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Die Darstellung von Bewusstseinsänderungen durch Halluzinogene in der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Aspekte und Effekte bei Hermann Hesse, Bernward Vesper und Martin Suter

Titel: Die Darstellung von Bewusstseinsänderungen durch Halluzinogene in der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Aspekte und Effekte bei Hermann Hesse, Bernward Vesper und Martin Suter

Bachelorarbeit , 2014 , 48 Seiten , Note: 13,0

Autor:in: Ivonne Mnich (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die verschärfte Überwachung einiger Drogen, die im 20. Jahrhundert ihren Anfang nimmt, lässt diese Rauschmittel nicht einfach von der Bildfläche verschwinden. Im Gegenteil, es tritt ein zunehmendes Interesse an den berauschenden Mitteln zutage. Diese gesellschaftliche Faszination über die Drogenthematik wird als Inspirationsquelle neben der bildenden Kunst auch in der Literatur genutzt, um die Leserschaft schriftlich berauschen und gezielte Aussagen vermitteln zu können.

Die deutschsprachige Literatur beschäftigt sich erst im 20. Jahrhundert ausgedehnter mit der Drogenthematik. Schwerpunkt dieser Arbeit sind die Merkmale der literarischen Darstellungsweisen einer Rauscherfahrung durch bewusstseinsverändernde Substanzen und ihre direkte Verbindung zu der Hauptfigur. Untersucht wird demnach, wie mit der Darstellung eines Rausches in der deutschsprachigen Literatur umgegangen wurde, welche Absichten der Autor damit wahrscheinlich verfolgte und inwiefern eine kulturgeschichtliche Verbindung zu der Rauschdarstellung besteht. Hierzu werden drei unterschiedliche Werke herangezogen, die insgesamt den Zeitraum des 20. Jahrhunderts abdecken.

Welche Besonderheiten die Drogenthematik in der Neuen Sachlichkeit beinhaltet, wird anhand des komplexen Werkes "Der Steppenwolf" von Hermann Hesse beleuchtet. Aus der Blütezeit der Drogenkultur dient das autobiographische Romanessay "Die Reise" von Bernward Vesper mit seinen facettenreichen LSD-Anschauungen als Vergleichswerk. Schriftbeispiel mit Drogenthematik für das Ende des 20. Jahrhunderts ist "Die dunkle Seite des Mondes" des Schweizer Schriftstellers Martin Suter. Die Darstellungsweisen der Drogen und die Änderung des Bewusstseins der Hauptfigur in den jeweiligen Werken werden miteinander verglichen. Hierzu wird eine eingehende Analyse durchgeführt, um die dargestellte Drogenthematik und die damit verbundenen Auswirkungen für den Protagonisten darzulegen. Zuletzt wird berücksichtigt, wie sich die Erzählweise und die Sprache über die Halluzinogene in dem Jahrhundert veränderten. Dies führt zu der Schlussfrage, ob bestimmte Merkmale für die deutschsprachige Drogenliteratur aus einer solchen Veränderung hervorgehen und was für eine Wirkung die Inszenierung letztendlich auf den Leser hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Drogen: Geschichte und Definitionen

2.1 Die Kulturgeschichte der Drogen

2.2 Halluzinationen und Halluzinogene

3. Darstellungsweisen der Bewusstseinsänderung in literarischen Werken

3.1 Unterbewusste Parallelwelten in Hermann Hesses Der Steppenwolf 1920er

3.2 Trips als Reise zu der Selbstfindung in Bernward Vespers Die Reise 1960er

3.3 Negative Rauscherfahrung in Martin Suters Die dunkle Seite des Mondes 1990er

4. Vergleich: Beziehung zwischen Halluzinogen und Protagonist

4.1 Leitmotiviken: Selbstverwirklichung und Gesellschaftsflucht

4.2 Wirkungsweisen der dargestellten Drogen

4.3 Heilung oder Ruin?

5. Wirkungsästhetik des Rausches

6. Fazit

7. Bibliographie

8. Anhang: Eigenständigkeitserklärung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Merkmale literarischer Darstellungsweisen von Rauscherfahrungen durch Halluzinogene in der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts und analysiert deren direkte Verbindung zur psychischen Verfassung sowie zur persönlichen Entwicklung der jeweiligen Hauptfiguren in ausgewählten Romanen.

  • Literarische Repräsentation von Bewusstseinsveränderungen durch halluzinogene Substanzen.
  • Kulturgeschichtliche Einordnung des Drogenkonsums im 20. Jahrhundert.
  • Vergleich der Beweggründe wie Selbstverwirklichung und Gesellschaftsflucht der Protagonisten.
  • Analyse der narratologischen Mittel und der Zeitgestaltung zur Darstellung des Rauschzustandes.
  • Untersuchung der Konsequenzen der Drogenerfahrung: Heilung versus psychischer Ruin.

Auszug aus dem Buch

3.1 Unterbewusste Parallelwelten in Hermann Hesses Der Steppenwolf 1920er

In der Schaffenszeit von Der Steppenwolf, zwischen 1923-27, begleiteten Hermann Hesse neben körperliche Schmerzen vor allem auch psychisch belastende Umstände. Briefe, Gedichte und Tagebucheinträge dieser Zeit lassen einen autobiografischen Bezug zu dem Roman ausmachen. Daher hat die Verarbeitung der Beschwerden, neben anderen Schriften von ihm, auch in diesem Werk einen Platz gefunden. Der Roman ist erstmals 1927 erschienen und hat anfangs für viel Furore gesorgt. Denn die etablierte Gesellschaft der Kriegszeit wusste mit der Offenlegung einer entstehenden Krankheit durch die gesellschaftlichen Umstände nicht umzugehen.

Als ‚Steppenwolf‘ wird, in eben diesem Roman, die fast 50-jährige Hauptfigur Harry Haller bezeichnet. Haller wird als Intellektueller dargestellt, der mit sich selbst und mit seinem Umfeld im Zwiespalt steht. In Begleitung von seinem Alter Ego Hermine und dem Musiker Pablo begibt dieser sich auf eine Reise in sein inneres Selbst. Auf der Suche nach Selbstfindung wird er auf verschiedenste Weise mit seiner Vergangenheit konfrontiert.

Die Erzählsituation wandelt in dem Roman zwischen mehreren Ebenen. Die Aufteilung setzt sich aus dem ‚Vorwort des Herausgebers‘, den ‚Aufzeichnungen von Harry Haller‘ und dem ‚Traktat vom Steppenwolf‘ zusammen. Hermann Hesse schildert die Erzählung aus drei verschiedenen Erzählperspektiven. Anfangs wird als „objektivierender Bürger“ erzählt. Der Erzähler beschreibt die Lebensgeschichte von Haller aus Sicht des Neffen der Zimmerwirtin und nimmt damit eine außenstehende Position ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Darstellung von Rauscherfahrungen in der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts ein und umreißt die Auswahl der drei untersuchten Werke.

2. Drogen: Geschichte und Definitionen: Das Kapitel bietet einen kulturgeschichtlichen Überblick über Drogen und definiert halluzinogene Substanzen im Kontext ihrer Wirkung auf das Bewusstsein.

3. Darstellungsweisen der Bewusstseinsänderung in literarischen Werken: Hier werden anhand der ausgewählten Romane von Hesse, Vesper und Suter spezifische literarische Darstellungsweisen von Rauscherfahrungen und deren Verbindung zum Protagonisten analysiert.

4. Vergleich: Beziehung zwischen Halluzinogen und Protagonist: In diesem vergleichenden Abschnitt werden die Motive für den Drogenkonsum sowie die unterschiedlichen Auswirkungen und Wirkungsweisen der Substanzen auf die Hauptfiguren gegenübergestellt.

5. Wirkungsästhetik des Rausches: Dieses Kapitel untersucht die narratologischen Mittel, wie beispielsweise die Zeitdehnung, mit denen die Autoren den Leser in den Rauschzustand der Figuren involvieren.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie die Autoren die ausgewählten Mittel nutzen, um den Rausch authentisch zu gestalten und eine kritische Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Umständen ihrer Zeit zu forcieren.

7. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendete Primär- und Sekundärliteratur auf.

8. Anhang: Eigenständigkeitserklärung: Der Anhang enthält die formale Erklärung zur eigenständigen Anfertigung der Arbeit.

Schlüsselwörter

Halluzinogene, Drogenliteratur, 20. Jahrhundert, Bewusstseinsänderung, Hermann Hesse, Der Steppenwolf, Bernward Vesper, Die Reise, Martin Suter, Die dunkle Seite des Mondes, Selbstfindung, Rausch, Literaturwissenschaft, Wirkungsästhetik, Gesellschaftskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie deutschsprachige Autoren des 20. Jahrhunderts in ihren Romanen die durch Halluzinogene hervorgerufenen Bewusstseinsänderungen ihrer Protagonisten literarisch darstellen und für den Leser erfahrbar machen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts in Bezug auf Drogenthemen, die Analyse von Rauschdarstellungen in Romanen sowie die Frage nach dem Zusammenhang zwischen individuellem Drogenkonsum und gesellschaftskritischen oder psychologischen Konflikten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, mit welchen inhaltlichen und formalen Mitteln die ausgewählten Autoren den Zustand des Rausches authentisch inszenieren und inwiefern dieser zur Bewältigung innerer Konflikte der Hauptfiguren beiträgt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf dem Vergleich von drei Werken basiert (Hesse, Vesper, Suter) und dabei Aspekte wie Narratologie, Wirkungsästhetik und Motivforschung einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der drei ausgewählten Romane, einen komparativen Teil über die Beziehung zwischen Droge und Protagonist sowie eine Untersuchung der eingesetzten erzählerischen Mittel zur Darstellung der Rauschwirkung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Halluzinogene, literarische Rauschdarstellung, Selbstfindung, Zeitdehnung, Identitätskrise und der Vergleich spezifischer Autoren wie Hesse, Vesper und Suter.

Wie unterscheidet sich der Rauschzustand in Hesses Werk von dem bei Suter?

Bei Hesse dient der Rausch eher als Bilderkabinett des Unterbewussten zur Lösung innerer Konflikte, während er bei Suter drastischere, fast physische Übelkeitserscheinungen und einen radikalen Persönlichkeitswandel bis hin zum kriminellen Handeln zur Folge hat.

Welche Rolle spielt die Nebenfigur in der literarischen Rauschdarstellung?

Nebenfiguren fungieren in allen drei Werken als wichtige Katalysatoren oder Reiseführer (wie Pablo, Burton oder Lucille), die den Protagonisten erst in den Rauschzustand einführen und die psychologische Transformation begleiten.

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Details

Titel
Die Darstellung von Bewusstseinsänderungen durch Halluzinogene in der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Aspekte und Effekte bei Hermann Hesse, Bernward Vesper und Martin Suter
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
13,0
Autor
Ivonne Mnich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
48
Katalognummer
V376471
ISBN (eBook)
9783668535602
ISBN (Buch)
9783668535619
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deutsche Literatur Vergleichende Literatur 20. Jahrhundert Drogenliteratur Halluzinogene Hermann Hesse Martin Suter Bernward Vesper Steppenwolf Die dunkle Seite des Mondes Analyse Rausch in Literatur Wirkungsästhetik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ivonne Mnich (Autor:in), 2014, Die Darstellung von Bewusstseinsänderungen durch Halluzinogene in der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Aspekte und Effekte bei Hermann Hesse, Bernward Vesper und Martin Suter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376471
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Leseprobe aus  48  Seiten
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