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Wie wirkt sich die Ausprägung des Leistungs- und Machtmotivs eines Profiradfahrers auf das gesundheitsschädigende Verhalten mittels Blutdoping mit EPO aus?

Am Beispiel der Tour de France

Title: Wie wirkt sich die Ausprägung des Leistungs- und Machtmotivs eines Profiradfahrers auf das gesundheitsschädigende Verhalten mittels Blutdoping mit EPO aus?

Term Paper , 2017 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christine Bergmann (Author)

Sport - Sport Psychology
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Doping ist ein immer wiederkehrendes und ständig aktuelles Thema in den Medien und zieht sich durch sämtliche Sportarten mit verschiedenen Methoden. Vor allem die Profifahrer der Tour de France, der Königsklasse des Radsports, geraten immer wieder in den Fokus des Themas Blutdoping mit EPO. Ein Expertenteam der WADA stufte 2008 Straßen- und Bahnradfahren als Hochrisikosportarten für Doping ein. Ermittlerteams aus Frankreich, Spanien und Italien deckten ganze Doping-Netzwerke auf. Aufgrund von Blutdoping mit EPO wurde 2006 das Starterfeld der Tour massiv ausgedünnt. Von 1998 bis 2005 gibt es keinen Tour-Sieger mehr, da Lance Armstrongs sieben Titel aberkannt wurden und die nachrückenden Fahrer allesamt in Doping-Affairen mit Blutdoping/EPO verwickelt waren. Blut-Doping mit EPO wird im Profiradsport flächendeckend betrieben und schädigt die Gesundheit massiv. Das Bundesverwaltungsamt bestätigt erhebliche Gesundheitsschäden aufgrund von Doping, selbst über Generationen hinaus. Die Kosten, die durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs entstehen, beliefen sich im Jahr 2008 jeweils auf 2.542.800 €, Tendenz steigend. Hierunter fallen auch Folgeschäden durch Doping, die an der Solidargemeinschaft hängenbleiben, denn diese werden nicht aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung ausgegrenzt.

Profiradfahrer der Tour de France sind männlichen Geschlechts. Das Anforderungsprofil umfasst 8,5 Monate im Jahr Wettkampfsaison, in denen sie durchschnittlich 100-120 Wettkampftage abarbeiten. Dabei legen sie Distanzen bis zu 300 km am Tag zurück, was ca. 5-7 Stunden im Sattel entspricht , über bis zu drei Wochen Dauer täglich bei den großen Rundfahrten. Die Tour de France zieht sich ebenfalls über drei Wochen mit zwei Ruhetagen. 2016 umfasste die 103. Tour insgesamt 21 Etappen über eine Gesamtlänge von 3.519 km. In einer Bergetappe durch die Dolomiten oder Alpen sammeln die Profis bis zu 6.000 Höhenmeter. Hinzu kommt das Training von bis zu 40.000 km im Jahr.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand

Motive und Doping

Leistungs- und Machtmotiv im Profiausdauersport

Gesundheitsgefährdung durch Doping

3. Untersuchungsmethode

4. Vorstellung der Theorien und Modelle

4.1 Theorien der untersuchten Motive

4.1.1 Leistungsmotiv

4.1.2 Machtmotiv

4.2 Blutdoping mit EPO

5. Untersuchung und Darstellung der Untersuchungsergebnisse

5.1 „Schneller, höher, weiter“ - Doping und das Leistungsmotiv

5.2 Machtspiele - Doping und das Machtmotiv

5.2.1 Das selbstbezogene M2-Machtmotiv

5.2.2 Das eigennützige M3-Machtmotiv

6. Diskussion - führen hohe Motive in Leistung und Macht zu Doping?

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen spezifischen Leistungs- und Machtmotiven bei Profiradfahrern der Tour de France und deren Bereitschaft zu gesundheitsschädigendem Blutdoping mit EPO. Ziel ist es, durch die Identifikation dieser motivationspsychologischen Prädiktoren eine frühzeitige Einschätzung der Dopingwahrscheinlichkeit zu ermöglichen, um präventiv zum Schutz der Gesundheit von Sportlern und zur Entlastung des Gesundheitssystems beizutragen.

  • Motivationspsychologische Analyse von Profiradfahrern
  • Einfluss von Leistungs- und Machtmotiven auf Dopingverhalten
  • Gesundheitsrisiken und ökonomische Auswirkungen von Blutdoping
  • Präventionspotenziale durch Identifikation von Motivprofilen

Auszug aus dem Buch

5.2.1 Das selbstbezogene M2-Machtmotiv

Das Machtstadium II/M2 ist geprägt von der Unabhängigkeit (vgl. McClelland 1975, S. 60).

