Diese Arbeit untersucht und reflektiert zunächst den gegenwärtigen Forschungsstand zum betrieblichen Informationsmanagement. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Erarbeitung einer Systematik zur Strukturierung der zugehörigen Aufgabenbereiche. Nachfolgend werden die Einflüsse aktueller Entwicklungen aus Technologie, Organisation und Ökonomie sowie die daraus resultierenden Herausforderungen für ein effektives und zeitgemäßes Informationsmanagement beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Thematik und Einordnung
1.2 Ziele dieser Arbeit
1.3 Struktur und Methodik
2 Entwicklung des Informationsmanagements
2.1 Allgemeines
2.2 Konkrete Ansätze
2.3 Schlussfolgerungen
3 Sichten auf das Informationsmanagement
3.1 Sichten in der Literatur
3.2 Projekteinordnung
4 Aufgaben des Informationsmanagements
4.1 Systematik
4.2 Management der Informationsgewinnung
4.2.1 Bedarfsermittlung
4.2.2 Management interner Quellen
4.2.3 Management externer Quellen
4.2.4 Management bestehender Ressourcen
4.3 Management der Informationsflüsse
4.3.1 Verdichtung und Aggregation
4.3.2 Strukturierung und Vernetzung
4.3.3 Filterung und Individualisierung
4.3.4 Interne Verteilung
4.3.5 Externe Schnittstellen und Sicherheit
4.3.6 Ablage, Archivierung und Entsorgung
4.4 Management der Informationsverwendung
4.4.1 Aufbereitung und Visualisierung
4.4.2 Personalisierung
4.5 Führung und Eigenorganisation
4.6 Querschnittsaufgaben
4.7 Zusammenfassung und weiterführende Überlegungen
5 Einflussfaktoren
6 Entwicklungsfaktoren
6.1 Literaturauswertung
6.2 Faktorenidentifikation
6.3 Herausforderungen für das IM
6.3.1 Digitalisierung und Industrie 4.0
6.3.2 Big Data
6.3.3 Wettbewerbs- und Innovationsdruck
6.3.4 Aktive Kundenintegration und -anbindung
6.3.5 Collaborative Business
6.3.6 Agile Organisationsformen
6.4 Zusammenfassung der Auswirkungen
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, den aktuellen Forschungsstand zum Informationsmanagement (IM) zu reflektieren und relevante Entwicklungsfaktoren zu identifizieren, die aktuelle sowie zukünftige Trends im IM maßgeblich beeinflussen. Auf Basis einer funktionalen Strukturierung der IM-Aufgaben soll die Basis für eine ganzheitliche Darstellung des IMs in seiner modernen, prozessorientierten Form geschaffen werden.
- Reflexion des Forschungsstandes zum Informationsmanagement
- Identifikation und Kategorisierung von Entwicklungsfaktoren
- Strukturierung der Aufgaben des Informationsmanagements
- Analyse der Auswirkungen von Trends wie Digitalisierung und Big Data
- Untersuchung der Anforderungen agiler Organisationsformen an das IM
Auszug aus dem Buch
4.3.1 Verdichtung und Aggregation
In Informationsressourcen findet sich häufig eine sehr hohe Zahl Einzelinformationen, abgebildet z.B. durch die einzelnen Datensätze bzw. -felder in Datenbanken. Eine unverarbeitete Übertragung dieser Menge kann zu einer Informationsflut und einer Überforderung der Benutzer führen (Krcmar 2015, S.147). Aus diesem Grund müssen Einzelinformationen häufig zu aussagekräftigeren, verdichteten Einheiten zusammengefasst werden. North bezeichnet diese Aufgabe als „Integrationsfunktion“ von Informationssystemen (North 2016, S.296). Schwarze weist allerdings auf die hiermit verbundenen Gefahren des „Verlustes von Einzelinformationen“ sowie die Nichtbeachtung von „Ausnahmefälle[n]“ (Schwarze 1998, S.97) hin. Vor allem in operativen Prozessen werden häufig gerade die Einzelinformationen benötigt, für analytische Aufgaben hingegen in den meisten Fällen verdichtete Informationen (vgl. Gluchowski et al. 2008, S.144).
Beispiele für einen Einsatzkontext, der einen hohen Verdichtungsgrad der Informationen erfordert, sind Berichtssysteme (siehe Fank 2001, S.142 ff.) oder weitergehende Decision Support Systems (siehe Voß und Gutenschwager 2001, S.335 ff.). Zur Unterstützung administrativer und strategischer Entscheidungen ist ein umfassender Überblick über die Gesamtinformationen (z.B. Verkaufsdaten) erforderlich.
