Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Traumapädagogik in der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Eine Herausforderung für die soziale Arbeit?

Title: Traumapädagogik in der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Eine Herausforderung für die soziale Arbeit?

Bachelor Thesis , 2016 , 53 Pages , Grade: 2.3

Autor:in: Ines Leuker (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Arbeit mit traumatisierten Menschen wird auch trotz neuer Forschungsergebnisse vorwiegend den Therapeuten zugeordnet. Und das, obwohl traumatisierte Menschen viel häufiger in anderen Hilfekontexten aufzufinden sind, wie zum Beispiel dem betreuten Wohnen oder der Suchtberatung. Traumatisierende Erlebnisse belasten den Alltag der Betroffenen
und können auch genau dort aufgearbeitet werden – im Alltag.

Somit möchte ich mit meiner Bachelorarbeit einen kleinen Beitrag dazu leisten, das Thema Traumapädagogik in der stationären Kinder- und Jugendhilfe etwas mehr zu verankern. Im ersten Teil der Arbeit werde ich theoretische Grundlagen zusammenfassen, die für das Verständnis von Traumata relevant sind. Dazu habe ich mich mit aktueller Fachliteratur befasst und verschiedene Autoren miteinander in Beziehung gesetzt. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit den möglichen Ursachen von Traumatisierung, sowie Schutz- und Risikofaktoren, die eine Traumatisierung begünstigen oder ihr entgegenwirken. Darüber hinaus zeige ich mögliche Folgen einer Traumatisierung auf und an welchen Symptomen diese zu erkennen sind. Danach folgen wichtige Aspekte des Kindheitstraumas oder des so genannten Entwicklungstraumas, da dies für die Arbeit in der stationären Kinder- und Jugendhilfe eine hohe Relevanz darstellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Theoretische Grundlagen

2.1 Definitionen

2.1.1 Trauma

2.1.2 Posttraumatische Belastungsstörung

2.2 Mögliche Ursachen einer Traumatisierung

2.3 Risiko- und Schutzfaktoren

2.4 Folgen einer Traumatisierung

2.5 Entwicklungstrauma

Die stationäre Kinder- und Jugendhilfe

3.1 Hilfen zur Erziehung

3.2 Gründe für eine stationäre Unterbringung

Traumapädagogik

4.1 Definition und Entstehung

4.2 Grundhaltung

4.3 Konzepte und Methoden der Traumapädagogik

4.4 Traumapädagogische Einrichtungen

4.5 Fallbeispiel

Bezug zur sozialen Arbeit

5.1 Voraussetzungen für traumapädagogisches Handeln

5.2 Inhalte des Studiums

5.3 Selbstfürsorge

Fazit und Handlungsempfehlung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorthesis untersucht die Bedeutung der Traumapädagogik in der stationären Kinder- und Jugendhilfe und geht der Forschungsfrage nach, inwieweit dieser Ansatz eine Herausforderung für das Berufsfeld der Sozialen Arbeit darstellt. Im Fokus steht dabei die Etablierung einer professionellen, traumasensiblen Haltung zur Unterstützung betroffener Kinder und Jugendlicher.

  • Grundlegende Definitionen und Auswirkungen von Traumata bei Kindern und Jugendlichen.
  • Strukturen und Rahmenbedingungen der stationären Kinder- und Jugendhilfe.
  • Traumapädagogische Konzepte, Methoden und deren praktische Anwendung.
  • Die Notwendigkeit traumasensibler Grundhaltungen und professioneller Selbstfürsorge für Fachkräfte.

Auszug aus dem Buch

4.5 Fallbeispiel

Das folgende Fallbeispiel beinhaltet, die auf wesentliche Aspekte komprimierte Vorstellung eines Mädchens, welches in der Einrichtung lebte, in der ich mein Praxissemester absolvierte.

Alle Daten wurden soweit verfremdet, dass das Mädchen nicht identifiziert werden kann.

Anna* (Name geändert) wurde am 5. März 2004 geboren und hat eine Zwillingsschwester, die in einer anderen Einrichtung untergebracht ist. Das Leben in der Herkunftsfamilie war geprägt von den psychischen Problemen der Mutter und physischen Übergriffen des Vaters.

Anna* berichtete oft von Situationen in denen sie die Verantwortung für ihre Mutter übernahm und somit eine Rollenumkehr statt fand. Des Weiteren kann man den Schilderungen entnehmen, dass die Bindung zu ihrer Mutter von Angst besetzt ist und es auch zu physischen Übergriffen durch die Mutter kam.

