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Ritualisierung im Realitätsfernsehen. Eine medienlinguistische Analyse "überproduzierter" Momente

Titre: Ritualisierung im Realitätsfernsehen. Eine medienlinguistische Analyse "überproduzierter" Momente

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2015 , 39 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Katharina Wilhelm (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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„Ich habe heute leider kein Foto für dich.“ Dieser Satz stammt von Model und Moderatorin Heidi Klum; und ich eröffne diese Seminararbeit im Zuge des Seminars „Realityfernsehen“ mit der auf eigenen Beobachtungen fußenden Behauptung, dass er während der Sendezeit ihrer Reality-TV-Show „Germany’s Next Topmodel“ in einer Regelmäßigkeit fällt, die ihn deutschlandweit unter Fans, Gegnern und sogar Indifferenten bekannt gemacht hat. Grund genug, um sich zu fragen - wie schaffen Heidi Klum und ihr Produzententeam das? Sie und viele andere bekannte Größen aus dem Realitätsfernsehen, die Jahr um Jahr, Woche für Woche auf Sendung gehen, ohne dass sich der Plot ihrer Show je ändern würde, so wie man das von jeder anderen Serie oder Spielfilmfortsetzung erwarten würde. Man hat sogar häufig das Gefühl, dass über mehrere Staffeln hinweg gerade in den sogenannten kritischen Momenten, wie beim Entscheid über den Verbleib einer Kandidatin (auf eine Genderdifferenzierung werde ich in meiner Arbeit der Einfachheit halber verzichten) in der Show, immer wieder die gleichen Abläufe gezeigt werden und nur das Personal wechselt. Und dennoch - „The Voice“ und „Germany’s Next Topmodel“, die beiden Beispiele aus dem Realitätsfernsehen, auf die ich mich in dieser Arbeit konzentrieren werde, laufen ungebrochen im deutschen Fernsehen; ersteres seit vier, letzteres sogar seit nunmehr neun Jahren.

Ziel dieser Arbeit soll sein, der oben gestellten Frage auf medienlinguistischem Weg nachzugehen. Liegt das Geheimnis der Beständigkeit des Realitätsfernsehens in dieser Wiederholung oder - wie ich sogar argumentieren möchte - in der (sprachlichen) Ritualisierung gewisser Momente? Kann man überhaupt von einer solchen sprechen, oder ist sie am Ende vielleicht nur ein Trugschluss, ausgelöst von der langjährigen Überpräsenz dieser Gattung (zum Gattungsbegriff siehe Klaus und Lücke 2003: 196)? Oder lässt sich eine Ritualisierung, wenn sie existieren sollte, gar nicht mit dem Erfolg des Realitätsfernsehens in Verbindung bringen?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff des „Moment’s Moments“ - überproduzierte Momente im Reality TV

3. Der Ritualbegriff

3.1. Eine ethnologische Perspektive

3.2. Eine soziolinguistische Perspektive

4. Beispiele

4.1. „The Voice“

4.2. „Germany’s Next Topmodel“

5. Braucht das Publikum Rituale? Eine medienanalytische Betrachtung

6. Zusammenfassung, Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht medienlinguistisch, ob die Beständigkeit und der Erfolg von Reality-TV-Formaten auf der (sprachlichen) Ritualisierung bestimmter „überproduzierter“ Momente basieren oder ob diese Ritualisierung den Erfolg des Formats eher beeinträchtigt.

  • Analyse des Begriffs „überproduzierte Momente“ nach Annette Hill
  • Ethnologische und soziolinguistische Untersuchung des Ritualbegriffs
  • Medienanalytische Betrachtung der Formate „The Voice“ und „Germany’s Next Topmodel“
  • Untersuchung der Rolle von Sprache und Kameraführung als ritualisierte Elemente
  • Reflexion über die Erwartungshaltung des Publikums und die Wirkung von Ritualen

Auszug aus dem Buch

2. Der Begriff des „Moment’s Moments“ - überproduzierte Momente im Reality TV

Für Hill ist der „Moment’s Moment“, auf Deutsch etwa zu übersetzen als „Moment voller Momente“, vor allem eines – „großes Kino“ (2015: 73). Es ist der Punkt, wenn eigentlich kleine Momente im Realitätsfernsehen zu großen, erinnerungswürdigen produziert werden - ein strategischer Zug der Produzenten also, um eine große, emotionale Show zu liefern (Hill 2015: 73). Weiterhin betont Hill, dass diese „Moment’s Moments“, die ich aufgrund des klareren Begriffs als „überproduzierte Momente“ bezeichne (eine Erläuterung der Vorsilbe „über“ folgt später), nicht für sich alleine nach Abschluss der Sendung stehen bleiben.

