Lebensmittelunverträglichkeiten. Ein Überblick über Zöliakie


Seminararbeit, 2016

12 Seiten, Note: Sehr gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Allgemeines
1.1 Krankheitsbild
1.2 Ursachen
1.3 Symptome
1.4 Diagnose
1.5 Komplikationen
1.6 Therapie

2. Präsenz der Thematik in den öffentlichen Medien

3. Wo bekomme ich Hilfestellungen im Raum Oberösterreich?

4. Umgang mit Zöliakie im sozialpädagogischen Umfeld

5. Quellenverzeichnis
5.1 Literaturquellen
5.2 Internetquelle

Einleitung

Ich habe mich dazu entschlossen mich im Rahmen meiner Seminararbeit in Gesundheitslehre mit Lebensmittelunverträglichkeiten auseinanderzusetzen, da ich im letzten Jahr aufgrund meiner veränderten gesundheitlichen Situation mit dieser Thematik konfrontiert wurde. Aufgrund meiner Symptome zogen diverse Ärzte Lebensmittelunverträglichkeiten als Auslöser der Beschwerden in Betracht und ich habe mich deswegen auch verstärkt mit den einzelnen Unverträglichkeiten, vor allem mit Laktoseintoleranz und Zöliakie auseinandergesetzt und meine Ernährung für einige Wochen umgestellt. Schlussendlich konnte sowohl die Ernährungsumstellung, als auch ein im Krankenhaus durchgeführter Atemtest den Ausbruch der Unverträglichkeiten nicht bestätigen.

Diese Thematik hat in letzter Zeit nicht nur für mich persönlich an Bedeutung zugenommen, sondern ist auch in meinem Freundeskreis sehr aktuell, da auch hier diverse Lebensmittelintoleranzen, wie Laktoseintoleranz, Zöliakie und Sorbitunverträglichkeit bei zwei meiner Freundinnen vor kurzem diagnostiziert oder zumindest vermutet werden. Demzufolge wurde und werde ich nach wie vor durch zahlreiche Gespräche, Arztempfehlungen und Erfahrungen mit laktose- und glutenfreien Produkten konfrontiert, weswegen die Thematik in meinem Leben an Aktualität bislang nicht verloren hat.

Um das Themengebiet einzugrenzen wird in dieser Seminararbeit in erster Linie auf die Zöliakie eingegangen. In Anlehnung an die Anforderungen bezüglich dieser Seminararbeit werden zunächst allgemeine Auskünfte zur Thematik gegeben, welche Informationen zum Krankheitsbild, den Ursachen, den Symptomen, der Diagnose, den möglicherweise auftretenden Komplikationen und der Therapie beinhalten. Anmerkungen und Beispiele bezüglich der Aktualität der Thematik in den Medien, Informationen zu Hilfestellen im regionalen Umfeld, sowie eine persönliche Einschätzung der Möglichkeiten im Umgang mit der Erkrankung im sozialpädagogischen Berufsfeld runden die Arbeit ab.

1. Allgemeines

1.1 Krankheitsbild

„Zöliakie ist eine Erkrankung, die primär unsere Verdauungsorgane betrifft.“ ( Hiller 2006, S. 12) Betroffene vertragen das Getreideeiweiß Gluten nicht, welches in Roggen, Gerste, Weizen und Hafer (vgl. Hiller 2006, S. 12), sowie in Dinkel und Grünkern enthalten ist. Gluten kann in kleinen Mengen auch in Magerkäse, Wurst, Fertiggerichten und Konserven als Teil eines Zusatzstoffes vorkommen, muss in diesem Fall jedoch nicht als Bestandteil des Produkts angegeben werden (vgl. Kircher 2001, S. 28). Obwohl es so scheint, als ob diverse Nahrungsmittelintoleranzen erst in letzter Zeit zu vieldiskutierten und oft diagnostizierten Erkrankungen geworden sind, handelt es sich bei der Zöliakie um keine moderne Zivilisationkrankheit. Bereits 200 v. Christus beschrieb ein griechischer Arzt erstmals die Symptome der Erkrankung (vgl. Hiller 2006, S. 40f).

