Seit vielen Jahrzehnten entwickeln sich jugendliche Subkulturen und verschwinden oftmals wieder nach einiger Zeit. So erging es beispielsweise den jugendlichen Halbstarken in den 50er Jahren und den Hippies der 60er Jahre. Jugendlichen Subkulturen wird sich auch in dieser Hausarbeit gewidmet.
Im Folgenden wird ein Vergleich von Werteorientierungen, Deutungen und Wertungen jugendlicher Subkulturen der Techno- sowie der rechten Skinhead- Subkultur angestrebt. Diese beiden Subkulturen sind bewusst ausgewählt worden, weil diese laut Kandlbinder zu den jugendlichen Subkulturen unserer Gegenwart gehören. Zur Auswahl standen zwar noch andere Jugendsubkulturen wie die Rap-Subkultur, die aktuell ist und polarisiert, jedoch würden mehr als zwei jugendliche Subkulturen aller Voraussicht nach den Rahmen dieser Seminararbeit überschreiten. Bei der Literaturrecherche fiel bereits auf, dass die Subkultur der Skinheads sehr vielfältig ist und man diesen Begriff konkretisieren muss.
Daher wurde an dieser Stelle entschieden, sich im Folgenden ausschließlich mit rechtsradikalen Skinheads zu beschäftigen, weil diese unter anderem oft in der öffentlichen Diskussion stehen. Daher wird bezüglich der Darstellung der rechten Skinhead-Subkultur insbesondere Literatur von Klaus Farin, Manfred Stock und Dieter Baacke genutzt. Zum Vergleich wird die Techno-Subkultur herangezogen, weil allein die Anzahl an Personen, die sich der Techno-Subkultur bisher angeschlossen haben, enorm ist. Dies wird deutlich, wenn man sich die Teilnehmerzahlen der Technoveranstaltung „Love Parade“ vor Augen führt: zu Anfang der Love Parade im Jahr 1989 waren es lediglich 100 Teilnehmer, nur ein Jahre später waren es bereits etwa 2000 Besucher.
Um die Werteorientierungen, Deutungen und Wertungen der Techno-Subkultur darzustellen, wird unter anderem Literatur von Ronald Hitzler, Michaela Pfadenhauer, Dieter Baacke und Roland Eckert herangezogen. Letztlich ist es sowohl eine Politik als auch Soziologie übergreifende Thematik und eignet sich somit als Thema einer Hausarbeit im sozialwissenschaftlichen Studium. Das Erkenntnisinteresse liegt darin, die Werteorientierungen, Deutungen und Wertungen der Techno- sowie der Skinhead-Kultur zu beschreiben und zu erläutern und im Anschluss daran die Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten darzustellen und zu verdeutlichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Jugend
2.2 Kultur
2.2.1 Subkultur
2.2.2 Jugendkultur
2.2.3 Jugendsubkultur
3 Techno-Subkultur
3.1 Werteorientierung
3.2 Deutungen und Wertungen
4 Rechte Skinhead-Subkultur
4.1 Werteorientierung
4.2 Deutungen und Wertungen
5 Vergleich
5.1 Gemeinsamkeiten
5.2 Unterschiede
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Werteorientierungen, Deutungen und Wertungen der jugendlichen Techno-Subkultur sowie der rechten Skinhead-Subkultur, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrer Struktur und ihrem Selbstverständnis aufzuzeigen.
