Einleitung
Unternehmen die sich im Markt behaupten wollen, müssen sich den hohen Anforderungen, die sich aus den rasch und ständig wechselnden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ergeben, stellen. Zu diesen zählen vor allem der beschleunigte Wertewandel, der Wandel der Kundenbedürfnisse sowie der vor allem international zunehmende Konkurrenzdruck.
Um die Flexibilität und die Effizienz eines Unternehmens zu steigern, ist der Einsatz moderner Informationstechnologien unerlässlich geworden; sie ist im Kampf um die Erringung strategischer Wettbewerbsvorteile eine entscheidenden Waffe.
Die stetig steigenden weltweiten Investitionen, im Jahr 2005 um circa fünf Prozent, in die Informationstechnologie, sind ein Indiz dafür, dass dies immer mehr Unternehmen erkennen und umsetzen. Für Deutschland ist mit einem Anstieg um circa 3,4 Prozent zu rechnen.
Nicht nur international agierende Konzerne setzen auf Informationstechnologie, sondern auch der Mittelstand. Über 40 Prozent der IT- Investitionen werden vom Mittelstand getätigt. Während vor einigen Jahrzehnten überwiegend Individualsoftware programmiert, also eine individuell auf die Bedürfnisse eines Unternehmens zugeschnittene Software entwickelt wurde, wird heute hauptsächlich Standardsoftware eingeführt.
Bei der Standardsoftware handelt es sich um fertige, aus einer Menge von Programmen bestehendes Paket. Sie sind in der Lage einen vollständigen Geschäftsprozess oder ein abgeschlossenes Anwendungsgebiet (z.B. das Controlling) abzudecken. Es müssen nur noch wenige Anpassungen (Customizing) an die speziellen Anforderungen des Unternehmens vorgenommen werden.
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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Projektdefinition
2.1 Projektmanagement
2.2 Projektleiter
2.3 Bestandsanalyse
2.4 Zielbestimmung
2.5 Aufgabenstellung
3 Projektplanung
3.1 Strukturplan
3.2 Terminplan
3.3 Ressourcenplan
4 Projektdurchführung
4.1 Markterhebung
4.1.1 Vorgehensweise
4.1.2 Informationsquellen der Marktanalyse
4.2 Vorauswahl
4.2.1 Ausschreibung
4.2.2 Kontaktaufnahme
4.3 Detailevaluierung
4.3.1 Erfassung der Leistungsfähigkeit
4.3.2 Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
5 Projektabschluss
6 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine strukturierte Entscheidungsgrundlage für die Auswahl einer geeigneten betrieblichen Standardsoftware für ein Beratungsunternehmen zu schaffen. Dabei wird eine Forschungsfrage beantwortet, wie ein kleineres Projekt zur Softwareauswahl effizient unter Anwendung von Projektmanagement-Methoden durchgeführt werden kann, um bisherige manuelle Excel-Lösungen erfolgreich zu ersetzen.
- Grundlagen des Projektmanagements bei IT-Projekten
- Systematische Bestands- und Schwachstellenanalyse
- Methoden der Markterhebung und Anbieterbewertung
- Einsatz der Nutzwertanalyse zur Entscheidungsfindung
- Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und TCO-Analyse
Auszug aus dem Buch
2.1 Projektmanagement
Der Begriff des Projektes wurde im vorrangegangenen Kapitel bereits abgehandelt. „Management ist die Leitung soziotechnischer Systeme in personen- und sachbezogener Hinsicht mit Hilfe von professionellen Methoden. In der sachbezogenen Dimension des Managements geht es um die Bewältigung der Aufgaben, die sich aus den obersten Zielen des Systems ableiten, in der personenbezogenen Dimension um den richtigen Umgang mit allen Menschen, auf deren Kooperation das Management zur Aufgabenerfüllung angewiesen ist.“
Zu den Aufgaben des Managements zählen Ziele setzen, Planen, Entscheiden, Realisieren und Kontrollieren. Demnach ist unter Projektmanagement ein Leitungs- und Organisationskonzept zu verstehen, mit dessen Hilfe versucht wird, die zahlreichen, sich teilweise gegenseitig beeinflussenden Projektelemente und –abläufe zu strukturieren und bestimmte Projektzustände zu vorher festgelegten Zeitpunkten planmäßig herbeizuführen.
