Sammeln als künstlerischer Prozess. Welches Potential bietet Sammeln als künstlerisch-ästhetischer Prozess in der Primarstufe?


Hausarbeit, 2016

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung
0.1 Reflexion des eigenen Prozesses anstelle einer ausführlichen Einleitung

1. Begriffsklärung
1.1 künstlerisch-ästhetische Prozesse
1.2 Sammeln als Tätigkeit und künstlerischer Prozess
1.3 Rahmenlehrplan Kunst

2. Pädagogische Konsequenzen

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

0. Einleitung

Sammeln ist eine Tätigkeit, die die Menschheit bereits seit Jahrtausenden begleitet. Ein Projekt zum Thema Sammeln war unser Seminarinhalt, im SeminarKünstlerische Prozesse in primarstufenspezifischen Bildungssituationen. Im Laufe des Semesters sollten wir eine eigene Sammlung anlegen, welche am Ende des Semesters präsentiert wurde. Im Kurs haben wir uns mit Künstlerinnen und Künstlern, auf diesem Gebiet auseinandergesetzt sowie eine theoretische Grundlage geschaffen. Die Reflexion des eigenen Prozesses soll Ausgangspunkt der folgenden Arbeit werden, mit dem Versuch die Frage zu beantworten:Welches Potential hat Sammeln als künstlerisch-ästhetischer Prozess in der Primarstufe?

Ausgehend von der Reflexion werden anschließend Begrifflichkeiten geklärt und unter Einbezug des Rahmenlehrplans pädagogische Konsequenzen erarbeitet. Die theoretische Erarbeitung erfolgt vorrangig anhand der Literatur von Bettina Uhling, Johannes Kirschenmann, Matthias Duderstadt, Ludwig Duncker, Katharina Hahn und Corinna Heyd. Alle Begriffe und Strategien die in der Reflexion genannt werden, werden im späteren Verlauf der Arbeit aufgegriffen und ausführlich erklärt, um den Lesefluss der Reflexion nicht zu unterbrechen.

0.1 Reflexion des eigenen Prozesses anstelle einer ausführlichen Einleitung

Wie eingangs erwähnt haben wir uns ein Semester lang mit dem Thema Sammeln auseinander gesetzt. Ich habe mich am Anfang sehr schwer getan einen Zugang zu dem Thema zu finden, da meine Mutter immer versucht hat, während meiner Kindheit, einen zu starken Sammeltrieb zu unterbinden. Um meinen künstlerischen Prozess während dieser Zeit nachvollziehbarer zu machen, möchte ich zuerst von meinen Erfahrungen aus meiner Schulzeit (1994 – 2007) berichten.

Als Kind habe ich sehr viel gesammelt, gerne gebastelt und gemalt. Bereits im Kunstunterricht in der Grundschule wurde mein Interesse, in diesem Bereich, stark gehemmt. Wir hatten immer vorgegebene Themen, an denen wir arbeiten sollten und die Leistungsermittlung war nur am Produkt orientiert. Da ich bereits als Kind und Jugendliche sehr ehrgeizig war, haben die für mich zum Teil intransparenten Noten zu einer gewissen Abneigung dem Fach Kunst gegenüber beigetragen. In der Oberschule änderte sich die Vorgehensweise nicht stark. Ich hatte zwei prägende Momente, während dieser Zeit, die dazu führten, dass ich nur noch mit einer starken Aversion gegen das Fach am Unterricht teilnahm. Wir hatten ein Fotoprojekt in der zehnten Klasse, welches bei mir schlechter benotet wurde. Meine Kunstlehrerin glaubte mir nicht, die Bilder selbst gemacht zu haben. Die Qualität der Bilder entsprach nicht ihren Erwartungen und nicht meiner bekannten Leistung in ihrem Unterricht. Der zweite Moment war, als wir uns mit dem Oberthema Energie auseinander setzen sollten. In der methodischen und inhaltlichen Umsetzung wurde uns viel Freiraum gegeben. Ich hatte, gemeinsam mit einem Freund, entschieden eine Fotoausstellung über die körperlichen Schäden und Folgen von Polizeigewalt zu erstellen. Unsere Arbeit wurde mit sehr gut bewertet, nur waren wir die einzigen, in der gesamten Klasse, die nicht präsentieren dürften. Unser Projekt sei zu kritisch mit einem heiklen Thema umgegangen. Mit diesen Erfahrungen und Voraussetzungen kam ich nun in das Seminar und sollte am Ende meine Arbeit präsentieren.

Ich wusste, ich sollte eine Sammlung erstellen. Nun gut, nur was sammeln? Mein erster Kommentar zu einer Kommilitonin war: „Na toll, meine Mama hat jahrelang versucht mir das abzugewöhnen und jetzt soll ich wieder sammeln.“.

Ich hatte die ersten Wochen des Semesters große Probleme mich auf das Thema einzulassen. Viele im Kurs hatten bereits erste Ideen und begannen ihre Sammlungen. Ich war immer noch sehr desorientiert. Im Seminar haben wir uns mit den Werken und Sammlungen einzelner Künstlerinnen und Künstler beschäftigt. Sehr interessant fand ich dieTime capsulesvon Andy Warhol und die Sammlungen von Dieter Roth. Nur wollte ich diese Projekte nicht kopieren oder ähnlich arbeiten, auch wenn mich die Arbeiten von beiden Künstlern faszinierten. Erst als wir uns mit den Methoden des Sammelns, Ordnens und Präsentierens beschäftigten, bemerkte ich, dass ich immer noch sammle und meine Sammlungen präsentiere. Heute sammle ich Postkarten, die ich geschickt bekomme oder mir von besuchten Orten selbst schicke, Eintrittskarten und Fotos. Die Fotos sind fest in Alben eingeklebt, welche nach Themen und Ereignissen sortiert sind. Meine Postkarten und Eintrittskarten habe ich an der Wand auf gehängt, siehe dazu Abbildung 1.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Sammlung Postkarten

Da all meine Sammlungen einen festen Präsentationsort haben und ich gerne die Chance für etwas Neues nutzen wollte, schieden auch meine vorhandenen Sammlungen als Thema aus. Doch hatte ich an diesem Punkt bereits die Erkenntnis, dass ich mich all die Jahre unbewusst mit Kunst beschäftigt hatte und ich einige Sammlungen besitze, mit denen ich wie in der Literatur beschrieben umgehe. Meine Motivation für das Thema und eine neue Sammlung sowie das Interesse an einer neuen Erfahrung war stark gestiegen. Ebenfalls änderte sich allmählich meine Einstellung zu Kunstunterricht, so ein Projekt würde ich auch gerne mal mit Kindern machen wollen. Ich begriff, dass sich Kunstunterricht seit meiner Schulzeit gewandelt hat.

Als wir den TextTätigkeiten und Merkmale des Sammelnsvon Ludwig Duncker, Katharina Hahn und Corinna Heyd gelesen hatten, erinnerte ich mich an alle meine Sammlungen aus der Kindheit. Die Erinnerungen an die vergangenen Sammlungen weckten alte Emotionen. Diese halfen mir, mich neu auf Kunst und auf das mir bevorstehende Projekt einzulassen. Nur ein Thema für meine Sammlung war noch immer nicht gefunden.

Ich begann mich mit den anderen Teilnehmenden des Seminars über ihre Projekte zu unterhalten, um Ideen zu sammeln. Am Ende kam nach all der Recherche und den Gesprächen der Anreiz für mein Projekt sehr unerwartet und plötzlich.

Ich gehe seit Jahren Geocachen – eine internationale auf GPS-Koordinaten basierende Schnipseljagd. Hat man das Ziel an der Koordinate gefunden, ist dort eine Dose versteckt. In den großen Dosen besteht die Möglichkeit Gegenstände zu tauschen. Mein Hobby und die getauschten Gegenstände sollten somit Grundlage für meine Sammlung werden. Ich wollte in der Präsentation den Weg und die Umgebung der gefundenen Gegenstände wiedergegeben. Ich hatte kurz danach eine Mitstreiterin gefunden, die sich mit mir auf den Weg machte und zusammen gingen wir durch den Spandauer Forst. Vor Ort konnten wir die Dose nicht finden. Unsere ursprüngliche Idee wurde noch im Wald abgewandelt. Wir sammelten nun Gegenstände, auf dem Weg, die nicht in den Wald gehörten oder Naturmaterialien, die uns besonders auffielen.

Durch die Arbeit zu zweit und die neu gewonnene Möglichkeit des Austausches ging die Arbeit nun schneller voran und es kam zu einem regen Ideenfluss. Die gemeinsame Arbeit am Projekt wurde zu einer schönen Erinnerung. Ich hatte mich davor bereits mit dem Mapping und der Kartierung von Erinnerung als künstlerische Strategie beschäftigt. Diese Strategie war die Grundlage für unsere Arbeit.

Die Arbeit an der Präsentation im Atelier ging schnell voran und wir waren mit unserem Ergebnis sehr zufrieden. Im Folgenden sollen die gezeigten Fotos, für sich stehend, einen Eindruck über den Verlauf unserer Arbeit am Projekt zeigen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Stamm im Spandauer Forst

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Abbildung 2: Fund im Spandauer Forst

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Abbildung 3: Bache mit Frischling

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Abbildung 4: Herstellung Rahmen

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Abbildung 5: Grundierung mit Strukturpaste

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Abbildung 6: Überlegung zur Anordnung

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Abbildung 7: Herstellung des Untergrunds

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Abbildung 9: Produktpräsentation

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Abbildung 8: Produktpräsentation

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Sammeln als künstlerischer Prozess. Welches Potential bietet Sammeln als künstlerisch-ästhetischer Prozess in der Primarstufe?
Hochschule
Universität Potsdam  (Department für Lehrerbildung)
Veranstaltung
Künstlerische Prozesse
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V375902
ISBN (eBook)
9783668524767
ISBN (Buch)
9783668524774
Dateigröße
3545 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ästhetische Bildung, Grundschule, Primarstufe, Kunst, Sammeln, künstlerische Prozesse
Arbeit zitieren
Sandra Koplin (Autor), 2016, Sammeln als künstlerischer Prozess. Welches Potential bietet Sammeln als künstlerisch-ästhetischer Prozess in der Primarstufe?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375902

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