Sie werden zu Ansammlungen, die dann irgendwann Teil einer weiteren „Best-of-Show“, auf YouTube und den sozialen Medien weiterverbreitet, als DVD herausgebracht oder in der Presse diskutiert werden (2015: 73). Hill nennt mehrere Elemente, die für die strategische Produktion eines solchen überproduzierten Moments wichtig sind. Für die Teilnehmer gilt: Sie müssen in einem Wettbewerb zueinander stehen und es sollte sich um „gewöhnliche“ Leute handeln, die zum ersten Mal ihre Chance im Rampenlicht erhalten (Hill 2015: 73). Als weiteres wichtiges Element führt sie die Reaktionen der Juroren an (2015: 74). An diesem Punkt kann man erkennen, dass überproduzierte Momente eher selten in Formaten vorkommen, in denen die Kandidaten nicht in einem Wettbewerb vor einer Jury zueinander stehen - ein „Moment’s Moment“ in einer Doku Soap wäre demnach zumindest eine Seltenheit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, inwieweit die Wiederholung bestimmter Momente im Reality-TV als (sprachliche) Ritualisierung verstanden werden kann und ob diese zum Erfolg der Formate beiträgt.

2. Der Begriff des „Moment’s Moments“ - überproduzierte Momente im Reality TV: Dieses Kapitel definiert „überproduzierte Momente“ als strategisch inszenierte, emotionale Höhepunkte, die durch ihre Medialisierung und Wiederholung eine zentrale Rolle in Casting-Shows spielen.

3. Der Ritualbegriff: Hier wird der Ritualbegriff aus ethnologischer und soziolinguistischer Perspektive beleuchtet, um ihn von allgemeiner Performanz abzugrenzen und für die Analyse der Reality-Formate nutzbar zu machen.

4. Beispiele: Anhand der Formate „The Voice“ und „Germany’s Next Topmodel“ wird analysiert, wie sich ritualisierte Abläufe und sprachliche Muster in Entscheidungssituationen manifestieren.

5. Braucht das Publikum Rituale? Eine medienanalytische Betrachtung: Dieses Kapitel diskutiert kritisch, ob die ritualisierte Struktur das Publikum tatsächlich bindet oder ob sie durch mangelnde Spannung und Vorhersehbarkeit eher zu sinkenden Einschaltquoten führt.

6. Zusammenfassung, Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass in entscheidenden Momenten des Realitätsfernsehens ritualisierte Verläufe existieren, diese jedoch für den Erfolg des Formats eher abträglich sein könnten.

Schlüsselwörter

Reality-TV, Ritualisierung, Überproduzierte Momente, Medienlinguistik, Casting-Show, Beständigkeit, Performance, Ereignistaschen, Ritualtheorie, Zuschauerdiskurse, Spannungserzeugung, Inszenierung, Authentizität, Sprachliche Muster, Best-of-Show.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die medienlinguistischen Aspekte und die strukturelle Ritualisierung von Entscheidungsmomenten in Casting-Shows.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Analyse von überproduzierten Momenten im Reality-TV, die Anwendung von Ritualtheorien auf säkulare mediale Kontexte sowie die medienanalytische Betrachtung der Zuschauerwirkung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob die Beständigkeit und der Erfolg von Reality-TV-Formaten durch die ritualisierte Wiederholung bestimmter Momente bedingt ist oder ob dieser Prozess den Erfolg eher gefährdet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine medienanalytische Untersuchung von Videosequenzen durchgeführt, ergänzt durch die Verknüpfung mit ethnologischen und soziolinguistischen Ritualtheorien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Begriffsdefinitionen und vergleicht diese mit konkreten Fallbeispielen aus den Sendungen „The Voice“ und „Germany’s Next Topmodel“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ritualisierung, Reality-TV, überproduzierte Momente, Medienlinguistik und mediale Inszenierung charakterisiert.

Wie definiert der Autor das Konzept der „überproduzierten Momente“?

Überproduzierte Momente sind nach der Definition in der Arbeit strategisch von Produzenten erzeugte, hoch emotionale Situationen, die durch Wiederholung und crossmediale Vermarktung (wie Best-of-Shows) als prägende Elemente der Sendung etabliert werden.

Welche Rolle spielt die Sprache bei der Ritualisierung?

Die Sprache dient als Mittel zur Hierarchisierung und Fakten-Schaffung; insbesondere spezifische „Du-Botschaften“ und die Inszenierung durch die Jury werden als ritualisierte sprachliche Komponenten identifiziert.

Was besagt die Schlussfolgerung zur Wirkung auf das Publikum?

Die Autorin schlussfolgert, dass die starke Ritualisierung und Überproduktion das Publikum unterschätzt, da sie die individuelle Gedankenleistung reduziert und durch die hohe Vorhersehbarkeit die Spannung schmälert.

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Résumé des informations

Titre
Ritualisierung im Realitätsfernsehen. Eine medienlinguistische Analyse "überproduzierter" Momente
Université
University of Hamburg
Cours
Realityfernsehen
Note
1,0
Auteur
Katharina Wilhelm (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
39
N° de catalogue
V375793
ISBN (ebook)
9783668542273
ISBN (Livre)
9783668542280
Langue
allemand
mots-clé
Realityfernsehen realitätsfernsehen realitytv germanys next topmodel the voice linguistik medien medienlinguistik soziolinguistik rituale ritualisierung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Katharina Wilhelm (Auteur), 2015, Ritualisierung im Realitätsfernsehen. Eine medienlinguistische Analyse "überproduzierter" Momente, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375793
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Extrait de  39  pages
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