Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Política - Otros temas de política internacional

Erfolgschancen des Front National im Kontext der romanischen Mehrheitswahl

Título: Erfolgschancen des Front National im Kontext der romanischen Mehrheitswahl

Trabajo Escrito , 2016 , 15 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Nicolai Jacobs (Autor)

Política - Otros temas de política internacional
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Der Front National (FN) ist spätestens seit den Europaparlamentswahlen 2014 in Frankreich, in denen er erstmals stärkste Kraft wurde, ein ernsthafter Konkurrent für die beiden großen Parteien Parti Socialiste (PS) und Union pour un mouvement populaire (UMP), die 2015 in Les Républicains (LR) umbenannt wurde. Trotz Isolation im Parteiensystem der V. Republik
schaffte er es, sich allmählich zu etablieren und erhebliche Stimmenanteile in allen wesentlichen in Frankreich stattfindenden Wahlen dazuzugewinnen. Damit stellt sich die Frage, ob gerade der Ausschluss des Front National von Wahlabsprachen durch die anderen Parteien in den nach romanischer Mehrheitswahl stattfindenden Nationalversammlungswahlen zu einer wachsenden Wählerzustimmung geführt hat. Sollte dies der Fall sein, wäre die Strategie der Isolation gescheitert.

Um diese Frage und die Behauptung von Jean-Yves Camus, dass „der FN auf lange Zeit die dritte politische Kraft in Frankreich bleiben wird, zumal wenn sich bestätigen sollte, dass die Partei ihre Ergebnisse zu verbessern und ihre Wähler dauerhaft an sich zu binden vermag [...]“ (Camus 2015) zu überprüfen, werde ich die Wahlergebnisse der Europaparlaments- und Nationalversammlungswahlen im Zeitraum von 2002 bis 2014 miteinander vergleichen.

Zur Einordnung dieser jüngsten Wahlergebnisse gebe ich davor im theoretischen Teil einen Rückblick auf die ersten Wahlerfolge und die Etablierung des Front National im französischen Parteiensystem vor 2002. Daraufhin werde ich die Bedeutung der romanischen Mehrheitswahl, die bei den Nationalversammlungswahlen angewandt wird und der für sie charakteristischen Wahlabsprachen für die Unterrepräsentation der Partei auf nationaler Ebene erläutern, bei der ich mich vor allem auf die Darstellungen von Dieter Nohlen zum französischen Wahlrecht beziehen werde. Im dritten und letzten Teil der Theorie stelle ich meine Operationalisierung und meine Datenquellen dar.

Im empirischen Teil vergleiche ich die amtlichen Wahlergebnisse der aufeinanderfolgenden Wahlen und die Verteilung der Mandate. Beginnen werde ich mit dem Vergleich der Nationalversammlungswahlen 2002 und der Europaparlamentswahlen 2004, gefolgt von den Nationalversammlungs- und Europaparlamentswahlen 2007 und 2009 und letztlich den jüngsten Wahlergebnissen der Nationalversammlungs- und Europaparlamentswahlen 2012 und 2014. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Theorie

2.1.Die Etablierung des Front National im französischen Parteiensystem vor 2002

2.2.Die romanische Mehrheitswahl als Hindernis für den Front National

2.3.Operationalisierung und Datenquellen

3.Vergleiche der nationalen und europäischen Wahlergebnisse

3.1.Nationalversammlungswahlen 2002 und Europaparlamentswahl 2004

3.2.Nationalversammlungswahlen 2007 und Europaparlamentswahl 2009

3.3.Nationalversammlungswahlen 2012 und Europaparlamentswahl 2014

4.Diskussion der Wahlergebnisse: Wohin entwickelt sich die Wählerzustimmung des FN?

5.Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Wählerzustimmung zum Front National (FN) in Frankreich zwischen 2002 und 2014 und analysiert, inwieweit das französische Mehrheitswahlsystem die parlamentarische Repräsentation der Partei beeinflusst hat.

  • Historische Etablierung des Front National im Parteiensystem
  • Einfluss des Mehrheitswahlrechts auf die Repräsentation kleiner Parteien
  • Vergleichende Analyse nationaler und europäischer Wahlergebnisse
  • Diskussion über die Auswirkungen von Wahlbündnissen und Ausgrenzungsstrategien

Auszug aus dem Buch

Die romanische Mehrheitswahl als Hindernis für den Front National

Frankreich hat ein Wahlsystem mit absoluter Mehrheitswahl mit Stichwahl (romanische Mehrheitswahl) in Einerwahlkreisen. Eins der Ziele, die de Gaulle bei der Einführung eines neuen Wahlsystems 1958 hatte, war „die kommunistische Vertretung [zu] verringern“ (Nohlen 2014: 351). Außerdem sollte es klare Mehrheiten hervorbringen. Daher hat man sich dazu entschieden, dass im zweiten Wahlgang nur Kandidaten zugelassen werden, die vorher mindestens 5% der Stimmen ihres Wahlkreises bekommen haben. Diese Hürde wurde 1966 auf 10 Prozent und 1986 auf 12,5% erhöht. Eine Ausnahme bildet hier der Fall, dass nur ein Kandidat diese Hürde meistert, dann ist automatisch auch der zweite Kandidat für die Stichwahl qualifiziert. Um schon im ersten Wahlgang gewählt zu werden, benötigt man eine absolute Mehrheit und mindestens 25% der Stimmen aller im Wahlkreis eingeschriebener Wähler (vgl. Grote 1995: 69).

