Bildung wird in den letzten Jahren immer wieder mit dem Geschlecht in Verbindung gebracht und es wird ausgiebig darüber diskutiert. Seit den Ergebnissen der PISA-Studie wird außerdem darüber gesprochen, dass die Mädchen und Jungen einen erheblichen Unterschied in ihren Schulleistungen aufweisen. Die Schulstatistiken und große internationale Schulleistungsstudien belegen erhebliche Geschlechterunterschiede in Schulleistungen und -erfolgen. Da heißt es, dass die Mädchen die Jungen überholt haben. Aufgrund dieser Thesen wird in dieser Ausarbeitung dieser Forschungsfrage nachgegangen: „Gender als Bildungsprojekt – sind Benachteiligungen durch das Geschlecht bestimmt und wenn ja, welche Lösungsansätze können angestrebt werden, die dazu dienen, dass Bildung die Geschlechtergerechtigkeit fördert?“
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hauptteil
2.1 Definition Gender
2.2 Definition Bildung
3 Bildungsvergleich von Jungen und Mädchen
4 Lösungsansätze im Umgang mit Gender und Bildung
5 Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob Benachteiligungen im Bildungsbereich geschlechtsspezifisch determiniert sind und welche Lösungsansätze existieren, um durch Bildung eine höhere Geschlechtergerechtigkeit zu fördern.
- Grundlagendefinitionen von Gender und Bildung
- Analyse des Bildungsstands und der Diskurse zu Jungen und Mädchen
- Reflektion über geschlechtergerechte Bildungsinteraktionen
- Rolle der pädagogischen Fachkräfte und deren Handlungskompetenz
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition Gender
Der Begriff „Gender“ wird in der heutigen Zeit vielseitig genutzt, vor allem wenn es um den Bereich der Bildung geht. In der Linguistik bedeutet der Begriff „Gender“ die Unterscheidung des Geschlechtes zwischen weiblich, männlich und sächlich. Im wissenschaftlichen Sprachgebrauch jedoch wird der Begriff als soziale Geschlecht definiert, in Abgrenzung dazu „sex“ als biologisches Geschlecht. Das soziale Geschlecht („Gender“) wurde im weiteren Verlauf als unabhängig vom biologischen Geschlecht („sex“) begutachtet. Der englische Begriff „Gender“ wurde in den 70er Jahren im feministischen Sprachgebrauch als Analysekategorie aufgenommen, um die Unterscheidung zwischen biologischem und sozialem Geschlecht zu differenzieren.
Damit wurde ein Ansatz entwickelt, der die Veränderbarkeit von Geschlecht in den Blickpunkt rückt, dass Geschlechterrollen kein biologisches Phänomen sei, sondern soziale Zuschreibungen darstellen.¹ „Sie werden in sozialen Interaktionen und symbolischen Ordnungen konstruiert und sind damit veränderbar.“² Der Begriff „Gender“ dient dazu die geschlechtsspezifischen Fähigkeiten, Zuständigkeiten und Identitäten kritisch in Frage zu stellen. Demnach gibt es keine homogene Gruppe von „Frauen“ oder „Männern“, also keine Definition für das, was es bedeutet, weiblich oder männlich zu sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der geschlechtsspezifischen Bildungsunterschiede ein und erläutert die Forschungsfrage sowie den Aufbau der Ausarbeitung.
2 Hauptteil: Dieser Teil legt die begrifflichen Grundlagen von „Gender“ als soziales Geschlecht und „Bildung“ als aktiven, subjektiven Prozess dar.
3 Bildungsvergleich von Jungen und Mädchen: Das Kapitel analysiert aktuelle Bildungsstudien und Diskurse, die sich mit der Diskrepanz zwischen den Schulleistungen von Jungen und Mädchen auseinandersetzen.
4 Lösungsansätze im Umgang mit Gender und Bildung: Hier werden pädagogische Strategien und die Bedeutung der (selbst-)reflexiven Arbeit von Fachkräften zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit diskutiert.
5 Ausblick: Der Ausblick fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit geschlechtergerechten Bildungsprozessen.
Schlüsselwörter
Gender, Bildung, Geschlechtergerechtigkeit, Bildungsdiskurse, Doing-Gender, soziale Konstruktion, Bildungsinteraktion, PISA-Studie, Geschlechterrollen, Pädagogik, Identitätsentwicklung, Chancengleichheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Geschlecht und Bildungserfolg sowie der Frage, wie durch gezielte Lösungsansätze mehr Geschlechtergerechtigkeit erreicht werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition von Gender, die Unterschiede in den Schulleistungen zwischen Mädchen und Jungen sowie die Rolle pädagogischer Bildungsprozesse.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Gender als Bildungsprojekt – sind Benachteiligungen durch das Geschlecht bestimmt und wenn ja, welche Lösungsansätze können angestrebt werden, die dazu dienen, dass Bildung die Geschlechtergerechtigkeit fördert?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Ausarbeitung basiert auf einer Literaturanalyse und der Aufarbeitung theoretischer Ansätze zum Thema Gender und Bildung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Begriffe „Gender“ und „Bildung“ definiert, anschließend wird der aktuelle Diskurs über Bildungsunterschiede zwischen den Geschlechtern beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Gender, Bildung, Doing-Gender, Geschlechtergerechtigkeit und Bildungsdiskurse.
Warum ist der Begriff „Doing-Gender“ für die Arbeit zentral?
„Doing-Gender“ ist zentral, da er verdeutlicht, dass Geschlecht keine statische Eigenschaft ist, sondern in sozialen Interaktionen ständig neu konstruiert und reproduziert wird.
Welche Bedeutung haben pädagogische Fachkräfte bei diesem Thema?
Pädagogische Fachkräfte tragen eine besondere Verantwortung, ihr eigenes Handeln kritisch zu reflektieren, um nicht unbewusst geschlechterspezifische Stereotype an Kinder und Jugendliche weiterzugeben.
- Citar trabajo
- Jacqueline Ehlert (Autor), 2015, Gender als Bildungsprojekt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376204