Wenn Menschen mit Glutenunverträglichkeit das Getreideeiweiß zu sich nehmen kommt es zu Veränderungen in der Darmschleimhaut, da die fingerförmigen Ausstülpungen (Zotten), welche die ganze Darmschleimhaut besiedeln, völlig abflachen und sich entzünden. Somit verschwindet auch der Bürstensaum, der die Darmzotten umgibt und Enzyme für die Verdauung bildet. Bei Personen mit Glutenunverträglichkeit kommt es durch den Mangel an Verdauungsenzymen zu einer geringeren Nährstoffaufnahme und in weiterer Folge zu Nährstoff-, Vitamin- und Mineralstoffmängeln. Durch die entzündete Darmschleimhaut entstehen außerdem weitere Beschwerden, welche im Kapitel ‚Ursachen‘ vorgestellt werden (vgl. Hiller 2006, S. 13f). Allerdings wachsen die Darmzotten bei Betroffenen wieder nach, wenn die Ernährung nach der Diagnose glutenfrei erfolgt (vgl. Kircher 2001, S. 22).

1.2 Ursachen

Die Ursache für eine Glutenunverträglichkeit liegt in der Vererbung. Ungefähr ein Viertel der Bevölkerung trägt die genetische Veranlagung in sich, jedoch nur bei zwei Prozent kommt es tatsächlich zur Entwicklung einer Zöliakie. Für den Ausbruch der Erkrankung können Virusinfekte verantwortlich sein. Bei vielen Patienten machen sich die ersten Symptome aber auch bemerkbar, wenn es kurz davor zu Belastungen im körperlichen oder seelischen Bereich gekommen ist. Wenn die genetische Veranlagung vorhanden ist kann die Zöliakie in jeder Phase des Lebens auftreten (vgl. Hiller 2006, S. 36). Somit können Ernährungsfehler nicht als Auslöser einer Zöliakieerkrankung gelten.

1.3 Symptome

Grundsätzlich kann es bei der Zöliakie zu einer Vielzahl an verschiedenen Beschwerden kommen, was die Diagnose erschwert. Auffallend ist, dass sich die Symptome besonders im Kindesalter von jenen erwachsener Betroffener unterscheiden (vgl. Hiller 2006, S. 16).

Bei Kindern machen sich die Zöliakie und die damit verbundenen Symptome meist beim Umstieg von Milchnahrung auf getreidehaltige Lebensmittel erstmals bemerkbar. Es kommt dabei vor allem zu heftigen Durchfällen und starkem Gewichtsverlust. Weitere Merkmale, die auf eine Zöliakieerkrankung beim Kind hinweisen sind verzögertes Wachstum, vermehrt auftretende Bauchschmerzen verbunden mit Blähungen, auffallend häufiger und hell gefärbter Stuhl, schwache Muskulatur und Entzündungen im Bereich der Mundschleimhaut. Schlechte Laune, häufiges Schreien bei Babys, Müdigkeit und Blässe können auch auf eine Zöliakieerkrankung hinweisen. Mittlerweile wird eine Zöliakieerkrankung beim Kind oft erst relativ spät erkannt, da sie meist lange gestillt werden und im Anschluss dessen allergenarm ernährt werden. Durch die spätere Zufuhr von Getreide äußern sich die oben genannten Symptome nicht mehr so stark, weswegen oft erst im frühen Schulalter die Diagnose gestellt wird (vgl. Hiller 2006, S. 16ff).

Auch bei einer Erkrankung im Erwachsenenalter treten die Symptome zunächst in schwacher Form auf. Nächtlich auftretende Knochenschmerzen, Krämpfe und Kalziummangel sind oft die ersten Anzeichen. Später kommt es dann zu Anomalitäten der Verdauung, welche sich in abwechselnd auftretenden Durchfällen und Verstopfungen, sowie Blähungen, Völlegefühl und Übelkeit äußern. Antriebslosigkeit, dunkle Augenringe, Eisenmangel im Blutbild, Aphten im Mund, eine plötzlich auftretende Laktoseintoleranz, starker Gewichtverlust, ungewollte Kinderlosigkeit bei Frauen (vgl. Hiller 2006, S. 18f), Karies und extrem schlanke Arme und Beine weisen ebenfalls auf eine Glutenunverträglichkeit hin (vgl. Kircher 2001, S. 21).

1.4 Diagnose

Die Diagnose einer Glutenunverträglichkeit erfolgt durch drei Schritte. Zuerst werden mit einer Ärztin/einem Arzt die Symptome der Patientin/des Patienten besprochen und bewertet. Bei Verdacht auf eine Glutenunverträglichkeit erfolgen daraufhin ein Antikörpernachweis im Blut und im Anschluss an ein positives Ergebnis eine Untersuchung der Darmschleimhaut (vgl. Hiller 2006, S. 24). Diese drei Schritte, insbesondere der letzte Schritt, sind unbedingt notwendig um eine Zöliakie mit Sicherheit diagnostizieren zu können. Darum macht es erst Sinn nach Beendigung dieser drei Schritte mit der Ernährungsumstellung zu beginnen (vgl. Kircher 2001, S. 21).

Wenn die Beschwerden nach der Ernährungsumstellung nicht abnehmen, sollten weitere mögliche Nahrungsmittelunverträglichkeiten abgeklärt werden. Vor allem Laktose-, Fruktose- und Histaminintoleranzen treten häufig in Verbindung mit der Zöliakie auf (vgl. Hiller 2006, S. 30). Aber auch Ernährungsfehler, diverse Komplikationen und eine gestörte Funktion der Bauchspeicheldrüse können der Grund für anhaltende Beschwerden sein (vgl. Kircher 2001, S. 25).

1.5 Komplikationen

Erfolgt bei einer Zöliakie keine Umstellung auf glutenfreie Ernährung besteht ein hohes Risiko für die Betroffenen mit schwerwiegenden Komplikationen konfrontiert zu werden. Zunächst verstärken und vermehren sich die für das Krankheitsbild typischen Symptome. Bei Kindern kommt es beispielsweise zu massiven Wachstumsdefiziten, die kaum mehr aufgeholt werden können. Weiters können sich die Darmschleimhautentzündungen ausbreiten und somit weitere Organe befallen, wie zum Beispiel die Leber und die Bauchspeicheldrüse (vgl. Hiller 2006, S. 42).

Bei Frauen führt eine ignorierte oder nicht diagnostizierte Glutenunverträglichkeit zu unregelmäßigen Zyklen, häufigeren Fehlgeburten, verminderten fruchtbaren Tagen im Monatszyklus, sowie spät einsetzender Menstruation und einem frühen Beginn der Wechseljahre. Somit steigt bei den betroffenen Frauen die Wahrscheinlichkeit eines unerfüllten Kinderwunsches (vgl. Hiller 2006, S. 43).

Eine weitere Komplikation bildet das erhöhte Risiko der Entwicklung bösartiger Gewebeveränderungen im gesamten Verdauungsbereich (vgl. Hiller 2006, S. 43). Das Entstehen von Krebs im Dünndarm stellt die schwerwiegendste Komplikation dar und tritt erst nach mehreren Jahren auf (vgl. Kircher 2001, S. 23).

1.6 Therapie

Lange wurde vermutet, dass es sich bei der Zöliakie um eine Kinderkrankheit handelt, die im Jugendalter verschwindet. Diese Annahme wurde jedoch widerlegt. Somit gilt die Glutenunverträglickeit heute als unheilbar. Die Symptome lassen sich allerdings durch eine vollständige und kontinuierliche bzw. lebenslange Ernährungsumstellung beheben, was ein beschwerdefreies Leben ermöglicht, da sich die Darmschleimhaut wieder aufbaut und vollständig funktionstüchtig wird, solange sie nicht mit Gluten in Kontakt kommt (vgl. Hiller 2006, S. 19f). Somit besteht die Therapie der Zöliakie einzig in einer strengen glutenfreien Ernährung. Im Schnitt dauert es zwei Jahre bis der neue Lebensstil als normaler Alltag empfunden wird und die Beschwerden weitgehend verschwunden sind (vgl. Kircher 2001, S. 23).

Auf dem Markt gibt es inzwischen viele glutenfreie Getreideprodukte, wie zum Beispiel Brot und Nudeln. Außerdem muss seit 2005 bei verpackten Lebensmitteln möglicherweise enthaltenes Gluten deklariert werden (vgl. Hiller 2006, S. 60). Auch die seit kürzlich verpflichtenden Allergenangaben in Restaurants etc. erleichtern mittlerweile eine glutenfreie Ernährung.

2. Präsenz der Thematik in den öffentlichen Medien

Im Zeitraum zwischen Aufgabenstellung und Abgabe dieser Seminararbeit konnte ich keinen Artikel über Zöliakie in den von unserem Haushalt abonnierten Zeitungen und Zeitschriften finden. Im TV wurde allerdings am 22.09.2016 in ‚heute mittag‘ im ORF ein Interview mit einer Gesundheitsexpertin zum Thema Zöliakie gesendet. Da ich mich schon länger mit dieser Thematik auseinandersetze und auch auf mögliche Informationen aus den Medien achte, kann ich sagen, dass das Thema Zöliakie eher selten aufgegriffen wird. Allerdings gibt es in letzter Zeit sehr viele Beiträge und Berichte über Darmerkrankungen und deren Ursachen und Symptome, da von einer gestörten Darmfunktion immer mehr Menschen betroffen sind, was mir persönlich auch sehr stark im Verwandten- und Freundeskreis auffällt. Da es laut Ärzten eine Vielzahl an Ursachen und Auslösern gibt, wie beispielsweise diverse Krankheiten, verschiedene Lebensmittelallergien und das inzwischen weit verbreitete Reizdarmsyndrom (ungefährliche, aber unangenehme und unheilbare Störung der Darmfunktion), die meist sehr ähnliche Symptome aufweisen, gestaltet sich eine eindeutige Diagnose oft als langwierig und schwierig und kann aus eigener Erfahrung oft einen Ärztemarathon zur Folge haben. Da der Bedarf an möglichst vielen Informationen demzufolge in der Bevölkerung groß ist, wird in letzter Zeit auffallend oft über diese Thematik in den öffentlichen Medien berichtet, was natürlich die Zöliakie als häufig auftretende Lebensmittelunverträglichkeit in gewisser Weise einschließt. Allerdings bin ich auf Broschüren der Firma Schär zum Thema ‚Zöliakie‘ gestoßen, welche sich im Anhang befinden. Diese Firma ist besonders bekannt für die Herstellung glutenfreier Lebensmittel (vgl. Dr. Schär Deutschland GmbH o.J.).

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Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Lebensmittelunverträglichkeiten. Ein Überblick über Zöliakie
Note
Sehr gut
Autor
Jahr
2016
Seiten
12
Katalognummer
V371278
ISBN (eBook)
9783668495340
ISBN (Buch)
9783668495357
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Didaktik, Pädagogik, Gesundheitslehre, Gesundheit, Kinder, Jugendliche, Allergie, Lebensmittelallergie, Guten, Glutenunverträglichkeit, Zöliakie
Arbeit zitieren
Stefanie Loibingdorfer (Autor), 2016, Lebensmittelunverträglichkeiten. Ein Überblick über Zöliakie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371278

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