Das Mehrheitswahlsystem macht Wahlabsprachen zwischen den Parteien notwendig (vgl. Nohlen 2014: 344-345) und es „hat auf diese Weise maßgeblich zur Herausbildung eines bipolaren Parteiensystems beigetragen, das nach 1962 zwei Jahrzehnte lang die politische Auseinandersetzung in Frankreich bestimmt hat“ (zit. nach Grote 1995: 69). Trotz der Aufweichung dieser starken Bipolarität, vor allem durch das Aufkommen der Grünen und des Front National Mitte der 1980er Jahre, führt „das geltende Wahlrecht zu einer Marginalisierung derjenigen politischen Kräfte [...], die den Anschluss an einen großen politischen Blöcke nicht finden können oder wollen. Sie verfügen häufig [...] über keinerlei parlamentarische Vertretung. Auf der anderen Seite begünstigt das geltende Mehrheitswahlsystem, und zwar z.T. in exorbitanter Weise, die stärkste Partei bzw. das siegreiche Parteienbündnis, dem bei Mandatsverteilung wesentlich mehr Sitze zufallen, als es seinem prozentualen Anteil an der Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen entspricht“ (Grote 1995: 69-70).

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Einführung in die Thematik der Wählerzustimmung zum Front National und Darlegung der zentralen Fragestellung der Arbeit.

2.Theorie: Historische Kontextualisierung der Parteientwicklung und Analyse der Wirkungsweise des französischen Mehrheitswahlrechts.

3.Vergleiche der nationalen und europäischen Wahlergebnisse: Empirische Untersuchung und Gegenüberstellung von Wahlergebnissen in drei Zeitabschnitten zwischen 2002 und 2014.

4.Diskussion der Wahlergebnisse: Wohin entwickelt sich die Wählerzustimmung des FN?: Interpretation der Daten hinsichtlich der langfristigen Entwicklung und des Einflusses der Parteistrategie.

5.Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Bewertung der Rolle des Front National im französischen Parteiensystem.

Schlüsselwörter

Front National, Frankreich, Mehrheitswahl, Parteiensystem, Wählerzustimmung, Nationalversammlung, Europaparlamentswahl, Wahlabsprachen, Bipolarität, Repräsentation, Mandatsverteilung, Wahlergebnisse, Wahlsystem, politische Auseinandersetzung, Wählermobilisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Erfolgschancen und die Wählerzustimmung der Partei Front National im Kontext des französischen Mehrheitswahlsystems über einen Zeitraum von 12 Jahren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Entwicklung des französischen Parteiensystems, die Auswirkungen des Wahlsystems auf kleine Parteien und die vergleichende Analyse von nationalen und europäischen Wahlergebnissen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu prüfen, ob die parlamentarische Unterrepräsentation des Front National primär durch das Wahlsystem bedingt ist oder ob andere Faktoren die Wählerzustimmung stärker beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine empirisch-vergleichende Analyse, die offizielle Wahldaten der Interparlamentarischen Union und anderer Quellen auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Etablierung der Partei, die theoretischen Hürden des Wahlsystems sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der Wahlergebnisse von 2002 bis 2014 vorgenommen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Front National, Mehrheitswahl, Parteiensystem, Wahlergebnisse und Wählerzustimmung.

Wie beeinflusst die romanische Mehrheitswahl den Erfolg des Front National?

Das System begünstigt große Parteienbündnisse und zwingt andere Parteien zu Wahlabsprachen. Da der Front National lange Zeit isoliert blieb, erschwerte dies den Einzug in das Parlament massiv.

Welche Rolle spielte die Strategie von Marine Le Pen für die Entwicklung nach 2012?

Die Arbeit deutet an, dass die Parteiführung unter Marine Le Pen versuchte, durch eine weniger radikale Rhetorik neue Wählerschichten zu erschließen, was in den Ergebnissen von 2012 und 2014 sichtbar wurde.

Final del extracto de 15 páginas  - subir

Detalles

Título
Erfolgschancen des Front National im Kontext der romanischen Mehrheitswahl
Universidad
University of Trier
Curso
Wahlrecht und Wahlsysteme im internationalen Vergleich
Calificación
2,0
Autor
Nicolai Jacobs (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
15
No. de catálogo
V375272
ISBN (Ebook)
9783668543348
Idioma
Alemán
Etiqueta
Marine Le Pen Frankreich Romanische Mehrheitswahl Mehrheitswahl Wahlrecht Wahlsystem Europawahlen Nationalversammlungswahlen EU Europäische Parlament Nationalversammlung Parlament Opposition Rechtsextremismus Rechtspopulismus Benachteiligung Wahl Absprachen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Nicolai Jacobs (Autor), 2016, Erfolgschancen des Front National im Kontext der romanischen Mehrheitswahl, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375272
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  15  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint