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Die Alternanz des Dativs mit "ad" und des Akkusativs in Ciceros "Epistulae ad Atticum"

Eine Korpusanalyse

Title: Die Alternanz des Dativs mit "ad" und des Akkusativs in Ciceros "Epistulae ad Atticum"

Bachelor Thesis , 2016 , 60 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Hanna Schellhorn (Author)

Latin philology - Medivial and Modern Latin
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Summary Excerpt Details

Er ist der Albtraum eines jeden Schülers und einer jeden Schülerin im Französischunterricht, mit dem sie dennoch bereits im ersten Lehrjahr konfrontiert werden: le complément objet indirect. Anders als im Deutschen wird dieser nicht mit einem Kasus, dem Dativ, wiedergegeben, sondern mit der Präposition à und dem darauffolgenden Objekt. Deshalb ist es nötig, bei jedem Verb dazuzulernen, wie das nachfolgende Komplement konstruiert wird. Zu dieser Kategorie gehören viele Beispiele aus dem Bereich der Kommunikation und des Transfers: donner qc à qn, demander qc à qn, dire qc à qn, envoyer qc à qn, écrire qc à qn etc. Die Liste dieser Verben ist lang und bereitet der Mehrheit der deutschen Muttersprachler zumindest zu Beginn ihrer französischen Sprachkarriere Schwierigkeiten.

Diese Tatsache ist der historischen Entwicklung des Romanischen zu verdanken. Denn wenn man zu dessen lateinischen Ursprüngen, der Wurzel des Französischen, zurückgeht, bildete eine Anzahl an Kasus, von denen jeder einzelne bestimmte grammatische Funktionen übernahm, einen erheblichen Teil der Syntax. Doch gab es in diesem System eine entscheidende Schwachstelle. Viele Fälle besaßen je nach Deklinationsart die gleiche Endung. So kam es, dass die Funktion von Endungen allmählich von Präpositionen übernommen wurde, um dadurch größere Klarheit zu schaffen und eventuelle Missverständnisse zu vermeiden.

Der Wechsel zwischen dem Kasus und ad mit Akkusativ ist durchaus kein Phänomen, was sich erst vermehrt in der nachklassischen Zeit finden lässt. Es dient eine Korpusanalyse der epistulae ad Atticum von Cicero als Datengrundlage. Die Verben dare, mittere und scribere stehen im Mittelpunkt der Betrachtungen. Normalerweise vom Dativ gefolgt, bezeichnen sie einen Akt des Übergebens und des Transfers, ähnlich wie die Verben im Französischen, die mit dem complément objet indirect gebildet werden. Somit sind sie gut für diese Studie geeignet, denn sie repräsentieren sozusagen die Basis für die Entwicklung eines wichtigen Aspekts der französischen Grammatik.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 ad mit Akkusativ statt Dativ – ein Phänomen des Spätlateins?

2 Kasus und Präposition im Vergleich

2.1 Lateinischer Dativ

2.2 Präposition ad

2.3 Fazit

3 Semasiologische Kategorisierungen

3.1 Nominales und pronominales Komplement

3.2 Finite oder infinite Verbform

3.3 Mündliche oder übertragene Lesart

3.4 Fazit

4 Theorie der Absenz oder Präsenz des Empfängers

4.1 Ausgangsposition

4.2 Hypothese

4.3 Überprüfen der Hypothese an den Belegen aus ad Atticum

4.3.1 dare

4.3.2 mittere

4.3.3 scribere

4.4 Fazit

5 Theorie der Konkretheit oder Abstraktheit der Handlung

5.1 Hypothese

5.2 Differenz zwischen Konkretheit und Abstraktheit

5.2.1 scribere

5.2.2 mittere

5.3 Differenz zwischen Belebtheit oder Unbelebtheit

5.4 Fazit

6 Theorie der Zugehörigkeit des gesendeten Objekts

6.1 Ausgangsposition und Hypothese

6.1.1 mittere

6.1.2 scribere

6.2 Fazit

7 Resümee

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Alternanz des lateinischen Dativs mit der präpositionalen Konstruktion "ad" und Akkusativ im Briefwechsel Ciceros mit Atticus. Das Hauptziel besteht darin, zu analysieren, ob sich hinter dem sprachlichen Wechsel zwischen Kasus und Präposition eine systematische Regelmäßigkeit verbirgt, die über das rein stilistische Prinzip der "variatio" hinausgeht, und inwiefern diese Entwicklung als Vorläufer des französischen "complément objet indirect" verstanden werden kann.

  • Analyse der Ersatzphänomene des lateinischen Dativs durch "ad" + Akkusativ.
  • Untersuchung der Rolle der räumlichen Distanz (in-praesentia vs. in-absentia) bei der Wahl der Konstruktion.
  • Überprüfung semantischer und kontextueller Einflussfaktoren wie Konkretheit, Abstraktheit und Belebtheit.
  • Evaluierung der Hypothesen zur "Zugehörigkeit" und zum Status des Empfängers (Haupt- vs. Zweitempfänger).
  • Diachrone Einordnung des Phänomens im Kontext der Entwicklung zum romanischen Sprachsystem.