M2-Machtmotivierte bemühen sich um Selbstkontrolle und meiden aus diesen Gründen z. B. Alkohol und Drogen, die einen zeitweisen Kontrollverlust bewirken. Blutdoping mit Epo bewirken keinen zunächst merklichen Kontrollverlust in dem Sinn, sondern wirkt sich unterstützend auf das schon vorhandenen Leistungsvermögen des Radprofis aus (vgl. Singler; Treutlein, 2007, S. 85). Ähnlich dem erhöhten Kaffeekonsum aus McClellands Studie (1975. S. 58), erfolgt kein gefühlter Kontrollverlust, was die Risikobereitschaft fördert, Doping zu konsumieren. Die eigenen Grenzen zu erfahren und stetig versuchen diese zu durchbrechen und damit zu verschieben, ist für den M2-Motivierten sehr wichtig (vgl. Krug; Kuhl, 2006, S. 47). Das Gefühl der Kontrolle des starken Geistes über den „schwachen“ Körper, und das damit verbundene Durchbrechen der einengenden eigenen Grenzen, kann das Dopingverhalten eines M2-Motivierten damit fördern. Nach Krug und Kuhl (2006, S. 47f) spielen Reichtum und Prestigegüter für den Typ aus dem II Stadium ebenfalls eine große Rolle, denn je reicher und mächtiger sie sind, desto weniger haben andere Macht über sie. Dies bestätigt sich auch am Beispiel Armstrong, der der Kopf der „modernsten, professionellsten und erfolgreichsten Doping-Programme“ (Müller, 2015, S. 92) war. Er gab kaum jemandem Macht über sich, indem er sein eigenes Dopingimperium organisierte und dadurch Andere von sich abhängig machte, statt umgekehrt (hohes M2 - Kontrolle und hohes M3 - Macht über Andere). Selbst die Methoden, wie er Blutdoping mit Epo und evtl. andere Medikamente kombinierte, wussten nicht einmal seine engsten „Verbündeten“ (vgl. Hamilton; Coyle, 2012, S. 218).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Blutdopings im Profiradsport und die Relevanz der Untersuchung des Anforderungsprofils bei der Tour de France.

2. Forschungsstand: Überblick über bisherige Erkenntnisse zu Motiven, Doping im Ausdauersport und die damit einhergehenden gesundheitlichen Gefährdungen.

3. Untersuchungsmethode: Darstellung des gewählten methodischen Vorgehens einer Literaturanalyse zur Verknüpfung von Motivpsychologie und Dopingkriterien.

4. Vorstellung der Theorien und Modelle: Theoretische Fundierung der Leistungs- und Machtmotive sowie Erläuterung der Methode des Blutdopings mit EPO.

5. Untersuchung und Darstellung der Untersuchungsergebnisse: Analyse der Zusammenhänge zwischen den spezifischen Motivausprägungen und der Dopingbereitschaft anhand der untersuchten Motivkomponenten.

6. Diskussion - führen hohe Motive in Leistung und Macht zu Doping?: Zusammenführende Diskussion der Ergebnisse und Quantifizierung der Dopingwahrscheinlichkeit in Abhängigkeit von den Motiven.

7. Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit der Arbeit mit Implikationen für präventive Maßnahmen im Profisport.

Schlüsselwörter

Motivationspsychologie, Leistungs- und Machtmotiv, Profiradsport, Tour de France, Blutdoping, EPO, Leistungsmotiv, Machtmotiv M2, Machtmotiv M3, Dopingverhalten, Risikobereitschaft, Prävention, Sportpsychologie, Gesundheitsgefährdung, Literaturanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie psychologische Motive – insbesondere Leistungs- und Machtmotive – das Verhalten von Profiradfahrern bei der Tour de France beeinflussen und ob diese Motive das Risiko erhöhen, zu Blutdoping mit EPO zu greifen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themenfelder umfassen motivationspsychologische Theorien nach McClelland, Krug und Kuhl, die medizinischen sowie gesundheitlichen Aspekte von Blutdoping und die ökonomischen Anreizstrukturen im Profiradsport.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu analysieren, wie sich die spezifische Ausprägung des Leistungs- und Machtmotivs auf das gesundheitsschädigende Dopingverhalten auswirkt, um daraus Erkenntnisse für präventive Ansätze zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine Literaturanalyse, bei der wissenschaftliche Studien und Fachliteratur systematisch gesichtet, analysiert und in Bezug auf die Forschungsfrage interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung der Motive, die Erläuterung des Blutdopings sowie eine detaillierte Untersuchung, wie die verschiedenen Ausprägungen des Leistungs- und Machtmotivs mit der Bereitschaft zu Doping und Betrug korrespondieren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind neben Leistungs- und Machtmotiv, die Begriffe Blutdoping, EPO, Tour de France, Dopingwahrscheinlichkeit sowie die spezifischen Stadien M2 und M3 nach der Motivklassifikation.

Welche Bedeutung haben die M2- und M3-Machtmotive für das Ergebnis?

Die Untersuchung zeigt, dass insbesondere das eigennützige M3-Machtmotiv eine sehr hohe Korrelation (87,5%) mit Dopingverhalten aufweist, während das M2-Motiv (50%) und das Leistungsmotiv (37,5%) geringere, aber dennoch relevante Risikoindikatoren darstellen.

Können Motive durch Prävention beeinflusst werden?

Die Autorin schließt, dass durch die Testung der Sportler auf ihre Motivausprägung eine Vorhersage des Dopingrisikos möglich ist, was gezielte Präventionsmaßnahmen erlaubt, um Sportler frühzeitig vor gesundheitsschädigendem Verhalten zu schützen.

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Details

Title
Wie wirkt sich die Ausprägung des Leistungs- und Machtmotivs eines Profiradfahrers auf das gesundheitsschädigende Verhalten mittels Blutdoping mit EPO aus?
Subtitle
Am Beispiel der Tour de France
College
Apollon University of Applied Sciences Bremen
Grade
1,3
Author
Christine Bergmann (Author)
Publication Year
2017
Pages
27
Catalog Number
V375137
ISBN (eBook)
9783668523296
ISBN (Book)
9783668523302
Language
German
Tags
Doping Radfahrer Profisport Leistungs- und Machtmotiv Gesundheit gesundheitsschädigend Blutdoping EPO Sport Leistungssport Motive Motivation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christine Bergmann (Author), 2017, Wie wirkt sich die Ausprägung des Leistungs- und Machtmotivs eines Profiradfahrers auf das gesundheitsschädigende Verhalten mittels Blutdoping mit EPO aus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375137
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