Arbeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu hinterfragen, ob Entwicklungshilfe tatsächlich Armut reduzieren kann und ob sie in ihrer aktuellen Form eine echte Teilhabe für die betroffenen Menschen ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis aktueller Fachpublikationen, Strategiepapiere und wirtschaftswissenschaftlicher Analysen eine kritische theoretische Auseinandersetzung führt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Hilfe, die Bedeutung von Bildung und Menschenrechten, eine detaillierte Kritik am Scheitern der Hilfe in Afrika sowie eine Einordnung in die Soziale Arbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Entwicklungshilfe, Armutsbekämpfung, Teilhabe, Bildungsgerechtigkeit, Empowerment und Soziale Arbeit als transnationale Disziplin.
Warum wird Kritik an der privaten Entwicklungshilfe geübt?
Obwohl sie oft als flexibler gilt, wird kritisiert, dass ihr häufig die empirische Fundierung fehlt und sie mitunter lokale Produktionsstrukturen durch externe Ressourcen verdrängen kann.
Welchen Stellenwert hat Bildung in diesem Kontext?
Bildung wird als zentraler Schlüssel zur Überwindung von Armut und als fundamentales Menschenrecht betrachtet, das erst eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht.
- Citation du texte
- Josepha Barbarics (Auteur), 2014, Eine kritische Auseinandersetzung über die Wirksamkeit von Entwicklungshilfe und der damit verbunden Möglichkeit der Teilhabe für Hilfeempfänger, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370353