Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

Der heilige Krieg von Sultan Saladin

Legitimation, Mobilisierung und Ausweitung seiner Herrschaft

Title: Der heilige Krieg von Sultan Saladin

Term Paper , 2016 , 35 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Mehmet Akyazi (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die folgende Arbeit beschäftigt sich insbesondere mit dem Dschihad von Saladin, welcher zur Legitimation, Mobilisierung und Ausweitung seiner Herrschaft diente. Der Dschihad von Saladin wird anhand von verschiedenen Aspekten seiner Herrschaftszeit beleuchtet und viele Parallelen zu der Politik seiner Vorgänger oder auch zu religiösen Bestimmungen werden sich wiederfinden lassen. Ohne Frage war Saladin ein wichtiger Gegenspieler der Kreuzfahrer, vor allem nach der Eroberung von Jerusalem im Jahr 1187. Er wurde zu den bekanntesten islamischen Herrschern in Europa und ging als „edler Heide“ in die europäische Geschichtsschreibung ein und für viele Muslime gilt er noch immer als Freiheitsheld. Allerdings sind die Verhältnisse auf der muslimischen Seite von der deutschen Kreuzzugsforschung eher vernachlässigt worden. Diese Arbeit stützt sich daher auf die Werke von Hannes Möhring, der eine der wenigen geschichtswissenschaftlichen Biographien zu Saladin verfasst hat. Grundlegend ist auch das Werk vom italienischen Arabisten und Orientalisten Francesco Gabrieli, der bedeutsame arabische Quellen zu den Kreuzzügen ausgewählt und übersetzt hat. Viele weitere Bezüge gibt es auch zu verschiedenen Arbeiten der Islamwissenschaft oder Orientalistik, da diese vor allem den Einblick in die muslimische Perspektive veranschaulichen können.

Mit Beginn der Kreuzzüge richteten immer mehr westliche Chronisten ihre Aufmerksamkeit auf den Glauben der Muslime. Für die zeitgenössischen Universalchronisten war der Glaube das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zum muslimischen Gegner. Der Islam wurde aber nur selten als monotheistische Religion begriffen und anerkannt, in den meisten Fällen galt der muslimische Glaube als Heidentum polytheistischer Ausprägung oder sogar als Häresie des Christentums. Auf der anderen Seite haben Christen und Juden zwar eine gesonderte Stellung als „Schriftbesitzer“ (ahl al-kitab) im Islam eingenommen und können nicht unmittelbar zu den Ungläubigen oder Polytheisten gezählt werden, allerdings sollte sich das Verständnis hiervon noch in der Zeit vom Propheten Mohammed ändern und damit auch im Koran. Als Mohammed versuchte, eine neue und nicht-stammesbezogene Gemeinschaft der Umma in Medina zu etablieren, weigerten die jüdischen Gruppen sich in diese Gemeinschaft einzugliedern, da sie hierfür den Islam und Mohammed als Propheten anerkennen mussten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Zersplitterung im Dar al-Islam

2.1. Die Ausgangssituation vor dem Ersten Kreuzzug

2.2. Der Dschihad und die Zengiden

2.3. Der Sturz der Fatimiden in Ägypten

2.4. Die Usurpation von Saladin

3. Der Dschihad gegen die Kreuzfahrer

3.1. Die Vereinigung im Dar-al Islam

3.2. Die Mobilisierung zum Dschihad

3.3. Der Siegeszug von Saladin

3.4. Die Eroberung von Jerusalem und Reaktionen

3.5. Der Dritte Kreuzzug und die Verteidigung im Dar al-Islam

4. Saladin in der zeitgenössischen und modernen Rezeption

5. Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die zentrale Rolle des Dschihad-Konzepts für die Herrschaft Saladins, insbesondere in Bezug auf die Legitimation, Mobilisierung und territoriale Ausweitung seiner Macht innerhalb der islamischen Welt während der Zeit der Kreuzzüge. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie Saladin religiöse Propaganda nutzte, um politische Ziele zu verfolgen und eine Einigung des zerstrittenen Dar al-Islam unter seinem Kommando zu forcieren.

  • Historische Analyse der Zersplitterung der islamischen Welt vor und während der Kreuzzüge.
  • Untersuchung der Dschihad-Propaganda als Instrument zur Machtlegitimation und Herrschaftssicherung.
  • Die Rolle Saladins beim Sturz der Fatimiden und der Konsolidierung seiner Herrschaft.
  • Vergleich der zeitgenössischen Wahrnehmung Saladins im Orient und Okzident (Bild des „edlen Heiden“).
  • Analyse der Dynamik zwischen militärischen Erfolgen und diplomatischen Zweckbündnissen.

