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Die Sozialismuskonzeption deutscher Sozialdemokraten und schwedischer Sozialisten

Eine Studie der Vor- und Zwischenkriegszeit anhand der Konzepte des Organisierten Kapitalismus, der Wirtschaftsdemokratie und des Volksheims hinsichtlich des Einflusses deutscher Theorien auf schwedische Sozialisten

Title: Die Sozialismuskonzeption deutscher Sozialdemokraten und schwedischer Sozialisten

Master's Thesis , 2017 , 108 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: M.A. Marcus Helwing (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
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In dieser Masterarbeit wird ein möglicher Zusammenhang hinsichtlich der Theorien deutscher Sozialdemokraten und schwedischer Sozialisten in der Vor- und Zwischenkriegszeit untersucht. Der Fokus richtet sich dabei darauf, ob die wirkungsmächtige deutsche Sozialdemokratie der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Einfluss auf schwedische Genossen, deren Politik, deren Ideen und deren Vorstellungen hatte. Anhand der ausgewählten Beispiele des Organisierten Kapitalismus Rudolf Hilferdings, der Wirtschaftsdemokratie Fritz Naphtalis und des Volksheims einer Trias schwedischer Sozialisten wird einer möglichen Verbindung nachgegangen.

Das Ziel dieser Studie ist, herauszuarbeiten, wie die Sozialismuskonzeptionen der deutschen und schwedischen Sozialisten in der Vor- und Zwischenkriegszeit aussahen, worin sie übereinstimmten, worin sie sich unterschieden, ob die deutschen die schwedischen Konzepte beeinflusst haben und falls ja, wie groß dieser Einfluss war und woran er festgemacht werden kann. Im Folgenden wird der Autor zunächst die historische Situation in den beiden Ländern, insbesondere hinsichtlich der Lage der jeweiligen Arbeiterbewegung, darstellen und die Strategien und Handlungen ihrer parlamentarischen Vertretung in den politischen Systemen aufzeigen. Das nächste Kapitel widmet sich den politischen und theoretischen Führungspersönlichkeiten aus Deutschland und Österreich, denen der Autor in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle und enorme Bedeutung beimisst.

Im Anschluss sollen explizit die drei Konzepte inhaltlich kurz zusammengefasst, dargestellt und in Relation zueinander gebracht werden. Im darauffolgenden Teil hat der Autor fünf, seines Erachtens nach, charakteristische Punkte aufgeführt, die stellvertretend aber expressis verbis exemplarisch für das schwedische Volksheim stehen. Auf den Gebieten der Sozial-, Wohnungs-, Familien-, Bildungs- und Agrarpolitik sollen die Maßnahmen, welche die schwedische Arbeiterpartei bei der Errichtung des Wohlfahrtstaates ergriffen hat, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu den deutschen Konzepten mittels konkreter politischer Direktiven aufgezeigt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ausgangssituation

2.1. Allgemein

2.2. Deutschland

2.3. Schweden

3. Persönlichkeiten

3.1. Deutschland

3.1.1. Rudolf Hilferding

3.1.2 Fritz Naphtali

3.1.2. Karl Kautsky

3.1.3. Otto Bauer

3.1.4. Max Adler

3.2. Schweden

3.2.1. Gunnar Myrdal

3.2.2. Ernst Wigforss

3.2.3. Per Albin Hansson

3.2.4. Gustav Möller

3.2.5. Hjalmar Branting

4. Ausgewählte Konzepte der Vor- und Zwischenkriegszeit

4.1. Organisierter Kapitalismus

4.2. Wirtschaftsdemokratie

4.3. Volksheim

4.4. Vergleich

5. Deutsche Konzeptionen in der schwedischen Politik

5.1. Sozialpolitik

5.2. Wohnungsbaupolitik

5.3. Familienpolitik

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Sozialismuskonzeptionen deutscher Sozialdemokraten und schwedischer Sozialisten in der Vor- und Zwischenkriegszeit. Das primäre Ziel ist es, den Einfluss deutscher Theorien auf die Entwicklung schwedischer Konzepte wie das „Volksheim“ zu analysieren und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in der praktischen Umsetzung und der politisch-historischen Entwicklung beider Länder herauszuarbeiten.

  • Vergleich der Konzepte „Organisierter Kapitalismus“, „Wirtschaftsdemokratie“ und „Volksheim“.
  • Analyse der Rolle prägender sozialistischer Führungspersönlichkeiten in Deutschland, Österreich und Schweden.
  • Untersuchung des theoretischen und praktischen Wissens- und Erfahrungstransfers zwischen den Arbeiterbewegungen.
  • Bewertung der Auswirkungen unterschiedlicher politischer und historischer Rahmenbedingungen auf die Umsetzbarkeit sozialistischer Theorien.
  • Analyse spezifischer Politikfelder wie Sozial-, Wohnungs-, Familien-, Bildungs- und Agrarpolitik im Kontext ihrer sozialistischen Ausrichtung.

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Karl Kautsky

Die Biografie Karl Kautskys kann an dieser Stelle als stellvertretend für die Multinationalität und Internationalität der sozialistischen Bewegungen Europas angesehen werden. Der deutsch-tschechische Kautsky wurde in Prag geboren, hatte eine österreichisch-stämmige Mutter und einen tschechischen Vater. In Prag geboren, alsbald nach Wien verzogen, genoss er eine schulische Ausbildung in der Hauptstadt des, wie Max Adler die K.-u.-k.-Doppelmonarchie Österreich-Ungarn später nennen sollte, "Vielvölkergefängnisses" (auch "Völkerkerker"), in dem nach der Kritik vieler Zeitgenossen nichts funktionierte, aber irgendwie doch alles funktionierte.

