Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Derecho - Filosofía, Sociología e Historia del Derecho

Der Einfluss der Literatur auf das Menschenbild der amerikanischen Ureinwohner bei der Entdeckung Amerikas

Mensch und Tier in der Spanischen Spätscholastik

Título: Der Einfluss der Literatur auf das Menschenbild der amerikanischen Ureinwohner bei der Entdeckung Amerikas

Trabajo de Seminario , 2016 , 44 Páginas , Calificación: 13 Punkte

Autor:in: Alexander Schwarz (Autor)

Derecho - Filosofía, Sociología e Historia del Derecho
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Im Laufe der Arbeit soll untersucht werden, ob die Indios bei der Entdeckung Amerikas tatsächlich als Tiere gesehen wurden und aufgrund welcher Umstände sich diese Ansicht verändert hat und welche Rolle die Autoren der Spanischen Spätscholastik dabei einnahmen.

Für uns ist heute relativ klar, was ein Mensch und was ein Tier ist – zumindest auf den ersten Blick. Niemand würde heute auf die Idee kommen, einer bestimmten Bevölkerungsgruppe das Menschsein abzusprechen. Bei genauerer Betrachtung fällt diese Trennung jedoch nicht so leicht. So wird die Gefährdungshaftung des Tierhalters in § 833 BGB auf die tierische Unberechenbarkeit zurückgeführt, die auf dem willkürlichen Verhalten eines Tieres beruht, das von keinem vernünftigen Wollen geleitet wird. Aber Tiere verhalten sich nicht nur unberechenbar und willkürlich, sondern zeigen manchmal Verhaltensweisen, die uns irgendwie „menschlich“ vorkommen. So können manche Tierarten, beispielsweise Schimpansen, durchaus Werkzeuge benutzen. Bereits seit der Antike denken Philosophen über die Frage nach, was den Menschen ausmacht. Diese Frage ist heute immer noch nicht abschließend geklärt. Im Gegenteil gibt es sogar Bestrebungen z.B. des Philosophen Peter Singer, die Trennlinie von Mensch und Tier zu verschieben bzw. neu zu ziehen. Dies kann jedoch nicht willkürlich geschehen, sondern bedarf bestimmter Kriterien, die eine gewisse Sinnhaftigkeit beinhalten. Die Frage, was den Menschen vom Tier unterscheidet, ist von Philosophen in der Geschichte immer wieder gestellt worden. So auch von spanischen Gelehrten, die sich mit einem zu ihrer Zeit aktuellen Problem befassen mussten: der Entdeckung Amerikas. Die Bewohner dieser Neuen Welt mussten in das Weltbild der Europäer eingeordnet werden. Aufgrund ihrer fremden Sitten und Bräuche wurden häufig auch Tiervergleiche gezogen. In der einsetzenden Diskussion wurde somit auch die Eigenschaft des „Menschseins“ thematisiert. Zunächst soll der historische Kontext erläutert werden, um sodann einige Quellen vorzustellen, welche die Indios als Tiere darstellen. Danach werden die Werke von zwei Vertretern der Spanischen Spätscholastik im Hinblick darauf untersucht, welche Aussagen sich darin über den Unterschied von Mensch und Tier finden lassen, und wie diese Texte die Diskussion um die Indiofrage beeinflusst haben.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Die Spanische Spätscholastik

C. Das Verhältnis von Mensch und Tier

I. Die Entdeckung Amerikas

1. Die Indios sind keine Monster

2. Die „tierische“ Behandlung der Indios

3. Die Grundlage des Indiobildes

a. Pedro Martyr de Anghiera

b. Gonzalo Fernández de Oviedo

c. Hintergrund des Indiobildes

II. Die Sonderstellung des Menschen nach Vitoria

1. Relektion „De potestate civili“

a. Natürliche Voraussetzungen

b. Sozialnatur

c. Sprache

2. Relektion „De temperantia“

3. Relektion „De Indis“

a. Vernunft

b. Das vernünftige Verhalten der Indios

III. Die Sonderstellung des Menschen nach Suárez

1. Autor und Werk

2. Unterscheidung von Mensch und Tier

a. Vernunft

b. Freiheit vs. Instinkt

c. Sozialnatur

3. Zwischenbetrachtung

IV. Die Bulle „Sublimis Deus“

1. Entstehung

2. Inhalt und Wirkung

3. Motivation

4. Die Bulle und Vitoria

5. Rücknahme der Bulle

V. Weitere Entwicklung

1. Pedro Cieza de León und José de Acosta

2. Das Gutachten von Yucay

3. Francisco López de Gómara

4. Die natürlichen Sklaven

D. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das historische Verhältnis von Mensch und Tier im Kontext der Spanischen Spätscholastik sowie die Rezeption dieses Verhältnisses bei der Bewertung der Indios nach der Entdeckung Amerikas, um die anthropologische Abgrenzung und die daraus resultierenden rechtlichen Konsequenzen zu analysieren.