Als Problemfelder des Projektmanagements können folgende Bereiche identifiziert werden:
Aufgabenmängel: Hierzu zählen u.a. unklare Auftrags- und Zieldefinitionen; die Steuerung erfolgt nur nach Termin- und Kostenvorgaben nicht aber nach inhaltlichen Vorgaben und aufgrund mangelhafter Problemanalyse werden falsche Probleme beseitigt.
Informations- und Kommunikationsdefizite: Dies beinhaltet vor allem die lückenhafte Abstimmung des Projektes mit dem Auftraggeber und dem Bereich; mangelhafte Projekttransparenz infolge ungenügender projektinterner Information und unvollständige personenabhängige Dokumentation.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die wachsende Bedeutung von moderner Informationstechnologie und Standardsoftware für den Mittelstand zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.
2 Projektdefinition: Dieses Kapitel definiert den Projektbegriff, analysiert die Ist-Situation des Praxispartners und leitet daraus die notwendige Zielsetzung für das Auswahlprojekt ab.
3 Projektplanung: Es werden die notwendigen Planungsschritte für ein IT-Projekt, insbesondere Struktur-, Termin- und Ressourcenplanung, detailliert beschrieben und für das vorliegende Kleinstprojekt angepasst.
4 Projektdurchführung: Dieser Hauptteil befasst sich mit der praktischen Umsetzung der Markterhebung, der Vorauswahl durch Ausschreibung und der detaillierten Evaluierung der verbliebenen Anbieter.
5 Projektabschluss: Das Kapitel beschreibt den strukturierten Abschluss eines Projektes durch Bewertung, Dokumentation und Präsentation der Ergebnisse.
6 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflektion des methodischen Vorgehens und dem Ausblick auf die steigende Relevanz von projektorientierten Organisationsformen.
Schlüsselwörter
Projektmanagement, Standardsoftware, IT-Projekt, Nutzwertanalyse, Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, Markterhebung, Vorauswahl, Ausschreibung, Anforderungsanalyse, Softwareauswahl, Controlling, Mittelstand, Projektplanung, Projektphasen, Total Cost of Ownership.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der strukturierten Prüfung und Auswahl einer betrieblichen Standardsoftware, um ineffiziente manuelle Excel-Tools in einem Beratungsunternehmen abzulösen.
Welche thematischen Schwerpunkte werden gesetzt?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Projektmanagement nach dem Wasserfallmodell, der systematischen Erstellung eines Anforderungskatalogs, der Marktforschung und der quantitativen Nutzwertanalyse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erarbeitung einer fundierten Entscheidungsgrundlage für die Geschäftsführung, die den Prozess der Softwareauswahl für das spezifische Beratungsunternehmen nachvollziehbar und objektiv gestaltet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden klassische Methoden des Projektmanagements angewandt, ergänzt durch Primär- und Sekundärforschung zur Markterhebung sowie die Nutzwertanalyse zur Entscheidungsfindung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Phasen der Projektdefinition, Planung und Durchführung, wobei insbesondere die Kriterien zur Softwareauswahl und die methodische Bewertung der Anbieter erläutert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Projektmanagement, Softwareauswahl, Standardsoftware, Nutzwertanalyse, TCO und Anforderungsanalyse.
Warum wurde für dieses Projekt eine Nutzwertanalyse gewählt?
Die Nutzwertanalyse ermöglicht eine transparente, effektive und vergleichsweise "objektive" Bewertung von verschiedenen Softwarelösungen, insbesondere wenn qualitative Zielgrößen wie Benutzerfreundlichkeit oder Anpassungsfähigkeit berücksichtigt werden müssen.
Was unterscheidet dieses Projekt PABI von Standard-IT-Projekten?
Es handelt sich um ein kleines Projekt mit einer Laufzeit von weniger als einem halben Jahr und einem geringen Ressourceneinsatz, weshalb das Projektmanagement-Instrumentarium gezielt vereinfacht und angepasst wurde.
Welche Rolle spielt die Geschäftsführung bei der Auswahl?
Die Geschäftsführung trifft die endgültige Entscheidung basierend auf der Empfehlung des Projektleiters und den Ergebnissen der Wirtschaftlichkeitsanalyse.
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- Wicky Flachenecker (Author), 2005, Prüfung und Auswahl betrieblicher Informationssysteme für ein Beratungsunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37484