Auszug aus dem Buch

4.3.1 dare

Der Präpositionalausdruck wird laut Fedriani und Prandi dann verwendet, wenn ein Empfänger einer Nachricht bezeichnet wird, der in absentia, also nicht persönlich anwesend ist. Das impliziert einen Transfer von einer gewissen Quelle zu einem räumlich distanzierten Endpunkt. Die folgende Auswahl an Beispielen aus dem Briefwechsel zwischen Cicero und Atticus sollen diese Theorie veranschaulichen. Da es sich um Kommunikation über ein Medium handelt, ist klar, dass beide beteiligten Parteien nicht direkt miteinander im Gespräch sind und somit eine räumliche Trennung vorliegt. Logischerweise wird das indirekte Objekt, Atticus, immer mit ad und Akkusativ gebildet, da er sich meist in einer anderen Stadt oder gar in einem anderen Land als Cicero aufhielt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 ad mit Akkusativ statt Dativ – ein Phänomen des Spätlateins?: Dieses Kapitel führt in die Problematik des Formensynkretismus ein und erläutert die historische Tendenz, Kasusfunktionen durch Präpositionen zu ersetzen.

2 Kasus und Präposition im Vergleich: Es erfolgt eine theoretische Gegenüberstellung der grammatischen Funktionen des Dativs und der Präposition "ad" auf Basis klassischer lateinischer Grammatiken.

3 Semasiologische Kategorisierungen: Hier werden Belege nach morphologischen und syntaktischen Kriterien wie Komplementart, Verbform und Lesart kategorisiert, um erste Muster für die Alternanz zu identifizieren.

4 Theorie der Absenz oder Präsenz des Empfängers: Das Kapitel untersucht die These, dass räumliche Distanz und die Präsenz des Empfängers entscheidend für die Wahl zwischen Dativ und "ad" sind.

5 Theorie der Konkretheit oder Abstraktheit der Handlung: Hier wird geprüft, ob die semantische Ausrichtung der Handlung (konkret vs. abstrakt) oder die Belebtheit des Objekts die syntaktische Wahl determiniert.

6 Theorie der Zugehörigkeit des gesendeten Objekts: Diese Analyse fokussiert auf die Beziehung zwischen Haupt- und Zweitempfänger und die Frage, ob "ad" ein spezielles Besitzverhältnis markiert.

7 Resümee: Das Resümee bilanziert die Ergebnisse und stellt fest, dass sich die geprüften theoretischen Ansätze in der Korpusanalyse Ciceros nicht durchgehend bestätigen lassen.

Schlüsselwörter

Latein, Cicero, Dativ, Präposition, ad, Akkusativ, Korpusanalyse, Briefwechsel, Sprachtheorie, diachrone Entwicklung, Syntax, Substitution, Semantik, in-absentia, Epistulae ad Atticum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das linguistische Phänomen, dass im klassischen Latein der Dativ bei bestimmten Verben (dare, mittere, scribere) zunehmend durch die Präposition "ad" mit Akkusativ ersetzt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Der Fokus liegt auf der syntaktischen Alternanz, der historischen Entwicklung vom Lateinischen zum Romanischen und der semantischen Motivierung sprachlicher Strukturen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird der Frage nachgegangen, ob die Wahl zwischen Dativ und "ad" + Akkusativ im Briefwechsel Ciceros systematisch durch kontextuelle Faktoren gesteuert wird oder ob es sich um freie Variation handelt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer Korpusanalyse der "Epistulae ad Atticum" von Cicero, wobei die gesammelten Belege mit verschiedenen linguistischen Thesen der Sekundärliteratur abgeglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil prüft detailliert verschiedene Hypothesen zur Absenz/Präsenz des Empfängers, zur Konkretheit der Handlung sowie zur "Zugehörigkeit" des Objekts anhand konkreter Zitate aus dem Briefcorpus.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen "Alternanz", "Indirektes Objekt", "Formensynkretismus", "Metaphorischer Transfer" und die konkreten Verben "dare", "mittere" und "scribere".

Warum spielt das Beispiel Atticus eine so zentrale Rolle?

Atticus fungiert als Hauptadressat in Ciceros Briefen. Die räumliche Trennung zwischen den beiden Korrespondierenden macht den Briefwechsel zur idealen Datengrundlage für die in-absentia-Theorie.

Lässt sich die Theorie von Fedriani und Prandi für alle Verben bestätigen?

Nein, die Untersuchung zeigt, dass die Theorie zwar für das Verb "dare" gewisse Erklärungsansätze liefert, jedoch bei "mittere" und "scribere" aufgrund der starken kommunikativen Natur dieser Verben nicht uneingeschränkt greift.

Welche Rolle spielt die Unterscheidung zwischen Haupt- und Zweitempfänger?

Es wurde die Hypothese geprüft, ob "ad" den Hauptadressaten und der Dativ den bloßen Zweitempfänger markiert. Die Analyse widerlegt dies weitgehend, da die Verteilung in Ciceros Briefen keine solche Systematik aufweist.

Was schlussfolgert die Autorin hinsichtlich der Entwicklung zum Altfranzösischen?

Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die Präpositionen im Spätlatein stetig an Bedeutung gewannen und den Dativ schließlich fast vollständig aus seiner ursprünglichen Rolle verdrängten, was in der Ausbildung des "complément objet indirect" im Französischen mündete.

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Details

Title
Die Alternanz des Dativs mit "ad" und des Akkusativs in Ciceros "Epistulae ad Atticum"
Subtitle
Eine Korpusanalyse
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Grade
1,7
Author
Hanna Schellhorn (Author)
Publication Year
2016
Pages
60
Catalog Number
V372429
ISBN (eBook)
9783668506121
ISBN (Book)
9783668506138
Language
German
Tags
alternanz dativs akkusativs ciceros epistulae atticum eine korpusanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hanna Schellhorn (Author), 2016, Die Alternanz des Dativs mit "ad" und des Akkusativs in Ciceros "Epistulae ad Atticum", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372429
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