Bei Trauer oder Wut biss sich Anna* selber in den Arm oder schlug mit dem Kopf gegen die Wand, um sich selber zu bestrafen. Dieses Verhalten zeigt sie mittlerweile nicht mehr, jedoch kommt es mehrmals die Woche vor, dass sie im Schlaf einnässt. (Enuresis nocturna)

Annas* Aussagen sind teilweise extrem erwachsen. Andererseits verfällt sie jedoch auch sehr häufig in Babysprache, zum Beispiel in Situationen die ihr unangenehm sind oder um die Aufmerksamkeit der Pädagogen zu erlangen. Bei der Interaktion zwischen den Zwillingen und ihrer Mutter fiel auf, dass es keine emotionale Zuwendung oder Gefühlsbeteiligung der Mutter gibt. Sie besitzt keine Schwingungsfähigkeit und ist affektiv erheblich verflacht. Zudem meidet sie den direkten Blickkontakt zu ihren Töchtern. Sie ist nicht in der Lage sprachlich oder mimisch auf die kindlichen Äußerungen einzugehen oder Bedürfnisse feinfühlig zu erkennen und hinreichend darauf zu reagieren.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Traumapädagogik ein und erläutert die Motivation, sich mit der Unterstützung traumatisierter Kinder in stationären Kontexten auseinanderzusetzen.

Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert Trauma und PTBS, beleuchtet Ursachen sowie Risikofaktoren und verdeutlicht die langfristigen Folgen von Entwicklungstraumata für die kindliche Entwicklung.

Die stationäre Kinder- und Jugendhilfe: Es werden die gesetzlichen Grundlagen (SGB VIII) sowie die strukturellen Herausforderungen und die Notwendigkeit der stationären Unterbringung als Schutzraum thematisiert.

Traumapädagogik: Das Kapitel erläutert Entstehung, Grundhaltungen (wie das Konzept des guten Grundes) sowie konkrete Methoden und stellt beispielhaft Einrichtungen vor.

Bezug zur sozialen Arbeit: Es wird diskutiert, wie traumapädagogisches Wissen in das professionelle Handeln der Sozialen Arbeit integriert werden kann und warum Selbstfürsorge für Fachkräfte essentiell ist.

Fazit und Handlungsempfehlung: Die Autorin resümiert, dass Traumapädagogik eine zentrale Herausforderung und ein notwendiges Hilfsmittel für die Soziale Arbeit ist, das interdisziplinäre Kooperation erfordert.

Schlüsselwörter

Traumapädagogik, Kinder- und Jugendhilfe, Soziale Arbeit, Bindung, Entwicklungstrauma, PTBS, Traumatisierung, Pädagogische Grundhaltung, Resilienz, Selbstfürsorge, Kindeswohl, Stationäre Heimerziehung, Salutogenese, Sekundäre Traumatisierung, Psychoedukation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Relevanz und Anwendung der Traumapädagogik innerhalb der stationären Kinder- und Jugendhilfe und deren Bedeutung als Herausforderung für die Soziale Arbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die theoretische Fundierung von Traumata, die rechtlichen und praktischen Rahmenbedingungen der Jugendhilfe sowie pädagogische Konzepte zur Stabilisierung betroffener Kinder.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, inwieweit die Traumapädagogik ein hilfreiches Instrument für Sozialarbeiter darstellt, um traumatisierten Kindern und Jugendlichen in stationären Einrichtungen gerecht zu werden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche und theoretischen Aufarbeitung sowie der Reflexion von Erfahrungen aus einem Praxissemester.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Analyse der stationären Jugendhilfe, die Darstellung traumapädagogischer Methoden und den konkreten Bezug zur professionellen Sozialarbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Traumapädagogik, Bindung, Entwicklungstrauma, Soziale Arbeit und traumasensible Grundhaltung.

Wie unterscheidet sich die im Text erwähnte "positive Absicht" vom Bagatellisieren von Taten?

Der Ansatz der "positiven Absicht" erkennt den psychologischen Sinn hinter einem Verhalten an, ohne das Verhalten selbst (etwa bei Straftaten) gutzuheißen oder zu bagatellisieren; er dient als Basis für eine tragfähige Arbeitsbeziehung.

Warum wird im Text die Bedeutung der "Selbstfürsorge" so betont?

Die Autorin betont die Selbstfürsorge, um Fachkräfte vor sekundärer Traumatisierung zu schützen, da die intensive Arbeit mit traumatisierten Menschen eine hohe psychische Belastung darstellt.

Excerpt out of 53 pages  - scroll top

Details

Title
Traumapädagogik in der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Eine Herausforderung für die soziale Arbeit?
College
University of Applied Sciences North Rhine-Westphalia Köln  (Katholische Hochschule NRW Abteilung Münster)
Grade
2.3
Author
Ines Leuker (Author)
Publication Year
2016
Pages
53
Catalog Number
V374146
ISBN (eBook)
9783668521971
ISBN (Book)
9783668521988
Language
German
Tags
traumapädagogik kinder- jugendhilfe eine herausforderung arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ines Leuker (Author), 2016, Traumapädagogik in der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Eine Herausforderung für die soziale Arbeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374146
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  53  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint