Inklusion von Blinden und Sehbehinderten in der Regelschule


Hausarbeit, 2016

23 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Das Allgemeine - Der Bildungsplan für die Schule für Blinde und Sehbehinderte 2011 ..
2.1 Wahrnehmung und Lernen
2.2 Methodenkompetenz
2.3 Kommunikation
2.4 Identität und Umgang mit anderen
2.5 Lebenspraxis
2.6 Bewegung, Orientierung und Mobilität
2.7 Lebensentwürfe und Lebensplanung

3. Das Individuelle und Besondere - ein Interview

4. Interview mit Peter
4.2 Biographische Informationen
4.3 Analyse des Interviews

5. Fazit

Bibliographie

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Schüler mit SF in der BRD (Stand 2003) 1

Abbildung 2: Bildungsbereiche des Bildungsplans für BS 2011, Seite 15 2

1. Einführung

Wie die untenstehende Grafik zeigt, gehören Schülerinnen und Schüler1 mit sonderpädagogischem Förderbedarf2 im Bereich Sehen zu einer im Verhältnis zu anderen Bereichen eher kleinen Gruppe. Im Jahr 2003 wurden 6.167 Schüler mit einer visuellen Einschränkung registriert. Da diese Schüler aber häufig Regelschulen besuchen, soll der Fokus dieser Arbeit auf den besonderen Anforderungen dieser Schüler an die Institution Schule liegen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Schüler mit SF in der BRD (Stand 2003)3

Diese Arbeit soll den Weg vom Allgemeinen über das Individuelle zum Besonderen gehen. Daher wird zunächst der Lehrplan für Schule für Blinde und Sehbehinderte zusammengefasst dargestellt. Anhand von Interviews mit zwei Individuen soll dann der Bogen zum Besonderen geschlagen.

2. Das Allgemeine - Der Bildungsplan für die Schule für Blinde und

Die Schulen für Blinde und Sehbehinderte bieten die Bildungsgänge Grundschule, Werkreal- und Hauptschule, Realschule, Förderschule und Schule für Geistigbehinderte an. Diesen Schularten liegen entsprechende Bildungspläne zugrunde, die Bezugspläne genannt werden. Der hier zusammengefasste Bildungsplan für die Schule für Blinde und Sehbehinderte (Bildungsplan 2011)4 konkretisiert die Vorgaben für die Bildung und Erziehung von Blinden und Sehbehinderten ergänzend zu den Bezugsplänen. Der Bildungsplan für BS nennt sieben

Bildungsbereiche: (1) Wahrnehmung und Lernen, (2) Methodenkompetenz, (3) Kommunikation, (4) Identität und Umgang mit anderen, (5) Lebenspraxis, (6) Orientierung und Mobilität und (7) Lebensentwürfe und Lebensplanung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Bildungsbereiche des Bildungsplans für BS 2011, Seite 15.

2.1 Wahrnehmung und Lernen

Der Bildungsplan für BS definiert Wahrnehmung als „die bewusste Aufnahme, die Verarbeitung und die Speicherung von Umweltinformationen“ (Bildungsplan für SB 2011: 195 ). Da unsere Welt sehr stark visuell geprägt ist, werden Kinder und Jugendliche dazu angeleitet, „die Welt mit den ihnen zur Verfügung stehenden Sinnen aktiv zu erkunden“ (2011: 19). In der Unterrichtsgestaltung muss also die Wahrnehmung mit allen Sinnen berücksichtigt und dafür passendes Material bereitgestellt werden.

Die Schüler6 nehmen einzelnen Sinneseindrücke wahr und reagieren darauf, verknüpfen diese aber auch mit der Wahrnehmung durch anderen Sinne wie auch mit der Körperwahrnehmung. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Nutzung der verschiedenen Sinneseindrücke zur Wahrnehmung von Gefahren. Der Austausch über Erfahrungen und Empfindungen und deren Subjektivität ist ein weiterer wichtiger Aspekt (2011: 20). Im Bereich der Körperwahrnehmung ist die Entwicklung eines Körperschemas, einer Lateralität (Wahrnehmung beider Körperhälften) und Überkreuzen die Körpermittellinie, indem sie bspw. Gegenstände von einer Körperseite zur anderen bringen (2011: 21).

Für Schüler mit Sehbehinderung weisen das Gelände, die Gebäude, die Räume und die Lernumgebung visuelle Strukturen auf. Diese können zum Beispiel durch den Einsatz von Kontrasten, Licht und Leitlinien geschaffen werden. Im Essbereich unterstützen an der Decke angebrachte Lichtschienen die Schüler auf dem Weg zur Essensausgabe und zu den Esstischen. Die Klassenräume haben ein Lichtkonzept, dass sich sowohl an Schüler anpasst, die einen hohen Lux-Wert brauchen, als auch an blendempfindliche Schüler.

