Diese Arbeit untersucht anhand welchen Kriterien die Entscheidung von Verkehrsunternehmen für die Teilnahme am (((eTicket Projekt, und damit der Implementierung einer Lösung nach diesem Standard, erfolgen kann.
Der (((eTicket Deutschland Standard bildet ein Grundkonzept zur elektronischen Abrechnung von Transportdienstleistungen. Durch die Nutzung der bereits implementierten VDV Kernapplikation in Kombination mit den Terminals in Bussen, Zügen und anderen Transportangeboten werden die Fahrtdaten von Kunden ermittelt und der Fahrtpreis automatisch berechnet.
Hauptsächliches Ziel des Projektes ist es, eine reibungsfreie und unkomplizierte Interoperabilität zwischen Verkehrsverbünden zu schaffen, ohne die Nutzer in den sogenannten Tarifjungel einzuweisen, der aufgrund der Vielzahl an Dienstleistungsanbietern existiert. Weiter können ermittelte Daten zur konkreten Nutzung von Transportmitteln zur Verbesserung des Angebotes genutzt werden, was allerdings in Konflikt zum Bundesdatenschutzgesetz steht. Durch die starke Vereinfachung der Bezahlvorgänge soll die Akzeptanz des ÖPNV vor allem von Gelegenheitsnutzern gesteigert werden, wodurch sich die Anzahl an Fahrten und Kunden für die Verkehrsunternehmen erhöht.
Anhand dieser Kriterien soll ein Transportdienstleister entscheiden, ob eine Implementierung eines Systems nach dem eTicket Standard wirtschaftlich ist. Das ist aufgrund der Art von Angeboten, Kundenanzahl und dem Einflussgebiet der jeweiligen Dienstleister stark unterschiedlich und kann daher nicht verallgemeinert werden. Am Ende dieser Arbeit folgt ein Fazit, das die Pro- sowie die Kontraseite des eTicket Konzeptes beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 eTicket Deutschland
2.1 Die Idee zum eTicket
2.2 Technische Umsetzung
2.2.1 Der Standard eTicket Deutschland
2.2.2 Das Rollenmodell
2.2.3 Ausbauvarianten
2.3 Beispiel zur Interoperabilität: Heilbronn/Schwäbisch Hall maybe 3
3 Volkswirtschaftliche Ziele
3.1 Interoperabilität
3.2 Simplifizierung der Vorgänge
3.3 Datenerfassung
3.4 Umweltfaktoren
4 Entscheidungsfindung
4.1 Endkunden
4.2 Verkehrsunternehmen
4.3 Serviceprovider
5 Fazit
6 Quellenangaben
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die volkswirtschaftlichen Kriterien, die Verkehrsunternehmen bei der Entscheidung für eine Implementierung des eTicket Deutschland Standards unterstützen können. Dabei werden sowohl der Nutzen für Betreiber und Verbünde als auch die Auswirkungen auf die Kundenerfahrung und der Datenschutz analysiert.
- Grundkonzept und technischer Aufbau von eTicket Deutschland.
- Volkswirtschaftliche Ziele wie Interoperabilität und Vereinfachung.
- Analyse der Entscheidungsfaktoren für Stakeholder (Endkunden, Verkehrsunternehmen, Serviceprovider).
- Bedeutung der Datenerfassung und datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen.
- Umweltauswirkungen durch optimierte Vernetzung von Mobilitätsangeboten.
