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Motive für ehrenamtliches Engagement. Zwischen Altruismus und Egoismus

Title: Motive für ehrenamtliches Engagement. Zwischen Altruismus und Egoismus

Term Paper , 2017 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Hannah Jost (Author)

Social Work
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Laut einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach waren im Jahr 2016 mehr als 14,3 Millionen Menschen in Deutschland ehrenamtlich tätig. Das heißt, in etwa jeder fünfte Bürger hat sich dazu entschlossen, sich freiwillig zu engagieren. Darunter finden sich neben Rentnern und Studierenden auch zahlreiche Berufstätige. So ist der durchschnittliche, männliche Engagierte im mittleren Lebensalter und gehört der Mittelschicht an. Männer sind besonders häufig im Vereinswesen tätig. Die typische weibliche Ehrenamtliche hingegen ist Rentnerin oder Hausfrau und im sozialen Bereich aktiv.

Erklärt sich der heutige Ehrenamtliche tatsächlich völlig selbstlos und aus reiner Nächstenliebe dazu bereit, neben den alltäglichen Verpflichtungen, zusätzliche Aufgaben für das Gemeinwohl zu übernehmen? Oder üben eigennützige Zwecke einen Einfluss auf das Ergreifen einer freiwilligen sozialen Tätigkeit aus? Diese Fragen sollen in der vorliegenden Arbeit behandelt werden.

Zunächst wird ein Überblick über das ehrenamtliche Engagement gegeben. Die Entstehung und historische Entwicklung, sowie die verschiedenen Begrifflichkeiten, die soziales Engagement zu beschreiben versuchen, werden als Grundlage in aller Kürze erörtert. Im Anschluss werden die Motive für die Durchführung eines Ehrenamts erläutert und, sofern möglich, in egoistische beziehungsweise altruistische Beweggründe gegliedert. Mit Bezug auf eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach aus dem Jahr 2013/2014 wird die Verbreitung der jeweiligen Motive dargestellt, um im Anschluss in Form des Fazits eine Einschätzung zu treffen, inwiefern soziales Engagement aus eigennützigen oder selbstlosen Gründen ergriffen und durchgeführt wird.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ehrenamtliches Engagement

2.1 Ursprung und Entwicklung

2.2 Begrifflichkeiten

3. Motive für ehrenamtliches Engagement

3.1 Altruistische Motive

3.2 Egoistische Motive

4. Fazit

Zielsetzung und Forschungsfragen

Die Arbeit untersucht die Beweggründe für ehrenamtliches Engagement in Deutschland und geht der zentralen Forschungsfrage nach, inwiefern freiwillige soziale Tätigkeiten primär durch altruistische Nächstenliebe oder durch eigennützige Motive geleitet sind.

  • Historische Entwicklung und Begriffsdefinitionen des Ehrenamts
  • Differenzierung zwischen altruistischen und egoistischen Handlungsmotiven
  • Analyse der Verbreitung von Motiven basierend auf Umfragedaten
  • Diskussion der gesellschaftlichen Erwünschtheit bei Motivangaben
  • Bewertung des Einflusses von Nutzenkalkülen auf soziales Engagement

Auszug aus dem Buch

3.1 Altruistische Motive

„Altruistisches Handeln […] ist gegeben, wenn eine Person die Absicht hat, durch ihr Handeln anderen Personen oder Personengruppen zu nutzen, eigennützige Ziele sollte dabei nicht im Vordergrund stehen (Moschner 1994, S. 11f.)“.

Sozial Engagierte haben häufig altruistische Neigungen, also das Bedürfnis, andere zu unterstützen (vgl. Haumann 2014). Dieses Bedürfnis wurde von 86 Prozent als Antrieb für ihr Engagement genannt. 82 Prozent gaben an, sich bei ihrer Tätigkeit auf die Hilfe für bestimmte Anliegen beziehungsweise Gruppen zu fokussieren. Ein ebenso großer Anteil der Befragten begründete das Engagement mit dem Gefühl, gebraucht zu werden (vgl. ebd.).

Doch auch eine auf den ersten Blick eher negative Seite des Verantwortungsgefühls für andere kommt in der Studie zum Ausdruck; moralische Verpflichtungen beziehungsweise das Pflichtgefühl werden von mehr als der Hälfte der Befragten als Grund für die soziale Tätigkeit benannt. So kommen rund 15 Prozent der Befragten dem Engagement beinahe nur deshalb nach, weil sie von Angehörigen oder Bekannten dazu aufgefordert wurden (vgl. Haumann 2014). Es stellt sich hier die Frage, ob die Arbeit tatsächlich freiwillig vollzogen wird oder die gesellschaftlichen Erwartungen diese Personen in ihre Positionen gedrängt haben.