- Soziologische Einordnung des Begriffs der Jugendsubkultur
- Analyse der zentralen Werte in der Techno-Szene
- Untersuchung der ideologischen und sozialen Aspekte bei rechtsextremen Skinheads
- Vergleichende Betrachtung von Gemeinschaftsformen und Konsumverhalten
Auszug aus dem Buch
3.1 Werteorientierung
Die jugendliche Techno-Subkultur orientiert sich an vier zentralen Werten. Dazu zählen Liebe, Friede, Spaß und Einheit (Baacke 1999: 122). Diese Werte gehen Hand in Hand und kommen besonders dann zum Ausdruck, wenn sich Raver zu Tanz-Veranstaltungen in Clubs oder bei Paraden wie beispielsweise der Love Parade treffen. Oft sind diese Werte auch Bestandteil des Mottos der Love Parades, die von 1989-2006 in Berlin stattfanden. Das Motto der ersten Love Parade 1989 war „Friede, Freude, Eierkuchen“ (Heinrich 2009: 1). Die Raver äußern ihren möglichen Protest als verspielte und spaßgeladene Demonstration auf Veranstaltungen wie der Love-Parade und sind als Darstellung der eigenen Lebensgefühle zu verstehen (Kemper 2004: 213). Christine Steffen beschreibt die Atmosphäre auf Techno-Veranstaltungen als friedlich, freundlich und gewaltfrei. Dies ist unter anderem auch darauf zurückzuführen, dass diese Gewaltfreiheit zwar nicht eingefordert, angepriesen oder verteidigt wird (Steffen 1995: 179), sondern sozial kontrolliert und stabilisiert wird (Hitzler/Pfadenhauer 2001: 19). Raver nehmen an Techno-Veranstaltungen teil, weil sie die friedvolle Atmosphäre im Gegensatz zu beispielsweise der Skinhead-Subkultur oder der Punk-Subkultur als erheblich ansprechender und erlebenswerter beurteilen (Kemper 2004: 216).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der jugendlichen Subkulturen ein und begründet die Auswahl der Techno- sowie der rechten Skinhead-Subkultur als Untersuchungsgegenstand.
2 Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel liefert die theoretische Basis durch die Definition zentraler soziologischer Begriffe wie Jugend, Kultur, Subkultur und Jugendkultur.
3 Techno-Subkultur: Der Abschnitt beleuchtet die Entstehung der Techno-Szene, ihre spezifischen Werte wie Liebe, Friede und Einheit sowie deren gemeinschaftsbildende Bedeutung.
4 Rechte Skinhead-Subkultur: Hier wird die Subkultur der rechten Skinheads hinsichtlich ihrer Werteorientierungen, gewaltsamen Ausdrucksformen und ideologischen Abgrenzungen analysiert.
5 Vergleich: Dieses Kapitel stellt die Gemeinsamkeiten, insbesondere den ausgeprägten Gemeinschaftsgedanken, sowie die Unterschiede im sozialen Umgang und Alkoholkonsum gegenüber.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet die Erkenntnisse im Rahmen der seminaristischen Hausarbeit ein.
Schlüsselwörter
Jugendsubkultur, Techno-Subkultur, rechte Skinhead-Subkultur, Werteorientierung, Gemeinschaft, Identität, Jugendkultur, Sozialwissenschaften, Love Parade, Subkultur, Rassismus, Partydrogen, Gruppendynamik, Soziologie, Vergemeinschaftung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit setzt sich mit soziologischen Aspekten jugendlicher Subkulturen auseinander, indem sie die Techno-Szene und die rechtsextreme Skinhead-Szene gegenüberstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Werteorientierung, der Selbstdeutung und der sozialen Interaktion innerhalb der ausgewählten jugendlichen Gruppen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die spezifischen Merkmale der jeweiligen Lebenswelten zu beschreiben und durch einen Vergleich Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in ihren Wertesystemen herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die auf etablierten soziologischen Definitionen und einschlägiger Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Techno-Subkultur und der rechten Skinhead-Subkultur, jeweils mit Fokus auf ihre Entstehung, Werte und ihr Auftreten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Subkultur, Identität, Werteorientierung, Gemeinschaft und Soziologie beschreiben den Kern der Untersuchung.
Wie unterscheidet sich der Gemeinschaftsbegriff in der Techno-Szene von dem der Skinhead-Szene?
Während in der Techno-Szene die Einheit durch gemeinsames, friedliches Tanzen und eine Art "Techno-Familie" betont wird, basiert der Zusammenhalt bei den rechten Skinheads stärker auf einer exklusiven Gruppenzugehörigkeit, die sich oft durch eine harte Abgrenzung nach außen und gewaltsames Auftreten definiert.
Warum wird im Rahmen der Arbeit explizit zwischen "Techno" und "rechten" Skinheads differenziert?
Die Differenzierung ist notwendig, da der Begriff "Skinhead" ein breites Spektrum von politisch unpolitischen bis hin zu rechtsextremen Gruppen umfasst und für die Untersuchung ein präziser, wissenschaftlich greifbarer Gegenstand gewählt werden musste.
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- Johanna Günther (Autor), 2013, Vergleich von Werteorientierungen, Deutungen und Wertungen jugendlicher Subkulturen anhand der Techno- sowie der (rechten) Skinhead-Subkultur, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372401