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Rilkes Übertragungen der Sonette von Louize Labé

Title: Rilkes Übertragungen der Sonette von Louize Labé

Seminar Paper , 2004 , 22 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: Emel Deyneli (Author)

French Studies - Literature
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Auch Rainer Maria Rilke wurde heftig wegen seiner Übertragungen1 der 24 Sonette von Louize Labé verrissen. Von seinen Freunden wiederum bekam er die nötige Anerkennung und das Lob, das er brauchte. Doch einige Zeitgenossen und auch aktuelle Kritiker waren anderer Meinung. Hierzu kamen stets folgende Fragen, die immer in der Diskussion mitschwangen: Wie kann ein Mensch unseres Jahrhunderts Gedichte übersetzen, die eine junge Frau vor vier Jahrhunderten verfaßt hatte ? Ist dies Übertragung in die deutsche Sprache überhaupt möglich ? Was ist eine gute oder gar schlechte Übertragung ? „ I have tried to write alive English and to do what my authors might have done if they were writing their poems now and in America.“2 sagte Robert Lowell als er zu seiner Veröffentlichung der Imitations kritisiert wurde. Robert Lowell hatte mehrere Gedichte von Baudelaire bis Rilke übersetzt, doch er erhielt letzten Endes nur Kritik für seinen Größenwahn3 wie John Simon ihn kurzerhand kritisierte. Ich werde im Folgenden versuchen, einige Antworten auf diese Fragen zu finden und einen kleinen Überblick über die Sonett - Übertragungen von Rilke zu schaffen. Am Ende werde ich einige Vergleiche zu anderen Übertragungen (von K. Kraus und M. Fahrenbach – Warendorff) ziehen, indem ich sie den Übertragungen Rilkes gegenüberstelle.

Excerpt


Struktur der Arbeit

0. Einleitung

1. Rilke und Louize Labé

1.1. Louize Labé – „la belle cordière“

1.2. Rilke und die Übertragungen der „lieblichen Sonette“ der Lyoneserin

2. Das Problem der Übertragung

2.1. Die Differenz des Übersetzens (Hahn-Matthusen. 1999)

2.2. Der Kritiker Karl Kraus

3. Die Sonettenübertragung bei RILKE

3.1. Drei Kritikpunkte nach Gertrud vom Steeg

3.1.1. Milderung und Auflösung der festen Gefüge

3.1.2. Umgehung des ICHs

3.1.3. Abschwächung der ursprünglichen Stärke des französischen Wortes

3.2. Das wunderbare 18. Sonett

3.3. Das kritikwürdige 2. Sonett

4. Schlußbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht Rilkes Übertragungen der 24 Sonette von Louize Labé, analysiert die dabei auftretenden Problematiken des Übersetzens im Vergleich zu anderen zeitgenössischen und modernen Interpretationen und bewertet die Qualität der Übertragungsleistung Rilkes anhand spezifischer Kritikpunkte.

  • Biografischer Kontext von Louize Labé und ihr Verhältnis zu Rilke
  • Theoretische Auseinandersetzung mit der Problematik der literarischen Übersetzung
  • Analyse der Übertragungskritik durch Zeitgenossen wie Karl Kraus
  • Detaillierte Untersuchung ausgewählter Sonette (insb. Sonett 2, 4 und 18)
  • Vergleich von Rilkes Übertragungsstil mit dem von Monika Fahrenbach-Warendorff

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Milderung und Auflösen der festen Gefüge

Im 2. Sonett stehen die Ausrufe ihres Schmerzes nebeneinander: Zehn Zeilen beginnen mit dem Ausruf „O!“. Rilke verwendet ihn nur für den Anfang der beiden Vierzeiler und noch einmal in der zweiten Zeile des ersten Verses.

Bei Labé heißt es „O désirs obstinez“ Rilke lockert dies in „Sehnsucht, die nicht nachgibt“ auf.

