Im Frühjahr 2016 stieß ich im Internet zufällig auf eine Anzeige für Praktikumsstellen einer archäologischen Ausgrabung. Dabei handelte es sich um einen früh- bis hochmittelalterlichen Siedlungsplatz an der Nordseeküste, der mindestens seit dem 8. bis ins frühe 11. Jahrhundert n. Chr. bestand. Dieser Praktikumsbericht gibt einen Überblick über das Berufsbild des Archäologen und des Grabungstechnikers sowie über die Vermessung mit TachyKAD und das Sammeln von Phosphatproben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Beschreibung von Berufsfeld und Praktikumsinstitution
2.1. Das Institut
2.2. Berufsbild des Archäologen
2.3. Berufsbild des Grabungstechnikers
3. Beschreibung der ausgeführten Tätigkeiten
4. Vertiefende Darstellung dreier Schwerpunkte
4.1. Vermessung mit TachyKAD
4.2. Aushebung eines Querschnitt-Planums
4.3. Sammeln von Phosphatproben
5. Reflexion und Bewertung der eigenen Tätigkeit
Zielsetzung & Themen
Der vorliegende Bericht dokumentiert die Erfahrungen der Autorin während eines archäologischen Orientierungspraktikums an einem früh- bis spätmittelalterlichen Siedlungsplatz. Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, Einblicke in die praktischen Tätigkeiten der Feldforschung zu vermitteln, das Berufsfeld zu reflektieren und die erlernten methodischen Arbeitsschritte praxisnah darzustellen.
- Grundlagen der archäologischen Feldarbeit und Grabungspraxis
- Strukturelle Anforderungen und Berufsfelder in der Archäologie
- Methoden der Vermessung und Befunddokumentation
- Analyse und Interpretation archäologischer Siedlungsstrukturen
- Persönliche Reflexion über Arbeitsalltag und berufliche Perspektiven
Auszug aus dem Buch
4.1. Vermessung mit TachyKAD
Das TachyKAD ist ein Gerät, das mittels Lichtwellen Punkte über die Reflektionsfläche des Tachymeters einmisst und es somit ermöglicht, am PC mit der Software AutoKAD eine kartographische Darstellung der Ausgrabung zu erstellen. Auf den ersten Blick erinnerte es mich an eine Art Vermessungs-Kamera, da seine Effekte, die An- und Verwendung nur geringfügig davon differieren.
Meine Aufgabe bestand hauptsächlich darin, mit dem Tachymeter – einem langen, rot-silbergestreiften Metallstock, der sich, inklusive Spitze und Prisma, in sechs Teile auseinanderschrauben und wieder zusammensetzen ließ – an den Befundgrenzen zu stehen und dabei die sich neben dem Prisma befindende Wasserwaage gerade zu halten. Sobald der Vermessungstechniker, der in der Zwischenzeit das TachyKAD bediente, ein OK herübergerufen hatte, ging es darum, den nächsten Punkt der Befundgrenze zu suchen, den man, wie mir erläutert wurde, nach dem Prinzip „Malen nach Zahlen“ fand: Gerade, in großen Abständen, aber dort wo die Kurven kamen, sollte es akribischer sein.
Innerhalb der Befundquerschnitte wurden nur die Fotogrammetrienägel eingelesen, wobei meistens ein Helfer vonnöten war, der eine Kelle unter die Nägel hielt. Auch das Prisma musste dabei in verschiedenen Variationen zusammengeschraubt werden, damit es aus den Graben herausreichte. Größere Steine, die sich in oder an den Grenzen eines Befundes befanden verblieben manchmal dort. Dann wurden ihre Umrisse in das TachyKAD mit eingelesen. Ebenso verhielt es sich mit den Planum 2, 3, etc.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Anlass des Praktikums, die Rahmenbedingungen der archäologischen Ausgrabung an der Nordseeküste sowie die organisatorischen Eckpunkte des Einsatzes.
