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Ist der Freund zum Feind geworden? Das "Feindbild Russland". Eine Diskursanalyse der jüngeren Berichterstattung in deutschsprachigen Printmedien

Título: Ist der Freund zum Feind geworden? Das "Feindbild Russland". Eine Diskursanalyse der jüngeren Berichterstattung in deutschsprachigen Printmedien

Tesis de Máster , 2015 , 57 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Stan L. (Autor)

Medios / Comunicación - Medios masivos
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Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Untersuchung der Berichterstattung in ausgewählten Medien vor dem Hintergrund eines damit transportierten Feindbildes von Russland. Die Untersuchung wird dabei in Form einer Inhaltsanalyse durchgeführt, woraus sich die Möglichkeit ergibt, bestimmte Kategorien im Hinblick auf die semantischen Implikationen des Feindbildes zu entwickeln, um konkrete Inhalte des dargestellten Feindbildes aufzuzeigen. Die Inhaltsanalyse in dieser Arbeit gründet sich dabei auf einem Dualismus zwischen politischen Freund- und Feindbildern, wobei eine besondere Fokussierung auf die Person von Wladimir Putin erfolgt und die Putin zugeschriebene Handlungsweise und für ihn charakteristische Interessenslage. Die Arbeit folgt dabei einem Verständnis dieser Darstellung der russischen Politik und der Person von Putin als Diskurs, was bedeutet, dass die in den Medien transportierten Bilder auch immer vor dem Hintergrund der damit verbundenen politischen Interessen und Machtkonstellationen zu sehen sind. Daher stehen folgende Fragestellungen im Mittelpunkt dieser Arbeit:
Wie lassen sich die qualitativen Wertungen in den Medien im Dualismus eines Freund-Feind-Schemas verorten?
Welche diskursrelevanten Implikationen ergeben sich durch die Thematisierung eines Feindbildes Russlands und wie lassen sich diese Implikationen unter Bezugnahme auf Machtinteressen und vor dem Hintergrund eines Glaubwürdigkeitsanspruchs der Medien beschreiben?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Einführung in das Thema

1.2 Problemstellung und Ziel der Arbeit

1.3 Gang der Arbeit

2 Zum Diskursbegriff

2.1 Diskursbegriff nach Foucault

2.2 Diskursbegriff nach Jürgen Link

3 Das Feindbild

3.1 Definition des Terminus Feindbild

3.2 Zur Entstehung eines Feindbildes

3.3 Stereotypenbildung/ Stereotypisierung

3.4 Kollektivsymbolik

4 Inhaltsanalyse: Definition und Unterkategorien

4.1 Die Methodik der Inhaltsanalyse

4.1.1 Definition

4.1.2 Verlauf einer Inhaltsanalyse

4.1.3 Die Kodierung von Inhalten

4.2 Auswahl von Zeitungen und Artikeln (Korpus)

4.2.1 Korpusbildung

4.2.2 Korpusinhalt

4.2.2.1 Korpussegment „Süddeutsche Zeitung“

4.2.2.2 Korpussegment „Frankfurter Allgemeine Zeitung“

4.3 Profile der ausgesuchten Medien

4.4 Ergebnisse

4.4.1 Qualitative Korpusanalyse

4.4.1.1 Korpusanalyse Süddeutsche Zeitung

4.4.1.2 Korpusanalyse Frankfurter Allgemeine Zeitung

4.4.2 Quantitative Korpusanalyse

4.4.3 Interpretation der Ergebnisse

4.4.3.1 Allgemeine Aspekte der Interpretation

4.4.3.2 Spezielle qualitative Aspekte der Interpretation

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die mediale Berichterstattung über Russland und die Person Wladimir Putin in der Süddeutschen Zeitung sowie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Zeitraum von 2012 bis 2015. Ziel ist es, anhand einer inhaltsanalytischen Untersuchung aufzuzeigen, inwieweit ein dualistisches Freund-Feind-Schema die Berichterstattung strukturiert und welche diskursiven Implikationen durch die Konstruktion eines Feindbildes entstehen.

  • Analyse der Russland-Berichterstattung in deutschen Leitmedien
  • Diskursanalytische Untersuchung von Feindbild-Konstruktionen
  • Fokussierung auf die mediale Personalisierung der Politik durch Wladimir Putin
  • Anwendung des Freund-Feind-Schemas als Deutungsmuster
  • Untersuchung der Rolle von Kollektivsymbolik in medialen Diskursen

Auszug aus dem Buch

1.1 Einführung in das Thema

Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist ein Wiedererstarken Russlands zu beobachten. Russland positionierte sich dabei in den letzten Jahren in der Weltpolitik als Großmacht, wobei dieser Status aus Sicht Russlands vor allem durch die reichhaltigen Energieressourcen des Staates begründet ist. Zwar ist dieser neue Status nicht mehr mit einem festlegenden ideologischen Sendungsbewusstsein verbunden, trotzdem verfolgt Russland mit seinen gewaltigen Energieressourcen handfeste politische Interessen. Dabei wird die Lieferung von Erdöl und Erdgas nicht selten mit einem handfesten Machtanspruch verbunden, dessen Inhalte rücksichtslos eingefordert werden.