In Die Neue Zeit, dem späteren "Medium seiner Macht", wirkte er in einem weiten Spektrum darauf hin, die klassischen Arbeiter und Sozialdemokraten anzusprechen und sich gleichzeitig von Literaten und Studenten abzusetzen, weil er in der facettenreichen, komplizierten, vielschichtigen und zerfaserten theoretisch-intellektuellen Debatte die Ursache der Spaltung der Arbeiterbewegung ausmachte. Nach Helga Schultz distanzierte er sich expressis verbis von führenden Nationalökonomen, namentlich Gustav Schmoller und Lujo Brentano, welche er despektierlich aber auch absichtlich als Kathedersozialisten titulierte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der industriellen Gesellschaft und das Streben nach sozialistischen Alternativen, sowie Erläuterung der Zielsetzung der Arbeit.

2. Ausgangssituation: Darstellung der historischen und ökonomischen Bedingungen der Arbeiterbewegung in Deutschland und Schweden vor und während der Zwischenkriegszeit.

3. Persönlichkeiten: Vorstellung der theoretischen und politischen Führungspersönlichkeiten, die maßgeblich an der Gestaltung der Sozialismuskonzepte beteiligt waren.

4. Ausgewählte Konzepte der Vor- und Zwischenkriegszeit: Detaillierte theoretische Analyse der Konzepte des Organisierten Kapitalismus, der Wirtschaftsdemokratie und des Volksheims.

5. Deutsche Konzeptionen in der schwedischen Politik: Anwendung und Anpassung der untersuchten theoretischen Modelle in der praktischen schwedischen Politik, unterteilt in verschiedene Politikfelder.

6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der gegenseitigen Einflüsse und der unterschiedlichen Erfolgsgeschichten bei der praktischen Umsetzung der sozialistischen Vorstellungen.

Schlüsselwörter

Sozialdemokratie, Sozialismus, Volksheim, Organisierter Kapitalismus, Wirtschaftsdemokratie, Arbeiterbewegung, Zwischenkriegszeit, Schweden, Deutschland, Klassenkampf, Wohlfahrtsstaat, Gewerkschaften, Reformismus, Theorie-Transfer, Politische Ideengeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Vergleich sozialistischer Konzepte in Deutschland und Schweden in der Zeit vor und zwischen den Weltkriegen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem "Organisierten Kapitalismus", der "Wirtschaftsdemokratie" und dem schwedischen "Volksheim" sowie deren praktischer politischer Anwendung.

Welches Ziel verfolgt der Autor?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, herauszuarbeiten, wie deutsche sozialistische Theorien die schwedische Politik beeinflusst haben und warum die praktische Umsetzung in Schweden erfolgreicher verlief.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine politikwissenschaftliche und ideengeschichtliche Vergleichsanalyse von Theorien, politischen Programmen und dem Wirken einflussreicher Akteure durch.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Im Zentrum steht die detaillierte theoretische Erörterung der Konzepte von Hilferding, Naphtali und den schwedischen Akteuren sowie deren Auswirkungen auf fünf spezifische Politikfelder in Schweden.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozialdemokratie, Wohlfahrtsstaat, Theorie-Transfer, Klassenkampf und Reformismus.

Welche Bedeutung kommt dem "Volksheim" zu?

Das Volksheim war die schwedische Antwort auf die sozialen Fragen der Zeit und entwickelte sich unter der Führung der Sozialdemokraten zum zentralen Leitbild für einen umfassenden Wohlfahrtsstaat.

Warum wird die Rolle der Österreicher betont?

Die Arbeit integriert österreichische Theoretiker wie Otto Bauer und Max Adler, da diese aufgrund ihrer Sprache und engen Verbindung zur deutschen Sozialdemokratie wesentliche Impulse zur Theorieentwicklung leisteten.

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Details

Title
Die Sozialismuskonzeption deutscher Sozialdemokraten und schwedischer Sozialisten
Subtitle
Eine Studie der Vor- und Zwischenkriegszeit anhand der Konzepte des Organisierten Kapitalismus, der Wirtschaftsdemokratie und des Volksheims hinsichtlich des Einflusses deutscher Theorien auf schwedische Sozialisten
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Politik- und Kommunikationswissenschaft)
Grade
2,0
Author
M.A. Marcus Helwing (Author)
Publication Year
2017
Pages
108
Catalog Number
V375951
ISBN (eBook)
9783668523531
ISBN (Book)
9783668523548
Language
German
Tags
Sozialismuskonzeption Sozialdemokratie Sozialdemokraten Sozialisten Organisierter Kapitalismus Wirtschaftsdemokratie Volksheim Rudolf Hilferding Fritz Naphtali Karl Kautsky Otto Bauer Max Adler Gunnar Myrdal Ernst Wigforss Per Albin Hansson Gustav Möller Hjalmar Branting SPD SAP Austromarxismus Sozialpolitik Wohnungsbaupolitik Familienpolitik Bildungspolitik Agrarpolitik Schweden Folkhemmet Wohlfahrtsstaat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Marcus Helwing (Author), 2017, Die Sozialismuskonzeption deutscher Sozialdemokraten und schwedischer Sozialisten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375951
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