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Kadetten, Diktatoren und Revolutionäre - Gewalt im Werk von Mario Vargas Llosa

Title: Kadetten, Diktatoren und Revolutionäre - Gewalt im Werk von Mario Vargas Llosa

Diploma Thesis , 2004 , 66 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Felicitas von Mallinckrodt (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Einleitung

Mario Vargas Llosa gehört mit Sicherheit zu den renommiertesten und meistgelesenen lateinamerikanischen Autoren unserer Zeit. Sein literarisches Werk umfaßt dabei, neben mittlerweile vierzehn Romanen, auch Erzählungen und Theaterstücke. Doch Vargas Llosa beschränkt sich nicht allein auf fiktive Texte. In García Márquez: historia de un deicidio1 und La orgía perpetua: Flaubert y Mademe Bovary2 widmet er sich literaturkritischen Themen und formuliert seine eigene Romantheorie. Daneben nimmt er in verschieden Essaybänden, die wichtigsten unter ihnen sind Contra viento y marea I-III3, sowie in unzähligen Zeitungsartikeln und Interviews immer wieder Stellung zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen. Diese Vielschichtigkeit der Themen zeigt, wie wichtig das Spannungsverhältnis von Realität und Fiktion für das Schaffen des peruanischen Autors ist.

Aus diesem Grund soll eben jenes Spannungsverhältnis auch an dieser Stelle den Hintergrund für die Analyse der Gewalt im Werk Mario Vargas Llosas bilden. Gewalt ist ein konstanter Bestandteil seiner Romane. Schon bei der oberflächlichen Lektüre fällt auf, wie sehr diese fiktiven Welten von Gewalt durchdrungen sind, wie sehr sowohl öffentliches, als auch privates Leben von ihr dominiert werden. Ziel dieser Arbeit soll es nun sein, die genaue Rolle zu analysieren, die der Gewalt in drei ausgewählten Romanen Vargas Llosas zukommt. Dabei soll aber auch das Verhältnis von Realität und Fiktion nicht außer Acht gelassen werden, denn wie sich später zeigen wird, weisen die Romane trotz ihres fiktiven Charakters auch immer einen deutlichen Bezug zur peruanischen Wirklichkeit auf.

Um nun den sehr umfangreichen Begriff ‚Gewalt‘ besser fassen und analysieren zu können, sollen drei seiner Erscheinungsformen herausgegriffen werden: gesellschaftliche Gewalt, Autoritarismus als Form von staatlicher Gewalt und terroristische Gewalt. Im ersten Teil dieser Arbeit soll zunächst darauf eingegangen werden, inwieweit diese drei Formen in der peruanischen Geschichte eine Rolle gespielt haben und in welchem Umfang sie dort auch noch heute anzutreffen sind. ...
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1 VARGAS LLOSA, Mario: García Márquez: Historia de un deicidio; Barcelona 1971.

2 VARGAS LLOSA, Mario: La orgía perpetua. Flaubert y Madame Bovary; Barcelona 1975.

3 VARGAS LLOSA, Mario: Contra viento y marea I-III; Barcelona 1983, 1986, 1990.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Kapitel Erscheinungsformen der Gewalt

1.1) Gewalt in der Gesellschaft

1.2) Die Tradition des Autoritarismus

1.3) Terroristische Gewalt

2. Kapitel Realität und Fiktion

2.1) Abrechnung mit der Realität: Ein Autor und seine Dämonen

2.2) Der Gottesmord und die Schaffung einer neuen Realität

3. Kapitel Darstellung von Gewalt: Die Romane

3.1 La ciudad y los perros oder: Das Gesetz des Dschungels

3.2 Chronik eines angekündigten Scheiterns: Conversación en La Catedral

3.3 Historia de Mayta oder: Die Abrechnung mit der Radikalität

Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Rolle und Ausprägung von Gewalt im literarischen Schaffen von Mario Vargas Llosa. Dabei wird analysiert, wie der Autor persönliche Erfahrungen und peruanische gesellschaftliche Zustände in fiktive Romanwelten transponiert und dabei das Spannungsverhältnis zwischen Realität und Fiktion als zentrales Gestaltungselement nutzt.

  • Gesellschaftliche Gewaltstrukturen in Peru (Conquista, Machismo, soziale Disparität)
  • Die Tradition des Autoritarismus und staatliche Unterdrückungsmechanismen
  • Die Eskalation terroristischer Gewalt und deren Darstellung in der Literatur
  • Das Verhältnis von Realität und Fiktion bei Vargas Llosa (Der "Gottesmord")
  • Exemplarische Analyse anhand der Romane La ciudad y los perros, Conversación en La Catedral und Historia de Mayta

Auszug aus dem Buch

2.1 Abrechnung mit der Realität: Ein Autor und seine Dämonen

Jorge Mario Pedro Vargas Llosa wird am 28. März 1936 in Arequipa (Peru) geboren. Seine Geburt steht zunächst unter keinem guten Stern, denn der Vater, Ernesto Vargas Maldonado, hatte seine schwangere Frau bereits fünf Monate nach der Hochzeit verlassen. Dora Llosa Ureta war nach Arequipa in das Haus ihrer Eltern zurückgekehrt, in dem der kleine Mario geboren wurde. Er sollte bis zu seinem zehnten Lebensjahr in dem Glauben leben, sein Vater sei tot. Vargas Llosa beschreibt die Jahre im Haus seiner Großeltern als harmonisch und behütet. Nach seiner Geburt verbringt die Familie Llosa nur noch ein weiteres Jahr in Arequipa. Die Jahre von 1937 bis 1945 lebt sie in Cochabamba (Bolivien), um sich danach in Piura (Nordperu) niederzulassen, wo der Großvater das Amt des Präfekten ausübt. Es ist eine unbeschwerte Zeit, über die Vargas Llosa später allerdings sagt: „happiness [...] is unproductive in a literary sense, and none of the things I thought about in those years has been a literary inspiration to me.“

Doch schon bald sollten Ereignisse eintreffen, die sich sehr wohl als literarische Inspiration verwenden ließen. 1946 lernt Vargas Llosa seinen totgeglaubten Vater kennen. Die Begegnung mit diesem unbeherrschten, gewalttätigen Mann ist traumatisch, denn der zehnjährige Mario wird aus seinem behüteten Umfeld herausgerissen und zieht mit beiden Eltern in die Hauptstadt Lima. Das Verhältnis zu seinem Vater wird zu keiner Zeit ein gutes sein. Sogar als er mit El pez en el agua mehr als fünfzig Jahre später seine Erinnerungen aufzeichnet, spricht er von seinem Vater nur als „el señor“. Er hat große Angst vor ihm und beginnt, ihn zu hassen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung des Autors Mario Vargas Llosa und Darlegung der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Rolle der Gewalt in seinem literarischen Werk sowie der Bedeutung des Verhältnisses von Realität und Fiktion.

1. Kapitel Erscheinungsformen der Gewalt: Analyse der sozio-historischen Wurzeln der Gewalt in Peru, unterteilt in gesellschaftliche Gewalt (Machismo, Klassenschichtung), autoritäre staatliche Strukturen und terroristische Gewalt.

2. Kapitel Realität und Fiktion: Untersuchung der subjektiven Realität des Autors und seiner Romantheorie, insbesondere des Konzepts vom Schriftsteller als "Gottesmörder", der eine neue, geordnete fiktive Welt erschafft.

3. Kapitel Darstellung von Gewalt: Die Romane: Exemplarische Analyse der drei ausgewählten Romane, wobei jeder exemplarisch für eine der Erscheinungsformen von Gewalt steht, und Nachweis der Korrumpierung der Unschuld sowie des Scheiterns der Protagonisten.

Fazit: Zusammenfassende Erkenntnis, dass die Gewalt in Vargas Llosas Romanen ein präzises Spiegelbild der peruanischen Realität darstellt und als essenzieller Motor seines Schaffensprozesses dient.

Schlüsselwörter

Mario Vargas Llosa, Gewalt, Peru, Fiktion, Realität, Machismo, Autoritarismus, Terrorismus, Gesellschaftskritik, Literaturtheorie, Totaler Roman, Identität, Soziale Disparität, Korruption, Schuld.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die verschiedenen Erscheinungsformen von Gewalt im Werk von Mario Vargas Llosa und wie diese mit den sozio-politischen Realitäten Perus sowie der Biografie des Autors verknüpft sind.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die zentralen Themen sind gesellschaftliche Gewalt, der Autoritarismus in der peruanischen Geschichte, terroristische Phänomene und der Prozess, wie ein Autor durch literarische Fiktion versucht, die als chaotisch empfundene Wirklichkeit zu bewältigen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu analysieren, welche Rolle die Gewalt in drei ausgewählten Romanen spielt und aufzuzeigen, wie Vargas Llosa Realität in Fiktion umwandelt, um sein künstlerisches Ziel eines "totalen Romans" zu erreichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text der Romane mit biographischen Daten und soziologischen sowie politischen Analysen der peruanischen Geschichte in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Gewaltformen (Kapitel 1), eine Analyse der Beziehung zwischen Autorenerfahrung und Fiktion (Kapitel 2) und die konkrete Anwendung dieser Erkenntnisse auf die drei Romane (Kapitel 3).

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen gehören: Gewalt, Peru, Literaturtheorie, Machismo, Autoritarismus, Realität und Fiktion.

Welche Bedeutung hat der Begriff des "Gottesmörders" im Kontext der Arbeit?

Vargas Llosa sieht den Schriftsteller als jemanden, der durch das Erschaffen einer eigenen, totalen fiktiven Welt an Gottes Stelle tritt, um die ungerechte Realität symbolisch zu überwinden oder zu "ermorden".

Wie spielt das Militär eine Rolle bei der Gewaltentstehung?

Das Militär wird in der Arbeit nicht nur als Repressionsorgan betrachtet, sondern als eine Institution mit historisch gewachsenem Selbstverständnis als "Beschützer der Nation", das durch seine Einmischung in die Innenpolitik das Entstehen autoritärer Systeme begünstigt.

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Details

Title
Kadetten, Diktatoren und Revolutionäre - Gewalt im Werk von Mario Vargas Llosa
College
University of Passau
Grade
1,7
Author
Felicitas von Mallinckrodt (Author)
Publication Year
2004
Pages
66
Catalog Number
V37277
ISBN (eBook)
9783638366670
Language
German
Tags
Kadetten Diktatoren Revolutionäre Gewalt Werk Mario Vargas Llosa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felicitas von Mallinckrodt (Author), 2004, Kadetten, Diktatoren und Revolutionäre - Gewalt im Werk von Mario Vargas Llosa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37277
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