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Die Theorien konversationaler Implikaturen von Grice und Sperber/Wilson. Eine Untersuchung

Título: Die Theorien konversationaler Implikaturen von Grice und Sperber/Wilson. Eine Untersuchung

Tesis de Máster , 2017 , 69 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Daniel Jacobs (Autor)

Filosofía - Teoría (cognición, ciencia, lógica, idioma)
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Speziell die Analyse und Reflexion des Untersuchungsgegenstands „Sprache“ mittels Sprache kennzeichnet das Verhältnis von Sprache und philosophischer Tätigkeit, da nicht zuletzt auch Aussagen und Urteile über etwas, spezifisch-sprachliche Entitäten darstellen und daher in besonderer Weise an Sprache gebunden sind. Wahres und Falsches besitzen im Gegensatz zu Fakten oder Ereignissen die Eigenschaft der Propositionalität und werden in verschiedener Gestalt als Gedanken, Begriffe, Vorstellungen, Aussagen, Urteile usw. gekennzeichnet. Es besteht offenbar daher auch ein Zusammenhang zwischen Sachverhalten und der diese beschreibenden Sprache. Verstehen im Allgemeinen scheint demnach auch immer sprachliches Verstehen zu implizieren oder vorauszusetzen. So prägte einer der bekanntesten Philosophen der Neuzeit – Ludwig Wittgenstein – in seinem Werk „Tractatus logico-philosophicus“ den Satz „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ Diese wirklichkeitserschließende Kraft von Sprache sollte auch die gesamte Geschichte der Sprachphilosophie als eine zentrale sprachreflektierende Tätigkeit prägen.

Mit fortschreitender Zeit wurde demnach das Bedingungsverhältnis zwischen Sprache, Denken und Wirklichkeit in den Fokus der Untersuchung sprachphilosophischer Bemühungen gestellt. Hierbei wurden im Laufe zahlreicher Sprachanalysen verschiedene Sprachauffassungen mit entsprechend unterschiedlichen Schwerpunkten, Relationen und Gewichtungen dieser drei Begriffe entwickelt, verfasst und begründet. Die Benennungs- und Bedeutungsproblematik sowie die damit verbundene Funktionsweise von Sprache wurden hierbei mit fortschreitender Zeit zu dominierenden Themen und stellen auch das Thema dieser Arbeit. So bildete sich im Laufe neuzeitlicher Denkweisen der weite Bereich der Philosophie der idealen Sprache heraus, der seinen eigentlichen Ausgangspunkt in Gottlob Freges Sprachphilosophie fand. Für diese Sprachauffassung maßgeblich wurde die Annahme, dass der Alltagssprache eine gewisse Unschärfe oder Ungenauigkeit anhaftet.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grices Theorie konversationaler Implikaturen

2.1 Pragmatisches Programm, Kooperationsprinzip und Gesprächsmaximen

2.2 Konversationale Implikaturen

2.3 Probleme

3 Sperber/Wilsons Relevanztheorie

3.1 Kritik an Grice

3.2 Relevanzansatz

3.3 Probleme

4 Kritische Diskussion

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen konversationaler Implikaturen im alltäglichen Sprachgebrauch durch eine vergleichende Analyse der Theorien von H.P. Grice und Sperber/Wilson, um zu klären, welche Theorie philosophisch und explanatorisch zu bevorzugen ist.

  • Grices rationalistisch-deskriptives Modell der Gesprächsmaximen
  • Die kognitiv-funktionale Relevanztheorie von Sperber/Wilson
  • Mechanismen der indirekten Kommunikation
  • Einfluss von Kontextwissen und situativen Faktoren
  • Kritische Gegenüberstellung beider Ansätze

Auszug aus dem Buch

2.1 Pragmatisches Programm, Kooperationsprinzip und Gesprächsmaximen

Grices pragmatisches Programm kann in drei theoretische Schritte aufgeteilt werden. Zuallererst bestimmt Grice mit Hilfe handlungstheoretischer Termini ein Konzept des kommunikativen Handelns, das noch nicht durch Regeln und Konventionen gekennzeichnet ist. Diese handlungstheoretische Begründung der Kommunikationstheorie wird dann im zweiten Schritt mit Begriffen der regulären, konventionalen und sprachlichen Bedeutung angereichert. In Schritt drei wird abschließend das bisherige Programm mit Fällen von indirekter Kommunikation modifiziert, die Grice mit Hilfe der Theorie der Implikaturen erklärt. Der Fokus der vorliegenden Arbeit liegt, wie schon der Titel verrät, auf Schritt 3, wobei im Besonderen hierbei eine „Teilklasse der nicht-konventionalen Implikaturen“, der von Grice bezeichneten `konversationalen Implikaturen´, für die Untersuchung maßgeblich ist.

