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Performativität oder "Doing Gender"? Subjektkonstitution bei West/Zimmerman und Butler

Título: Performativität oder "Doing Gender"? Subjektkonstitution bei West/Zimmerman und Butler

Trabajo , 2017 , 18 Páginas

Autor:in: Anonym (Autor)

Sociología - Relaciones y Familia
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Aufgrund von geschlechtsspezifischen Ungleichheiten und willkürlichen Charakter- und Eigenschaftszuschreibungen wurde die Kategorie „Geschlecht“ durch feministische Debatten zweigeteilt. So entstand die sex/gender-Trennung. Die hier entstandene analytische Trennung von sex und gender legte zwar die soziale Konstruktion von Geschlecht offen, entkoppelte aber die Verbindung zwischen Biologie und Sozialisation. Die Frauenforschung kritisierte den traditionellen Geschlechterdualismus und die beliebigen kategorialen Zuschreibungen geschlechtsspezifischer Eigenschaften, verblieb aber an einer binären Differenzierung der biologischen Zweigeschlechtlichkeit von Frauen und Männern haften. Die alltägliche Selbstverständlichkeit der Zweigeschlechtlichkeit im Alltag wurde auf diese Weise in der Wissenschaft stillschweigend übernommen und reproduziert.

West/Zimmermann und Butler kritisieren mit ihren konstruktionstheoretisch ausgerichteten Arbeiten die Weiterführung der universellen biologischen Zweigeschlechtlichkeit. Ausgehend von der Problematik der Naturalisierung von Geschlecht entwickeln sie konstruktivistische Theorien, die die Herstellungsprozesse der Geschlechterdifferenz selbst in Frage stellen. So stellen sie nicht nur die binäre Differenz in Frage, sondern postulieren auch, dass das biologische Geschlecht (sex) ebenfalls eine soziale Konstruktion sei. Dabei gehen sie jeweils von zwei unterschiedlichen Identitätsbegriffen aus, die im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen sollen.

Ein besonderer Fokus wird dabei auf dem Verhältnis zwischen der Konstruktion von (Geschlechts-)Identität und mögliche Veränderungsvorschläge von geschlechtsspezifischen Ungleichheiten liegen. Zunächst wird im Überblick das Konzept „doing gender“ dargelegt. Im darauffolgenden Unterkapitel wird speziell auf das Subjektverständnis von West/Zimmerman innerhalb der „doing gender“-Theorie eingegangen. Anschließend wird das Konzept der Performativität von Butler und ihre Subjektkritik vorgestellt. Abschließend werden die unterschiedlichen Subjektkonstitutionen miteinander verglichen und vor dem Hintergrund geschlechtsspezifischer Ungleichheiten und deren mögliche Lösung reflektiert.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Rahmen: Die Dekonstruktion von Geschlecht

2.1 West/Zimmermann: Konzeption des „doing gender“

2.1.1. Subjektkonstitution bei „doing gender“

2.2 Judith Butler: Konzeption der Performativität und die Subjektkritik

3 Theorievergleich der Subjektkonstitutionen

4 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die unterschiedlichen theoretischen Ansätze zur Subjektkonstitution von Candace West/Don Zimmerman und Judith Butler kritisch zu vergleichen. Im Fokus der Forschungsfrage steht dabei die Untersuchung, welche Unterschiede und Analogien sich in der Konzeptualisierung des Subjekts zeigen und inwiefern diese Theorien Möglichkeiten zur Veränderung geschlechtsspezifischer Ungleichheiten eröffnen.

  • Konstruktivistische Kritik an der biologischen Zweigeschlechtlichkeit
  • Vergleich des Konzepts "doing gender" mit Butlers Performativitätstheorie
  • Untersuchung des Verhältnisses von Interaktion, Diskurs und Subjektivität
  • Analyse von Möglichkeiten und Grenzen des gesellschaftlichen Wandels

Auszug aus dem Buch

2.1 West/Zimmermann: Konzeption des „doing gender“

Innerhalb der Debatten um die Konstruktion von Geschlecht griffen West und Zimmermann die Problematik der sex/gender-Trennung auf und konzipierten ein neues Verständnis von Geschlecht, welches keiner Biologisierung mehr folgen sollte. Das entwickelte Konzept des „doing gender“ (West/Zimmerman 1987) begreift die Konstruktion von Geschlecht als interaktionistischen Herstellungsprozess. Der Theoretische Kern der Konzeption zeichnet sich durch die stetige interaktive Produktion und Konstruktion von Geschlecht aus. Demnach sei Geschlecht nichts, was wir aufgrund einer vermeintlich existierenden Biologie besäßen, sondern beruhe vornehmlich auf sozialen und kulturellen Übereinkünften und konstituiere sich in jeder erdenklichen Alltagssituation.