Technisch gesehen handelt es sich bei der Verdichtung von Informationen des gleichen Typs um Aggregationen (vgl. Schwarze 1998, S.97; Kemper und Eickler 2015, S.52 ff.). Informationen müssen, um aggregierbar zu sein, die gleichen internen Strukturen aufweisen (ebenda). Zur Veranschaulichung kann das Beispiel aus Abschnitt 4.2.4 herangezogen werden. Ist zu „Kunde A“ und einem „Kunde B“ jeweils ein Gesamtbestellwert gespeichert, so kann über Aggregationsfunktionen (ebenda, S.99) die Summe der Gesamtbestellwerte oder deren Durchschnitt als aggregierte Information erzeugt werden. Gleiches gilt, wenn der Gesamtbestellwert eines Kunden erst als Summe der Einzelbestellwerte ermittelt werden muss.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die thematische Einordnung der Projektarbeit und definiert die Ziele, nämlich die Untersuchung des Forschungsstandes sowie die Identifikation von Entwicklungsfaktoren.
2 Entwicklung des Informationsmanagements: Hier wird der historische Kontext des Informationsmanagements betrachtet und die Entwicklung der wichtigsten Ansätze sowie deren Auslöser und Treiber reflektiert.
3 Sichten auf das Informationsmanagement: Dieses Kapitel stellt verschiedene theoretische Sichtweisen auf das IM vor und nimmt eine Einordnung der gewählten Methodik für dieses Projekt vor.
4 Aufgaben des Informationsmanagements: Es wird eine funktionale Systematik der IM-Aufgaben erarbeitet, die in Management der Informationsgewinnung, der Informationsflüsse und der Informationsverwendung unterteilt ist.
5 Einflussfaktoren: Dieses Kapitel identifiziert betriebliche und externe Einflussfaktoren, die für die Konkretisierung der Auswirkungen durch Entwicklungsfaktoren wichtig sind.
6 Entwicklungsfaktoren: Hier werden aktuelle Trends wie Digitalisierung, Big Data und agile Organisationsformen analysiert und deren spezifische Herausforderungen für das IM abgeleitet.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die im Rahmen der Thesis folgende Erarbeitung einer angepassten IM-Darstellung.
8 Literatur- und Quellenverzeichnis: Umfassende Auflistung aller in der Arbeit referenzierten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Informationsmanagement, Informationsgewinnung, Informationsflüsse, Informationsverwendung, Digitalisierung, Big Data, Agile Organisationsformen, Collaborative Business, Wettbewerbsdruck, Kundenintegration, Datenmanagement, IT-Strategie, Prozessorientierung, Informationsversorgung, Innovationsmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Forschungsstand des Informationsmanagements (IM) und analysiert, wie aktuelle Entwicklungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Technologie die Aufgaben und die Gestaltung des IM beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die funktionale Strukturierung von IM-Aufgaben sowie die Analyse von Entwicklungsfaktoren wie Digitalisierung, Big Data, Wettbewerbsdruck, Kundenanbindung, Collaborative Business und agile Organisationsformen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, eine prozessorientierte, funktionale Systematik der IM-Aufgaben zu erarbeiten und eine Basis für eine ganzheitliche Darstellung des IMs zu schaffen, die aktuellen Herausforderungen gerecht wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine „entwicklungsfaktorenorientierte“ Methodik angewandt, die auf einer Literaturauswertung basiert und eine klare Trennung zwischen statischen Aufgabenstrukturen und dynamischen Einflussfaktoren vornimmt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die Herleitung einer funktionalen Aufgabenstruktur (Gewinnung, Fluss, Verwendung) sowie eine detaillierte Untersuchung aktueller Entwicklungsfaktoren und deren Herausforderungen für das IM.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Informationsmanagement, Informationsverwertung, Digitalisierung, Prozessorientierung, Big Data und agile Organisationsformen charakterisieren.
Wie unterscheidet sich die Arbeit von anderen Modellen?
Im Gegensatz zu oft technikzentrierten Modellen stellt diese Arbeit die Information selbst als werthaltiges Gut in den Mittelpunkt und fokussiert sich stärker auf das „Management der Ressource Information“ statt auf die reine Infrastruktur.
Welche Rolle spielt der Mensch in diesem IM-Konzept?
Der Mensch ist weiterhin zentraler Bedarfsträger, jedoch wird auch der Wandel durch technische Systeme und KIs als „Informationsverwender“ berücksichtigt, was neue Anforderungen an das Verwendungsmanagement stellt.
Was versteht der Autor unter dem „IM im engeren Sinn“?
Damit ist die Abgrenzung des IM von rein technischen Aufgaben oder allgemeinen Geschäftsprozessen gemeint, um das IM wieder stärker auf seine Kernaufgabe – die zielgerichtete Informationsversorgung zur Wertschöpfung – zu fokussieren.
Wie gehen agile Teams mit Informationen um?
Agile Teams agieren oft in teaminternen, weniger formalisierten Informationsräumen; die Arbeit zeigt auf, dass das übergeordnete IM hier durch Rahmenvorgaben und Standardisierungen unterstützen muss, ohne die Flexibilität zu behindern.
- Arbeit zitieren
- Arne Hinz (Autor:in), 2017, Informationsmanagement. Forschungsstand und Entwicklungsfaktoren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374958