Auszug aus dem Buch

3.3. Der Siegeszug von Saladin

Es steht in Frage, ob Saladin bereits im Jahr 1187 die Entscheidungsschlacht suchte oder lediglich einen Dschihad demonstrieren wollte, denn noch im selben Jahr schloss er Frieden mit dem Fürstentum Antiochia und schrieb auch einen Brief an seinen Berater, in dem Tripolis oder Antiochia als Eroberungsziele nicht in Betracht kommen würden. Das Verhältnis von Saladin zu Raimund von Tripolis war ohnehin nicht nur in dieser Zeit umstritten. So soll Raimund während der Thronfolgekrise im Jahr 1186 auf die Unterstützung von Saladin gezählt haben und auch viele arabische sowie fränkische Quellen weisen darauf hin, dass Raimund während seiner Regentschaft für Balduin V. den Thron für sich selbst anstrebte. Nach der Krönung von Guido soll er sich demnach erneut an Saladin gewandt haben und Michael Köhler sieht in seiner Studie über die Allianzen und Verträge zwischen den fränkischen und islamischen Herrschern weniger eine strategische Absicht von Saladin, die Franken spalten zu wollen, sondern stellt sogar die Frage, ob der Sultan nur als Oberherr Jerusalem kontrollieren wollte, während Raimund sich ihm unterordnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die religiöse und politische Ausgangslage des mittelalterlichen Nahen Ostens ein und definiert den Begriff des Dschihad sowie die Bedeutung des Dar al-Islam.

2. Die Zersplitterung im Dar al-Islam: Dieses Kapitel beleuchtet die politischen Machtkämpfe, den Niedergang der Fatimiden und den Aufstieg der Zengiden als Voraussetzungen für Saladins Herrschaftsantritt.

3. Der Dschihad gegen die Kreuzfahrer: Hier wird Saladins militärische und propagandistische Strategie analysiert, die von der Vereinigung des Islam über die Schlacht von Hattin bis hin zur Eroberung Jerusalems und der Verteidigung gegen den Dritten Kreuzzug reicht.

4. Saladin in der zeitgenössischen und modernen Rezeption: Dieses Kapitel untersucht den Wandel von Saladins Bild in der europäischen und muslimischen Geschichtsschreibung, vom „Antichristen“ zum „edlen Heiden“.

5. Ausblick: Der Ausblick resümiert, wie Saladin die Zersplitterung beendete, und stellt die Frage, inwieweit der Dschihad ein universelles politisches Konzept für den islamischen Herrschaftsraum darstellte.

Schlüsselwörter

Saladin, Dschihad, Kreuzzüge, Dar al-Islam, Legitimation, Herrschaftsgeschichte, Jerusalem, Hattin, Fatimiden, Zengiden, Mahdi, Islamische Welt, Zeitgenössische Rezeption, Außenpolitik, Bündnispolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Person Saladins und seiner gezielten Nutzung des Dschihad-Begriffs zur Legitimierung seiner Macht, Mobilisierung seiner Untertanen und zur Ausweitung seiner Herrschaft im Nahen Osten.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die Überwindung innerislamischer Zersplitterungen, das Verhältnis zwischen politischen Zweckbündnissen und religiöser Propaganda sowie der Wandel des Bildes von Saladin in der Geschichte.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, wie Saladin durch die Propagierung des Dschihad seinen Führungsanspruch im Dar al-Islam festigte und welche Rolle diese Rhetorik bei den militärischen Konflikten mit den Kreuzfahrern spielte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine geschichtswissenschaftliche Analyse zeitgenössischer arabischer Quellen (wie Ibn al-Athir und Imad ad-Din) sowie moderner Biographien und Fachliteratur zur Kreuzzugsforschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch den Sturz der Fatimiden durch Saladin, seine Usurpation in Syrien, die entscheidende Schlacht bei Hattin, die Rückeroberung Jerusalems sowie die diplomatischen Verhandlungen mit Richard Löwenherz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Saladin, Dschihad, Kreuzzüge, Herrschaftslegitimation und die Dynamik der Machtverhältnisse im 12. Jahrhundert charakterisiert.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Fatimiden in diesem Kontext?

Die Arbeit stellt den Niedergang des fatimidischen Kalifats als eine wesentliche Voraussetzung für Saladins Aufstieg dar, da durch den Sturz Ägyptens und die sunnitische Restauration die nötigen Ressourcen für seinen Machtkomplex frei wurden.

Welchen Stellenwert nimmt die "Mahdi-Erwartung" in der Arbeit ein?

Die Arbeit diskutiert, dass Saladin von einigen Zeitgenossen als Mahdi-Gestalt glorifiziert wurde, betont jedoch, dass Saladin selbst kaum Anstrengungen unternahm, diese messianische Rolle aktiv zu fordern.

Excerpt out of 35 pages  - scroll top

Details

Title
Der heilige Krieg von Sultan Saladin
Subtitle
Legitimation, Mobilisierung und Ausweitung seiner Herrschaft
College
University of Duisburg-Essen  (Historisches Institut)
Grade
1,0
Author
Mehmet Akyazi (Author)
Publication Year
2016
Pages
35
Catalog Number
V371977
ISBN (eBook)
9783668506992
ISBN (Book)
9783668507005
Language
German
Tags
Saladin Dschihad Ayyubiden Ägypten Kreuzzug Jerusalem 1187 Hattin Sultan Heiliger Krieg Herrschaft Ausweitung Mobilisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mehmet Akyazi (Author), 2016, Der heilige Krieg von Sultan Saladin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371977
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  35  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint