Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History - Miscellaneous

Ein Bild, das lügt? Die Proklamierung des Deutschen Kaiserreichs. Übung zur Intentionalität und Urteilskraft im Unterricht

Title: Ein Bild, das lügt? Die Proklamierung des Deutschen Kaiserreichs. Übung zur Intentionalität und Urteilskraft im Unterricht

Lesson Plan , 2016 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dr. (theol.) (Dipl. theol.) Peter Hubertus Erdmann (Author)

History - Miscellaneous
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Kernintention der Unterrsichtsstunde:
Indem die Schülerinnen und Schüler ein Historienbild auf der Grundlage von verschiedenen Selbstzeugnissen der auf dem Bild dargestellten Personen untersuchen und die ihrer Ansicht nach zentralen Unterschiede zwischen dem Historienbild und den Aussagen der Personen als Hinweis für die Intentionalität des Historiengemäldes herausstellen, üben sie sich in der Anwendung der Prinzipien der Beurteilung als Teil ihrer Urteilskompetenz.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Allgemeine Informationen

2. Längerfristiges Unterrichtsvorhaben – Unterrichtskontext

2.1 Lerngruppenanalyse

2.2 Darlegung und Begründung der Reihenkonzeption

2.3 Reihensequenzkontext

3. Kompetenzorientierte Lernziele der Unterrichtsstunde

3.1 Hauptintention

3.2 weitere kompetenzorientierte Zielsetzungen

4. Didaktisch-methodische Entscheidungen

4.1 Didaktische Reduktion: Potenzial und Relevanz des Themas und des Gegenstands

4.2. Methodische Entscheidungen

5. Verlaufsplan zur Unterrichtsstunde

6. Literatur

Anhang

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel der Unterrichtsstunde besteht in der Förderung der Urteilskompetenz der Schülerinnen. Durch die kritische Gegenüberstellung eines Historienbildes zur Proklamierung des Deutschen Kaiserreichs mit zeitgenössischen Selbstzeugnissen der beteiligten Personen sollen die Lernenden die Intentionalität historischer Darstellungen durchschauen und die Differenz zwischen offizieller Inszenierung und subjektivem Erleben reflektieren.

  • Kritische Analyse von Historienbildern als Quellen
  • Anwendung der Urteilskompetenz durch Multiperspektivität
  • Vergleich von Bildaussagen mit schriftlichen Selbstzeugnissen
  • Dekonstruktion von nationalstaatlichen Inszenierungen
  • Förderung der Handlungskompetenz durch Rollenstatements

Auszug aus dem Buch

Gerade die Genauigkeit und Realität der Details täuschen darüber hinweg, dass es sich bei der Kaiserproklamation um eine Inszenierung und Stilisierung des Ereignisses handelt.

Die Friedrichsruher Fassung zeigt das Ereignis nicht mehr als eine nationale Tat, sondern als ein Ergebnis zielstrebiger Machtpolitik durch Bismarck, begleitet durch die Leistungen der preußischen Armee und ihrer Heerführer. Das Bild erzählt eine bestimmte Version, die so nicht stattgefunden hat, selbst Zeitgenossen hatten eine andere Perspektive. Die Unterrichtsstunde beinhaltet daher Selbstzeugnisse der Teilnehmer und fokussiert sich auf deren subjektive Wahrnehmungen und Deutungen. Die multiperspektivischen Quellen aus verschiedenen Gattungen (z.B. Brief, Memoiren, Tagebuch) konzentrieren sich daher auf Eindrücke, Gefühle und Stimmungen der zeitgenössischen Teilnehmer, nicht auf eine faktizistische Rekonstruktion der Ereignisse. Durch die Beschäftigung mit den Selbstzeugnissen wird ersichtlich: Die im Gemälde dargestellte feierlich-erhabene Stimmung als offizielle Deutung des Ereignisses steht in Kontrast zu den Erlebnissen der Teilnehmer der Kaiserproklamation. In den hier verwendeten Selbstzeugnissen verliert die bildlich als Spektakel inszenierte Kaiserproklamation ihre Erhabenheit und ihren Glanz. Sie wird stattdessen recht nüchtern beschrieben, „[...] vollzogen in prunklosester Weise und außerordentlicher Kürze“.

Die Textquellen stehen der Bildaussage des Kunstpolitikers und Hofmalers von Werners diametral entgegen. Sie ergänzen und korrigieren das Gemälde, das nicht die historischen Gegebenheiten, sondern die gewünschte Tradierung und damit eine Interpretation der Reichsgründung darstellt. Durch die Dekonstruktion der Bildaussage anhand von Selbstzeugnissen reflektieren die Lernenden die Perspektivität von Geschichte und werden dazu handlungsorientiert in die Lage versetzt, selbst unterschiedlich historische Perspektiven einzunehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Allgemeine Informationen: Zusammenfassung der formalen Rahmenbedingungen der Unterrichtsstunde inklusive Lerngruppe, Fachkontext und der zentralen Kernintention.

