"Die Vorstellung von einem reinen Theater ist ebenso illusionär wie die eines reinen Films." Dieses Zitat von Literaturwissenschaftler Christian Steltz in seinem Text "Zwischen Leinwand und Bühne. Intermedialität im Drama der Gegenwart und die Vermittlung von Medienkompetenz" von 2010 weist darauf hin, dass sowohl das Theater als auch der Film sich seit jeher der Mittel des jeweils anderen Mediums (und auch anderer Medien wie der Kunst, Fotografie und Literatur) bedienen. So sind Theater und Film seit der Entstehung des Filmes in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts eng miteinander verbunden und bestehen längst nicht mehr ausschließlich für sich alleine, sondern in einer intermedialen Kombination. Der Film Dogville vom dänischen Regisseur Lars von Trier (DK: 2003) ist Produkt einer solchen intermedialen Kombination. Dogville zeichnet sich durch sein strukturell offensichtliches Theaterzitat des Bühnenbildes sowie seine formale Anlehnung an das epische Theater von Brecht aus und avanciert damit zu einem ergiebigen Analysebeispiel für die Theaterbezüge bzw. die Theatralität im Medium des Films.
Inhaltsverzeichnis
- I. Dogville - ein Theaterfilm
- II. Reflexion der Theatralität im Film…..\n
- III. Die Kunst der Verfremdung
- IV. Desillusion und Illusion: Vom optischen Nicht-Sein ins imaginierte Dasein
- V. Exkurs: Dogville-Inszenierung von Bastian Kraft..\n
- VI. Dogville-theatraler Freiraum……......
- VII. Filmverzeichnis.
- VIII. Literaturverzeichnis
- IX. Abbildungsverzeichnis
- X. Anhang.....\n
- 10.1 Kurzzusammenfassung der Filmhandlung von Lars von Triers Dogville..
- 10.2 Handlungsverlauf in Kapitelüberschriften…...\n
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Theatralität von Lars von Triers Film Dogville und untersucht, wie der Film die Grenzen zwischen Theater und Film verschmilzt und eine einzigartige Form der Theatralität entwickelt.
- Analyse der theatralen Elemente in Dogville
- Untersuchung der Beziehung zwischen Theater und Film
- Die Rolle der Verfremdung im Film
- Die Bedeutung des Bühnenbildes und der minimalen Dekoration
- Die Verbindung von filmischer und theatraler Ästhetik
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die Definition von Theaterfilmen und die Intermedialität zwischen Theater und Film. Es wird die These aufgestellt, dass Dogville als ein ergiebiges Analysebeispiel für die Theaterbezüge bzw. die Theatralität im Medium des Films dient. Das zweite Kapitel geht auf die Reflexion der Theatralität im Film Dogville ein. Es wird untersucht, wie von Triers Film auf verschiedenen Ebenen die theatralen Elemente und die Inszenierungsformen des Theaters aufgreift. Das dritte Kapitel befasst sich mit der Kunst der Verfremdung in Dogville und analysiert, wie diese Verfremdungseffekte durch die theatralen Elemente und die Inszenierungsformen des Films erreicht werden. Das vierte Kapitel beleuchtet die Beziehung zwischen Desillusion und Illusion im Film Dogville. Es wird gezeigt, wie die minimalistische Dekoration und die theatralen Elemente zu einem Spannungsfeld zwischen Illusion und Desillusion führen. Das fünfte Kapitel widmet sich dem Exkurs der Dogville-Inszenierung von Bastian Kraft.
Schlüsselwörter
Theatralität, Theaterfilm, Intermedialität, Verfremdung, Dogville, Lars von Trier, Bühnenbild, Minimalismus, Filmische Ästhetik, Brechtsches Theater, Episches Theater, Meta-Theatralität.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Besondere an der Inszenierung von „Dogville“?
Der Film verzichtet auf realistische Kulissen und nutzt stattdessen ein bühnenartiges Setting mit Kreidemarkierungen auf dem Boden, was eine starke Theatralität erzeugt.
Welchen Einfluss hat Bertolt Brecht auf den Film?
Lars von Trier nutzt Verfremdungseffekte im Sinne von Brechts „epischem Theater“, um die Zuschauer zur Reflexion anzuregen, statt sie rein emotional eintauchen zu lassen.
Was bedeutet Intermedialität bei „Dogville“?
Es beschreibt die Verschmelzung der Medien Film und Theater, wobei filmische Mittel (Kameraführung) auf eine radikal reduzierte Theaterästhetik treffen.
Wie funktioniert die „Kunst der Verfremdung“ im Film?
Durch das Fehlen von Wänden und Türen sowie den Einsatz eines Erzählers wird die Illusion des klassischen Kinos ständig gebrochen (Desillusionierung).
Was ist das Ziel der minimalistischen Dekoration?
Sie schafft einen „theatralen Freiraum“, in dem sich die Handlung auf die moralischen Abgründe der Charaktere konzentriert, ohne von einer opulenten Umgebung abzulenken.
- Arbeit zitieren
- Katrin Graf (Autor:in), 2016, Filmische Verfremdung. Zur Theatralität von Lars von Triers "Dogville", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373949