Schritt 1: Grices Grundkonzept der Kommunikation ist ein Konzept des sprachlichen Handelns, das auf der Sprechakttheorie von J.L. Austin und dessen Modifikationen durch John Searle aufbaut. Sprachliche Kommunikation ist daher - entsprechend dem Begriff des Wittgenstein´schen Sprachspiels - auch bei Grice ebenfalls immer Tätigkeit, die in einen bestimmten Handlungskontext eingebunden ist. Untersuchungsgegenstand Grices ist demnach das Tätigkeitsfeld oder der Handlungsbereich der Normalsprache d.h. dem kontingenten Phänomen alltäglicher, zwischenmenschlicher Kommunikation mit mindestens zwei Gesprächspartnern, die sogenannte `Konversation´ oder das `Gespräch´.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die sprachphilosophische Bedeutungsproblematik ein und stellt die Relevanz der Untersuchung des alltäglichen Sprachgebrauchs sowie die Zielsetzung der Arbeit dar.

2 Grices Theorie konversationaler Implikaturen: Dieses Kapitel erläutert das Kooperationsprinzip und die Gesprächsmaximen von Grice sowie die Entstehung konversationaler Implikaturen anhand anschaulicher Beispiele.

3 Sperber/Wilsons Relevanztheorie: Hier wird der kognitive Ansatz von Sperber und Wilson vorgestellt, der die Kommunikation auf dem Prinzip der Relevanz und einer individuellen kognitiven Umgebung begründet.

4 Kritische Diskussion: In diesem Teil werden die beiden vorgestellten Theorien auf ihre explanatorische Leistungsfähigkeit hin geprüft und gegenübergestellt.

5 Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bewertet die Vor- und Nachteile beider Ansätze im Hinblick auf ihre philosophische Adäquatheit.

Schlüsselwörter

Sprachphilosophie, Konversationale Implikaturen, H.P. Grice, Sperber/Wilson, Relevanztheorie, Kooperationsprinzip, Gesprächsmaximen, Pragmatik, Kommunikation, Bedeutungstheorie, Inferenz, Kontext, Sprecherintention, Semantik, Sprachhandeln

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Menschen im Alltag sprachliche Äußerungen verstehen, die über die wörtliche Bedeutung hinausgehen, indem sie die Ansätze von H.P. Grice und Sperber/Wilson analysiert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Theorie der konversationalen Implikaturen, die Rolle von Gesprächsmaximen, die Relevanztheorie sowie der Einfluss von Kontextwissen und intentionale Kommunikation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, welche der beiden Kommunikationstheorien philosophisch besser begründet ist und inwieweit sie das Verstehen von Äußerungen erklären können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretisch-philosophische Analyse durchgeführt, die durch den Vergleich von Kommunikationsbeispielen und die kritische Diskussion der jeweiligen Argumentationslinien beider Theorien gestützt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung von Grices Theorie, die Gegenüberstellung mit der Relevanztheorie von Sperber/Wilson und eine anschließende kritische Diskussion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Sprachphilosophie, Konversationale Implikaturen, Kooperationsprinzip, Relevanztheorie und Sprecherintention.

Warum spielt das Beispiel des liegengebliebenen Autos eine zentrale Rolle?

Dieses Beispiel dient als klassischer Testfall, um zu zeigen, wie Hörer über das Kooperationsprinzip oder das Relevanzprinzip auf die nicht explizit gesagte Bedeutung (z. B. Verfügbarkeit von Benzin) schließen.

Welche Rolle spielt das "gemeinsame Hintergrundwissen" bei Grice vs. Sperber/Wilson?

Während Grice ein "gemeinsames Hintergrundwissen" voraussetzt, kritisieren Sperber/Wilson dieses Konzept als zu vage und schlagen stattdessen eine "kognitive Umgebung" vor, die psychologisch besser fundiert sei.

Was unterscheidet eine "Explikatur" von einer "Implikatur" in der Relevanztheorie?

Explikaturen sind Annahmen, die explizit durch sprachliche Kodierung entstehen, während Implikaturen aus Kontextinferenzen abgeleitet werden.

Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich der Theoriebevorzugung?

Aufgrund des explanatorischen Mehrwerts des Maximenapparates von Grice und der teilweise unplausiblen kognitiven Annahmen der Relevanztheorie, tendiert der Autor zu einer Bevorzugung der Grice'schen Theorie.

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Detalles

Título
Die Theorien konversationaler Implikaturen von Grice und Sperber/Wilson. Eine Untersuchung
Universidad
RWTH Aachen University  (Philosophisches Institut)
Calificación
1,7
Autor
Daniel Jacobs (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
69
No. de catálogo
V375649
ISBN (Ebook)
9783668531604
ISBN (Libro)
9783668531611
Idioma
Alemán
Etiqueta
Konversationale Implikatur H.P. Grice Dan Sperber Deidre Wilson Philosophie der Sprache Verstehen Pragmatik Kooperationsprinzip Gesprächsmaximen Konversation Konversationsregeln Relevanztheorie Relevanztheorie der Sprache Funktion von Sprache Handlungstheorie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Daniel Jacobs (Autor), 2017, Die Theorien konversationaler Implikaturen von Grice und Sperber/Wilson. Eine Untersuchung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375649
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