Vom Problem des Berufswechsels nach Abel und Blättner zum Schlüsselqualifikationsansatz nach Mertens


Hausarbeit, 2015

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 3
2 Der Berufswechsel nach Abel ... 3
3 Der Berufswechsel nach Blättner ... 6
4 Schlüsselqualifikationen nach Mertens ... 8
4.1 Entstehung und Intention des Begriffes ,,Schlüsselqualifikation" ... 8
4.2 Konzept der Schlüsselqualifikationen nach Mertens ... 9
4.3 Probleme der Schlüsselqualifikationen ... 11
5 Fazit ... 12
6 Literaturverzeichnis ... 14

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1 Einleitung
In Anlehnung an das Seminar ,,Theorien der beruflichen Bildung" wird im folgenden eine
wissenschaftliche Arbeit zum Thema ,,Blättner, Abel und Mertens ­ Vom Problem des
Berufswechsels zum Schlüsselqualifikationsansatz" ausgearbeitet.
Durch die Auffassungen von Heinrich Abel und Fritz Blättner über das Berufsproblem und
die Berufserziehung, wurde verdeutlicht, dass sich das Berufsbild in den letzten Jahren
sehr verändert hat. Derzeit vollzieht sich ein Wandel in der Bildungsarbeit, Hintergrund
dafür sind die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen. Die
Industrialisierung spielt dabei ebenfalls eine wesentliche und wichtige Rolle.
Heinrich Abel spricht von der so genannten realistischen Wende und betont diese auf die
Berufsidee und Berufswirklichkeit. Im Hauptteil der Hausarbeit wird auf die Auffassung
von Abel näher eingegangen, dabei werden außerdem die Gründe, Ursachen und Probleme
des Berufswechsels näher erläutert.
Anschließend werden die Ansichten von Fritz Blättner genauer erläutert, der überwiegend
von der Industrialisierung spricht, die einen wichtigen Bestandteil des Berufswechsels
darstellt. Des Weiteren befasst er sich mit den Begriffen ,,Arbeiter" und ,,Arbeitskraft" die
in der früheren Zeit wenig positive Auswirkungen mit sich zogen.
Die Schlüsselqualifikationen sind in der Berufsbildungsforschung weit verbreitet und die
Förderung dieser ist eine zentrale Aufgabe für die gegenwärtige und zukünftige
Ausbildung. Es wird sowohl auf die Entstehung und Intention des Begriffes
Schlüsselqualifikationen eingegangen der vom deutschen Bundestag verfasst wurde, als
auch auf das Konzept von Mertens über die Schlüsselqualifikationen. Zuletzt werden dann
noch die Probleme der Schlüsselqualifikationen nach Mertens Konzept näher erläutert,
dieser Teil befasst sich mit Reetz Auffassungen von 1999.
2 Der Berufswechsel nach Abel
Im Diskurs stehen die zwei Fragen des berufspädagogischen Theoretikers Eduard
Spranger. Zum einen, ob es künftig noch Dauerberufe gibt und zum anderen, in welchen
Grenzen es noch künftig eine freie Berufswahl geben wird. Spranger verstand unter dem
Begriff ,,Dauerberuf"
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Vgl. Abel, Heinrich (1963): Das Berufsproblem im gewerblichen Ausbildungs- und Schulwesen
Deutschlands (BRD). S.106.

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,,daß im allgemeinen ein junger Mensch zwischen dem fünftzehnten und
achtzehnten Jahr für einen umschreibbaren Beruf bestimmt wird, oder sich selbst
entscheidet, daß er die betreffende Berufsausbildung durchmacht und dann
mindestens die Absicht hat, im Bereich dieses Berufskreises sein Leben lang zu
bleiben. Er mag in ihm zu leitenden Stellen aufsteigen oder in Randfunktionen
einmünden. In der Hauptsache wird jedoch sein Weg berufsverhaftet sein."
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Demnach ist Dauerberuf nach Spranger also die Absicht einen Beruf auszuüben und in
diesem zu bleiben oder aber auch in diesem Beruf aufzusteigen. Die Intention dahinter ist,
dass der Beruf immer der gleiche Beruf bleibt und kein weiterer ausgeübt werden sollte.
Nach Spranger würde, wenn der Dauerberuf weiter zurückgehen würde, ein
berufspädagogisches Problem auftreten.
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Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts befasst sich Abel mit dem Verhältnis von Berufsdenken
und Berufswirklichkeit. Die Gründe, warum Abel sich damit auseinander gesetzt hat,
entsprachen den beiden Fragen von Eduard Spranger (1950). Aufgrund von mangelnden
unzureichenden Kenntnissen über die veränderte Situation des Berufes und über die Trends
im Berufsleben befasste Abel sich 1954/55 sowohl mit dem Umfang, den Gründen, als
auch mit dem Ablauf und den Formen des Berufswechsels.
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Nach Abel werden die Ursachen des Berufswechsels folgendermaßen definiert. Zunächst
einmal werden die vorgetragenen Meinungen mit den Gegebenheiten im Berufsleben
konfrontiert, in dem erläutert wird, was der Berufswechsel für eine Bedeutung mit sich
bringt. Zum einen ist der Berufswechsel eine generelle Erscheinung von Notjahren im
Gefolge des Zweiten Weltkrieges, der wieder sinken wird und zum anderen ist der
Berufswechsel vom Grunde her eine arbeitspathalogische Erscheinung, in dem Sinne also
ein Kennzeichen negativer Arbeitshaltung, ein Ausdruck einer immer gegebenen und in
Notzeiten besonders ausgeprägten Zuchtlosigkeit bestimmter Gruppen von Arbeitnehmern.
Das UNESCO-Institut für Sozialwissenschaften in Köln erbrachte im Stichjahr 1953
repräsentative Untersuchungen über den Umfang und die Häufigkeit des Berufswechsels.
Aus diesen Untersuchungen wurden folgende Ergebnisse präsentiert:
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Vgl. Abel, Heinrich (1963): Das Berufsproblem im gewerblichen Ausbildungs- und Schulwesen
Deutschlands (BRD). S.106.
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ebd.
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ebd., S.104.

