Ziel dieser Hausarbeit ist es, mit Hilfe wichtiger Aspekte aus der Motivationspsychologie Vorschläge und konkrete Konzepte für einen motivierenden, anregenden Sportunterricht zu erarbeiten. Dazu werden im ersten Teil der Arbeit wichtige Grundbegriffe erläutert und Theorien motivationaler Prozesse vorgestellt. Im nächsten Teil werden diese Theorien dann auf den Schulsport bezogen und es werden Vorschläge gemacht, wie diese in der Praxis angewendet werden können. In einem Fazit werden die Ergebnisse zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Motivationspsychologie
2.1. Motivation, Motive und Ziele
2.2. Motivationstheorien
2.2.1. Attributionstheorie
2.2.2. Intrinsische und Extrinsische Motivation
2.2.3. Subjektiver Anreizwert
2.2.4. Theorie der Zielorientierung
2.3. Das Rubikon-Modell
3. Motivation im Schulsport
3.1. Kriterien für einen motivierenden Sportunterricht
3.2. Anwendung im Schulsport
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieser Arbeit ist es, auf Basis sportpsychologischer Erkenntnisse konkrete Konzepte für einen motivierenden Sportunterricht zu entwickeln, um insbesondere heterogene Lerngruppen effektiv anzusprechen und die Freude am Sport zu fördern.
- Grundlagen der Motivationspsychologie (Motive, Motivation und Ziele)
- Relevante Motivationstheorien für den Leistungskontext
- Anwendung des Rubikon-Modells auf Handlungsphasen im Sport
- Kriterien für eine erfolgreiche Motivationsgestaltung im Schulsport
- Methodische Wege zur Förderung der Selbstständigkeit von Schülerinnen und Schülern
Auszug aus dem Buch
2.2.2. Intrinsische und Extrinsische Motivation
In der Motivationstheorie wird zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation unterschieden. Während intrinsische Motive sich aus den eigenen Interessen heraus entwickeln und somit zur Befriedigung persönlicher Motive führen, entsteht die extrinsische Motivation durch äußere Anreize. Handlungen, die extrinsisch motiviert sind können zum Beispiel das Erreichen positiver Konsequenzen oder das Vermeiden negativer Konsequenzen zum Ziel haben (vgl. Schlag 2013, S.21f.). Allgemeint gilt, dass die intrinsische Motivation der extrinsischen Motivation bezüglich der Freude während der Leistung überlegen ist (vgl. ebd.). Da Menschen eine direkte Befriedigung ihrer Motive erleben und stärker motiviert sind, wenn sie intrinsisch motiviert sind (vgl. Baumann 2015, S. 145), sollte die intrinsische Motivation gefördert werden. Durch systematische Verstärkung kann extrinsische (sekundäre) in intrinsische (primäre) Motivation überführt werden.
Wenn wir einen jungen Menschen motivieren wollen, eine Sportart zu betreiben, die er noch nicht kennt, z.B. Squash zu spielen, so ist nicht zu erwarten, dass bei ihm das Motiv „Squashspielen“ als Handlungsantrieb bereits vorhanden ist. Um ihn zu motivieren, sich dieser Sportart zuzuwenden, ist es notwendig, diejenigen Motive anzusprechen und mit der Sportart zu verknüpfen, die in der Motivhierarchie des jungen Menschen bereits handlungswirksam gegeben sind. Diese bereits gegebenen Handlungsmotive können als Primärmotive bzw. -bedürfnisse bezeichnet werden. Ein Jugendlicher, bei dem das Bewegungsbedürfnis einen starken Antrieb, also ein Primärbedürfnis darstellt, wendet sich, um dieses Bedürfnis zu befriedigen, der Sportart Squash zu. Er ist im Hinblick auf Squash sekundär motiviert. Mit der Erfahrung dieses Spiels kann es zu einer Änderung der Motivationslage kommen, d.h. zu einer Umwandlung von sekundärer in primäre Motivation.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Herausforderungen heterogener Klassen im Sportunterricht und formuliert das Ziel, Konzepte zur Steigerung der Schülermotivation zu erarbeiten.
2. Motivationspsychologie: Erläutert zentrale Grundbegriffe und Theorien wie die Attributionstheorie, Zielorientierung und das Rubikon-Modell als theoretisches Fundament.
3. Motivation im Schulsport: Überträgt die psychologischen Theorien auf den Schulsport und definiert Kriterien für einen motivierenden Unterricht sowie praktische Anwendungsmöglichkeiten.
4. Fazit und Ausblick: Fasst zusammen, dass die Kenntnis über Motive und eine differenzierte Unterrichtsgestaltung essenziell für nachhaltige Motivation im Sport sind.
Schlüsselwörter
Motivationspsychologie, Sportunterricht, intrinsische Motivation, extrinsische Motivation, Rubikon-Modell, Zielorientierung, Attributionstheorie, Leistungsanreiz, Schulsport, Primärbedürfnisse, Handlungsphasen, Differenzierung, Selbstständigkeit, Sportpädagogik, Schülerbeteiligung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den psychologischen Grundlagen der Motivation und der Frage, wie diese Erkenntnisse genutzt werden können, um den Schulsport motivierender und anregender zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Abgrenzung von Motiven und Zielen, verschiedene Motivationstheorien, die Phasen der Handlungsplanung sowie konkrete Kriterien für die Praxis im Sportunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Sportlehrkräfte durch Kenntnis der motivationalen Prozesse bei Schülern eine Umgebung schaffen können, die sowohl Freude am Sport fördert als auch die individuelle Leistungsfähigkeit unterstützt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse relevanter sportpsychologischer Fachliteratur, die zur Ableitung praxisorientierter didaktischer Kriterien für den Schulsport genutzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Motivationskonzepten und deren gezielte Übertragung auf den schulischen Kontext, inklusive der Vorstellung des Rubikon-Modells.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Motivationspsychologie, Schulsport, intrinsische/extrinsische Motivation, Rubikon-Modell und individuelle Zielsetzung.
Wie kann eine Lehrkraft konkret extrinsische in intrinsische Motivation umwandeln?
Dies geschieht laut Arbeit durch das Ansprechen individueller Primärbedürfnisse und die Verknüpfung der Sportaufgabe mit den vorhandenen Motiven der Schülerinnen und Schüler.
Welche Bedeutung hat das Rubikon-Modell für den Sportunterricht?
Das Modell dient als Rahmen, um den Prozess der Zielbildung bis hin zur Handlungsrealisierung und -bewertung zu verstehen, was Lehrkräften hilft, unterstützend in die verschiedenen Phasen einzugreifen.
- Citar trabajo
- Lea Pohlmann (Autor), 2016, Motivation im Schulsport. Psychologische Aspekte für einen motivierenden Unterricht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373696