Im 4. Sonett findet man ebenso eine Milderung einer Aufzählung im zweiten Vierzeiler:

Quelque travail, dont assez me donna, Ob er mit Drohungen nach mir gehascht

quelque menasse et procheine ruine: mir Mühsal auflud, mehr als nötig, oder

Quelque penser de mort qui tout termine.... mir zeigte, wie es endet: Tod oder Moder-,....

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Einführung in die Thematik der Rilke-Übertragungen sowie Formulierung der zentralen Forschungsfragen zur Qualität und Möglichkeit der Übersetzung von Lyrik aus dem 16. Jahrhundert.

1. Rilke und Louize Labé: Porträt der Dichterin Louize Labé und Darstellung der Umstände, unter denen Rilke mit ihren Werken in Berührung kam und diese übersetzte.

2. Das Problem der Übertragung: Erörterung allgemeiner Übersetzungstheorien anhand von Heather Hahn-Matthusen sowie Vorstellung der vehementen Kritik von Karl Kraus an Rilkes Arbeit.

3. Die Sonettenübertragung bei RILKE: Detaillierte Untersuchung von Rilkes Übertragungen unter Berücksichtigung von Gertrud vom Steegs Kritikpunkten und Analyse spezifischer Sonette (2, 18).

4. Schlußbemerkung: Synthese der Ergebnisse, die Rilkes Leistung ambivalent bewertet und den textnahen Ansatz von Fahrenbach-Warendorff als Alternative hervorhebt.

Schlüsselwörter

Rainer Maria Rilke, Louize Labé, Lyrikübersetzung, Sonett, Übertragungskritik, Karl Kraus, petrarkistische Stilelemente, deutsche Literatur, Lyoneserin, literarischer Vergleich, Monika Fahrenbach-Warendorff, "la belle cordière", Sprachvergleich, Gedichtanalyse, 16. Jahrhundert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Übertragungen der 24 Sonette der Lyoneser Dichterin Louize Labé durch Rainer Maria Rilke und deren literaturwissenschaftlicher Einordnung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten gehören das Leben der Labé, die Übersetzungsproblematik von Lyrik aus dem 16. Jahrhundert in das 20. Jahrhundert und die Kritik durch Zeitgenossen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Qualität von Rilkes Übertragungen zu prüfen und aufzuzeigen, an welchen Stellen er den ursprünglichen Ausdruck mildert oder verändert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, bei der sie Rilkes Übersetzungen direkt mit dem französischen Original und anderen Übersetzern gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Übersetzungsproblemen, die Auseinandersetzung mit Karl Kraus als Kritiker sowie eine detaillierte Textanalyse konkreter Sonette.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Rilke, Louize Labé, Übersetzungstheorie, Sonette, Sprachkritik und literarischer Vergleich.

Wie bewertet die Autorin Rilkes Umgang mit dem französischen Original?

Die Autorin erkennt Rilkes Einfühlungsvermögen an, kritisiert jedoch, dass er oft zu stark seine eigene Persönlichkeit einfließen lässt und die ursprüngliche Stärke des französischen Wortes abschwächt.

Warum spielt Karl Kraus in der Untersuchung eine Rolle?

Karl Kraus war ein einflussreicher Zeitgenosse und Literaturkritiker, der Rilkes Übertragungen vehement ablehnte und eine eigene Version anbot, weshalb er als wichtiger Kontrastpunkt dient.

Was zeichnet die Übertragungen von Fahrenbach-Warendorff aus?

Sie werden als textnäher und emotional passender im Hinblick auf das Original empfunden, wobei die Autorin hier eine besondere Affinität zwischen der Übersetzerin und der Dichterin vermutet.

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Details

Title
Rilkes Übertragungen der Sonette von Louize Labé
College
University of Marburg  (ROmaistik)
Course
Rilke und die frz.Literatur
Grade
1,4
Author
Emel Deyneli (Author)
Publication Year
2004
Pages
22
Catalog Number
V37226
ISBN (eBook)
9783638366359
ISBN (Book)
9783638728423
Language
German
Tags
Rilkes Sonette Louize Labé Rilke Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Emel Deyneli (Author), 2004, Rilkes Übertragungen der Sonette von Louize Labé, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37226
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