Die auf erneuernder Grammatikalisierung basierende Sprachsystematisierung der deutschen Standardsprache, deren ursprüngliche Wurzel in den sprachlich mündlichen Varietäten mit begrenztem räumlichen Geltungsbereich, den Dialekten, liegt, steht hinsichtlich der resultierenden Überwindung von synthetischen Sprachformen anhand einer selbsterstellten Befragung von ausgewählten, dialektalen Syntaxphänomenen im Zentrum dieser Hausarbeit.
Zur Darstellung, inwieweit der systematisierte Sprachwandel, welcher sich aufgrund von politischen Veränderungen wie der Bildung von Nationalstaaten, religionsgeschichtlichen Ereignissen und gesellschaftlichen Umbrüchen, wie der Ablösung der Feudalkultur, in der gesprochenen Sprache innerhalb eines wesentlich kürzeren Zeitraumes vollzieht als in der geschriebenen Sprache, in die nicht homogenen Dialekte des deutschen Sprachraumes anhand von analytischen Phänomenen vordringt, wird der Am-Progressiv, Präteritumschwund, Passiv, Konjunktiv II mit „würde“ und die Tun-Periphrase herangezogen. Dabei finden die am Aufgabentyp orientierten, zu erwartenden Antworten sowie die gegenwärtige Stellung und Verortung dieser durch den Rückgriff auf Sprachatlanten empirischer Daten Erläuterung.
Inhaltsverzeichnis
- Hinführung zum Thema
- Erhebungsmethode dialektaler Syntax
- Sprachdynamische Phänomene der Dialektsyntax im deutschen Sprachraum
- Am-Progressiv
- Präteritumschwund
- Passiv
- Konjunktiv II würde + Infinitiv
- Tun-Periphrase
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Systematisierung des Sprachwandels in der deutschen Sprache. Dabei steht die Erhebung und Analyse dialektaler Syntaxphänomene im Vordergrund. Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit der systematisierte Sprachwandel in die Dialekte des deutschen Sprachraums vordringt.
- Sprachdynamische Phänomene der Dialektsyntax
- Systematisierung des Sprachwandels
- Datenerhebung dialektaler Syntaxphänomene
- Analytisierung der gesprochenen Sprache
- Vergleich von Dialektvarianten und Standardsprache
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in das Thema Sprachwandel und Dialektsyntax ein. Es wird der historische Kontext der deutschen Sprache und die Entwicklung der Standardsprache beleuchtet. Im zweiten Kapitel wird die Erhebungsmethode dialektaler Syntaxphänomene vorgestellt und die verschiedenen Befragungstechniken in der empirischen Sozialforschung diskutiert. Die Kapitel drei bis drei-fünf behandeln spezifische sprachdynamische Phänomene der Dialektsyntax, darunter der Am-Progressiv, der Präteritumschwund, das Passiv, der Konjunktiv II mit würde und die Tun-Periphrase.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Sprachwandel, Dialektsyntax, Datenerhebung, Analytisierung, Am-Progressiv, Präteritumschwund, Passiv, Konjunktiv II, Tun-Periphrase, Standardsprache, Dialekte, Sprachsystematisierung, Sprachvarietäten.
Häufig gestellte Fragen
Was sind dialektale Syntaxphänomene?
Dialektale Syntaxphänomene sind Besonderheiten im Satzbau, die spezifisch für bestimmte regionale Mundarten sind und sich oft von der Standardsprache unterscheiden.
Was versteht man unter dem Am-Progressiv?
Der Am-Progressiv ist eine Verlaufsform im Deutschen (z. B. „ich bin am Lesen“), die ursprünglich aus den Dialekten stammt und zunehmend in die Standardsprache vordringt.
Warum kommt es zum Präteritumschwund in Dialekten?
Der Präteritumschwund bezeichnet den Prozess, bei dem das einfache Vergangenheits-Tempus in der gesprochenen Sprache durch das Perfekt ersetzt wird, was besonders in süddeutschen Dialekten ausgeprägt ist.
Was ist die Tun-Periphrase?
Die Tun-Periphrase ist die Verwendung des Hilfsverbs „tun“ zur Umschreibung eines Vollverbs (z. B. „er tut schlafen“), ein typisches Merkmal vieler deutscher Dialekte.
Wie beeinflussen gesellschaftliche Umbrüche den Sprachwandel?
Politische Veränderungen, religiöse Ereignisse und soziale Umbrüche wie die Ablösung der Feudalkultur beschleunigen den Wandel in der gesprochenen Sprache im Vergleich zur geschriebenen Sprache.
Welche Rolle spielen Sprachatlanten in der Forschung?
Sprachatlanten dienen als Quelle für empirische Daten, um die geografische Verteilung und die gegenwärtige Stellung dialektaler Phänomene wissenschaftlich zu verorten.
- Arbeit zitieren
- Maria Beyer (Autor:in), 2017, Systematisierung des Sprachwandels. Datenerhebung dialektaler Syntaxphänomene, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374835