Schewtzowa spricht in diesem Zusammenhang sogar von einem Willen Russlands zur Weltmacht. Dieses politische Verhalten impliziert eine Distanzierung von westlichen Interessen und eine zunehmende Verfolgung eigener russischer Interessen. Dabei dominiert in der politischen Elite Russlands immer noch ein Großmachtdenken und russische Politiker sind der Ansicht, dass Russland aufgrund der geographischen Lage und der Sicherheitsinteressen kein normales Land sein könne, sondern nach weltweitem Einfluss streben sollte. Aus Sicht der EU impliziert dieses Großmachtdenken Russlands ein neues Verständnis von Russland, das Teil einer Beziehung zu Russland ist, die nun unter veränderten Vorzeichen steht.

Dabei pflegen die EU und Russland in vielen Bereichen weitreichende Kontakte, Kooperationen und Partnerschaften. Mit Legvold lässt sich dieses Verhältnis der EU zu Russland als antagonistische Partnerschaft bezeichnen. Russland bevorzugt in einigen Bereichen eine Kooperation, in anderen Bereichen geht es um Eindämmung und Distanz zum Westen. Russlands Außenpolitik gleicht dabei einem hybriden, widersprüchlichen Verhalten, das darauf abzielt, zum einen mit dem Westen zu kooperieren, ohne sich zu sehr an den Westen anzugliedern, gleichzeitig aber auch wieder gegen den Westen zu agieren, um eigene Interessen in den Vordergrund zu stellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des russischen Wiedererstarkens als Großmacht ein und definiert das Ziel der Arbeit, die mediale Russland-Berichterstattung inhaltsanalytisch zu untersuchen.

2 Zum Diskursbegriff: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Diskursbegriffs nach Michel Foucault und Jürgen Link, um Machtwirkungen durch Sprache zu verstehen.

3 Das Feindbild: Es erfolgt eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff Feindbild, dessen Entstehung, der Rolle von Stereotypen und der Bedeutung von Kollektivsymbolen in der gesellschaftlichen Wahrnehmung.

4 Inhaltsanalyse: Definition und Unterkategorien: Dieses methodische Kapitel beschreibt den Prozess der Inhaltsanalyse, die Kriterien der Korpusbildung und präsentiert die Ergebnisse der Untersuchung, unterteilt in qualitative und quantitative Analysen.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass in den untersuchten Medien eine konstante Feindbildgeneration gegenüber Russland und Wladimir Putin vorherrscht, die journalistische Standards in Teilen in Frage stellt.

Schlüsselwörter

Russland, Wladimir Putin, Feindbild, Inhaltsanalyse, Diskursanalyse, Medienkritik, Freund-Feind-Schema, Großmachtdenken, Kollektivsymbolik, Stereotypisierung, Außenpolitik, Berichterstattung, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Machtpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie deutsche Qualitätsmedien wie die Süddeutsche Zeitung und die FAZ im Zeitraum von 2012 bis 2015 über Russland und Wladimir Putin berichteten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konstruktion von Feindbildern, die Personalisierung der russischen Politik durch Putin sowie die Nutzung von Freund-Feind-Schemata als Deutungsmuster.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Ziel ist es, die semantischen Implikationen und die diskursive Struktur hinter der negativen Darstellung Russlands in der Presse aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine empirische Inhaltsanalyse angewendet, bei der auf Basis eines Kategorienschemas die Berichterstattung systematisch kodiert und ausgewertet wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Diskursen und Feindbildern sowie eine detaillierte Inhaltsanalyse, die qualitative und quantitative Ergebnisse zu ausgewählten Medienbeiträgen präsentiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Russland, Feindbild, Diskursanalyse, Medienkritik und das Freund-Feind-Schema.

Warum spielt die Person Wladimir Putin eine so zentrale Rolle?

Der Autor argumentiert, dass eine starke Personalisierung der russischen Politik als durchgehendes Merkmal der deutschen Russland-Berichterstattung fungiert, weshalb Putin als zentraler Ankerpunkt für die Feindbildkonstruktion dient.

Was ist das Hauptergebnis bezüglich der zeitlichen Entwicklung?

Überraschenderweise zeigt die Analyse, dass sich die groben Aspekte der Feindbildgeneration im Untersuchungszeitraum von 2012 bis 2015 kaum verändert haben, was auf tief sitzende strukturelle Konstanten im Russland-Diskurs hindeutet.

Final del extracto de 57 páginas  - subir

Detalles

Título
Ist der Freund zum Feind geworden? Das "Feindbild Russland". Eine Diskursanalyse der jüngeren Berichterstattung in deutschsprachigen Printmedien
Universidad
University of Duisburg-Essen
Calificación
2,0
Autor
Stan L. (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
57
No. de catálogo
V374646
ISBN (Ebook)
9783668545588
ISBN (Libro)
9783668545595
Idioma
Alemán
Etiqueta
Russland Medien Politik Diskurs Ukrainekrise Feindbild
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Stan L. (Autor), 2015, Ist der Freund zum Feind geworden? Das "Feindbild Russland". Eine Diskursanalyse der jüngeren Berichterstattung in deutschsprachigen Printmedien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374646
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