Aktive im Gesundheits- beziehungsweise Sozialbereich werden vorrangig durch Hilfsbereitschaft, jedoch auch religiöse oder ethische Antriebe motiviert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt das ehrenamtliche Engagement in Deutschland statistisch dar und leitet die Forschungsfrage über das Spannungsfeld zwischen Altruismus und Egoismus ein.

2. Ehrenamtliches Engagement: Hier werden die historischen Ursprünge des Ehrenamts sowie die begrifflichen Abgrenzungen zwischen Ehrenamt, Freiwilligenarbeit und bürgerschaftlichem Engagement erörtert.

2.1 Ursprung und Entwicklung: Dieser Abschnitt beschreibt die historische Genese des Ehrenamts von den preußischen Reformen bis hin zur modernen Wiederentdeckung als gesellschaftliche Ressource.

2.2 Begrifflichkeiten: Hier werden verschiedene alternative Definitionen für soziales Engagement gegenübergestellt, um eine Arbeitsgrundlage für die Untersuchung zu schaffen.

3. Motive für ehrenamtliches Engagement: Dieses Kapitel analysiert anhand von Befragungsdaten die verschiedenen Beweggründe, die Menschen zur Aufnahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit führen.

3.1 Altruistische Motive: Fokus auf selbstlose Beweggründe wie Hilfsbereitschaft, moralische Verpflichtung und das Bedürfnis, für andere nützlich zu sein.

3.2 Egoistische Motive: Untersuchung eigennütziger Aspekte, wie die Freude an der Tätigkeit, soziale Kontakte, persönliche Weiterentwicklung und berufliche Vorteile.

4. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung darüber, dass altruistische und egoistische Motive häufig kombiniert auftreten und durch soziale Erwünschtheit beeinflusst sein können.

Schlüsselwörter

Ehrenamt, bürgerschaftliches Engagement, Altruismus, Egoismus, Freiwilligenarbeit, Gemeinwohl, soziale Arbeit, Motivationsforschung, Hilfsbereitschaft, soziale Integration, Selbstverwaltung, Vereinswesen, Pflichtgefühl, Nutzenkalkül, soziale Erwünschtheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen des ehrenamtlichen Engagements und untersucht, welche Beweggründe Menschen dazu bewegen, sich freiwillig für das Gemeinwohl einzusetzen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung des Begriffs Ehrenamt, die begriffliche Einordnung sowie die Kategorisierung von Motiven in altruistische und egoistische Antriebe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, ob heutiges ehrenamtliches Engagement tatsächlich primär selbstlos erfolgt oder ob eigennützige Zwecke einen wesentlichen Einfluss auf die Aufnahme der Tätigkeit haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse unter Einbeziehung empirischer Studien, insbesondere einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Begrifflichkeiten geklärt, gefolgt von einer detaillierten Analyse altruistischer Neigungen und einer Darstellung egoistischer Nebenwirkungen oder Nutzenaspekte bei der Freiwilligenarbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Ehrenamt, Altruismus, Egoismus, bürgerschaftliches Engagement und Motivationsforschung charakterisiert.

Warum ist eine Unterscheidung zwischen Altruismus und Egoismus laut der Autorin kompliziert?

Die Autorin argumentiert, dass sich altruistische und egoistische Motive in der Praxis häufig überschneiden und die Befragten dazu neigen, altruistische Motive stärker zu betonen, um dem gesellschaftlich negativen Bild des Egoismus zu entgehen.

Welchen Stellenwert hat die "Freude an der Tätigkeit" in der Analyse?

Die "Freude an der Tätigkeit" wird als zentrales Motiv identifiziert, das von einer sehr hohen Prozentzahl der Befragten angegeben wird und sowohl als altruistischer als auch als egoistischer Aspekt interpretiert werden kann.

Inwiefern beeinflusst das Pflichtgefühl das freiwillige Engagement?

Ein signifikanter Anteil der Befragten gibt moralische Verpflichtungen oder Aufforderungen durch Bekannte als Grund an, was die Frage aufwirft, wie freiwillig das Engagement in diesen Fällen tatsächlich ist.

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Details

Title
Motive für ehrenamtliches Engagement. Zwischen Altruismus und Egoismus
College
University of Bamberg
Grade
1,0
Author
Hannah Jost (Author)
Publication Year
2017
Pages
14
Catalog Number
V373569
ISBN (eBook)
9783668510340
ISBN (Book)
9783668510357
Language
German
Tags
motive engagement zwischen altruismus egoismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hannah Jost (Author), 2017, Motive für ehrenamtliches Engagement. Zwischen Altruismus und Egoismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373569
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