  • Das Menschenbild in der Spanischen Spätscholastik
  • Die Entdeckung Amerikas als Herausforderung für das europäische Weltbild
  • Die philosophische Abgrenzung zwischen Mensch und Tier (anthropologische Differenz)
  • Die Auswirkungen der Bulle „Sublimis Deus“ auf den Status der Indios
  • Die Rolle der Vernunft und Freiheit in der Lehre von Vitoria und Suárez

Auszug aus dem Buch

1. Die Indios sind keine Monster

Eine Schwierigkeit entsteht dadurch, dass Amerika bis zu diesem Zeitpunkt den Europäern vollkommen unbekannt war – im Gegensatz zu Afrika und Asien. Zwar war Kolumbus bis zu seinem Tod davon überzeugt, er sei nach Indien gelangt, aber schon bald wurde klar, dass es sich bei den neu entdeckten Inseln um ein bisher unbekanntes Gebiet handeln musste. Auch die Bibel, die zum damaligen Zeitpunkt von großer Wichtigkeit war, erwähnt diesen Kontinent nicht. Allerdings vermutete man sogar in den bekannten entlegenen Regionen Monster, Fabelwesen und Halbmenschen, was sogar von bekannten Kosmographen vertreten wurde und somit keine gute Voraussetzung für die Bewertung der Indios darstellte.

Der erste Bericht stammt logischerweise vom Entdecker Christoph Kolumbus. Seine Briefen fanden – auch infolge des zuvor endeckten Buchdrucks – eine zahlreiche Leserschaft und machten so die Entdeckung Amerikas in der alten Welt bekannt.

In seinem Bordtagebuch, das jedoch erst später veröffentlich wurde, beschreibt er seine ersten Eindrücke von den Bewohnern der entdeckten Inseln. Es findet sich darin ein Tiervergleich, obwohl Kolumbus den Indios zunächst wohlwollend gegenüberstand:

„Wenn man sie um etwas, das sie besaßen bat, sagten sie niemals nein […] Selbst die Stücke von zerbrochenen Reifen um die Fässer nahmen sie und gaben dafür, was sie hatten, wie wilde Tiere.“

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Einführung in die Problematik der anthropologischen Differenz zwischen Mensch und Tier und Darstellung des historischen Kontexts der Entdeckung Amerikas.

B. Die Spanische Spätscholastik: Vorstellung der Denkschule des 16. Jahrhunderts, ihrer methodischen Grundlagen und ihrer wichtigsten Exponenten.

C. Das Verhältnis von Mensch und Tier: Untersuchung der historischen Wahrnehmung der Indios und der philosophischen sowie rechtlichen Diskussionen um ihre Einstufung als Menschen.

D. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse zur anthropologischen Differenz und der Bedeutung der christlichen Lehre sowie des Völkerrechts für die Anerkennung der Menschenwürde der Indios.

Schlüsselwörter

Spanische Spätscholastik, Francisco de Vitoria, Francisco Suárez, Anthropologische Differenz, Indios, Entdeckung Amerikas, Sublimis Deus, Vernunft, Freiheit, Naturrecht, Rechtfertigung der Eroberung, Menschenwürde, Encomienda, Scholastik, Mensch-Tier-Verhältnis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Verhältnis von Mensch und Tier in der Philosophie der spanischen Spätscholastiker und wie diese Konzepte genutzt wurden, um den Status der indigenen Bevölkerung Amerikas zu bewerten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die philosophische Anthropologie, die frühneuzeitliche Rechtsgeschichte, die Auswirkungen der Entdeckung Amerikas auf das europäische Weltbild und die Rolle der katholischen Kirche im Kontext der Kolonisation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, inwieweit philosophische Unterscheidungen zwischen Mensch und Tier (z. B. Vernunft und Freiheit) zur Legitimation oder Ablehnung der Unterdrückung der Indios verwendet wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geistesgeschichtliche und rechtshistorische Analyse. Die Arbeit stützt sich auf die Interpretation der Relektionen bedeutender Scholastiker sowie auf zeitgenössische Quellen und Dokumente wie päpstliche Bullen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Werke von Francisco de Vitoria und Francisco Suárez analysiert, der Einfluss der päpstlichen Bulle „Sublimis Deus“ diskutiert und die zeitgenössische Debatte um die Einstufung der Indios als „natürliche Sklaven“ oder vernunftbegabte Wesen dargestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Spanische Spätscholastik, Anthropologische Differenz, Francisco de Vitoria, Vernunftbegabung, Menschenrechte und Naturrecht.

Warum spielt der Begriff der „anthropologischen Differenz“ eine so zentrale Rolle?

Der Begriff markiert die Trennlinie zwischen Mensch und Tier. In der Debatte um die Indios war die Frage, ob diese über die „anthropologische Differenz“ (Vernunft, freier Wille) verfügen, entscheidend dafür, ob sie als rechtssubjekte Personen oder als „Tiere“ behandelt wurden.

Welche Rolle spielt die Bulle „Sublimis Deus“ für die Argumentation des Autors?

Die Bulle dient als päpstlicher Schlusspunkt, der die Indios explizit als Menschen anerkennt. Der Autor zeigt jedoch auf, dass selbst nach dieser kirchlichen Klarstellung in der Praxis (z. B. im Gutachten von Yucay) weiterhin diskriminierende Argumentationsmuster gegen die Indios fortbestanden.

Final del extracto de 44 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Einfluss der Literatur auf das Menschenbild der amerikanischen Ureinwohner bei der Entdeckung Amerikas
Subtítulo
Mensch und Tier in der Spanischen Spätscholastik
Universidad
University of Frankfurt (Main)
Curso
Rechtsgeschichte des Tieres
Calificación
13 Punkte
Autor
Alexander Schwarz (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
44
No. de catálogo
V375507
ISBN (Ebook)
9783668526921
ISBN (Libro)
9783668526938
Idioma
Alemán
Etiqueta
Spanische Spätscholastik Schule von Salamanca Francisco de Vitoria Entdeckung Amerikas
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Alexander Schwarz (Autor), 2016, Der Einfluss der Literatur auf das Menschenbild der amerikanischen Ureinwohner bei der Entdeckung Amerikas, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375507
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  44  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint