Vor der Problematik, den Übergang von ehrenamtlichen zu professionellen Strukturen zu gestalten, stehen viele ambitionierte soziale Projekte. „Mindestgrundlage des Rechnungswesens für alle Sozialunternehmen – unabhängig von Größe und Rechtsform – ist (...) ein zu testierender handelsbilanzieller Jahresabschluss.“ Hierzu gehört die doppelte Buchführung, mit dem Jahresabschluss bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz. Diese Daten aus der externen Buchhaltung stellen auch bei kleinen Unternehmen der Sozialwirtschaft die Grundlage des internen Rechnungswesens dar. Im Folgenden soll untersucht werden, inwiefern die Budgetierung am Beispiel des Vereins für sozialpädagogisches Segeln e.V. zu einer professionellen Kostenplanung, zur regelmäßigen Kontrolle der Wirtschaftlichkeit und zur strategischen Ausrichtung eines kleinen gemeinnützigen Vereins im Sozialbereich beitragen kann. Zielsetzung ist es, einen Budgetplan zu entwickeln, welcher dem VSS zukünftig als Steuerungsinstrument dient.
Die Arbeit klärt zunächst die Begrifflichkeiten rund um Budgetierung und deren Zielsetzung. Anschließend werden unterschiedliche Budgetierungsverfahren verglichen, mögliche Abläufe dargestellt und der Budgetierungsprozess kritisch betrachtet. Vor der Entwicklung eines für den VSS einsetzbaren Budgetplans wird der Verein, dessen Aufbau und sein aktuelles Rechnungswesen und Kostenmanagement vorgestellt. Für das externe Rechnungswesen wird ein neuer Kontenplan entwickelt, dessen Konten anschließend zu Kostenarten zusammengefasst werden. Auf Grundlage von Teilplänen entsteht letztendlich ein beispielhafter Budgetplan für den Verein für sozialpädagogisches Segeln e.V.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Budgetierung im Sozialbereich
2.1 Definition der Budgetierung
2.2 Ziele der Budgetierung
2.3 Vergleich unterschiedlicher Budgetierungsverfahren
2.4 Mögliche Abläufe der Budgetierung
2.5 Kritische Zusammenfassung
3 Der Verein für sozialpädagogisches Segeln e.V.
3.1 Allgemeines zum Verein
3.2 Aufbau des Vereins und aktuelles Rechnungswesen
4 Entwicklung eines für den VSS einsetzbaren Budgetplans
4.1 Externes und internes Rechnungswesen: Der Kontenplan
4.2 Entwicklung von Kostenarten
4.3 Entwicklung von Teilplänen
4.4 Entwicklung eines beispielhaften Budgetplans
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern die Einführung einer Budgetierung am Beispiel des Vereins für sozialpädagogisches Segeln e.V. (VSS) als Steuerungsinstrument für eine professionelle Kostenplanung, Wirtschaftlichkeitskontrolle und strategische Ausrichtung eines kleinen gemeinnützigen Sozialunternehmens dienen kann.
- Grundlagen und Zielsetzungen der Budgetierung in der Sozialwirtschaft.
- Vergleich verschiedener Budgetierungsverfahren hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit.
- Analyse der Vereinsstruktur und des aktuellen Rechnungswesens des VSS.
- Konkretisierung der Finanzplanung durch die Entwicklung eines neuen Kontenplans sowie diverser Teilpläne.
- Erstellung eines beispielhaften Budgetplans als Steuerungsgrundlage.
Auszug aus dem Buch
2.4 Mögliche Abläufe der Budgetierung
Bei allen Budgetierungsprozessen stellt sich die Frage der Ableitungsrichtung: Welche Personen in einer Unternehmenshierarchie wirken in welcher Reihenfolge mit?
Bei der Top Down-Planung werden die Gesamt- und Einzelbudgetziele auf Grund von Unternehmens- und Umweltanalysen und Vorhersage für die zukünftige Entwicklung durch die Unternehmensleitung vorgegeben. In den einzelnen Abteilungen erfolgt dann die schrittweise Konkretisierung der Ziele. Für diese Vorgehensweise spricht die zügige Planung und Ausrichtung aller Budgets auf das Unternehmensziel hin. Allerdings fehlt auf der Leitungsebene oftmals das Wissen über die Umsetzbarkeit, welches auf der operativen Unternehmensebene existiert. Hier müssen die Ziele ja dann auch letztendlich realisiert werden. Ein Budgetierungsprozess von oben nach unten ist sinnvoll bei kleinen Unternehmen, wo die Leitung alle planungsrelevanten Informationen hat, oder wenn akuter Handlungsbedarf besteht (vgl. Rieg 2008, S. 21).
Die hierzu entgegengesetzte Ableitungsrichtung ist die Bottom Up-Planung: Die unteren Unternehmensebenen erarbeiten Pläne mit den entsprechenden Einzelbudgets, welche von der Unternehmensleitung verdichtet und letztendlich zu einem Gesamtbudget zusammengeführt werden. Eine Budgetplanung, welche von unten ausgeht, profitiert von der Nähe zur Handlungsebene und ist somit realitätsnah. Sie kann aber auch unkoordiniert sein, wenn das Gesamtunternehmensziel aus den Augen verloren wird. Eventuell sind Budgets dann weniger anspruchsvoll, insbesondere wenn diese als Vorgaben zu späteren Zielkontrollen dienen sollen. Diese Ableitungsrichtung kann sinnvoll sein, wenn planungsrelevantes Wissen hauptsächlich auf den operativen Ebenen vorhanden ist (vgl. Rieg 2008, S. 21).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit, ehrenamtliche Strukturen durch professionelles Kostenmanagement zu ergänzen, und definiert die Zielsetzung der Arbeit anhand des Vereinsbeispiels.
2 Budgetierung im Sozialbereich: Dieses Kapitel definiert den Begriff Budgetierung, erläutert deren Ziele und vergleicht diverse methodische Ansätze sowie Ablaufformen für soziale Einrichtungen.
3 Der Verein für sozialpädagogisches Segeln e.V.: Hier werden die erlebnispädagogische Arbeit, die Vereinsgeschichte sowie der organisatorische Aufbau und das aktuelle Rechnungswesen des VSS detailliert vorgestellt.
4 Entwicklung eines für den VSS einsetzbaren Budgetplans: Dieses Kernkapitel beschreibt die notwendige Anpassung des Kontenrahmens, die Strukturierung der Kostenarten sowie die Erarbeitung konkreter Teilpläne, die in einem beispielhaften Budgetplan münden.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Abschlusskapitel resümiert den Nutzen der Budgetierung für kleine Sozialvereine als Instrument der Transparenz und Steuerung.
Schlüsselwörter
Budgetierung, Sozialwirtschaft, Kostenmanagement, Rechnungswesen, Controlling, Finanzplanung, Gemeinnütziger Verein, Budgetplan, Teilpläne, Ist-Soll-Vergleich, Investitionskosten, Personalkosten, Sachkosten, Liquiditätsplanung, Steuerungsinstrument
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Es geht um die Einführung eines professionellen Budgetierungssystems in einem kleinen, gemeinnützigen Verein, um nachhaltiges Wirtschaften zu ermöglichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die betriebswirtschaftliche Planung in der Sozialwirtschaft, die Struktur von Budgetierungsverfahren und die praktische Anwendung bei einem erlebnispädagogischen Anbieter.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, einen praxistauglichen Budgetplan zu entwickeln, der dem VSS als Steuerungsinstrument für die Zukunft dient.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu Budgetierungsverfahren und einer anwendungsorientierten Fallstudie am Beispiel des Vereins für sozialpädagogisches Segeln e.V.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung eines neuen Kontenplans, der Kategorisierung von Kostenarten und der Erstellung spezifischer Teilpläne für Leistungen, Personal und Investitionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Budgetierung, Sozialwirtschaft, Kostenmanagement, Controlling und Finanzplanung.
Wie unterscheidet sich der entwickelte Budgetplan vom bisherigen Rechnungswesen?
Der neue Ansatz nutzt die doppelte Buchführung anstelle der einfachen Einnahmen-Überschuss-Rechnung, um genauere Kalkulationsgrundlagen und eine zukunftsorientierte Planung zu ermöglichen.
Warum ist das "Gegenstromverfahren" für den Verein besonders relevant?
Es verbindet die strategische Ausrichtung der Leitung mit dem operativen, praxisnahen Wissen der Mitarbeiter, was für einen Verein mit ehrenamtlicher und hauptamtlicher Beteiligung ideal ist.
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- Thomas Szczepanek (Autor), 2015, Budgetierung im Sozialbereich. Eine Einführung am Beispiel eines kleinen gemeinnützigen Vereins, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375585