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Ort des kulturellen Gedächtnisses? Das Verlagsarchiv im Kontext kulturwissenschaftlicher Gedächtnistheorien

Title: Ort des kulturellen Gedächtnisses? Das Verlagsarchiv im Kontext kulturwissenschaftlicher Gedächtnistheorien

Bachelor Thesis , 2017 , 40 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Isabelle Noé (Author)

Book Science
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Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage nach der Bedeutung von Verlagsarchiven für die Etablierung des kulturellen Gedächtnisses. Verlagsarchive nehmen durch ihren hybriden Charakter eine besondere Stellung ein; sie sind zugleich Firmen- bzw. Wirtschaftsarchiv und Kulturgut, da sie auf der Verlagsarbeit beruhen die ebenso eine ökonomische wie kulturelle Rolle einnimmt. Der Begriff des Archivs unterliegt einer Bedeutungsvielfalt und einem ständigen Wandel und Aktualisierung, so dass keine allgemeingültige Definition getroffen werden kann. Der Archivbegriff ist im Folgendem als ein Ort der Ansammlung zu verstehen, der Aufbewahrungs-, Ordnungs- und Erschließungsfunktionen übernimmt und dadurch Wissen zur Bewertung, Interpretation und Aufbereitung bereitstellt. Da Kollektive kein Gedächtnis „besitzen“, müssen sie, anhand von kulturellen Überlieferungen, ein Gedächtnis entwickeln, um Erinnerungen zu bewahren. Bislang fehlt ein gefestigtes Bewusstsein für den angemessenen Umgang mit Verlagsarchiven und ihren Wert für die geistes- und kulturwissenschaftliche sowie wirtschafts- und wissenschaftsgeschichtliche Forschung.

In der vorliegenden Arbeit wird die These verfolgt, dass Verlagsarchive einen entscheidenden Einfluss auf die kultur- und buchhistorische Forschung haben und dadurch das kollektive Gedächtnis prägen und verändern können. Ziel der Arbeit ist es, im Kontext von drei grundlegenden kulturwissenschaftlichen Gedächtnistheorien zur Entwicklung und Verortung kollektiver Erinnerungen, die Bedeutung von Verlagsarchiven herauszustellen.

Anhand der ausgewählten kulturwissenschaftlichen Gedächtnistheorien wird der Untersuchungsrahmen gebildet an dem das Verlagsarchiv zunächst hinsichtlich seiner Leistung untersucht wird. Um der Bedeutung von Verlagsarchiven für das kulturelle Gedächtnis nachzugehen wird erläutert welche Funktionen Verlagsarchive erfüllen und welchen Nutzen, abhängig von der jeweiligen Benutzerperspektive, aus der Erschließung und Erhaltung eines Verlagsarchivs gezogen werden kann und wo diese im Kontext des kollektiven Gedächtnisses einzuordnen sind. Des Weiteren wird auf die Verantwortung und die Macht von Verlagsarchiven, durch die Selektion des Archivguts, aufmerksam gemacht und dargestellt welche Folgen dies für die Etablierung des kulturellen Gedächtnisses hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kulturwissenschaftliche Gedächtnistheorien

2.1 Das kollektive Gedächtnis

2.2 Konzept der „lieux de mémoire“

2.3 Das kulturelle Gedächtnis

3 Was leisten Verlagsarchive?

3.1 Funktionen und Nutzen

3.2 Selektion des Archivguts: Verantwortung und Macht

4 Das Verlagsarchiv Gebauer und Schwetschke

4.1 Etablierung kollektiver Erinnerungen durch das Verlagsarchiv

4.2 Verortung des Verlagsgedächtnisses

4.3 Das Verlagsarchiv als Speichergedächtnis: Auswirkungen und Nutzen

5 Zur Bedeutung von Verlagsarchiven für das kulturelle Gedächtnis

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Verlagsarchiven für die Etablierung des kulturellen Gedächtnisses, wobei die These verfolgt wird, dass diese Archive einen entscheidenden Einfluss auf die kultur- und buchhistorische Forschung ausüben und das kollektive Gedächtnis aktiv prägen können.

  • Analyse kulturwissenschaftlicher Gedächtnistheorien im Kontext von Archiven.
  • Untersuchung der Funktionen und des Nutzens von Verlagsarchiven als Wissensspeicher.
  • Reflexion über Machtstrukturen und Verantwortung bei der Selektion von Archivgut.
  • Fallbeispielhafte Analyse des historischen Verlagsarchivs Gebauer und Schwetschke.
  • Beurteilung der Rolle von Digitalisierungsprojekten für die Verortung von Gedächtnis.

Auszug aus dem Buch

3.2 Selektion des Archivguts: Verantwortung und Macht

Unternehmen sind dazu verpflichtet, geschäftliche Unterlagen über einen bestimmten Zeitraum aufzubewahren. Darüber hinaus werden anhand der jeweiligen Archivgesetze für Bund und Länder Regelungen zur Anbietungspflicht, Übernahme und Verwahrung festgelegt. Nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen steht es Verlagen demnach frei, ihre Unterlagen weiterhin zu bewahren und die Vergangenheit in Form eines Archivs bereitzustellen.

Das Archivgut von Verlagsarchiven setzt sich aus Dokumenten zur Verlagswirtschaft, Unterlagen des Verlagsalltags und den Verlagserzeugnissen zusammen. Verlagsarchive umfassen Rechnungen, Statistiken, betriebliche Verträge, Buchungsbelege, ebenso wie Manuskripte, Korrespondenzen zwischen Autoren und dem Verlag, Bearbeitungen und Bemerkungen von Lektoren, Dokumente zur Herstellung, Gestaltung, Vertrieb und Marketing.

Entscheidet sich ein Verlag dafür, seine Verlagsgeschichte in Form von Geschäftsunterlagen und Verlagserzeugnissen zu sichern und an ein Archiv abzugeben oder selbst zu bewahren, wird einem Archivar die Aufgabe übertragen, Materialien zu sichern, die als archivwürdig angesehen werden. In ein Verlagsarchiv gelangen also Dokumente, die nicht explizit für die Erhaltung gedacht waren und somit ihre ursprüngliche Funktion verloren haben und in einem anderen Kontext als archivwürdig erachtet wurden. Das Archivgut wird demgemäß nicht explizit gesammelt, sondern ist prozessgeneriert und fällt mit dem Verlagsalltag an.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Tagung "Tag der Verlage" ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Bedeutung von Verlagsarchiven für die Etablierung des kulturellen Gedächtnisses zu erörtern.

2 Kulturwissenschaftliche Gedächtnistheorien: Das Kapitel erläutert grundlegende Theorien zum kollektiven Gedächtnis nach Halbwachs, das Konzept der Erinnerungsorte nach Nora sowie die Differenzierung zwischen kommunikativem und kulturellem Gedächtnis durch die Assmanns.

3 Was leisten Verlagsarchive?: Es werden die vielfältigen Funktionen von Verlagsarchiven als Wissensspeicher sowie die damit verbundene Macht und Verantwortung bei der Auswahl und Selektion von Archivmaterialien analysiert.

4 Das Verlagsarchiv Gebauer und Schwetschke: Anhand dieses konkreten Fallbeispiels wird untersucht, wie das Archiv zur Rekonstruktion kollektiver Erinnerungen beiträgt und wie sich durch Digitalisierung die Verortung des Verlagsgedächtnisses verändert.

5 Zur Bedeutung von Verlagsarchiven für das kulturelle Gedächtnis: Das Fazit fasst zusammen, dass Verlagsarchive durch die Konservierung und Bereitstellung von Wissen die Konstruktion von Identität und die Vergangenheitsbewältigung in der Gesellschaft maßgeblich beeinflussen.

Schlüsselwörter

Verlagsarchiv, kulturelles Gedächtnis, kollektives Gedächtnis, Gebauer und Schwetschke, Archivgut, Buchgeschichte, Erinnerungsorte, Speichergedächtnis, Funktionsgedächtnis, Digitalisierung, Archivmacht, Überlieferungsbildung, Kulturwissenschaft, Wissensspeicher, Verlagsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Verlagsarchiven als bedeutende Quellen für die kulturwissenschaftliche Forschung und ihrer Funktion bei der Bildung des kollektiven und kulturellen Gedächtnisses.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen des kulturellen Gedächtnisses, die konkreten Leistungen von Verlagsarchiven und die kritische Auseinandersetzung mit Archivierungsprozessen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Verlagsarchive als "Speichergedächtnis" fungieren und durch die Aufarbeitung ihrer Bestände die Rekonstruktion von Vergangenheit und damit die Identitätsstiftung innerhalb einer Gesellschaft ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche und buchhistorische Perspektive eingenommen, die theoretische Ansätze der Gedächtnisforschung auf die empirische Analyse von Verlagsarchivalien anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Neben der theoretischen Herleitung wird das Verlagsarchiv "Gebauer und Schwetschke" als Fallbeispiel detailliert analysiert, um die praktischen Auswirkungen der Archivierung auf die Erinnerungskultur aufzuzeigen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die zentralen Schlagworte sind Verlagsarchiv, kollektives Gedächtnis, Archivmacht und die historische Bedeutung des Verlags Gebauer und Schwetschke.

Inwiefern beeinflusst Digitalisierung die Arbeit mit Verlagsarchiven?

Digitalisierung ermöglicht nicht nur eine physische Sicherung, sondern entkoppelt das Gedächtnis vom geografischen Ort und erhöht durch globale Verfügbarkeit das Potenzial für neue Forschungsansätze.

Warum ist das Archiv "Gebauer und Schwetschke" ein besonderes Fallbeispiel?

Es bietet aufgrund seiner geschlossenen Überlieferung und des abgeschlossenen Erschließungsprojektes ideale Voraussetzungen, um umfassende buchhistorische und kulturwissenschaftliche Analysen durchzuführen.

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Details

Title
Ort des kulturellen Gedächtnisses? Das Verlagsarchiv im Kontext kulturwissenschaftlicher Gedächtnistheorien
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
1,3
Author
Isabelle Noé (Author)
Publication Year
2017
Pages
40
Catalog Number
V376384
ISBN (eBook)
9783668536265
ISBN (Book)
9783668536272
Language
German
Tags
gedächtnisses verlagsarchiv kontext gedächtnistheorien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Isabelle Noé (Author), 2017, Ort des kulturellen Gedächtnisses? Das Verlagsarchiv im Kontext kulturwissenschaftlicher Gedächtnistheorien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376384
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