2. Beschreibung von Berufsfeld und Praktikumsinstitution: Dieses Kapitel stellt die Forschungseinrichtung vor und definiert das Berufsbild sowie die methodischen Kernkompetenzen von Archäologen und Grabungstechnikern.
3. Beschreibung der ausgeführten Tätigkeiten: Hier wird der tägliche Arbeitsablauf auf der Grabungsfläche beschrieben, beginnend bei der Einrichtung der Fläche über die Schaufelplanung bis hin zur systematischen Befundsicherung.
4. Vertiefende Darstellung dreier Schwerpunkte: Der Autor erläutert detailliert drei spezifische Tätigkeitsfelder: die technische Vermessung, das Anlegen von Befundquerschnitten und das entnahmeorientierte Sammeln von Phosphatproben.
5. Reflexion und Bewertung der eigenen Tätigkeit: Das abschließende Kapitel reflektiert die persönlichen Erfahrungen, den Lernerfolg sowie die berufliche Relevanz des Praktikums für das Geschichtsstudium.
Schlüsselwörter
Archäologie, Grabungspraktikum, Feldarchäologie, TachyKAD, Befunddokumentation, Siedlungsgeschichte, Mittelalter, Ausgrabung, Vermessungstechnik, Phosphatproben, Querschnitt-Planum, Grabungstechniker, Feldforschung, Bodendenkmalpflege, Siedlungsplatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Praktikumsbericht?
Der Bericht beschreibt die persönlichen Erfahrungen und Tätigkeiten einer Praktikantin während einer archäologischen Ausgrabung eines früh- bis hochmittelalterlichen Siedlungsplatzes im Sommer 2016.
Welche Themenfelder werden abgedeckt?
Zentral sind die organisatorischen Aspekte einer Grabung, die Aufgabenbeschreibungen der beteiligten Berufsfelder, technische Dokumentationsmethoden sowie die archäologische Untersuchung von Befunden.
Was ist das Ziel des Praktikumsberichts?
Das Ziel ist die methodische Dokumentation und Reflexion des Grabungsalltags, um die Brücke zwischen theoretischer akademischer Ausbildung und praktischer archäologischer Feldarbeit zu schlagen.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Es werden Methoden wie die Schaufelplanung, der Feinputz, die Vermessung mittels Tachymeter (TachyKAD), die Erstellung von Querschnitt-Planums sowie die Entnahme von Boden- und Phosphatproben zur Analyse beschrieben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Beschreibung der Grabungseinrichtung, die detaillierte Darstellung von Vermessungsarbeiten und Befundsicherung sowie die praktische Analyse von Siedlungsstrukturen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind Feldarchäologie, Grabungspraxis, Vermessungstechnik, Befunddokumentation und archäologische Methodik.
Wie groß war die Ausgrabungsfläche und wie wurde sie bearbeitet?
Die Fläche umfasste ca. 600 Quadratmeter, die in 24 Quadranten unterteilt wurde, welche in der Regel nacheinander mittels Schaufelplanung und manuellem Feinputz bearbeitet wurden.
Warum spielt das Wetter eine so große Rolle bei der Arbeit?
Witterungsbedingungen beeinflussen den Fortschritt maßgeblich, da starker Regen die freigelegten Strukturen verwischen kann, die Arbeit in den Gruben erschwert und zu ständigen Unterbrechungen durch notwendige Abdeckmaßnahmen führt.
Welche Bedeutung hat das Sammeln von Phosphatproben?
Hohe Phosphorvorkommen an bestimmten Stellen im Boden können heutzutage wichtige Hinweise auf die ehemalige Lage von Ställen oder die spezifische Art der Viehhaltung geben.
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- Caroline Thon (Autor), 2016, Archäologisches Orientierungspraktikum auf einem früh- bis spätmittelalterlichen Siedlungsplatz, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373776