Als Roy Lichtenstein 1961 mit der Übernahme von trivialen Comic-Bildern in die Kunst beginnt, wird dies von Kunstliebhabern als Spott empfunden. Die Comic-Werke erscheinen zu banal und gewöhnlich, um überhaupt ernst genommen zu werden und so gegensätzlich zu Lichtensteins vorherigen Werken, die im Stil des abstrakten Expressionismus gehalten waren.
Kritiker diskutieren daraufhin, ob seine Werke neben ihrer Unterhaltsamkeit überhaupt relevant für Fragen der Kunst seien und es wird angezweifelt, ob es sich überhaupt um ernst zu nehmende Kunst handelt. Auf den ersten Blick wirken sie wie einfache Kopien trivialer Comics, bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass Lichtenstein die Vorlagen transformiert und auch kritisch reflektiert. Meine These ist, dass die Comic-Werke sogar
parodistische Elemente enthalten. Was parodiert wird und wodurch die Parodie zum Ausdruck kommt, soll in dieser Arbeit untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der Begriff Parodie
- Hintergründe: Vom expressionistischen Stil zum Comic
- Lichtensteins Zeichnungen
- Unterschiede zur klassischen Zeichnung
- Comic-Vorlagen
- Comic-Gemälde
- Parodien in den Comic-Gemälden am Beispiel „Drowning Girl“
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die parodistischen Elemente in den Comic-Werken Roy Lichtensteins. Sie beleuchtet, wie Lichtenstein durch die Übernahme von Comic-Motiven in seine Kunst die gängigen Vorstellungen von Kunst provozierte und die Grenzen zwischen Hoch- und Trivial-Kultur in Frage stellte.
- Die Definition des Begriffs "Parodie" und seine Anwendung auf die Kunst Lichtensteins
- Die Hintergründe für Lichtensteins Stilwandel vom Expressionismus zum Comic
- Die Analyse der Comic-Vorlagen und ihre Transformation in Lichtensteins Gemälden
- Die parodistischen Elemente in Lichtensteins Comic-Gemälden anhand des Beispiels „Drowning Girl“
- Der Einfluss von Lichtensteins Werken auf die Kunstgeschichte und die Diskussionen um Hoch- und Trivial-Kultur
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Forschungsfrage der Arbeit vor und führt in die Thematik der parodistischen Elemente in Lichtensteins Comic-Werken ein. Anschließend wird der Begriff der Parodie definiert und anhand von Beispielen aus der Literaturwissenschaft erläutert.
Kapitel 3 beleuchtet die Hintergründe von Lichtensteins Stilwandel vom expressionistischen Stil zum Comic. Es werden seine Zeichnungen analysiert und im Vergleich zur klassischen Zeichnung betrachtet, um die parodistischen Elemente in seinem frühen Werk aufzuzeigen.
Kapitel 4 widmet sich den Comic-Vorlagen, die Lichtenstein für seine Gemälde nutzte. Dabei wird vor allem auf die Bedeutung der Disney-Charaktere und der DC Comics für sein Schaffen eingegangen.
Kapitel 5 erläutert den Entstehungsprozess von Lichtensteins Comic-Gemälden und stellt die Unterschiede zwischen Comic und Tafelmalerei heraus.
Kapitel 6 untersucht die parodistischen Elemente in Lichtensteins Comic-Gemälden anhand des Beispiels „Drowning Girl“.
Schlüsselwörter
Roy Lichtenstein, Pop Art, Comic, Parodie, Expressionismus, Abstrakter Expressionismus, Trivial-Kultur, Hoch-Kultur, Kunstgeschichte, Kunstkritik, „Drowning Girl“
Häufig gestellte Fragen
Warum wurden Roy Lichtensteins Comic-Werke anfangs kritisiert?
Kritiker empfanden sie als zu banal, gewöhnlich und als bloße Kopien trivialer Alltagskultur, die keinen Platz in der "hohen Kunst" hätten.
Was parodiert Lichtenstein in seinen Gemälden?
Er parodiert sowohl die Pathosformeln des abstrakten Expressionismus als auch die Klischees und die industrielle Ästhetik der Comic-Hefte.
Wie transformiert Lichtenstein seine Comic-Vorlagen?
Durch Vergrößerung, die Betonung der Benday-Dots (Punktraster) und eine bewusste Komposition, die über die einfache Vorlage hinausgeht.
Was zeigt das Werk "Drowning Girl" beispielhaft?
Es zeigt die dramatische Zuspitzung eines Comic-Klischees und wie Lichtenstein durch formale Strenge eine Distanz zum trivialen Inhalt schafft.
Welche Bedeutung hat Lichtenstein für die Pop Art?
Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter, der die Grenzen zwischen Hoch- und Trivialkultur (High and Low) radikal in Frage stellte.
- Citation du texte
- Stefanie Aha (Auteur), 2017, Roy Lichtenstein und der Comic. Provokation in den Comic-Werken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372318