Ziel der Studie ist es anhand mehrerer Fallstudien „die Wechselwirkung zwischen schulischen und außerschulischen Lebens- und Lernerfahrungen von Flüchtlingskindern und ihre Entwicklung zu rekonstruieren“. Demnach wird in der folgenden Arbeit folgende Frage behandelt: Wie lebt und lernt das Flüchtlingskind Aaron? In anderen Worten: Was bereitet ihm Schwierigkeiten in seinem Lernprozess und welche Faktoren begünstigen diesen? Dabei wird der der Grundthese nachgegangen, dass die Lernschwierigkeiten hauptsächlich sprachlicher wie sozio-ökonomischer Natur sind. Es wird untersucht wie zutreffend diese These ist.
Die folgende Arbeit ist in fünf Hauptkapitel gegliedert. Nach diesem Einleitungskapitel wird in Kapitel 2 der Ablauf der Erhebung geschildert, sodass die Untersuchungen, die auf der Erhebung basieren, nachvollziehbar sind. In Kapitel 3 werden Theorien vorgestellt, auf die sich die Analyse der Erhebungsergebnisse stützt. Kapitel 4 bildet den Hauptteil dieser Arbeit, in dem ein ausführliches Porträt des Flüchtlingskindes erstellt wird, welches in dieser Arbeit das Pseudonym „Aaron“ trägt. Dieses Kapitel beginnt mit einem „Steckbrief“, der einen ersten Eindruck über das Kind geben soll. Darauf folgt eine Untersuchung von Aarons Lebens- und Lernbedingungen, bezogen auf Bezugspersonen, auf die Institution Schule und auf weitere außerschulische Institutionen. Weiterhin werden in diesem Kapitel Aarons Lernmotivationen untersucht und seine sprachliche wie mathematische Entwicklung differenziert wiedergegeben. Dabei wird deutlich werden, dass starke Beziehungen zwischen Lernbedingungen und Lernmotivation und der sprachlichen wie der mathematischen Entwicklung bestehen. Im Fazit, in Kapitel 5, werden alle wichtigen Aspekte der Fallstudie zusammenfassend dargestellt und wichtige Schlussfolgerungen in Bezug auf Aarons Lernprozess gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ablauf der Erhebung
3. Theoretischer Hintergrund
3.1 Zweitspracherwerb
3.2 Lernmotivationen und Kompetenzen
3.3 Soziales Umfeld
3.4 Sprachliche Herausforderungen im Mathematikunterricht
4. Porträt von Aaron
4.1 Steckbrief
4.2 Lebens- und Lernbedingungen
4.2.1 Familie
4.2.2 Freunde und Nachbarn
4.2.3 Schule und außerschulische Institutionen
4.3 Lernmotivationen
4.3.1 Motivation zur Entwicklung sprachlicher und sozialer Kompetenzen
4.3.2 Motivation im Deutschunterricht
4.3.3 Motivation im Mathematikunterricht
4.3.4 Motivation im Sachunterricht
4.4 Sprachentwicklung
4.4.1 Einflussfaktoren
4.4.2 Entwicklung der mündlichen Sprachkompetenz
4.4.3 Entwicklung der Schriftsprache
4.5 Entwicklung in Mathematik
4.5.1 Entwicklung im Mathematikunterricht und im DEMAT 1+
4.5.2 Sprachliche Herausforderungen
4.5.3 Motivation und Kompetenzgefühl
4.5.4 Auswirkung von Sprache, Motivation und Kompetenzgefühl auf die mathematische Leistung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht anhand einer Fallstudie die schulischen und außerschulischen Lernbedingungen des Flüchtlingskindes „Aaron“. Das Ziel der Studie ist es, die Wechselwirkungen zwischen seiner Lebenswelt, seiner Lernmotivation und seiner sprachlichen sowie mathematischen Entwicklung zu rekonstruieren, um Faktoren zu identifizieren, die seine Lernprozesse begünstigen oder behindern.
- Analyse der Lebens- und Lernbiographie eines Flüchtlingskindes
- Untersuchung des Einflusses der familiären und sozialen Umgebung auf die Lernmotivation
- Erfassung der Sprachentwicklung unter Berücksichtigung von Deutsch als Zweitsprache
- Evaluation der mathematischen Leistungsentwicklung mittels standardisierter Tests
- Identifikation von Hürden im Bereich des sprachsensiblen Fachunterrichts
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Laut UNO sind momentan „weltweit so viele Menschen wie nie zuvor auf der Flucht“ (Destatis 2016: 245). Nach dem aktuellen Datenreport von Destatis (Statistisches Bundesamt) kam es im Jahr 2015 zu einer „drastischen Zunahme der Asylwanderungen in Deutschland“ (Destatis 2016: 246). Dies bedeutet für uns in Deutschland nicht nur ein Medienphänomen, das wir mittels Fernseher, Radio, Internet o. ä. aus der Ferne verfolgen, sondern wir sind mehr oder weniger alle persönlich davon betroffen, denn die geflüchteten Menschen leben unter uns.
Die Familienbiographie einer Flüchtlingsfamilie ist mit der Biographie einer „normalen“ deutschen Familie schwer zu vergleichen, denn sie ist meistens geprägt durch große Verluste, die der Durchschnittsbürger in Deutschland nur aus den Medien kennt. Meist flüchten diese Familien vor dem Krieg, vor Hunger oder vor politischen Verfolgungen. Sie verlassen ihre Heimat, ihre Familien und ihr ganzes Hab und Gut, um in einem fremden Land ein neues, sicheres Leben zu beginnen.
Das „neue“ Leben ist allerdings ebenfalls mit großen Schwierigkeiten verbunden. Die Familien beherrschen die Sprache des Landes nicht, können erstmals ihren Beruf nicht ausüben und haben somit auch nur begrenzte finanzielle Möglichkeiten, sich ein neues Leben aufzubauen. Zudem leben sie oft mit der Angst, Deutschland wieder verlassen zu müssen, oder sie haben mit vielen Vorurteilen und Fremdenhass zu kämpfen, was wir einerseits durch die Medien mitverfolgen, andererseits auch durch persönliche Erlebnisse in Erfahrung bringen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel verortet die Relevanz der Untersuchung im Kontext der aktuellen Flüchtlingslage in Deutschland und erläutert die Zielsetzung der Fallstudie zu Aaron.
2. Ablauf der Erhebung: Hier wird das methodische Vorgehen beschrieben, das auf einer Kombination aus qualitativen Beobachtungen und quantitativen Testverfahren basiert.
3. Theoretischer Hintergrund: Es werden wissenschaftliche Grundlagen zu Zweitspracherwerb, Lernmotivation und den sprachlichen Herausforderungen im Mathematikunterricht dargelegt.
4. Porträt von Aaron: Das Hauptkapitel bietet ein detailliertes Bild der Lebensbedingungen, der Sprachentwicklung und der schulischen Leistungen von Aaron.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und leitet Schlussfolgerungen für die pädagogische Praxis und die Förderung geflüchteter Kinder ab.
Schlüsselwörter
Flüchtlingskinder, Deutsch als Zweitsprache, Lernmotivation, Fallstudie, Bildungserfolg, Zweitspracherwerb, Mathematikunterricht, Schuleingangsphase, Soziale Kompetenzen, Lebenswelt, Sprachförderung, Integrationsprozess, Demat 1+, Selbstbestimmungstheorie, Didaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Lern- und Lebensbedingungen eines jungen Flüchtlingskindes namens Aaron, um zu verstehen, wie sich seine Hintergrundgeschichte auf seinen schulischen Erfolg auswirkt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die Bereiche Zweitspracherwerb, Lernmotivation (intrinsisch vs. extrinsisch), soziale Einbindung und mathematische Entwicklung ab.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Autorin untersucht: „Wie lebt und lernt Aaron?“, insbesondere im Hinblick darauf, welche Faktoren seine Lernschwierigkeiten begünstigen oder hemmen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine Kombination aus qualitativer Forschung (Unterrichtsbeobachtungen, Interviews) und quantitativer Forschung (standardisierter Mathematiktest DEMAT 1+) gewählt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich dem detaillierten Porträt Aarons, seiner familiären Situation, seinen Interessen sowie seiner Leistungsentwicklung in den Fächern Deutsch und Mathematik.
Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?
Wichtige Begriffe sind unter anderem: Flüchtlingskinder, Zweitspracherwerb, Lernmotivation, soziale Kompetenzen und didaktische Sprachförderung.
Welchen Einfluss hat die Anwesenheit eines Dolmetschers auf Aarons Testergebnisse?
Die Arbeit zeigt, dass Aarons Leistungen im Mathematiktest bei der zweiten Durchführung mit Dolmetscher signifikant anstiegen, was die starke Bindung zwischen mathematischem Verständnis und Sprachkompetenz verdeutlicht.
Warum zeigt Aaron im Sportunterricht eine höhere Motivation als im Deutschunterricht?
Aaron zeigt im Sportunterricht eine hohe intrinsische Motivation, da er dort weniger sprachgebunden agieren kann, sich bewegen darf und soziale Interaktion ohne hohe Sprachbarrieren möglich ist.
- Citar trabajo
- Incinur Cakir (Autor), 2016, Eine Fallstudie zu dem Flüchtlingskind Aaron. Seine schulischen und außerschulischen Lernbedingungen und seine Integration in Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373427