Folglich sei Geschlecht immer ein interaktives, reflexives, an Situationen gebundenes „Tun“ und resultiere nicht aus einer biologischen Tatsache heraus (ebd., 126). So behaupten West und Zimmermann: „[A] person’s gender is not simply an aspect of what one is, but, more fundamentally, it is something that one does, and does recurrently, in interaction with others“ (ebd., 140). Die Begrifflichkeit der Interaktion innerhalb der zu denkenden Tradition bedeutet, “dass [sie] einen formenden Prozess eigener Art darstellt, Zwänge impliziert, in die die Akteur*innen involviert sind und denen sie nicht ausweichen können. Interaktion entsteht zwangsläufig immer dann, wenn Personen physisch präsent sind und sich wechselseitig wahrnehmen und aufeinander reagieren (können)” (Gildemeister 2001, 73). Der hier erwähnte Zwang sei ein immanenter Bestandteil sozialer Interaktionsprozesse, Kategorisierungen (in bspw. männlich, weiblich) vorzunehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt den Theorievergleich der beiden konstruktivistischen Ansätze vor und begründet die Relevanz der Dekonstruktion von Geschlecht angesichts sozialer Ungleichheiten.

2 Theoretischer Rahmen: Die Dekonstruktion von Geschlecht: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Ansätze von West/Zimmerman und Judith Butler und führt in deren jeweilige Konzepte der Subjektkonstitution ein.

2.1 West/Zimmermann: Konzeption des „doing gender“: Dieser Abschnitt beschreibt "doing gender" als interaktiven Herstellungsprozess von Geschlecht, der in Alltagssituationen durch stetiges Tun vollzogen wird.

2.1.1. Subjektkonstitution bei „doing gender“: Hier wird das Verständnis des Subjekts im Rahmen der Ethnomethodologie analysiert, wobei besonders die Spannung zwischen Interaktion und zugeschriebener Autonomie beleuchtet wird.

2.2 Judith Butler: Konzeption der Performativität und die Subjektkritik: Dieses Kapitel stellt Butlers radikalen Konstruktivismus vor, der Geschlecht als performative Inszenierung begreift und das Subjekt als diskursiv hervorgebrachtes Produkt versteht.

3 Theorievergleich der Subjektkonstitutionen: Der Vergleich arbeitet die Gemeinsamkeiten der antibiologistischen Ansätze heraus und kontrastiert ihre unterschiedlichen Verständnisse von Macht, Diskurs und Veränderungsmöglichkeiten.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und betont die radikale Subjektkritik bei Butler im Gegensatz zur interaktionistischen Sichtweise von West/Zimmerman.

Schlüsselwörter

doing gender, Performativität, Geschlecht, Subjektkonstitution, soziale Konstruktion, Zweigeschlechtlichkeit, Heteronormativität, Identität, Interaktion, Macht, Diskurs, Theorievergleich, Butler, West, Zimmermann

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit vergleicht zwei zentrale konstruktivistische Theorien zur Entstehung von Geschlecht und untersucht, wie diese das handelnde Subjekt konzeptualisieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die Konstruktion von Geschlecht, die Konzepte des "doing gender" und der "Performativität" sowie die Rolle von sozialen Interaktionen und machtvollen Diskursen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Unterschiede und Analogien in den Theorien von West/Zimmerman und Judith Butler hinsichtlich ihrer Subjektverständnisse aufzuzeigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die mittels eines Literaturvergleichs und einer kritischen Diskursanalyse der Primär- und Sekundärliteratur zu den beiden Ansätzen erfolgt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der beiden Ansätze sowie deren direkte Gegenüberstellung hinsichtlich ihrer Einschätzung von Veränderungsmöglichkeiten für geschlechtsspezifische Ungleichheiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie "doing gender", "Performativität", "Subjektkonstitution" und "soziale Konstruktion von Geschlecht" charakterisieren.

Wie bewerten West/Zimmerman die Möglichkeit zur Veränderung von Geschlechterrollen?

Sie sehen Veränderungen als schwierig an, da das "doing gender" ein immanenter Teil sozialer Interaktionen ist, dem sich Individuen kaum entziehen können.

Welche Rolle spielt die Sprache in Judith Butlers Konzept?

Sprache fungiert bei Butler nicht nur als deskriptives Mittel, sondern als performative Macht, die das Subjekt und die soziale Realität erst durch Benennung hervorbringt.

Warum kritisiert Butler den klassischen Identitätsbegriff der Moderne?

Sie sieht das autonome Identitätssubjekt als eine Illusion an, die innerhalb eines repressiven, heteronormativen Systems produziert wird, um das Individuum disziplinierbar zu machen.

Welchen Unterschied gibt es bezüglich der historischen Perspektive?

Während "doing gender" eher auf einer ahistorischen interaktionistischen Mikroebene verbleibt, versucht Butler, historische Machtmechanismen und Diskurse in ihre Analysen einzubeziehen.

Final del extracto de 18 páginas  - subir

Detalles

Título
Performativität oder "Doing Gender"? Subjektkonstitution bei West/Zimmerman und Butler
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
18
No. de catálogo
V373125
ISBN (Ebook)
9783668516144
ISBN (Libro)
9783668516151
Idioma
Alemán
Etiqueta
gender performativität judith butler subjektkonstitution dekonstruktion candace west don zimmerman
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2017, Performativität oder "Doing Gender"? Subjektkonstitution bei West/Zimmerman und Butler, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373125
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