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1. Der Berufswechsel war bei den gewerblich tätigen Arbeitnehmern im Stichjahr
stärker ausgeprägt. (56%)
2. 1953 übte jeder zweite männliche Arbeitnehmer im Gewerbe keinen Dauer- bzw.
Lebensberuf mehr aus, diese hatten hingegen die beruflichen Tätigkeiten ein oder
auch mehrere Male gewechselt.
3. In dem Zeitraum, in dem die Untersuchungen stattfanden (1949-1955), nahm die
Tendenz zum Wechseln des Berufes zu. Bei den jüngeren Jahrgängen war die
Neigung zum Berufswechsel größer als bei den über dreißig Jahre alten
Arbeitnehmern.
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Durch die Voruntersuchungen wurden sowohl bei Berufsschulabgängern der Jahre 1949-
1953 in Zusammenarbeit mit 12 Berufsschulen als auch bei Eisenbahnbeamten des
einfachen und mittleren Dienstes in der Region Hannover/Frankfurt sowie eine
anschließende Umfrage unter 500 Berufswechslern in 16 Städten und Landkreisen
folgende Gründe für einen Berufswechsel, die vom Bundesministerium für Arbeit
unterstützt wurden, festgestellt:
Aufgrund von nichterfüllten Berufswünschen wurde der spätere Berufswechsel weiter
gestärkt. Des Weiteren wurden 50% der Berufswechsler ­ nach der geltenden
Berufsordnung ­ in der Berufsqualität zurückgestuft, Facharbeiter und Handwerker waren
nach dem Wechsel als Hilfsarbeiter oder Angelernte tätig. Es konnten nur 10% der
Berufswechsler ihren Berufsrang verbessern. Zudem kam bei den Untersuchungen heraus,
dass etwa ein Drittel der Wechsler (die ältere Generation) enorme Schwierigkeiten bei der
Umstellung auf die neue Tätigkeit haben. Die jüngere Generation konnte diese Umstellung
reibungsloser vollziehen. Ein bisschen mehr als die Hälfte der Befragten hatten den
Wechsel aus freiem Entschluss vorgenommen, 40% unter dem Zwang der Umstände. Der
freiwillige Wechsel brachte folgende Gründe mit sich, die nach quantitativer Bedeutung
geordnet sind: geringer Verdienst, mangelnde Sicherheit des Arbeitsplatzes, fehlende
Freude an der betreffenden Arbeit, aber auch familiäre Ursachen, geringe
Aufstiegsmöglichkeiten oder auch Arbeitslosigkeit durch eigenes Verschulden. Die
Gründe, die den Befragten zum Berufswechsel zwangen, waren folgende: durch
Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Gründe oder auch Kriegsfolge. Es kam dabei heraus, je
älter der Berufstätige war, desto mehr überwogen die äußeren Umstände und die Chancen
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Vgl. Abel, Heinrich (1963): Das Berufsproblem im gewerblichen Ausbildungs- und Schulwesen
Deutschlands (BRD). S.107.
Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Vom Problem des Berufswechsels nach Abel und Blättner zum Schlüsselqualifikationsansatz nach Mertens
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V376208
ISBN (eBook)
9783668530218
ISBN (Buch)
9783668530225
Dateigröße
867 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
problem, berufswechsels, abel, blättner, schlüsselqualifikationsansatz, mertens
Arbeit zitieren
Jacqueline Ehlert (Autor:in), 2015, Vom Problem des Berufswechsels nach Abel und Blättner zum Schlüsselqualifikationsansatz nach Mertens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376208

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