Auszug aus dem Buch
2.2 Technische Umsetzung
Der eTicket Deutschland Standard ist ein Konzept, welches zur elektronischen Abrechnung von Transportdienstleistungen und der automatischen Fahrtpreisberechnung dienen soll. Der Standard soll Verkehrsunternehmen dazu dienen, eine mit anderen Dienstleistern interoperable Lösung zu implementieren. Prinzipiell sieht das Konzept drei Hauptmodule vor, die Zusammen die Systembasis zum eTicket bilden. [3]
Naheliegend ist als ersten Hauptbestandteil das Nutzermedium zu nennen. Beim Nutzermedium handelt es sich um den Teil des eTickets, welcher direkt vom Endkunden genutzt wird. Für das Nutzermedium stehen verschiedene Varianten zur Verfügung. Zum einen das eTicket in Form einer Chipkarte, wie man sie z.B. von Kreditkarten kennt, oder aber andere Mobilgeräte, wie etwa Smartphones oder Tablets, die sich bereits im Besitz von Kunden befinden. Diese Nutzermedien verbleiben beim Kunden und speichern Informationen über Einstiegs- und Ausstiegshaltestellen, sowie die gelösten Tickets bei Fahrscheinkontrollen. [3]
Weiter sind die sogenannten Terminals Bestandteil des Gesamtsystems. Diese befinden sich an Haltestellen, in Zügen und Bussen und an anderen Stellen, an denen Verkehrsdienstleistungen, wie z.B. carsharing, angeboten werden. Durch aktivieren der Terminals durch das Nutzermedium wird signalisiert, dass das jeweilige Transportmittel genutzt wird. [3]
Als backend-Basis des Systems steht die VDV-Kernapplikation, die von der VDV-KA GmbH & Co. KG implementiert und verwaltet wird. Diese Kernapplikation bildet die Zentrale für die Datenverwaltung und Auswertung. Die Terminals sind mit dem backend vernetzt und senden die erzeugten Daten an das backend, wo die Daten dann für die Abrechnung ausgewertet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik des eTicket Deutschland Standards und Vorstellung der Fragestellung bezüglich der Implementierungskriterien.
2 eTicket Deutschland: Erläuterung der zugrunde liegenden Idee, der technischen Module und der verschiedenen Ausbaustufen des Standards.
3 Volkswirtschaftliche Ziele: Analyse der positiven Effekte durch Interoperabilität, Prozessvereinfachung, Datenoptimierung und ökologische Vorteile.
4 Entscheidungsfindung: Untersuchung der verschiedenen Interessengruppen (Kunden, Unternehmen, Provider) und deren spezifische Anforderungen an das System.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Vor- und Nachteile des Konzepts mit Ausblick auf die notwendige Standardisierung.
6 Quellenangaben: Auflistung der verwendeten Literatur und Verweise.
Schlüsselwörter
eTicket Deutschland, VDV-Kernapplikation, Interoperabilität, ÖPNV, Check-in-Check-out-System, Datenerfassung, Bundesdatenschutzgesetz, Verkehrsunternehmen, Mobilitätsmanagement, Tarifdschungel, Fahrgeldmanagement, Chipkarte, Standardisierung, Infrastruktur, Nahverkehr.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert das Konzept "eTicket Deutschland" aus einer volkswirtschaftlichen Perspektive und untersucht, welche Kriterien für Verkehrsunternehmen bei der Einführung dieses Systems ausschlaggebend sind.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Kernbereichen zählen die technische Architektur, die Ziele der Interoperabilität, die datenschutzrechtlichen Herausforderungen sowie die unterschiedlichen Interessen der beteiligten Marktteilnehmer.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt danach, welche Kriterien Verkehrsunternehmen bei der Entscheidung für eine Teilnahme am eTicket-Projekt beachten müssen und welcher Nutzen dabei für die verschiedenen Stakeholder entsteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es handelt sich um eine konzeptionelle Analyse und Literaturrecherche, die bestehende Standards und Fallbeispiele wie das Projekt in Heilbronn/Schwäbisch Hall wissenschaftlich einordnet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert untersucht?
Der Hauptteil beleuchtet die technische Umsetzung, das Rollenmodell des Standards, volkswirtschaftliche Zielsetzungen sowie die spezifischen Entscheidungsgrundlagen für Endkunden, Betriebe und Serviceprovider.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe eTicket Deutschland, Interoperabilität, VDV-Kernapplikation und ÖPNV-Digitalisierung definieren.
Wie unterscheidet sich die dritte Ausbauvariante des eTicket-Systems?
Die dritte Variante nutzt ein "Check-in-Check-out-System" (CiCo), das dem Kunden eine automatische Fahrtpreisberechnung ermöglicht, ohne dass der Fahrgast sich aktiv um Tariffragen kümmern muss.
Welche Rolle spielt das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) in diesem Kontext?
Das BDSG ist essenziell, da die detaillierte Datenerfassung zur Abrechnung zwar Vorteile bietet, aber im direkten Konflikt mit den Anforderungen an Datensparsamkeit und Zweckbindung steht.
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- Felix Wisser (Autor), 2016, (((eTicket Deutschland eine volkswirtschaftliche Analyse, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370450