Eng mit dem Bereich Wahrnehmung ist das Lernen verknüpft, da die „Grundlage allen Lernens […] eine aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt.“ Der Bildungsplan für BS definiert Lernens als „Verknüpfung neuer Eindrücke mit vorhandenen Struktturen und Erfahrungen, das Speichern des Gelernten sowie die Anwendung von erworbenen Fähigkeiten und gespeichertem Wissen“ (2011: 31). Realia, Handlungsorientierung, bildliche und symbolische Darstellungsformen helfen den Schülern mentale Repräsentation aufzubauen. Das Kurz- und Langzeitgedächtnis und der Einsatz des Tast- und Hörsinns werden unter Einbeziehung verschiedener Veranschaulichungsmedien trainiert.

2.2 Methodenkompetenz

Die Methodenkompetenz umfasst den Umgang mit den jeweiligen Hilfsmitteln des Schülers, die Anwendung spezifischer Arbeitstechniken und die Nutzung von Informationstechnologien. Die Methodenkompetenz soll die Schüler dazu befähigen zunehmend selbstständig zu lernen, aber auch „medial nicht angepasste Aufgaben im Alltag bewältigen können“ (2011: 40). Besonders wichtig ist die Nutzung von Informationstechnologien, die „einen wichtigen Schlüssel zum barrierefreien Zugang zu Informationen und zur Teilhabe am beruflichen und gesellschaftlichen Leben“ darstellen (2011: 40). Um die Schüler optimal zu fördern arbeiten Lehrkräfte, Eltern, gegebenenfalls das Internat und außerschulische Partner eng zusammen. Neben optischen und elektronischen Hilfsmitteln stellen die Lehrkräfte den Schülern auch didaktische, methodische und mediale Adaptionen (2011: 46) von Lernmaterial zur Verfügung. Dies geschieht auf der Grundlage der Kenntnis der medizinischen Befunde.

Entscheidend ist, dass den Schülern ausreichend Zeit zur Verfügung steht, die Hilfsmittel wie Brillen. Lupen und Monokulare wie auch deren Handhabung zu erproben. Bei der Anpassung, Sauberkeit und Funktionstüchtigkeit der Hilfsmittel unterstützt die Schule den Schüler, das Internat und die Eltern. Die Schüler selbst sollten sich aber auch verantwortlich zeigen und Bedürfnisse äußern. Im Umgang mit dem Computer nutzen Schüler mit Sehbehinderung oder hochgradiger Sehbehinderung ein Kameralesesystem. Schüler mit Blindheit oder hochgradiger Sehbehinderung nutzen die Braillezeile. Die Schüler können ihre Hilfsmittel selbst aufbauen, einstellen und zur Informationsentnahme nutzen (2011: 44). Sie können die Funktionsweise ihrer Hilfsmittel erklären (2011: 52).

Im Bereich der Arbeitstechniken eignen sich Schüler sich unter anderen folgende Sehstrategien an: Fokussierung von Lerngegenständen, Verfolgung bewegter Objekte oder auch Suchstrategien (Bildungsplan 2011: 46). Bei Gesichtsgeldeinschränkungen wird für ein Gesamtbild der Lerngegenstand „gescannt“ und der optische Eindruck bei Sehbehinderung durch systematisches Abtasten ergänzt (2011: 46). Systematisches Abtasten verlangt Zeit und Gelegenheit zur Einübung, die die Schule zur Verfügung stellen muss.

Werden Präsentationen vorbereitet, beachtet der präsentierende Schüler seine eigenen Bedürfnisse, indem er sein Skript in einer für ihn zugänglichen Schrift und die Präsentation in einer für die Adressaten zugänglichen Schrift verfasst. Ebenso erstellt der Schüler taktile Medien, um den Bedürfnissen der Adressaten noch weiter entgegenzukommen.

[...]


1 „Schülerinnen und Schüler“ wird im Folgenden zur Verbesserung der Lesbarkeit mit „Schüler“ wiedergegeben.

2 „Sonderpädagogischer Förderbedarf“ wird im Folgenden mit „SF“ wiedergegeben.

3 Irmtraud Schnell. An den Kindern kann ’ s nicht liegen. <http://bidok.uibk.ac.at/library/schnell-schule14.jpg> (14.05.2016).

4 Die Phrase „Bildungsplan für die Schule für Blinde und Sehbehinderte“ wird im Folgenden zur Verbesserung der Lesbarkeit mit „Bildungsplan für BS“ abgekürzt.

5 Dieses Zitat und auch die folgenden Zitate in Kapitel 2 stammen aus Bildungsplan für SB 2011.

6 Hier sind immer Schülerinnen und Schüler gemeint.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Inklusion von Blinden und Sehbehinderten in der Regelschule
Hochschule
Pädagogische Hochschule Karlsruhe
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
23
Katalognummer
V372522
ISBN (eBook)
9783668502512
ISBN (Buch)
9783668502529
Dateigröße
543 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
inklusion, blinden, sehbehinderten, regelschule
Arbeit zitieren
Martina Alexandra Hunkler (Autor:in), 2016, Inklusion von Blinden und Sehbehinderten in der Regelschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372522

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