Die vorliegende, literaturgeleitete wissenschaftliche Arbeit soll der Frage nachgehen, inwiefern die Versorgungssituation von Menschen mit koronaler Herzkrankheit (KHK) durch eine professionelle Gesundheitsberatung unterstützt werden kann bzw. wo Potenziale und wo Grenzen liegen. Die Erkrankung wird zunächst anhand Verlausform, Epidemiologie und Risikofaktoren sowie Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten näher fokussiert. Anhand dieses Hintergrundes wird exemplarisch auf die komplexen Probleme und Herausforderungen sowie auf den damit zusammenhängenden Unterstützungsbedarf von Patienten mit KHK eingegangen. Anschließend wird unter dem Thema der Gesundheitsberatung von KHK Patienten der Begriff der Beratung kurz erörtert, um danach die Gesundheitsberatung und ihre Bedeutung für den KHK-Patienten anhand von deren Zielen, der angesprochenen Zielgruppe und dem konstitutionellen Rahmen zu verstehen. Bestehende Beratungsansätze sollen zeigen, in welcher Form eine Gesundheitsberatung für KHK-Patienten bereits besteht bzw. denkbar ist. Abschließend werden die Potentiale und Grenzen reflektiert, die eine Gesundheitsberatung für die bedarfsgerechte Versorgung von Patienten mit Koronarer Herzkrankheit hat.
Alterungsprozess, nimmt die Zahl der Menschen die an chronischen Erkrankungen leiden kontinuierlich zu. Die Versorgung dieser, häufig auch multimorbiden Patienten, stellt das Versorgungswesen vor besondere Herausforderungen. In ihrem beruflichen Alltag im Rettungsdienst begegnen der Autorin der vorliegenden Hausarbeit täglich Patienten mit Koronarer Herzkrankheit, im Folgenden KHK, und den daraus resultierenden Akutereignissen wie Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Angina Pectoris und Myokoardinfarkt. In den vielen Gesprächen im Rahmen der Anamneseerhebung wird hierbei deutlich, wie wenig die Patienten oft über die Risikofaktoren ihrer Erkrankung, ihre Erkrankung selbst und im Rahmen dessen auch über die bestehenden Versorgungsstrukturen wissen und daher damit gänzlich überfordert sind. Das Interesse an den Gründen für diesen Sachverhalt in einem der besten Gesundheitswesen der Welt hat die Autorin zur Wahl der Koronaren Herzkrankheit im Bezug auf die Versorgung von chronischen Erkrankungen und damit zum Verfassen dieser Hausarbeit bewogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Chronische Krankheiten
2.1 Koronare Herzkrankheit
2.2 Verlaufsformen
2.2.1 Risikofaktoren
2.2.2 Epidemiologie
2.2.3 Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten
2.2.4 Komplexe Probleme und Herausforderungen bei der Versorgung
2.2.5 Unterstützungsbedarf
3 Beratung
3.1 Gesundheitsberatung bei Koronarer Herzkrankheit
3.1.1 Zielgruppe und Ziele der Gesundheitsberatung
3.1.2 Institutioneller Rahmen einer Gesundheitsberatung
3.1.3 Bestehende Beratungsansätze in Disease Management Programmen
3.1.4 Potenziale einer Gesundheitsberatung bei Koronarer Herzkrankheit
3.1.5 Grenzen der Gesundheitsberatung bei Koronarer Herzkrankheit
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern eine professionelle Gesundheitsberatung die Versorgungssituation von Menschen mit Koronarer Herzkrankheit (KHK) unterstützen kann und welche Potenziale sowie Grenzen dabei bestehen.
- Epidemiologie und Verlaufsformen der Koronaren Herzkrankheit
- Herausforderungen in der Versorgung chronisch Kranker
- Bedeutung der Gesundheitsberatung für das Selbstmanagement
- Institutionelle Rahmenbedingungen der Patientenberatung
- Analyse von Potenzialen und Grenzen in der KHK-Beratungspraxis
Auszug aus dem Buch
Komplexe Probleme und Herausforderungen bei der Versorgung
In der Versorgung von chronisch kranken Patienten, insbesondere KHK –Patienten weist das Gesundheitssystem in der Versorgungsqualität erhebliche Defizite auf. Der hohen Anzahl von pharmakologischen und technischen Interventionen steht keine entsprechende Senkung der KHK Mortalität oder Morbidität gegenüber. Der Grund dafür wie auch in Abbildung 1 dargestellt ist in einem Missverhältniss zwischen pharmakologisch –technischer im Vergleich zu präventiv -verhaltensmodifizierten Intervention zu sehen (Sachverständigenrat 2002, S.36ff. in Bundesärztekammer et al. 2016, S. 36ff.). Diese Aussage macht deutlich, dass eine gute Versorgung von KHK Patienten nicht nur von guter pharmakologischer und technischer Intervention abhängt ist, sondern zu gleichen Teilen von einer präventiv verhaltensmodifizierenden Intervention. Um die Auswirkungen dieses Ungleichgewichts noch einmal zu unterstreichen, gilt es zu wissen, dass das Versorgungswesen von einem einsichtigen und folgsamen Patienten ausgeht, der detailliert über seine Probleme berichtet, zuhört und versteht, was man ihm sagt, sich ärztliche Empfehlungen merkt und diese auch befolgt (Tewes 2011, S.18-19).
Dieser mündige Patient ist gut informiert, lässt sich beraten wenn es notwendig ist, nimmt aktiv an ärztlichen Entscheidungen teil und findet den für sich richtigen Arzt oder die richtige Klinik (Schmidt- Kaehler 2007, S.7). In Anlehnung an die Nationalen Versorgungsleitlinien für chronische KHK wird dieser mündige Patient im Rahmen des Risikofaktorenmanagements seine persönlichen Risikofaktoren kennen und diesen durch aktive Verhaltensänderungen entgegenwirkenseine Medikamente regelmäßig einnehmen, über seine Krankheit und die erforderlichen Behandlungsmaßnahmen informiert sein und aktiv Entscheidungen treffen, sich über die Möglichkeiten und Abläufe des Versorgungssystems bewusst sein usw. Um diesem Leitbild des mündigen Patienten näher zu kommen, bedarf es jedoch einer verbesserten Transparenz über Art und Qualität von Gesundheitsdienstleistungen, einer verbesserten Kommunikation zwischen Nutzern und Akteuren, eine verbesserte Versorgungskoordination und vor allem Informations- und Beratungsangeboten, die dem Patienten helfen (Schmidt- Kaehler 2007, S.5). Weiterhin müssen Mängel in der Versorgungskoordination behoben und ausgeglichen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Versorgungsproblematik bei chronisch kranken Patienten am Beispiel der Koronaren Herzkrankheit und begründet die Relevanz einer unterstützenden Gesundheitsberatung.
2 Chronische Krankheiten: Dieses Kapitel definiert chronische Erkrankungen, fokussiert auf die Koronare Herzkrankheit, deren Risikofaktoren, Verlaufsformen und die strukturellen Defizite im aktuellen Versorgungswesen.
3 Beratung: Dieser Abschnitt erörtert den Begriff der Gesundheitsberatung, analysiert existierende Ansätze in Disease-Management-Programmen und reflektiert kritisch die Potenziale und Grenzen für KHK-Patienten.
4 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Gesundheitsberatung eine wichtige, bisher jedoch unterrepräsentierte Säule der Versorgung darstellt, die den Wandel vom Patienten als Objekt zum mündigen Subjekt fördern kann.
Schlüsselwörter
Gesundheitsberatung, Koronare Herzkrankheit, KHK, Chronische Krankheiten, Patientenorientierung, Selbstmanagement, Disease-Management-Programme, Versorgungskoordination, Gesundheitswesen, Prävention, Patientenberatung, Krankheitsbewältigung, Compliance, Lebensstilveränderung, Mündiger Patient
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Rolle der Gesundheitsberatung bei chronisch kranken Patienten, speziell am Beispiel der Koronaren Herzkrankheit, und untersucht deren Beitrag zur Verbesserung der Versorgungsqualität.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Herausforderungen bei chronischen Krankheiten, das Konzept des mündigen Patienten, die Bedeutung von Selbstmanagement und die Analyse bestehender Beratungsstrukturen im Gesundheitssystem.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine professionelle Gesundheitsberatung Potenziale zur Krankheitsbewältigung genutzt werden können und an welchen Grenzen dieses Instrument in der Praxis stößt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literaturgeleitete wissenschaftliche Arbeit, die aktuelle Leitlinien, Fachliteratur und Gesetzestexte (wie das SGB V) analysiert und reflektiert.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit KHK, die Problemanalyse des Versorgungswesens und die detaillierte Untersuchung der Beratungsansätze sowie deren Potenziale und Grenzen.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Publikation?
Wesentliche Begriffe sind Gesundheitsberatung, KHK, Selbstmanagement, Versorgungskoordination, Prävention und Patientenorientierung.
Warum wird speziell die Koronare Herzkrankheit als Fallbeispiel gewählt?
Die KHK dient als Paradebeispiel für eine chronische Erkrankung mit hoher Versorgungsrelevanz, die sowohl pharmakologische als auch lebensstilbezogene Interventionen erfordert.
Welche Grenzen der Gesundheitsberatung werden konkret aufgezeigt?
Die Grenzen liegen unter anderem in der Neutralität der Berater, der Schwierigkeit, vulnerable Gruppen zu erreichen, und der Gefahr, dass Beratungsangebote an den tatsächlichen Bedürfnissen von Patienten vorbeigehen, die eher unkomplizierte Lösungen suchen.
- Citar trabajo
- Fabienne Schuhmacher (Autor), 2016, Gesundheitsberatung bei chronischen Krankheiten. Potenziale und Grenzen am Beispiel Koronare Herzkrankheit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374537