Meine fiktive Unterrichtsstunde findet in der 9a des X-Gymnasiums statt. Die Schule befindet sich in X. Die Mehrzahl der Schüler dieser Klasse haben einen Migrationshintergrund. Die ,,a-Klassen“ dieser Schule sind zudem inklusiv. In der Klasse gibt es 28 Schülerinnen und Schüler, 16 davon kommen aus der Türkei, Syrien oder Tunesien. Die übrigen zwölf sind deutsche Kinder ohne Migrationshintergrund. Zwei der deutschen Kinder haben eine Lese-Rechtschreib-Schwäche und ein tunesischer Schüler ADHS. Grundsätzlich sind die Schüler dieser Klasse motiviert und geschichtlich interessiert, dennoch kommt es ab und an zu Auseinandersetzungen zwischen den deutschen Schülerinnen und Schülern mit den ausländischen Schülern. Dies ist generell ein Problem auf diesem Gymnasium, weswegen es in den Pausen auch immer zur Gruppenbildung kommt. Um genau dort anzusetzen, wird im Geschichtsunterricht das Thema Migration behandelt. Es passt zu der Lebenswelt der Schüler und soll ihnen einen reflektierten Blickwinkel auf ihren Umgang miteinander geben und dadurch die Klassengemeinschaft stärken.
In einer 9. Klasse erwarte ich einen regen Austausch zu dem Thema und erhoffe neue Erkenntnisse für die Schülerinnen und Schüler. Im besten Fall überdenken sie ihre aktuelle Einstellung zu dem Thema Migration, welches auch extrem durch die Flüchtlingskrise geprägt ist, und tauschen sich mit ihren ausländischen Klassenkameraden über deren eigenen Erfahrungen oder die ihrer Eltern und Großeltern aus. Aber nicht nur die deutschen Schülerinnen und Schüler sollen einen neuen Einblick in das Thema Migration bekommen, auch die ausländischen Schüler sollen erfahren, warum die deutschen eine ablehnende Haltung gegenüber den Migranten haben und ihnen dabei helfen eine neutrale Meinung zu bilden, damit die Klasse im besten Fall zu einer Gemeinschaft wird in der jeder den anderen akzeptiert wie er ist. Unabhängig von ihrer Herkunft.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Beschreibung der Lerngruppe
2. Fachwissenschaftliche Analyse
3. Didaktische Analyse
3.1 Modell nach Klafki
3.2 Modell nach Kösel, Reich und Voß
3.3 Modell nach Rüsen
3.4 Grundfragen der Unterrichtsplanung/Subjektorientierter Unterricht
4. Planung
4.1 Überblick/Einstieg
4.2 Beginn der Gruppenarbeit
4.3 Präsentation der Gruppenarbeit: Der Museumsrundgang
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit entwickelt ein didaktisches Konzept für den Geschichtsunterricht in einer 9. Klasse, um mittels autobiografischer Quellen das Thema Migration zu behandeln. Das primäre Ziel ist es, die Urteils- und Handlungskompetenz der Schülerinnen und Schüler zu fördern, Vorurteile abzubauen und ein reflektiertes Verständnis für unterschiedliche Migrationserfahrungen und -gründe zu schaffen.
- Didaktische Modellierung von Migrationsgeschichte im Unterricht
- Förderung von Urteils- und Handlungskompetenz
- Einsatz autobiografischer Quellen als Zugangsweg
- Methodenvielfalt durch Think-Pair-Share und Museumsrundgang
- Stärkung der Klassengemeinschaft durch Perspektivwechsel
Auszug aus dem Buch
3.2 Modell nach Kösel, Reich und Voß
Als zweites soll ein Augenmerk auf das systemisch-konstruktivistische Didaktikmodell von Kösel. Reich und Voß eingegangen werden. Hier steht das Bewusstmachen der Mehrperspektivigkeit im Zentrum. Die Perspektive des Lehrers ist objektiv, die des Lerners subjektiv. Der Mensch, Schüler wie Lehrer, ist durch äußere Einflüsse nicht beeinflussbar, sondern eher anregbar. Wie stark die Ausprägung der Anregung ist, hängt immer vom Individuum ab. Der Inhalt des Unterrichts hat für jeden Lerner einen anderen Wert und das muss man bei der Unterrichtsplanung berücksichtigen. Man kann nicht vorhersagen, was von dem jeweiligen Schüler als brauchbar oder nützlich erachtet wird. Genau das ist auch die Schwierigkeit bei der Unterrichtsplanung. Die Lehrperson kann nicht jedem Lerner gerecht werden. Deswegen wird die Gruppeneinteilung in diesem Unterrichtsentwurf durch den Lehrer eingeteilt. Dies soll dazu führen, dass die Schülerinnen und Schüler sich auch einmal mit einem Thema beschäftigen, welches sie nicht freiwillig gewählt hätten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibung der Lerngruppe: Die Einleitung skizziert die heterogene Zusammensetzung einer fiktiven 9. Klasse und begründet die Relevanz des Themas Migration für die Klassengemeinschaft.
2. Fachwissenschaftliche Analyse: Dieses Kapitel beleuchtet historische Aspekte der Migration in Deutschland und thematisiert die Herausforderungen und Ausgangslagen für Kinder mit Migrationshintergrund im Schulsystem.
3. Didaktische Analyse: Es werden verschiedene bildungstheoretische und geschichtsdidaktische Modelle analysiert, um einen theoretischen Rahmen für die Unterrichtsplanung zu schaffen.
4. Planung: Hier wird das konkrete Unterrichtskonzept für die dreistündige Einheit detailliert beschrieben, inklusive der gewählten Methoden wie Museumsrundgang und der Lernziele.
5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass ein autobiografischer Zugang maßgeblich dazu beiträgt, Urteils- und Handlungskompetenzen zu fördern und das Schulklima durch den Abbau von Vorurteilen zu verbessern.
Schlüsselwörter
Migration, Geschichtsunterricht, Autobiografische Quellen, Urteilskompetenz, Handlungskompetenz, Didaktik, Gruppenarbeit, Museumsrundgang, Klassengemeinschaft, Subjektorientierung, Inklusion, Historisches Erzählen, Kompetenzorientierung, Migrationshintergrund.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit entwirft ein unterrichtspraktisches Konzept für den Geschichtsunterricht zum Thema Migration, das speziell auf eine heterogene 9. Klasse zugeschnitten ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die historische Aufarbeitung von Migration, didaktische Planungsmethoden sowie die soziale Integration innerhalb eines Klassenverbands.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Förderung der Urteils- und Handlungskompetenz der Schülerinnen und Schüler durch einen empathischen, autobiografischen Zugang zum Thema Migration.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fachdidaktische Analyse verschiedener theoretischer Modelle (Klafki, Rüsen u.a.) und wendet diese auf ein geplantes, fiktives Unterrichtsszenario an.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch didaktische Modelle sowie die konkrete Ausgestaltung und methodische Einordnung der Unterrichtsreihe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Migration, Urteilskompetenz, autobiografische Quellen und den geschichtsdidaktischen Ansatz der Subjektorientierung geprägt.
Warum wird speziell der autobiografische Zugang gewählt?
Dieser Zugang soll es den Schülern ermöglichen, sich mit den persönlichen Beweggründen für Flucht und Migration zu identifizieren, um die Thematik greifbarer zu machen und Vorurteile abzubauen.
Wie trägt die Gruppenarbeit zur Zielerreichung bei?
Die Gruppenarbeit fördert die Kooperation und zwingt die Schüler dazu, sich mit unterschiedlichen Perspektiven auseinanderzusetzen, was durch die Methode des Museumsrundgangs vertieft wird.
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- Alina Willkomm (Author), 2017, Welche Kompetenzen fördert ein autobiografischer Zugang beim Thema Migration?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370911