Mit der steigenden Zahl der älteren Bevölkerung oder in Zusammenhang mit einer lebensbedrohlich chronisch fortschreitenden Krankheit leiden immer mehr Menschen an einer Sehbehinderung. Das Sehen ist in hohem Masse relevant für die Partizipation am Leben in fast all seinen Situationen. Es zeigt sich, dass eine Sehbehinderung mit zusätzlicher physischer Beeinträchtigung verminderte Zuversicht und Hoffnung in die eigene Zukunft ergibt und somit die Lebensqualität vermindert.
Palliative Care stützt und sichert die Lebensqualität von Menschen mit einer chronisch fortschreitenden oder lebensbedrohlichen Krankheit. Dieses integrative Review hat daher zum Ziel, die Bedeutung der Sehbehinderung am Lebensende wissenschaftlich zu erfassen und in Zusammenhang mit dem Konzept der Palliative Care zu bringen. Damit werden neue Erkenntnisse für die Stützung und Sicherung der Lebensqualität für Menschen mit Sehbehinderung am Lebensende erlangt.
Aus dem Inhalt:
- Sehbehinderung;
- Palliative Care;
- Lebensqualität;
- Lebensende;
- quality of life
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemdarstellung
1.2 Motivation
1.3 Zielsetzung und Fragestellung
1.4 Abgrenzung
2 Methodisches Vorgehen
3 Darstellung der Ergebnisse
3.1 Relevante begriffliche und konzeptionelle Grundannahmen
3.2 Bedeutung der Sehbehinderung am Lebensende
3.3 Sicherung der Lebensqualität von Menschen mit einer
3.4 Sehbehinderung am Lebensende
4 Diskussion und Schlussfolgerung
4.1 Reflexion anhand vorhandener Fachliteratur
4.2 Schlussfolgerungen für die Praxis
4.3 Grenzen und Ausblick der Arbeit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung von Sehbehinderungen am Lebensende im Kontext der Palliative Care, um Ansätze zur Stützung und Sicherung der Lebensqualität für betroffene Patienten durch interprofessionelle Unterstützung zu identifizieren.
- Bedeutung der Sehbehinderung am Lebensende
- Einflussfaktoren (medizinisch, familiär, sozial, kognitiv)
- Optimierung der Symptomkontrolle und Entscheidungsfindung
- Rolle der interprofessionellen Zusammenarbeit
- Bedeutung von Palliative Care und Spiritualität
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Medizinische Faktoren
Die SB ist zum grössten Teil eine Alterserscheinung (Golde, 2007, S. 5; Seifert & Schelling, 2014). Auch das Auge bleibt vom Fortschreiten des Alterns nicht verschont und die altersbedingten Volkskrankheiten fördern diesen Prozess (Kampamann et al., 2015, S. 2). Die vier häufigsten Augenkrankheiten (AMD, Glaukom, diabetische Retinopathie und Katarakt) waren 2006 für ungefähr 70% aller SB verantwortlich (Bertram, Gante & Hilgers, 2014, S. 757; Heussler, Seibl & Wildi, 2013; Spring et al., 2014, S. 8; Trauzettel-Klosinski, 2015, S. 659).
Diese erhöhten sich in den letzten dreizehn Jahren in Deutschland massiv. Sie sind auf eine steigende Lebenserwartung und ein längeres Überleben mit Grunderkrankungen zurückzuführen (Trauzettel-Klosinski, 2015, S. 657). Besonders stark nahm die Zahl der AMD in den Altersgruppen ab 70 Jahren und die diabetische Retinopathie zu (Bertram et al., 2014). Die SB kann des Weiteren durch Lidfehlstellungen, Tumore, Gesichtsfeldeinschränkungen bei Schlaganfall und neurologischen Erkrankungen auftreten (Chahin, Balcer, Miller, Zahng & Galetta, 2015, S. 1; Kampamann et al., 2015, S. 18). So ist z.B. beim Parkinson Syndrom die Anpassung der Übergänge von schwachen zu starken Kontrasten beeinträchtigt (Lin et al., 2015, S. 125). Das heisst, dass SB in verschiedenster Art und Weise einschränkt. Sie geht meistens mit chronisch, fortschreitenden Krankheiten einher.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die Problematik von Sehbehinderungen am Lebensende, die Motivation zur wissenschaftlichen Bearbeitung und die Zielsetzung der Arbeit unter Einbeziehung des Konzepts Palliative Care.
2 Methodisches Vorgehen: Das Kapitel erläutert das gewählte Design des integrativen Reviews sowie den systematischen Rechercheprozess in medizinischen und pflegewissenschaftlichen Datenbanken.
3 Darstellung der Ergebnisse: Hier werden die Ergebnisse der Literaturanalyse synthetisiert, wobei verschiedene Einflussfaktoren wie medizinische, familiäre, soziale und kognitive Dimensionen auf die Lebensqualität beleuchtet werden.
4 Diskussion und Schlussfolgerung: In diesem Kapitel werden die Resultate kritisch reflektiert, Empfehlungen für die Praxis abgeleitet sowie die Grenzen der vorliegenden Arbeit aufgezeigt.
Schlüsselwörter
Sehbehinderung, Lebensende, Palliative Care, Lebensqualität, Symptomkontrolle, interprofessionelle Zusammenarbeit, Alterserscheinung, Coping Strategie, visuelle Rehabilitation, Spiritualität, Angehörigenbetreuung, psychosoziale Unterstützung, Assessment, Autonomie, Hilfsmittel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Herausforderungen und Auswirkungen von Sehbehinderungen bei Menschen am Lebensende und wie diese durch Palliative Care fachgerecht begleitet werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit analysiert medizinische, psychologische, soziale und spirituelle Einflussfaktoren sowie die Notwendigkeit von spezifischen Assessments und interprofessioneller Betreuung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein wissenschaftliches Verständnis für die Bedeutung von Sehbehinderungen am Lebensende zu entwickeln und Handlungsempfehlungen für die Palliative-Care-Praxis abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein integratives Review durchgeführt, das eine systematische Literaturrecherche und eine kritische Synthese verschiedener Studienergebnisse umfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die verschiedenen Faktoren – wie medizinische, kompensatorische, orientierungsbezogene, finanzielle, familiäre, kommunikative und kognitive Aspekte – der Sehbehinderung am Lebensende detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Sehbehinderung, Palliative Care, Lebensqualität, Symptomkontrolle, interprofessionelle Zusammenarbeit und Coping-Strategien.
Warum ist das "SENS"-Modell für diese Arbeit relevant?
Das SENS-Modell dient als Grundlage für eine professionelle, patientenorientierte Palliative Care und strukturiert die Begleitung entlang der Punkte Symptomkontrolle, Entscheidungsfindung, Netzwerk und Support.
Welche Rolle spielt die Familie bei sehbehinderten Menschen am Lebensende?
Die Familie fungiert als wichtigstes Netzwerk. Eine unterstützende, nicht bevormundende Begleitung stärkt das Selbstwertgefühl der Betroffenen, während Überlastung bei pflegenden Angehörigen zu depressiven Symptomen führen kann.
- Citation du texte
- Barbara Dessauer (Auteur), 2016, Die Bedeutung der Sehbehinderung am Lebensende und ihre Begleitung in der Palliative Care, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371467