2. Längerfristiges Unterrichtsvorhaben – Unterrichtskontext: Analyse der Lerngruppe, der inhaltlichen Reihenkonzeption und der methodischen Einbettung in das Thema der Ära Bismarck.

3. Kompetenzorientierte Lernziele der Unterrichtsstunde: Definition der Hauptintention sowie weiterer Zielsetzungen in den Bereichen Methoden- und Handlungskompetenz.

4. Didaktisch-methodische Entscheidungen: Erläuterung der fachdidaktischen Reduktion sowie der methodischen Planung zur Förderung kritischer Bildkompetenz.

5. Verlaufsplan zur Unterrichtsstunde: Tabellarische Übersicht des zeitlichen Ablaufs der Stunde mit Phasen von der Begrüßung bis zur Diskussion.

6. Literatur: Zusammenstellung der verwendeten curricularen Vorgaben sowie der einschlägigen fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Literatur.

Anhang: Auflistung der verwendeten Materialien wie Selbstzeugnisse, Aufgabenstellungen für die Gruppenarbeit und methodische Hilfestellungen.

Schlüsselwörter

Bismarck, Reichsgründung, Kaiserproklamation, Anton von Werner, Urteilskompetenz, Bildinterpretation, Historienbild, Multiperspektivität, Quellenkritik, Kaiserreich, Preußen, Geschichtsbewusstsein, Intentionalität, Selbstzeugnisse, Handlungsorientierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit stellt einen detaillierten Verlaufsplan für eine Unterrichtsstunde im Fach Geschichte für die Jahrgangsstufe Q1 dar, in der das Historiengemälde von Anton von Werner zur Kaiserproklamation kritisch hinterfragt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die historische Rolle Bismarcks, die Reichsgründung von 1871 sowie die Analyse von Historienbildern als politisch intendierte Medien der Geschichtskultur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Förderung der Urteilskompetenz der Schülerinnen. Sie sollen erkennen, dass ein Historienbild keine neutrale Abbildung ist, sondern eine interpretative Darstellung mit spezifischer Wirkungsabsicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine handlungsorientierte Bildinterpretation angewandt, bei der Bildquellen mit zeitgenössischen Selbstzeugnissen konfrontiert und dekonstruiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die lerngruppenbezogene Analyse, didaktische Begründungen sowie die konkrete methodische Umsetzung durch binnendifferenzierte Gruppenarbeitsphasen und Plenumsdiskussionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Bismarck, Reichsgründung, Kaiserproklamation, Historienbild, Urteilskompetenz, Quellenkritik und Multiperspektivität.

Warum wird das Bild als „lügend“ bezeichnet?

Der Titel bezieht sich auf die Diskrepanz zwischen der feierlich-erhabenen, glorifizierenden Darstellung im Gemälde und der historischen Realität, wie sie aus kritischen, teils skeptischen Selbstzeugnissen der Teilnehmer hervorgeht.

Welchen Stellenwert nimmt die Binnendifferenzierung ein?

Die Binnendifferenzierung ist zentral, um den unterschiedlichen Leistungsniveaus und Neigungen innerhalb der Lerngruppe gerecht zu werden, etwa durch gestaffelte Quellen und optionale Rätselaufgaben.

Warum ist das Historienbild von Anton von Werner für den Unterricht relevant?

Es gilt als eines der wirkungsmächtigsten Historiengemälde des Kaiserreichs und prägt bis heute das visuelle Gedächtnis der Reichsgründung, weshalb eine kritische Auseinandersetzung für ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein unerlässlich ist.

Welche Rolle spielen die Selbstzeugnisse der Akteure?

Sie dienen als Korrektiv zum Bild. Sie zeigen subjektive Wahrnehmungen, die im Kontrast zur offiziellen Propaganda des Historienbildes stehen und helfen den Schülern, historische Perspektivität zu erlernen.

Excerpt out of 22 pages  - scroll top

Details

Title
Ein Bild, das lügt? Die Proklamierung des Deutschen Kaiserreichs. Übung zur Intentionalität und Urteilskraft im Unterricht
College
University of Münster
Grade
1,0
Author
Dr. (theol.) (Dipl. theol.) Peter Hubertus Erdmann (Author)
Publication Year
2016
Pages
22
Catalog Number
V374497
ISBN (eBook)
9783668517707
ISBN (Book)
9783668517714
Language
German
Tags
Deutsches Kaiserreich Proklamierung Unterrichtsentwurf Historienbild Intenionalität Urteilskompetenz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. (theol.) (Dipl. theol.) Peter Hubertus Erdmann (Author), 2016, Ein Bild, das lügt? Die Proklamierung des Deutschen Kaiserreichs. Übung zur Intentionalität und Urteilskraft im Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374497
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  22  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint